Mohamed

Eine Abrechnung

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Die Biographie Mohameds wurde 200 Jahre nach dessen Tod verschriftlicht – mit politischer Intention: Muslimische Fürsten suchten ihre Position zu sichern und dem christlichen Jesus eine eigene, die Herrschaft legitimierende Erlöserfigur entgegenzusetzen. Dennoch hat sich das ambivalente Bild eines sich radikal verändernden und unter psychischen Problemen leidenden Menschen erhalten. Hier der milde, dort der gewalttätige Mohamed. Hamed Abdel-Samad zeichnet in seiner biographischen Skizze nach, welche bis heute verhängnisvollen Folgen aus diesen Traditionen erwachsen – und weshalb radikale Islamisten mit demselben Recht den 'Propheten' zitieren wie laizistische und integrierte Muslime.
Portrait
Hamed Abdel-Samad, geboren 1972 bei Kairo, studierte Englisch, Französisch, Japanisch und Politik. Er arbeitete für die UNESCO, am Lehrstuhl für Islamwissenschaft der Universität Erfurt und am Institut für Jüdische Geschichte und Kultur der Universität München. Abdel-Samad ist Mitglied der Deutschen Islam Konferenz und zählt zu den profiliertesten islamischen Intellektuellen im deutschsprachigen Raum.
Seine Autobiographie „Mein Abschied vom Himmel“ sorgte für Aufsehen (Knaur Taschenbuch 2010): „Was er von seinen Landsleuten erwartet, hat er selbst vorgemacht: Aufklärung durch Tabubruch." ZDF-Aspekte
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 240
Erscheinungsdatum 01.10.2015
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-426-27640-2
Verlag Droemer HC
Maße (L/B/H) 21,6/13,9/2,5 cm
Gewicht 353 g
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"Mohamed war ein Gefangener seiner eigenen Geschichte"
von Dr. M. am 09.08.2018

Das Gefangensein in sich selbst und dessen wechselseitigen Einfluss auf das eigene Handeln und Denken ist sicher kein seltener Befund bei Menschen. Bedrohlich wird er, wenn es sich bei solchen Menschen um Diktatoren handelt, die ihre Macht absichern wollen. Dann entwickelt sich oft eine diese Entwicklung verschärfende Eigendynamik. Und... Das Gefangensein in sich selbst und dessen wechselseitigen Einfluss auf das eigene Handeln und Denken ist sicher kein seltener Befund bei Menschen. Bedrohlich wird er, wenn es sich bei solchen Menschen um Diktatoren handelt, die ihre Macht absichern wollen. Dann entwickelt sich oft eine diese Entwicklung verschärfende Eigendynamik. Und zu einer Katastrophe artet es aus, wenn es auf einen diktatorischen Religionsstifter wie Mohamed zutrifft. Hamed Abdel-Samad versucht in dieser Mohamed-Biografie zu erläutern, warum der Islam Menschen zu unglaublichen Greultaten verleitet und warum er sich in seiner jetzigen Form nicht mit dem deutschen Grundgesetz oder allgemeiner mit der europäischen Werteordnung in Übereinstimmung bringen lässt. Sicher kann man darüber streiten, ob es sinnvoll ist, eine legendäre Gestalt, die vor 1400 Jahren lebte (oder gelebt haben soll) einer Psychoanalyse zu unterwerfen. Die dazu in diesem Buch benutzten Quellen entstanden erst weit nach Mohameds Tod. Deshalb kann man, wenn überhaupt, nur von einem Psychogramm des in diesen Dokumenten beschriebenen Menschen sprechen. Doch das ist in Wirklichkeit überhaupt nicht der Punkt. Nicht die Psyche des Propheten steht im Mittelpunkt dieses Buches, sondern das, was der Koran und die anderen Quellen des Islam in der Psyche der Muslime anrichteten und bis zum heutigen Tag anrichten. Leider macht der Autor diese Intention nicht so deutlich, wie man sich das vielleicht gewünscht hätte. Die Psyche des Propheten zu analysieren, ist gewiss eine spekulative Beschäftigung. Die psychische Grundstruktur und die daraus erwachsenen Handlungen heute lebender Muslime sind dagegen unbestreitbare Tatsachen, deren enger Zusammenhang mit dem Islam nicht bestritten werden kann. Etwa das Macho-Gehabe, die nicht in unsere Vorstellungen passende Rolle der Frau, das permanente Beleidigtsein oder das ständige aggressive Erheben von Forderungen ohne Gegenleistung, der Hass auf andere Religionen oder alle Andersdenkenden und vieles andere mehr. Abdel-Samad hofft auf eine Reformation des Islam, auf eine Befreiung dieser Religion aus ihrem historischen Käfig. Aber geht das überhaupt? Sicher gibt es viele gute Gründe für einen berechtigten Zweifel. Man muss nicht lange überlegen um den Kern dieser Reformunfähigkeit zu finden. Er liegt in der Genialität, sieht man es aus Mohameds Sicht, dieser ganzen Konstruktion. Nicht er hat sich den Koran ausgedacht, sondern der Erzengel hat ihm Gottes Wort überbracht, das er anschließend (stets passend zu seiner persönlichen Situation) verkündete. Wie soll man Gottes Wort anzweifeln oder gar ändern? Das geht eben nicht, wenn man diesem Glauben anhängt. Und darüber hinaus sollte man sich einmal daran erinnern, dass man eine so weit verbreitete Religion nicht mal eben nebenbei und in kurzer Zeit reformieren kann. Dazu braucht es zunächst einmal eine entsprechende Autorität. Und: Die vergleichsweise harmlose Reform des Christentums haben zu fürchterlichen Kriegen in Europa geführt. Schon vergessen? Worum geht es also in diesem Buch? Es ist eine Abrechnung des Autors mit Mohamed. Und zwar auf allen Ebenen. Der Leser lernt Abdel-Samads Sicht auf den Propheten kennen, auf dessen Verdienste, die vor allem in der Einigung der damaligen arabischen Stämme durch Kriege besteht, und auf dessen problematische Beziehungen zu Frauen. Selbstverständlich beschreibt der Autor auch die Entstehungsgeschichte und die Widersprüche des Korans. Sie muss man unbedingt kennen, wenn man dem, was der Autor Suren-Pingpong nennt, aus dem Wege gehen will. Der Koran bezieht sich nämlich auch auf christliche Quellen. Er entstand in verschiedenen Lebensperioden Mohamends, die man deutlich unterscheiden kann. In seiner Zeit in Mekka, als er ausgelacht und verspottet wurde, entstanden die Suren, die Verteidiger dieser Religion gerne zitieren. Später als Kriegsherr in Medina folgen dann sich in ihrer Aggressivität ständig steigernde Suren, die oft genau das Gegenteil ausdrücken. Abdel-Samad erklärt auch die Widersprüche zwischen den Forderungen des Korans und dem überlieferten Leben des Propheten. Insgesamt kann man sich mit dieser Biografie, deren Abrechnungscharakter man ins Kalkül ziehen muss, sehr gut über den Islam und seinen selbsternannten Propheten informieren. Bei kritischer Betrachtung bietet sich eine sehr gute Analyse des grundsätzlichen Verhaltens von gläubigen Muslimen. Schließlich wollen und müssen sie ihrem Propheten nacheifern. Dass der Islam weit davon entfernt ist, eine friedliebende Religion zu sein, sieht man allein daran, dass eine Abkehr vom Glauben, wie sie der Autor vollzogen hat, mit dem Tode bestraft wird. Ohne diese Strafe wäre es wahrscheinlich niemals zu einer solchen Ausbreitung dieser Unterwerfungsideologie gekommen. Darüber hinaus wird aus diesem Text noch einmal deutlich, dass der Islam wohl kaum mit den europäischen Werten in Einklang zu bringen ist, was genau der Grund dafür ist, warum sich muslimische Parallelgesellschaften entwickeln. Eine tatsächliche Integration hätte nämlich zur Voraussetzung, dass man diese Werte nicht nur anerkennt, sondern auch lebt. Wie aber soll das gehen, wenn man damit in Widerspruch zu einer Religion gerät, die keinen Widerspruch duldet?

Hervorragendes Buch
von einer Kundin/einem Kunden aus Osnabrück am 05.03.2018

Hameds Scharfsinn ist für mich jedesmal beeindruckend. Jede Person, die sich jemals mit dem Thema Islam beschäftigt hat, weiss, dass er die Wahrheit sagt. Vor diesem Buch habe ich den Koran, Teil der Hadiths, Will Durants Zeitalter des Glaubens und weitere Bücher von angesehenen Historikern -und Islamwissenschaftlern gelesen und... Hameds Scharfsinn ist für mich jedesmal beeindruckend. Jede Person, die sich jemals mit dem Thema Islam beschäftigt hat, weiss, dass er die Wahrheit sagt. Vor diesem Buch habe ich den Koran, Teil der Hadiths, Will Durants Zeitalter des Glaubens und weitere Bücher von angesehenen Historikern -und Islamwissenschaftlern gelesen und sie alle decken sich mit all dem was er in dem Buch bespricht. Ich kann jedem das Buch empfehlen und wünsche mir, es gäbe mehr Hameds in dieser Welt. Denn es sind solche Freigeister, die einen Unterschied in unserer Welt machen und die sie zu einer möglichen Revolution bewegen, so waren auch die Freigeister der Aufklärung.

ein emotionales Buch, spannend
von einer Kundin/einem Kunden am 06.02.2016
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

«Da Mohamed laut islamischen Quellen weder lesen noch schreiben konnte, gilt der Koran den Muslimen als ein Wunder Gottes.» Hamed Abdel-Samad, Sohn eines ägyptischen Imams, im muslimischen Glauben erzogen. Er berichtet in seiner Biografie «Abschied vom Himmel» er habe sich in jungen Jahren fast den Muslimbrüdern angeschlossen. Erst in Deutschland... «Da Mohamed laut islamischen Quellen weder lesen noch schreiben konnte, gilt der Koran den Muslimen als ein Wunder Gottes.» Hamed Abdel-Samad, Sohn eines ägyptischen Imams, im muslimischen Glauben erzogen. Er berichtet in seiner Biografie «Abschied vom Himmel» er habe sich in jungen Jahren fast den Muslimbrüdern angeschlossen. Erst in Deutschland habe er nach anfänglichen Schwierigkeiten die Einstellung zu seiner eigenen Religion überdenken können. Der Publizist ist seit 2011 Mitglied des Beirats der Giordano-Bruno-Stiftung, war 2013 Teilnehmer der Zweiten Kritischen Islamkonferenz. Kurz danach musste er in Kairo untertauchen, da Islamisten zu seiner Ermordung aufgerufen hatten. Der Prophet ist im Jahr 632 gestorben. Die geschichtlichen Eckdaten sind selbstverständlich nicht hundertprozentig, vieles lässt sich nur durch Erzählungen von anderen rekonstruieren. So ist auch die Mohamed Biographie des Autors zu werten. «Richtig ist, dass die erste Biographie von Mohamed erst etwa 130 Jahre nach seinem Tod geschrieben wurde, aber auf früheren Texten und Überlieferungen aufbaute. Und richtig ist auch, dass schon damals ein Streit darüber entbrannte.» Hamed Abdel-Samad bezeichnet Mohamed als "krankhaften Tyrannen", "Narzissten", "Paranoiker", "Massenmörder", vergleicht seine Lehre mit der Mafia und die Abschlachtung von Juden durch Mohamed als Genozid und mit Hitlers Holocaust. Ich würde dies Buch nicht als geschichtlich-wissenschaftliche Arbeit im Allgemeinen bezeichnen. Denn schon der Titel besagt, wir haben es mit einer Abrechnung zu tun. Und die kann nur persönlich sein. Der Autor befasst sich intensiv mit Mohameds Psyche und wagt sich damit aufs Glatteis. Es gibt eben nur Berichte vom Hörensagen und auch hier informiert Hamed Abdel-Samad, dass der Koran mehrfach umgeändert wurde, je nachdem, welche Ziele die folgenden Herrscher verfolgten. Die Thesen des Autors halte ich grundsätzlich für plausibel, aus seiner Sicht, es könnte aber auch ganz anders gewesen sein. Ich halte dieses Buch aber auch als Abrechnung mit der eigenen Identität, mit der eigenen Kindheit. Er wäre nicht der Erste, der stark religiös erzogen, im Erwachsenenalter reflektiert und revoltiert und sich völlig abwendet, sich seiner Kindheit betrogen fühlt. - «Sünder wurden ausgepeitscht, Lästerer und Apostaten getötet. Was eine Sünde war, bestimmte er.» - Die Kritiker der Elche, waren früher selber welche … Das Buch ist spannend und es ist heftig, weil es emotional ist. «Man kann die Karte des gütigen Mohamed ziehen und ausspielen, aber auch die des Monsters.» Der Publizist hat die Monsterkarte gezogen. Ich kann es aus meiner atheistischen Einstellung nachempfinden, da ich mit jeglicher Religion ähnlich abrechne, insbesondere unter der Prämisse, wie sich die einzelnen Strömungen der Religionen die Köpfe einschlagen, weil alle glauben, die Weisheit auf ihrer Seite zu stehen zu haben. «Es ist interessant zu erwähnen, dass die Biographie von Ibn Ish?q fast zeitgleich mit der Geschichtensammlung »Tausendundeine Nacht« entstanden ist. Beide Werke wurden in Bagdad verfasst.» Ich kann aber auch verstehen, wenn sich ein tiefgläubiger Muslim von dieser Auslegung brüskiert fühlt. Denn Hamed Abdel-Samad zieht natürlich die Zitate, die zu seiner Einstellung passen. Aber es ist ja eine Abrechnung und damit legitim. Man darf dieses Buch nicht als sachlich-historische Recherche betrachten, auch wenn er historische Quellen heranzieht. "Ich will mehr Unruhe stiften. Es ist Zeit, dass Mohamed als Mensch beleuchtet wird. Mohamed ist vor 1.400 Jahren gestorben, aber begraben wurde er nie richtig. Er liegt in seinem Sarg und regiert von seinem Sarg aus. Er hat Macht über unsere Welt heute, die er nicht kennt", sagt Hamed Abdel-Samad selbst. Vielleicht kann das Buch zum gesellschaftlichen Diskurs beitragen, die Bedeutung herauszuarbeiten, welche Bedeutung Mohamed für die heutige Zeit noch hat. Der Autor sagt ja selbst, dass man nicht vergessen darf, dass Mohamed im 7. Jahrhundert gelebt hat und man die Betrachtung aus der heutigen Zeit diskutieren muss. Fakt ist, dass Mohamed seine eigenen Gesetze nicht gelebt hat. Laut Koran darf man nicht mehr als vier Frauen haben, er selbst hatte 12 Ehefrauen, unzählige Sklavinnen, Geliebte. Dieben schlug man die Hand ab, aber die Räubergruppen von Mohamed durften töten, stehlen, Menschen versklaven. Aber geht nicht jedes Volk so vor? Du darfst nicht töten, nicht stehlen, und im Krieg gelten diese Werte nicht. Interessant ist auch der beschriebene Kontrollwahn, der Mohamed fast krankhaft befiel, je älter er wurde, umso schlimmer. Daraus resultieren unzählige Gesetze des Glaubens. «Er regelte durch seine Hadithe jede Angelegenheit ihres Alltags: Schlafrhythmus, Kleiderordnung, Sexualität, Reisebestimmungen, Essen, Trinken – für alles stellte er detaillierte Anweisungen auf. Sogar für den Toilettengang und das Luftablassen dort gibt es Regeln.» Mohamed hat aus der Thora und aus der Bibel geklaut, auch eine interessante Passage. Und: «Die Biographie von Ibn Ish?q beginnt mit der genealogischen Abstammung Mohameds, die bis zum biblischen Stammvater Abraham und darüber hinaus bis zu Adam zurückreicht. Das Matthäusevangelium beginnt übrigens ähnlich: mit dem Stammbaum von Jesus, der bis Abraham zurückgeht. Dadurch soll belegt werden, dass Mohamed und der Islam in der gleichen monotheistischen Tradition stehen wie das Juden- und das Christentum.» Der Koran, ein widersprüchliches Buch … die Bibel nicht auch? «Hier der ethisch-humanistisch argumentierende Prediger aus Mekka, dort der intolerante Kriegsfürst in Medina. Hier der Mensch, der für Mitgefühl und Vergebung plädiert, dort der Massenmörder und psychisch kranke Tyrann.» Hamed Abdel-Samad hält den Islam für nicht reformierbar, er würde ihn gerne abschaffen. Das wird nicht funktionieren. Zumindest sollen die Muslime Mohamed als Mensch verstehen und die Vorschriften in Frage stellen, ein modernes Bild daraus stricken. Der grö?te Teil der Christen möchte die Jungfrauengeburt abschaffen und kaum einer glaubt, dass Jesus über das Wasser gehen konnte. Auch diese Reform wird noch dauern … Wer geschichtlich interessiert ist und etwas über Mohamed und die Entstehung des Islam wissen möchte, dann ist dies ein interessantes Buch. Ein wenig emotional und deswegen spannend, aber sicher nicht der Weisheit letzter Schluss.