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Unschuld

(11)
Die junge Pip Tyler weiß nicht, wer ihr Vater ist. Das ist keineswegs ihr einziges Problem: Sie hat Studienschulden, ihr Bürojob in Oakland ist eine Sackgasse, sie liebt einen verheirateten Mann, und ihre Mutter erdrückt sie mit Liebe und Geheimniskrämerei. Pip weiß weder, wo und wann sie geboren wurde, noch kennt sie den wirklichen Namen und Geburtstag ihrer Mutter. Als ihr eines Tages eine Deutsche beim «Sunlight Project» des Whistleblowers Andreas Wolf ein Praktikum anbietet, hofft sie, dass der ihr mit seinem Internet-Journalismus bei der Vatersuche helfen kann. Sie stellt ihre Mutter vor die Wahl: Entweder sie lüftet das Geheimnis ihrer Herkunft, oder Pip macht sich auf nach Bolivien, wo Andreas Wolf im Schutz einer paradiesischen Bergwelt sein Enthüllungswerk vollbringt. Und wenig später bricht sie auf.

«Unschuld», eine tiefschwarze Komödie über jugendlichen Idealismus, maßlose Treue und den Kampf zwischen den Geschlechtern, handelt von Schuld in den unterschiedlichsten Facetten: Andreas Wolf, in Ostberlin als Sohn eines hochrangigen DDR-Politfunktionärs geboren, hat aus Liebe zu einer Frau vor Jahren ein Verbrechen begangen; ein Amerikaner, dem er in den Wirren des Berliner Mauerfalls begegnet, hat den Kinderwunsch seiner Frau nicht erfüllt und sie dann verlassen; dessen neue Lebensgefährtin kann ihrem Ehemann, der im Rollstuhl sitzt, nicht den Rücken kehren und pflegt ihn weiter … In diesem fulminanten amerikanisch-deutschen Gesellschaftsroman eines der größten, sprachmächtigsten Autoren unserer Zeit überschlagen sich die Ereignisse. Und bannen den Leser bis zum Schluss.
Rezension
Kai Lohnert, Literatur-Experte Thalia
Das sagt der Literatur-Experte:
Als begeisterter Leser von z. B. Franzens "Korrekturen" war ich gespannt auf "Unschuld" - und wurde nicht enttäuscht. Gut, Franzen hat diesmal verdammt viel reingepackt an Themen, aber dennoch überzeugt der Roman. Für mich vor allem durch die Figuren wie Purity Tyler, genannt Pip, die auf der Suche nach ihrem Vater ist und dabei bei dem charismatischen Whistleblower Andreas Wolf landet. Der betreibt das "Sunlight Project" in Bolivien und Pip will mit dieser geballten Hacker-Power auf die Spur ihres Erzeugers kommen, dessen Namen ihr ihre Mutter nicht verraten will. Andreas Wolf lebt heute in Bolivien, wuchs aber in der DDR auf und wurde dort auch zum Mörder. Für eine "gute" Sache zwar, wie er es empfunden hat, aber es war dennoch ein Mord. Und er hat einen Mitwisser: Tom Aberant, Amerikaner und Journalist. Damals, nach dem Sturm auf die Stasi-Zentrale, lernten die beiden Männer sich kennen und Andreas plauderte. Heute könnte also nur einer seine "reine" Weste beschmutzen: Tom. Und das will Andreas natürlich verhindern ... Franzen kann einfach erzählen und unterhalten - und natürlich dreht sich auch hier wieder vieles um verkorkste Beziehungen, "Zweisamkeitsexzesse". Da übertrifft sich Franzen mal wieder selbst, diese Hölle vor uns auszubreiten. Ein Lesegenuss!
Portrait
Jonathan Franzen, 1959 geboren, erhielt für seinen Weltbestseller «Die Korrekturen» 2001 den National Book Award. Er veröffentlichte außerdem die Romane «Die 27ste Stadt», «Schweres Beben», «Freiheit» und «Unschuld», das autobiographische Buch „Die Unruhezone“, die Essaysammlungen «Anleitung zum Alleinsein» und «Weiter weg» sowie „Das Kraus-Projekt“. Er ist Mitglied der amerikanischen Academy of Arts and Letters, der Berliner Akademie der Künste und des französischen Ordre des Arts et des Lettres. 2013 wurde ihm für sein Gesamtwerk der WELT-Literaturpreis verliehen. Er lebt in Santa Cruz, Kalifornien.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja
Seitenzahl 832 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 04.09.2015
Sprache Deutsch
EAN 9783644503410
Verlag Rowohlt E-Book
Dateigröße 1628 KB
Übersetzer Bettina Abarbanell, Eike Schönfeld
Verkaufsrang 20.181
eBook
10,99
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Kundenbewertungen

Durchschnitt
11 Bewertungen
Übersicht
8
2
0
0
1

von einer Kundin/einem Kunden aus Bielefeld am 30.07.2017
Bewertet: anderes Format

Ein großartiger Roman, kritisch und auf den Punkt gebracht.

von einer Kundin/einem Kunden aus Berlin am 16.03.2016
Bewertet: anderes Format

Amerika,Bolivien und die ehemalige DDR sind Schauplätze dieser ungewöhnlich spannenden Familiengeschichte.Der Roman entwickelt einen Sog dem man sich nicht entziehen kann.

Überbewertet
von einer Kundin/einem Kunden aus Falkensee am 02.02.2016
Bewertet: gebundene Ausgabe

Die positive Kritik kann ich nicht nachvollziehen. Mir scheinen sowohl die Figuren als auch die Story ziemlich unglaubwürdig. Streckenweise habe ich nur noch überblättert: So kann es einem gehen, wenn man als Maßstab gerade "Altes Land" von Dörte Hansen gelesen hat.