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Gebrauchsanweisung für Ostdeutschland

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Wissen Sie, was den Burj Khalifa in Dubai mit dem Palast der Republik verbindet? Wo der Eierscheckenäquator verläuft? Und welches Wahrzeichen die »Fit«-Flasche kopiert? Jochen Schmidt, aufgewachsen in der DDR, reist durch die Bundesländer des Ostens, die immer noch für viele Deutsche Neuland sind. Um dies zu ändern, besichtigt er die Raumfahrtausstellung im Heimatort des ersten Deutschen im All. Erkundet nationale Aufbauprojekte wie den Rostocker Seehafen. Und sucht im Köpenicker Forst den Kopf einer vergrabenen Lenin-Statue. Er ergründet die Zeugnisse der »Ostmoderne«, würdigt das Improvisationstalent der Menschen und lässt sich ihre Geschichten erzählen. Eine kluge Anleitung für alle, die den Osten entdecken wollen oder sich gerne erinnern.
Portrait
Jochen Schmidt, 1970 in Berlin geboren, hat in Bukarest studiert und verbrachte Auslandsaufenthalte in Brest, Valencia, Rom, New York und Moskau. 1999 war er Mitbegründer der Berliner Lesebühne »Chaussee der Enthusiasten«. Er ist Übersetzer und Autor, u.a. des Romans »Müller haut uns raus« und der Bände »Triumphgemüse«, »Meine wichtigsten Körperfunktionen«, »Schmidt liest Proust« und »Schneckenmühle«. Seit einigen Jahren dokumentiert er fotografisch die Kuriositäten der DDR-Vergangenheit im Alltag. Zum Jubiläum des Mauerfalls veröffentlichte er zusammen mit David Wagner »Drüben und drüben«, und zuletzt erschien von ihm »Der Wächter von Pankow«. Jochen Schmidt lebt in Berlin; bei Piper liegen von ihm die »Gebrauchsanweisung für die Bretagne«, die »Gebrauchsanweisung für Rumänien« und die »Gebrauchsanweisung für Ostdeutschland« vor.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 238
Erscheinungsdatum 14.09.2015
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-492-27669-6
Verlag Piper
Maße (L/B/H) 19,3/11,8/2,5 cm
Gewicht 270 g
Verkaufsrang 24.978
Buch (Taschenbuch)
14,99
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Ostdeutschland als Museum
von Dr. M. am 09.08.2018

Bis auf eine Ausnahme (Brandenburg) stellten sich bisher alle Gebrauchsanweisungen für Städte oder Länder in Ostdeutschland als recht merkwürdige Schöpfungen heraus. Fast alle Autoren besaßen zwar eine ostdeutsche Biografie, aber dennoch waren sie offenkundig nicht fähig, das besondere Lebensgefühl in Ostdeutschland und die dortigen Eigentümlichkeiten so zu schildern, dass... Bis auf eine Ausnahme (Brandenburg) stellten sich bisher alle Gebrauchsanweisungen für Städte oder Länder in Ostdeutschland als recht merkwürdige Schöpfungen heraus. Fast alle Autoren besaßen zwar eine ostdeutsche Biografie, aber dennoch waren sie offenkundig nicht fähig, das besondere Lebensgefühl in Ostdeutschland und die dortigen Eigentümlichkeiten so zu schildern, dass Besucher aus anderen Gegenden Deutschlands wenigstens eine gewisse realistische Beziehung zu dem entwickeln konnten, was sie wohl erfahren wollten. Denn wozu kauft man sich so ein Buch wohl? Doch nicht um sich mehr oder weniger mit den Brüchen aus den Biografien ihrer Autoren zu befassen oder mit einer längst vergangenen Zeit. Will man nicht vielmehr das Besondere einer Stadt oder eines Landes kennenlernen? Will man sich nicht vor einer Reise dorthin einstimmen und Land und Leute auf eine besondere, vielleicht ganz persönliche Weise kennenlernen? Jedenfalls dachte ich das bisher. Nun also gleich Ostdeutschland als Gesamtheit. Und prompt fällt diese Gebrauchsanweisung völlig aus dem Rahmen. Der Autor wählt eine ganz eigene Erzählweise. Er bereist Ostdeutschland, vor allem seine Städte, auf der Suche nach Kindheitserinnerungen und Gebrauchsgegenständen des DDR-Alltags. Früher waren ihm solche Dinge nicht wichtig. Jetzt jedoch, nachdem sie so langsam verschwinden, sucht er sie und weint ihnen nach, wenn sie bereits in ihrer ganzen Häßlichkeit zerbröseln. Er fährt mit großer Sehnsucht auch in zum Teil private Museen und stillt dort die Bedürfnisse seines nostalgisches Lebensgefühls. Besonders die ostdeutschen Plattenbauten haben es ihm angetan. Es erzürnt ihn, wenn man sie modernisiert und sie dabei in ihrer einstigen Form verschandelt. Man könne das nur verstehen, meint er, wenn man als Kind in einer Plastebadewanne auf einem WBS70-Balkon baden durfte. Sicher kann man da auch anderer Meinung sein. Das ganze Buch ist eine einzige Schilderung solcher Reisen, die natürlich auch ein gewisses Maß an DDR-Lebensgefühl vermitteln. Ob sich das jedoch einem Leser mit einem anderen Hintergrund wirklich erschließt, kann durchaus bezweifelt werden. Vor allem aber hat das alles nichts mit dem heutigen Ostdeutschland zu tun. Einem Ostdeutschen jedoch tut diese Lektüre vielleicht ganz gut, weil er in der Tat ähnliche Erinnerungen in seinem Gedächtnis vorfinden wird. Gleichwohl muss man selbst dann dem Autor nicht immer zustimmen. Woher kommt eigentlich diese plötzliche und gelegentlich sehr eigentümliche Nostalgie bei ostdeutschen Autoren? Die meisten von ihnen waren vor der Wende entweder zu jung oder haben sich kaum auf diese Weise mit ihrem Alltag oder gar mit dem Land identifiziert. Liegt es daran, dass von dieser Vergangenheit kaum noch etwas übrig geblieben ist, dass alles über die Bruchkante der Geschichte innerhalb einer Generation im Vergessen verschwindet? Oder aber trauern viele Ostdeutsche dem vergangenen Lebensgefühl nach, in dem es auf sonderbare Weise ein Gleichheitsgefühl oder so etwas wie ein kollektives Wir gab? Solche Fragen kann man sich stellen, wenn man dieses Buch liest. An sich ist seine Lektüre wenigstens wohl für Menschen, die eine Beziehung zu seinem Inhalt haben, die also Ostdeutsche sind, recht angenehm. Aber unter dem Aspekt, ein besonderer Reiseführer sein zu wollen, muss man leider ein völliges Versagen am Thema konstatieren. Wenn sich ein Westdeutscher mit diesem Buch auf eine Reise nach Ostdeutschland aufmachen möchte und dort noch niemals war, könnte er glatt auf die Idee kommen, die Reise abzusagen, denn vom modernen Ostdeutschland findet er dort rein gar nichts. Stattdessen könnte er dem Fehlschluss erliegen, dass dieses Gebiet zu einer Art Freilichtmuseum ausgebaut wird, in dem sich die Ex-DDR-ler mit ihrer plötzlich erwachten Sehnsucht nach der Vergangenheit befassen. Nicht schlecht zu lesen für Insider, aber völlig unbrauchbar für den anderen Teil der Deutschen.

Reisefibel und Spurensuche
von Reiner Graff aus Hoppegarten am 29.12.2015

Danke für den spannenden Nachmittag und die folgende schlaflose Nacht. Ich hatte mehrmals versucht das Buch beiseitezulegen. Vergebens. Da waren sie also wieder, die Erinnerungen. Was konnte man mit einen Bebo-Sher-Rasierer alles bauen und wie rochen nur die Hände, nachdem man als Kind seine Kletterei auf dem DDR Klettergerüst... Danke für den spannenden Nachmittag und die folgende schlaflose Nacht. Ich hatte mehrmals versucht das Buch beiseitezulegen. Vergebens. Da waren sie also wieder, die Erinnerungen. Was konnte man mit einen Bebo-Sher-Rasierer alles bauen und wie rochen nur die Hände, nachdem man als Kind seine Kletterei auf dem DDR Klettergerüst beendet hatte? War Trampen in der DDR überhaupt erlaubt? Sagte man wirklich zum Kofferradio „Heule“ oder gar „Kofferheule“? Solchen Fragen stellen sich Autor und seine Begleiter auf einer Gegenwartsreise östlich der Elbe. Dabei sind sie immer auf der Suche nach Spuren der Vergangenheit und es ist wirklich noch viel zu finden. Manches dagegen wartet noch darauf wiederentdeckt zu werden. Ein Gratis-Comic zeigt die bereisten Orte in einer Art Zusammenfassung aus der Sicht des Zeichners. Klasse gezeichnet und gut getextet, auch wenn darin die „Pfefferkuchenstadt Pulsnitz“, zu Unrecht zur „Lebkuchenstadt“ gemacht wird. Es gibt nicht nur einen Eierschecken- sondern auch einen Pfefferkuchenäquator! Aber wo verläuft der nur? Viele Dinge und Orte mit Spuren der Vergangenheit „DDR“ gibt es noch zu bereisen. Das vorliegende Buch kann durchaus einen „Zweiten Teil“ vertragen.