Ohne Schwert und ohne Dogma

Innere Lernprozesse auf dem Weg des Aikido

Georg Schrott

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Beschreibung

Aikido lernt man ausschließlich, indem man regelmäßig sein Dojo besucht und dort intensiv übt. Im Hier und Jetzt verschmelzen dann die Energien der Trainingspartner zu einem fließenden, harmonischen Geschehen. Zumindest dem Ideal nach.
In Wirklichkeit stehen Aikidoka sich und ihren Partnern oft mit ihren „inneren Hürden“ im Weg. Bedürfnisse und Ängste können sich ständig zu Wort melden. Ob Aggressivität oder Konkurrenzgefühle, Perfektionismus oder Angst vor Schmerzen – stets wird dadurch die Unmittelbarkeit und Klarheit der Begegnung getrübt.
Keinem Aikidoka bleibt es erspart, sich solchen „inneren Angreifern“ zu stellen. Der Band „Ohne Schwert und ohne Dogma“ lädt zu Momenten der Selbstreflexion und Selbsterkenntnis ein. Er schärft das Bewusstsein für die Ressourcen, die für den Umgang mit diesen „Angreifern“ zur Verfügung stehen. Und er erinnert daran, dass es im Aikido gar keine Angreifer gibt, sondern nur Partner.

Georg Schrott:

Georg Schrott, geboren 1960, ist seit 1972 Aikidoka und begann 1982 Aikido zu unterrichten. Sein Anliegen als Lehrer ist es, seine Schülerinnen und Schüler „zu sich selbst einzuladen“.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 316
Erscheinungsdatum 18.06.2015
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-7347-8452-1
Verlag BoD – Books on Demand
Maße (L/B/H) 22,2/15,9/2,5 cm
Gewicht 505 g
Auflage 2. Auflage

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Sehr empfehlens- und lesenswert...
von einer Kundin/einem Kunden aus Hamburg am 02.08.2017
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

„Kann man überhaupt ein Buch über Aikido schreiben? Und wenn, was sollte drinstehen? Und für wen sollte es einen Gewinn bringen? Und was wäre das Neue gegenüber den vielen bereits existierenden Büchern?“ Solchen und ähnlichen Fragen stand sicherlich auch Georg Schrott gegenüber, als er sein Buch „Ohne Schwert und ohne Dogma –... „Kann man überhaupt ein Buch über Aikido schreiben? Und wenn, was sollte drinstehen? Und für wen sollte es einen Gewinn bringen? Und was wäre das Neue gegenüber den vielen bereits existierenden Büchern?“ Solchen und ähnlichen Fragen stand sicherlich auch Georg Schrott gegenüber, als er sein Buch „Ohne Schwert und ohne Dogma – Innere Lernprozesse auf dem Weg des Aikido“ schrieb. In dem Anfangskapitel benennt er selber sogar sehr deutlich das Risiko des Scheiterns. Warum er meines Erachtens bei weitem nicht gescheitert ist, sondern der Aikido-Community mit seinem Buch etwas Wichtiges und Wertvolles beisteuert, möchte ich im Folgenden darstellen. Georg Schrott verortet sein mit in der Printversion 315 Seiten langes Buch in der Begleitung des traditionellen physischen Lernens auf der Matte durch das mentale Lernen, was eher innerlich geschieht. D.h. er fokussiert als Ergänzung zu der klassischen Herangehensweise, dass sich der Aikido-Übende durch die tatsächliche Durchführung der Techniken körperlich und auch mental weiterentwickelt, auf intrapsychische Prozesse, die dann auch wieder auf die körperliche Ebene zurückwirken. Er tut dies mit einer großen Demut vor der Aufgabe und auch mit einem großen Respekt vor anderen möglichen Ansatzpunkten. Die tatsächliche Aikido-Ausübung auf der Matte ist auch für Schrott das Wichtigste. Insgesamt gelingt es Georg Schrott in meinen Augen, das komplexe Thema „Aikido“ fassbar zu machen, ohne es einzuengen und zu begrenzen. Der Kern seines Ansatzes ist, dass wir als Aikido-Übende eine Vielzahl an inneren Stimmen / Antreibern / Saboteuren haben (die „Inneren Uke“), die uns im Zweifelsfall bei einer Weiterentwicklung im Aikido behindern. Diesen inneren Angreifern stellt Schritt die „Inneren Tori“ gegenüber, so dass analog dem äußeren Zusammenspiel von Uke und Tori auf der Matte auch innen etwas Sinnvolles und Bedeutsames passiert. Die Tori umfassen die die geistigen Hintergründe / Prinzipien unseres Tuns wie z.B. Mu-Shin, Sho-Shin, Muteki, die Etikette, die Form oder auch weitere Aspekte des Trainings. Diese Ansätze geben den Inneren Uke eine Leitlinie, so dass diese eben keine negativen Effekte auf unsere Weiterentwicklung im Aikido bewirken, sondern dass die Energie der Uke gut genutzt wird. Im Gegensatz zu einigen anderen Büchern, die sich ebenfalls mit diesen oder ähnlichen Begriffen auseinandersetzen, gelingt es Schrott, dies mit konkreten Hinweisen für Schüler und auch für Lehrer / Dojo-Cho sehr praktisch und Trainings-nah zu beschreiben. Schrott richtet sich mit dem Buch an Leser, die eine gewisse Offenheit für die innere Seite des Aikido haben und nicht an einer reinen Darstellung von Techniken interessiert sind. Dies ist bei einem Aikido-Anfänger ggf. nicht ganz selbstverständlich (weil er die Tragweite im Aikido vielleicht noch nicht absehen kann), ab einem gewissen Aikido-Alter ist diese Offenheit aber häufig vorhanden. Das Buch ist sehr gut lektoriert worden (wahrscheinlich vom Verlag Meb – Digitaler Buchverlag): Ich habe keinen einzigen Rechtschreib- oder Grammatikfehler gefunden. Der Aufbau des Buches folgt einer sinnvollen Logik (1. Einführung, 2. Begegnung mit dem „Inneren Uke“, 3. Qualitäten des „Inneren Nage“, 4. Anhang, 5. Vorletzte Worte). Jedes Kapitel weist eine ebenfalls sinnvolle Sub-Struktur auf. Schrott bindet in sein Werk eine Vielzahl an einzelnen Zitaten, Anekdoten oder Geschichten ein – von O-Sensei und aus dem Aikido-Kontext sowie aus angrenzenden Gebieten wie Beratung, Erkenntnistheorie oder westliche Herangehensweisen an Zen. Das Buch ist angebunden an eine Vielzahl von Herangehensweisen, was auch durch eine relativ umfangreiche Literaturliste dokumentiert wird. Hinzu kommen weitere auflockernde Elemente wie die von Schrott eingeführten imaginären Meistern Skikyo und Fushi, die für verschiedene Perspektiven auf das Aikido stehen, teilweise imaginäre Dialoge führen oder eben wegweisende Hinweise geben. Drei elementare Wörter sind sehr groß geschrieben (JETZT – HIER – EINS). Das Buch endet mit „vorletzten Worten“ (weil die letzten Worte nicht gesprochen werden, weil man auf der Matte beim Training ist). Georg Schrott legt über das gesamte Buch eine sehr große sprachliche Genauigkeit bzw. Unabhängigkeit an den Tag, die einen angenehm distanzierten Blick auf die Materie ermöglichen und das Buch – auch aufgrund der vielen kreativen Auflockerungen - sehr leicht zugänglich machen, ohne an Qualität zu verlieren. Sicherlich werden in einem zweiten oder dritten Lesen weitere Details und Ebenen zu Tage treten. Bei dem Titel „Ohne Schwert und ohne Dogma“ bedient sich Georg Schrott übrigens bei Inoue, der vom Chado-Meisters Rikyu sagt, dass dieser als Mensch im Hier und Jetzt Eins wird mit sich und seinem Weg (ohne durch (Schwert-)Kämpfe oder (dogmatische) Beeinflussungen von sich, dem gegenüber oder dem Universum getrennt zu sein). In diesem Sinne kann ich dem Buch nur danken, dass es für das Aikido so viele hilfreiche Angebote macht.


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