Runa

Roman

(17)
Man kam nicht her, um zu genesen, sondern um zu sterben.

Paris 1884. In der neurologischen Abteilung der Salpêtrière-Klinik führt Dr. Charcot Experimente mit hysterischen Patientinnen durch. Seine Hypnosevorführungen locken Besucher aus ganz Europa an; wie ein Magier lässt der Nervenarzt die Frauen vor seinem Publikum tanzen. Dann aber wird Runa in die Anstalt eingeliefert, ein kleines Mädchen, das all seinen Behandlungsmethoden trotzt. Jori Hell, ein Schweizer Medizinstudent, wittert seine Chance, an den ersehnten Doktortitel zu gelangen, und schlägt das bis dahin Undenkbare vor. Als erster Mediziner will er den Wahnsinn aus dem Gehirn einer Patientin fortschneiden. Was er nicht ahnt: Runa hat mysteriöse Botschaften in der ganzen Stadt hinterlassen, auf die auch andere längst aufmerksam geworden sind. Und sie kennt Joris dunkelstes Geheimnis …
Portrait
Vera Buck, geboren 1986, studierte Journalistik in Hannover und Scriptwriting auf Hawaii. Während des Studiums schrieb sie Texte für Radio, Fernsehen und Zeitschriften, später Kurzgeschichten für Anthologien und Literaturzeitschriften. Nach Stationen an Universitäten in Frankreich, Spanien und Italien lebt und arbeitet Vera Buck heute in Zürich. Ihr Debütroman »Runa« wurde von der Presse hochgelobt und für den renommierten Glauser-Preis nominiert.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 608
Erscheinungsdatum 24.08.2015
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-8090-2652-5
Verlag Limes Verlag
Maße (L/B/H) 22,1/14,1/4,8 cm
Gewicht 804 g
Verkaufsrang 95.117
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Christine Kiefer, Thalia-Buchhandlung Frankenthal

Düsterer historischer Thriller um ein dunkles Kapitel der Medizingeschichte - spannend, aufwühlend und ein wenig gruselig! Düsterer historischer Thriller um ein dunkles Kapitel der Medizingeschichte - spannend, aufwühlend und ein wenig gruselig!

Stefanie Kellmann, Thalia-Buchhandlung Chemnitz-Röhrsdorf

Ein wirklich schockierender Thriller über abartigen Anfänge der Neurologie und Psychiatrie. Ihnen wird das Blut in den Adern gefrieren. Nichts für schwache Nerven oder Anfänger! Ein wirklich schockierender Thriller über abartigen Anfänge der Neurologie und Psychiatrie. Ihnen wird das Blut in den Adern gefrieren. Nichts für schwache Nerven oder Anfänger!

Andrea Rauh, Thalia-Buchhandlung Erlangen

Dieser sehr gut recherchierte historische Medizinthriller aus den brutalen Anfängen der Psychatrie fesselt, verstört, geht unter die Haut, packt einen und lässt nicht mehr los. Top Dieser sehr gut recherchierte historische Medizinthriller aus den brutalen Anfängen der Psychatrie fesselt, verstört, geht unter die Haut, packt einen und lässt nicht mehr los. Top

„düster und authentisch“

Katrin Knauft, Thalia-Buchhandlung Bernburg (Saale)

Ein historischer Krimi, bei dem man mitfiebert. Zugleich ein sehr überzeugend geschriebener Ausflug zu den Anfängen der Psychiatrie. Tolle Atmosphäre und teils extrem schockierend. Ein historischer Krimi, bei dem man mitfiebert. Zugleich ein sehr überzeugend geschriebener Ausflug zu den Anfängen der Psychiatrie. Tolle Atmosphäre und teils extrem schockierend.

„Die düsteren Anfänge der neurologischen Forschung“

Kai Reinhard, Thalia-Buchhandlung Zweibrücken

Vera Buck ist mit ihrem Erstlingswerk ein unglaublich spannender, aber auch schockierender Roman über die Anfänge der neurologischen Forschung gelungen.
Spannend verknüpft die Autorin die Geschichte der jungen Runa mit historischen Fakten und fesselt den Leser so bis zum Ende. Teilweise wird die Geschichte schon sehr düster, da die Anfänge der neurologischen Forschung noch sehr primitiv und brachial waren.
Wer sich davon aber nicht abschrecken lässt, wird mit einem interessanten Roman belohnt, der zeitgleich einem aber auch noch dieses düstere Kapitel der neurologischen Forschung näher bringt.
Vera Buck ist mit ihrem Erstlingswerk ein unglaublich spannender, aber auch schockierender Roman über die Anfänge der neurologischen Forschung gelungen.
Spannend verknüpft die Autorin die Geschichte der jungen Runa mit historischen Fakten und fesselt den Leser so bis zum Ende. Teilweise wird die Geschichte schon sehr düster, da die Anfänge der neurologischen Forschung noch sehr primitiv und brachial waren.
Wer sich davon aber nicht abschrecken lässt, wird mit einem interessanten Roman belohnt, der zeitgleich einem aber auch noch dieses düstere Kapitel der neurologischen Forschung näher bringt.

„düsterere Anfänge der Medizin“

Kerstin Hahne, Thalia-Buchhandlung Bielefeld

Paris, Ende des 19.Jahrhunderts,die Salpetriere-Klinik.Hier versucht ein angesehener Arzt und Wissenschaftler mit zum Teil aus heutiger Sicht brutalen,fragwürdigen Methoden Frauen von ihrer "Hysterie"=Krankheit zu heilen...
Jori,einer seiner aufmerksamsten Schüler, ein Doktorand aus der Schweiz, will bei diesem Arzt promovieren, um seine große Liebe, die Schwester eines Jugendfreundes heiraten zu können.Da sie aber wegen ihrer Hysterie daheim bereits in einer Klinik gelandet ist, läuft dem jungen Mann die Zeit davon...
Dann aber wird die kleine Runa,das merkwürdige Kind mit den unterschiedlich großen Pupillen eingeliefert und bringt Dinge ans Tageslicht, die diverse angesehene Herren lieber für immer verschwinden lassen wollten...
Vera Bucks Romandebüt hat viele Protagonisten,deren Schicksale sich mit einander verflechten,der Leser wird mit etlichem Fachwissen gefüttert, wie die Neurologie und die Chirurgie sowie der Beginn der Psychoanalyse ihren schwierigen (oft frauenverachtenden) Weg von "try and error" gehen mussten, öfters konnte ich mir dankbar sagen, wie gut es ist, das meinereiner erst heutzutage zum Arzt muss und nicht vor ca.120 Jahren gelebt hat...
Insgesamt düster-stimmungsvoll inszeniert und gut recherchiert, hat der Roman mich auf einer nervigen Bahnfahrt gut unterhalten (trotz einiger Längen) , wer allerdings einen historisch-medizinischen Krimi erwartet, der ab Seite 3 mit Action loslegt, sollte zu anderen Titeln greifen !
Paris, Ende des 19.Jahrhunderts,die Salpetriere-Klinik.Hier versucht ein angesehener Arzt und Wissenschaftler mit zum Teil aus heutiger Sicht brutalen,fragwürdigen Methoden Frauen von ihrer "Hysterie"=Krankheit zu heilen...
Jori,einer seiner aufmerksamsten Schüler, ein Doktorand aus der Schweiz, will bei diesem Arzt promovieren, um seine große Liebe, die Schwester eines Jugendfreundes heiraten zu können.Da sie aber wegen ihrer Hysterie daheim bereits in einer Klinik gelandet ist, läuft dem jungen Mann die Zeit davon...
Dann aber wird die kleine Runa,das merkwürdige Kind mit den unterschiedlich großen Pupillen eingeliefert und bringt Dinge ans Tageslicht, die diverse angesehene Herren lieber für immer verschwinden lassen wollten...
Vera Bucks Romandebüt hat viele Protagonisten,deren Schicksale sich mit einander verflechten,der Leser wird mit etlichem Fachwissen gefüttert, wie die Neurologie und die Chirurgie sowie der Beginn der Psychoanalyse ihren schwierigen (oft frauenverachtenden) Weg von "try and error" gehen mussten, öfters konnte ich mir dankbar sagen, wie gut es ist, das meinereiner erst heutzutage zum Arzt muss und nicht vor ca.120 Jahren gelebt hat...
Insgesamt düster-stimmungsvoll inszeniert und gut recherchiert, hat der Roman mich auf einer nervigen Bahnfahrt gut unterhalten (trotz einiger Längen) , wer allerdings einen historisch-medizinischen Krimi erwartet, der ab Seite 3 mit Action loslegt, sollte zu anderen Titeln greifen !

„Lasset die Kinderlein zu mir kommen...“

Heike Fischer, Thalia-Buchhandlung Hürth

Verstörend, hart und mit einer großen Portion Wahnsinn in jeglichen Facetten.
Dies könnte eine ideale Filmvorlage für einen Film in schwarz-weiß werden denn nur so, würde er die Stimmungen des Buches perfekt wiederspiegeln können.
Er zeigt, die dunklen Anfänge der Neuropsychologie/Chirurgie zum Ende des 18.Jahrhunderts.
Die zum Teil mystisch/fantastisch erscheinende dunkle Geschichte des Quecksilbermädchens Runa ist sehr perfekt eingewoben und bringt viele Spannungsbögen mit.

Sehr außergewöhnlich und deshalb eine Leseempfehlung wert!

Warum 1 Punkt Abzug?
Die Geschichte ist in drei Punkten offen gelassen worden.
Lässt dies auf eine Fortsetzung hoffen?

Liebe Stammleser/innen der auch "härteren Psychothrills" dies wird Ihnen/Euch gefallen.
Man empfindet das Buch, als ob man einen alten Schwarz-Weiß-Film sieht- denn es hinterlässt ein perfektes Kopfkino.

Liebe Grüße
Ihre Heike Fischer

Altersempfehlung ab 18J/20J bis...
Verstörend, hart und mit einer großen Portion Wahnsinn in jeglichen Facetten.
Dies könnte eine ideale Filmvorlage für einen Film in schwarz-weiß werden denn nur so, würde er die Stimmungen des Buches perfekt wiederspiegeln können.
Er zeigt, die dunklen Anfänge der Neuropsychologie/Chirurgie zum Ende des 18.Jahrhunderts.
Die zum Teil mystisch/fantastisch erscheinende dunkle Geschichte des Quecksilbermädchens Runa ist sehr perfekt eingewoben und bringt viele Spannungsbögen mit.

Sehr außergewöhnlich und deshalb eine Leseempfehlung wert!

Warum 1 Punkt Abzug?
Die Geschichte ist in drei Punkten offen gelassen worden.
Lässt dies auf eine Fortsetzung hoffen?

Liebe Stammleser/innen der auch "härteren Psychothrills" dies wird Ihnen/Euch gefallen.
Man empfindet das Buch, als ob man einen alten Schwarz-Weiß-Film sieht- denn es hinterlässt ein perfektes Kopfkino.

Liebe Grüße
Ihre Heike Fischer

Altersempfehlung ab 18J/20J bis...

„Lieber tot als verrückt“

Ina Küchler, Thalia-Buchhandlung Zweibrücken

Vera Buck gewährt einen gnadenlosen Blick hinter die Kulissen der Psychiatrie am Ende des 19.Jahrhunderts. Fesselnd, verstörend und sehr nachhaltig. Ich konnte nicht aufhören zu lesen. Sehr gut. Vera Buck gewährt einen gnadenlosen Blick hinter die Kulissen der Psychiatrie am Ende des 19.Jahrhunderts. Fesselnd, verstörend und sehr nachhaltig. Ich konnte nicht aufhören zu lesen. Sehr gut.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
17 Bewertungen
Übersicht
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[REZENSION] Runa | Vera Buck
von Lisa's Büchereck aus Voerde am 24.06.2016

Verlag: Limes | Erschienen: 24.08.2015 | Seiten: 608 Inhalt: "Man kam nicht her, um zu genesen, sondern um zu sterben." Paris 1884. In der neurologischen Abteilung der Salpêtrière-Klinik führt Dr. Charcot Experimente mit hysterischen Patientinnen durch. Seine Hypnosevorführungen locken Besucher aus ganz Europa an; wie ein Magier lässt der... Verlag: Limes | Erschienen: 24.08.2015 | Seiten: 608 Inhalt: "Man kam nicht her, um zu genesen, sondern um zu sterben." Paris 1884. In der neurologischen Abteilung der Salpêtrière-Klinik führt Dr. Charcot Experimente mit hysterischen Patientinnen durch. Seine Hypnosevorführungen locken Besucher aus ganz Europa an; wie ein Magier lässt der Nervenarzt die Frauen vor seinem Publikum tanzen. Dann aber wird Runa in die Anstalt eingeliefert, ein kleines Mädchen, das all seinen Behandlungsmethoden trotzt. Jori Hell, ein Schweizer Medizinstudent, wittert seine Chance, an den ersehnten Doktortitel zu gelangen, und schlägt das bis dahin Undenkbare vor. Als erster Mediziner will er den Wahnsinn aus dem Gehirn einer Patientin fort schneiden. Was er nicht ahnt: Runa hat mysteriöse Botschaften in der ganzen Stadt hinterlassen, auf die auch andere längst aufmerksam geworden sind. Und sie kennt Joris dunkelstes Geheimnis … Meinung: Dieses Buch hat mich echt zum Schlucken gebracht. Ich habe ziemlich lange gebraucht um in die Story rein zu kommen, da wir drei Handlungsstränge haben und das etwas verwirrend war. Was ja ziemlich gut zu der Geschichte Passt xD Die Geschichte verläuft wie gesagt in drei Handlungssträngen, was mich halt etwas genervt hat. Im Nachhinein ist mir klar geworden das es für die Geschichte wichtig war, so viele Perspektiven rein zu bringen. Die Geschichte ist zum Teil Realität und Fiktion. Was es einem schon manchmal etwas schwerer macht. Ebenso die ganzen Fachbegriffe. Ich glaube ich musste noch nie soviel bei einem Buch Googlen wie bei diesem. Trotzdem war es sehr Interessant so was mal zu Lesen. Wir behandeln hier eine Thematik die nicht ganz ohne ist, damals war alle ja noch ganz anders und viel härter. Dieses Buch ist auf jeden fall nichts für schwache nerven. Was damals in einer Nervenklinik so mit den Frauen gemacht wurde ist echt nicht ohne. Ich musste das Buch des Öfteren erst mal weg legen und durchatmen. Daher habe ich auch sehr lange gebraucht das Buch komplett zu lesen. Zudem kommt, dass der Schreibstil wirklich sehr anspruchsvoll ist. Es ist kein Buch was man mal eben so weg liest. Man muss sich auf das Buch und die Geschichte wirklich konzentrieren und einlassen. Das war jedenfalls meine Erfahrung. Die Charaktere waren sehr gut ausgearbeitet muss ich sagen. Jori war Student durch und durch. Er war von dem Thema und vor allem von dem berühmten Dr. Jean Martin Carcot wie besessen. Er hing förmlich an seinen Lippen. Was aber allen so ging. Dennoch ist Jori anders. Auch wenn er Runa die Krankheit weg schneiden will, ist er einer der Wenigen die so was wie Mitleid empfinden. Er hinterfragt so manche Methoden, ob das alles wirklich so richtig ist. Jori handelt eigentlich nur aus Persönlichen gründen so, im Kern ist er ein guter Kerl. Er hat mir ziemlich gut gefallen, da er für mich am Menschlichsten rüber kam. Runa ist da ein ganz anderes Thema. Runa war wirklich hart muss ich sagen. So wie sie beschrieben wurde, hätte sie super als Horror Kind in ein Stephen King Buch gepasst. Da lief es mir ab und an echt kalt den Rücken runter. Dennoch dachte ich da muss mehr sein. Was man aber leider nicht so erfährt. Denn Runa kam ziemlich kurz. Es ging hauptsächlich um Jori und seine Geschichte, was ich etwas schade fand. Denn das Buch heißt Runa also sollte es auch um sie gehen. Naja egal. Wir haben dann noch einen neurotischen Ermittler, der von sich selber sagt er ist ein Verbrecher. Einen Haufen verrückter Ärzte, die sich selber alle für Götter halten und Leute bei denen ich nicht recht weiß wie ich sie einordnen soll. Rundum ein ziemlich Chaotisches Buch, was man aber gelesen haben sollte. Zum Cover kann ich eigentlich nur sagen, dass es mir solala gefällt. Es ist sehr schlicht gehalten und sagt nicht wirklich was aus über das Buch. Das finde ich aber völlig in Ordnung. Es Passt gut und fertig ist. Bewertung: Es war eine echt Nervenaufreibende Geschichte die gut gelungen ist, trotzdem konnte es mich nicht so wirklich von sich Überzeugen. Von daher gute 3 Sterne für dieses Buch.

Runa
von Kat B. aus Thun am 30.12.2015

Inhalt: Paris 1884: In der Nervenheilanstalt Salpêtrière führt der renommierte Arzt Dr. Charcot Experimente an den geistig verwirrten Insassinnen durch und hält gut besuchte Vorträge. Zu seinen treusten Anhängern gehört auch der junge Schweizer Medizinstudent Jori. Dann wird ein ganz besonders krankes Mädchen, Runa, eingeliefert und Jori wittert seine Chance,... Inhalt: Paris 1884: In der Nervenheilanstalt Salpêtrière führt der renommierte Arzt Dr. Charcot Experimente an den geistig verwirrten Insassinnen durch und hält gut besuchte Vorträge. Zu seinen treusten Anhängern gehört auch der junge Schweizer Medizinstudent Jori. Dann wird ein ganz besonders krankes Mädchen, Runa, eingeliefert und Jori wittert seine Chance, endlich seinen Doktortitel zu erhalten. Unter Charcot's Fuchtel und mit Hilfe des Neurologen Dr. Luys will er wagen, was bisher noch niemand gewagt hat: er will das Mädchen heilen, indem er ihm am Hirn die Teile wegoperiert, die es so aggressiv und geisteskrank machen. Meine Meinung: Was lange währt, wird endlich gut. Oder: Wie ich Ewigkeiten brauchte, mich in die Geschichte einzufinden und dann einfach ohne Vorwarnung von ihr mitgerissen wurde. Vornweg sei erwähnt, dass dieses Buch eine Art medizinisch-historischer Psychothriller ist, also ganz und gar nicht das Genre, das ich sonst lese. Dennoch hat mich die Inhaltsangabe ganz besonders gelockt und so habe ich mich an "Runa" versucht. "Runa" braucht etwas, bis man mit ihm warm wird, aber dann nimmt es einen vollkommen gefangen. Der Schreibstil der Autorin ist aussergewöhnlich, bildhaft, gewaltig. Wo mich andernorts lange Sätze oft ärgern oder einen faden Nachgeschmack der Verwirrung hinterlassen, sind sie hier perfekt platziert und sorgen dafür, dass der Leser gefesselt wird. Die Geschichte beginnt langsam, seicht, plätschert etwas vor sich hin und schmeisst erst mal mit medizinischen Fakten um sich. Für Interessierte sicherlich auch spannende Passagen, allen anderen wird es hier wohl schon ablöschen. Nach und nach entwickelt sich dann aber eine Story die Richtung Krimi ja gar Psychothriller geht, immer verbunden mit der Geschichte der Medizin. Geschrieben aus verschiedenen Perspektiven halten mal kürzere, mal längere Kapitel den Lesefluss am laufen. Mal wird hier eine Szene beleuchtet, mal da, zu Beginn wirkt dies etwas verwirrend, doch am Ende führt alles zusammen. Nach und nach werden die Abgründe der medizinischen Forschung erkundet, äusserst gekonnt schafft die Autorin hier einen ganz besonderen Spannungsbogen, der einen über Kapitel hinweg zum Höhepunkt leitet. Dieser hat mich dann nicht ganz so umgehauen, wie erwartet, dennoch hinterlässt "Runa" bleibenden Eindruck. Charaktere: Die Kapitel werden abwechslungsweise aus verschiedenen Perspektiven geschrieben. Hier seien die Wichtigsten genannt: Johann Richard Hell, genannt Jori, Schweizer Medizinstudent auf der Suche nach dem perfekten Thema für seine Doktorarbeit und nach Heilung für seine heimliche Liebe, die ebenfalls wegen Hysterie in Behandlung ist. Er entwickelt sich vom unsicheren Jungen, vom Mitläufer und Mauerblümchen zu einem selbstbewussten Mann. Diese Entwicklung ist der Autorin sehr gut gelungen. Wo mir Jori zu Beginn nicht sehr sympathisch war - sei es weil er kaum Rückgrat hatet oder weil er die Wahrheit nicht sehen mochte - ist er gegen Ende zu meinem Lieblingscharakter geworden. Monsieur Lecoq, ehemals Kommissar und nun Verbrecher von Beruf. Ein heruntergekommener Zeitgenosse, der zu viel raucht und trinkt und überzeugt ist, dass er seit Geburt zum Verbrecher prädestiniert ist. Er beginnt mit den Ermittlungen in einem Mordfall und wir dabei scharf beobachtet von der Polizei und kommt schneller voran, als gut für ihn ist. Runa, deren wahrer Name und Herkunft unbekannt ist. Sie ist die neuste und auch jüngste Patientin in der Nervenheilanstalt Salpêtrière und Versuchsobjekt von Jori. Doch Runa ist anders, so viel anders, und die Leute - Insassen der Anstalt wie auch Angestellte und Besucher - beginnen eine ausgewachsenen Angst vor dem dürren Mädchen zu entwickeln. Die Geschichte trumpft mit ganz besonderen Charakteren auf. Neben den oben genannten sind weitere, tiefgründige Personen erwähnt sowie auch wichtige Persönlichkeiten aus der Medizingeschichte anzutreffen, Dr. Charcot, Dr. Luys, Dr. Burq, alle führende Ärzte auf ihren Fachgebieten. Alle auf ihre eigene Art und Weise wichtig für diese Geschichte. Setting: Die Geschichte spielt rund um und im Paris von 1884. Armut ist vorherrschend, Missgunst und Misstrauen sind ständig und überall anzutreffen. Der Autorin ist es wirklich gelungen, überall diese ganz besondere Stimmung heraufzubeschwören. Dieses Düstere, das über dem ganzen Setting hängt. In der Nervenheilanstalt Salpêtrière kommt Beklommenheit auf, auf den Strassen von Paris fühlt man sich beobachtet und in den Katakomben stockt einem fast der Atem. Fazit: Die eine oder andere Länge hat mich hier beim Lesen etwas behindert, aber im Grossen und Ganzen bin ich wirklich überzeugt worden. Vor allem weil ich mich für medizinische Themen interessiere und auch viel Freude an einem guten Thriller habe. Die Einsicht in die damals üblichen medizinischen Methoden waren gleichermassen faszinierend wie auch abstossend und schockierend. Manchmal musste ich das Buch tagelang zur Seite legen, weil ich nicht mit dem Inhalt klar kam. "Runa" ist ein durch und durch gelungenes Werk, aber definitiv nichts für schwache Nerven und sanfte Gemüter!

Fesselnde Medizingeschichte
von NiWa aus Euratsfeld am 30.12.2015

Paris 1884. Das Hôpital de la Salpêtrière verfügt über die modernste neurologische Abteilung von ganz Europa. Hier wird Medizingeschichte geschrieben, hier geben sich die ganz Großen gegenseitig die Klinke in die Hand, hier führt der berühmte Arzt Charcot seine wissenschaftlichen Kunststücke in gut gefüllten Hörsälen vor. Und Jori Hell... Paris 1884. Das Hôpital de la Salpêtrière verfügt über die modernste neurologische Abteilung von ganz Europa. Hier wird Medizingeschichte geschrieben, hier geben sich die ganz Großen gegenseitig die Klinke in die Hand, hier führt der berühmte Arzt Charcot seine wissenschaftlichen Kunststücke in gut gefüllten Hörsälen vor. Und Jori Hell sieht seine Chance bei Charcot seine Dissertation zu schreiben, um den ersehnten Doktorgrad zu erlangen, indem er den Wahnsinn aus dem Kopf der Patientin Runa schneidet. Der Protagonist Jori ist Arzt und hat für seine Dissertation die berühmteste Klinik Europas gewählt, die Salpêtrière. Hier regieren die Ansichten von Charcot, hier zeigt der bekannte Neurologe seine Kunststücke an hysterischen Patienten im Hörsaal vor und hier findet man, neben einer aufstrebenden Masse junger Ärzte, große Namen, die gebannt an den Lippen des Klinikleiters hängen. Vera Buck hat mich gemeinsam mit Jori in den Hörsaal gesetzt, hier haben wir Charcots Darbietung bestaunt, vor Ekel den Mund verzogen oder vor Staunen aufgerissen. Ich hatte tatsächlich das Gefühl, als würde ich dem Spektakel persönlich beiwohnen, habe mich wissbegierig mit Jori umgesehen und dabei u.a. die Herren de la Tourette (Tourette-Syndrom) und Pasteur (pasteurisieren) entdeckt. Der Aufbau der Geschichte entspricht einer wissenschaftlichen Arbeit, also dem Forschungsprozess, wie er sich seit damals nicht verändert hat. Entdeckungen bringen Nachforschungen mit sich, münden in Hypothesen, sind von Komplikationen durchzogen und werden im günstigsten Fall zur Veröffentlichung gebracht. Daneben wirft die Autorin weitere Handlungsstränge auf. Man stellt gemeinsam mit einem ehemaligen Polizisten Nachforschungen an und erlebt die Ereignisse durch einen Jungen, der sich unabsichtlich in Verstrickungen rund um die Salpêtrière begibt. Denn Runa hat in ihrer geistigen Umnachtung in halb Paris Botschaften hinterlassen, die nicht nur bei den Medizinern Interesse wecken. Ungeschönt beschreibt die Autorin die Zustände in der Salpêtrière, die damals gang und gäbe waren und stellvertretend für den Umgang mit geistig erkrankten Menschen im Namen der Wissenschaft stehen: „Die Salpêtrière mochte die berühmteste Klinik in ganz Frankreich sein. Sie mochte die modernste sein. Doch nichts konnte über die Tatsache hinwegtäuschen, dass inmitten dieser Modernität rund 4000 Kranke, Alte und Verrückte lagen, die jammerten, weil sie starben, oder heulten, weil sie noch lebten.“ (S. 35) Die Salpêtrière hat Medizingeschichte geschrieben. Undenkbar, wo die heutige Neurologie wäre, wären die damaligen Forscher nicht über Leichen gegangen. Vera Buck zeigt auf eindrucksvolle Weise, welcher Preis für die medizinischen Errungenschaften der Gegenwart bezahlt wurde, welche Opfer gebracht wurden und welche Scheußlichkeiten sich hinter verschlossenen Türen ereigneten. Und die Autorin gibt diesen Gräueltaten einen Namen und ein Gesicht: „Runa“, eine Stellvertreterin für die tausenden von alten, kranken und falsch behandelten Patienten, die in der kultivierten Salpêtrière unter dem Deckmantel des medizinischen Fortschritts das Grauen der Moderne ertragen mussten. Wer sich für die Irrungen, Wirrungen und Errungenschaften der Medizin interessiert, einen starken Magen hat und das Grauen hinter den Wänden der Salpêtrière ertragen kann, wird hier auf ein fesselndes Werk stoßen, das mir ausgezeichnet gefallen hat. © NiWa