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Das bessere Leben

Roman

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Ulrich Peltzer hat einen großen Zeitroman geschrieben. Was hält unsere undurchschaubare Welt zusammen: Träume, Geldströme, Gott oder der Teufel?

Im 20. Jahrhundert diskutierten, lebten und kämpften junge Menschen an amerikanischen Universitäten, in Frankfurt und Moskau für eine gerechte Ordnung, für eine bessere Zukunft. Doch die Utopien sind in Terror umgeschlagen. Wir leben in einer radikal kapitalistischen Welt, unsere Gegenwart scheint undurchschaubar. Was ist aus unseren Utopien, Sehnsüchten und Träumen geworden?
Aus ehemaligen Revolutionären sind Manager geworden, Akteure der Wirtschaft. Sie sind involviert in globale Geschäfte zwischen Mailand, Südamerika und China, ihre Deals sind dubios. Haben sie alles verraten? Was heißt es heute in dieser Welt, gut zu leben? Was wäre das bessere Leben?
Jochen Brockmann ist erfolgreicher Sales Manager, doch er verstrickt sich in ein abstürzendes System. Die Bank gibt keinen Kredit mehr, Indonesien investiert nicht, es bieten sich die Chinesen an. Sylvester Lee Fleming ist ein skrupelloser Geschäftemacher, Finanz-Investor und Risiko-Berater. Er erscheint, als Retter, Verführer und Versucher. Ist er ein Abgesandter des Teufels oder nur ein Psycho? Er kreuzt Brockmanns Weg. Ist das Zufall oder Plan?
Ein philosophischer Roman, ein metaphysischer Thriller über das 21. Jahrhundert und die Gespenster der Vergangenheit.

Rezension
Volker Scheufens, Literatur-Experte Thalia
Das sagt der Literatur-Experte:
"Ulrich Peltzer lässt uns in 'Das bessere Leben' an den Gedanken- und Bewusstseinsströmen seiner Figuren teilhaben. Wir lesen ihre unkontrollierten, chaotischen, banalen und sehnsüchtigen Kopfgeburten oder tauchen mit hinab in ihre Traumwelten und Vergangenheiten. Sicher kann damit nicht jeder etwas anfangen, für mich aber war es ein großes Leseerlebnis. Los geht es mit dem Finanzmenschen Sylvester Lee Fleming und seinen Albträumen, die ihn immer wieder zu dem Tag führen, an dem ?das Furchtbarste passiert? ist, 'das ihm je zustoßen wird': der Tod von Allison. Erschossen von der amerikanischen Nationalgarde auf einer Demo gegen den Einmarsch in Kambodscha. Damals war Sylvester in linken Kreisen aktiv, heute, 40 Jahre später, spielt er so intrigant-kaltschnäuzig mit beim Businessspiel, das sich Kapitalismus nennt, dass es wehtut. Dann lernen wir die Figur Jochen Brockmann kennen. Der ist mit Schwarzgeld in der Schweiz unterwegs. Er und Fleming treffen aufeinander. Brockmann beschwört sich noch mit 'ist dieser Fleming ein Soziopath, ziehst du Leine'. Doch ach, 'alle streben nach einem besseren Leben', jeder versucht, sein Schäflein ins Trockene zu bringen und befeuert ein System, das uns vielleicht alle schon längst in den Abgrund gezerrt hat. Ein kalter Blick auf unsere kapitalistische Welt, ein Buch, das wehtut und Sehnsucht weckt nach dem Leben. Dem Leben als Mensch, nicht als CEO oder Finanzanalyst oder was immer ..."
Portrait

Ulrich Peltzer, geboren 1956 in Krefeld, studierte Philosophie und Psychologie in Berlin, wo er seit 1975 lebt. Er veröffentlichte die Romane ›Die Sünden der Faulheit‹ (1987), ›Stefan Martinez‹ (1995), ›»Alle oder keiner«‹ (1999), ›Bryant Park‹ (2002) und ›Teil der Lösung‹ (2007) sowie die Frankfurter Poetikvorlesungen ›Angefangen wird mittendrin‹ (2011). Sein Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem dem Preis der SWR-Bestenliste, dem Berliner Literaturpreis und dem Heinrich-Böll-Preis. Zuletzt erschien der Roman ›Das bessere Leben‹ (2015), der auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises stand und unter anderem mit dem Marieluise-Fleißer-Preis, dem Peter-Weiss-Preis und dem Franz-Hessel-Preis geehrt wurde.

Literaturpreise:

Gerty-Spies-Literaturpreis 2016
Franz-Hessel-Preis 2015
Peter-Weiss-Preis 2015
Platz 1 SWR Bestenliste September 2015
Marieluise Fleißer-Preis 2015
Shortlist Deutscher Buchpreis 2015
Carl-Amery-Literaturpreis 2013
Heinrich-Böll-Preis 2011
Frankfurter Poetik-Dozentur 2010/11
Mitglied der Akademie der Künste in Berlin 2010
Stadtschreiber von Bergen-Enkheim 2009/2010
Spycher: Literaturpreis Leuk 2008
Düsseldorfer Literaturpreis 2008
Berliner Literaturpreis für sein Gesamtwerk 2008
Literaturpreis der Stadt Bremen 2003
Niederrheinischer Literaturpreis der Stadt Krefeld 2001
Preis der SWR-Bestenliste 2000
Anna Seghers-Preis 1997
Berliner Literaturpreis der Stiftung Preußische Seehandlung 1996
Bertelsmann-Stipendium beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 1992

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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 448 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 23.07.2015
Sprache Deutsch
EAN 9783104007779
Verlag Fischer E-Books
Dateigröße 1070 KB
eBook
9,99
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Anja Werner, Thalia-Buchhandlung Leverkusen

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Kundenbewertungen

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Verlorene Träume...
von Xirxe aus Hannover am 08.02.2016
Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

Himmel, hatte ich Probleme mit diesem Buch! Dreimal habe ich angefangen und war kurz davor, es endgültig zur Seite zu legen. Doch beim letzten Versuch begann ich, es mir selbst laut vorzulesen. Über 50 Seiten - und dann war ich drin. Endlose Sätze, die kein Ende haben und immer... Himmel, hatte ich Probleme mit diesem Buch! Dreimal habe ich angefangen und war kurz davor, es endgültig zur Seite zu legen. Doch beim letzten Versuch begann ich, es mir selbst laut vorzulesen. Über 50 Seiten - und dann war ich drin. Endlose Sätze, die kein Ende haben und immer weiter führen. Keine echte Handlung, vielmehr Gedanken, Erinnerungen und Ortsbeschreibungen der jeweiligen Personen, die (zahlreich) immer wieder wechseln, wobei zwei Männer sich als Hauptfiguren herausbilden. Durch das laute Lesen entwickelte ich ein Gefühl für diesen Stil, der sich mir in den meisten Fällen als Selbstgespräche darstellte, die doch meist auch so ablaufen: sprunghaft, unvollständig, selten stringend an einem roten Faden entlang. Als leicht zu lesen empfand ich es zwar noch immer nicht, doch ich konnte diesen 'Gedankenflüssen' nun wesentlich besser folgen als zuvor. Was die Personen in diesem Buch verbindet, ist der Rückblick in ihre jeweilige Vergangenheit, die geprägt waren von Idealen, Utopien, revolutionären Ideen und dem Blick auf ihr Leben jetzt: Was ist geblieben von damals? Warum? Oder besser: Warum nicht? Auch die beiden Hauptfiguren, Jochen und Sylvester, erfolgreiche Geschäftsmänner, beschäftigen sich damit auf ihre jeweils eigene Weise. Sylvester ist der abgebrühtere der Beiden, der der Vergangenheit nur wenig Aufmerksamkeit schenkt und stets nur das beste Geschäft sucht. Für ihr folgt das Leben einem vorgegebenen Plan. Doch immer wieder träumt er von der Studentin Allison, der er als junger Mann begegnete und die ihn mit ihren politischen Aktionen nachhaltig beeindruckte. Jochen hingegen, der sich in einer Umbruchphase befindet, beschleichen dagegen wiederholt Zweifel an seinem Tun ("Wer weiß, wo man angekommen wäre, hätte man vor allen Entscheidungen eine Münze geworfen und sich ohne Überlegung jedes Mal der Wilkür von Kopf oder Zahl unterworfen,..."). Mit sich im Reinen sind lediglich die, die ihren Vorstellungen und Träumen mehr oder weniger treu geblieben sind, auch wenn Geld in deren Leben keine unwichtige Rolle spielt. Auch wenn es sehr gewöhnungsbedürftig und anstrengend zu lesen ist, vermittelt dieser besondere Schreibstil einen glaubwürdigen Einblick in die Gedankenwelt des 'Romanpersonals'. Dass Karriere und Erfolg allein einem Leben nicht unbedingt Sinn verleihen, wusste man vermutlich schon vor dem Lesen, doch wird es einem hier nochmals überzeugend vor Augen geführt.