Warenkorb
 

Sie haben noch keinen tolino eReader? Jetzt informieren.

Ein Sturm wehte vom Paradiese her

Roman

(1)
Er weiß nicht mehr, was er erlebt hat, was er in diesem Zug macht. Der Vollmond steht tief über dem Horizont, eine graue Scheibe. Er sieht die Krater, die sandigen Meere. Er erinnert sich nicht mehr, wer er ist. Der Mond, er ruft ihm etwas ins Gedächtnis. Die Wolken. Den Wind. Er erinnert sich nicht. Er erinnert sich nicht an die Geschichte.
Ein junger Mann wird in einem unterirdischen Raum irgendwo in Ostafrika vernommen. Noch vor Kurzem sollte er Kampfpilot in der ugandischen Luftwaffe werden. Er studierte an der entsprechenden Akademie in Athen, er marschierte in einer weißen Uniform, er entfernte sich von einer Kindheit voller Gewalt und war auf dem Weg in eine Zukunft in den Wolken. Doch dann, wenige Monate vor seinem Examen, kommt es in Uganda zum Staatsstreich. Idi Amin ergreift die Macht. Sein Regime wird zu einem der blutigsten des afrikanischen Kontinents werden. Und genau in diesem Moment trifft der junge Mann eine folgenschwere Entscheidung: Er wird nicht zurückkehren ins mörderische Uganda, obwohl es ihm befohlen wird. Seine Sehnsucht zu fliegen führt ihn später dennoch nach Afrika zurück und damit geradewegs auf eine Wanderung durch die Hölle. Er wird zu einem Vertriebenen, einem Flüchtling, dessen Leben auch in Schweden, wohin es ihn zum Schluß verschlägt, durch Einsamkeit und Heimatlosigkeit gezeichnet ist.
Johannes Anyuru hat einen fesselnden, berührenden Roman über seinen Vater geschrieben – und darüber, wie ein Mensch von den Stürmen der Geschichte erfasst und gezwungen werden kann, alles zu riskieren, um dem Tod zu entfliehen. Es ist ein Buch über persönlichen Mut, das zeigt, wie eine einzige Entscheidung ein ganzes Leben verändern kann. Es erzählt von der Tragik eines Menschenlebens, das exemplarisch für das Leben so vieler Getriebener und Vertriebener im 20. Jahrhundert steht.
Rezension
"Ein wichtiges Buch, das mir klar gemacht hat, was manche Menschen und Flüchtlinge, mit denen wir leben, die unsere neuen Nachbarn sind, wirklich erlebt und durchgemacht haben."
Portrait
Johannes Anyuru, geboren 1979, gilt als einer der wichtigsten jüngeren Autoren Schwedens. Er debütierte 2003 mit einer viel beachteten und hoch gerühmten Gedichtsammlung (Det är bara gudarna som är nya/Nur die Götter sind neu). Für "Ein Sturm wehte vom Paradiese her", eine autobiografisch geprägte Annäherung an das Schicksal seines Vaters, bekam er zahlreiche Preise verliehen. Der Roman wurde für den wichtigsten Literaturpreis des Landes, den Augustpreis, nominiert sowie für den Preis des Nordischen Rates. Ausgezeichnet wurde er mit den Literaturpreisen von Svenska Dagbladet und Aftonbladet, er stand auf Platz 1 der Kritikerliste von Dagens Nyheter und ist in sieben Sprachen übersetzt.
… weiterlesen
eBook kaufen
eBook verschenken

Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 288 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 28.09.2015
Sprache Deutsch
EAN 9783641114046
Verlag Luchterhand Literaturverlag
Übersetzer Paul Berf
eBook
8,99
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar
In der Cloud verfügbar
Per E-Mail verschenken i
eBook kaufen
eBook verschenken
PAYBACK Punkte
Ihr Feedback zur Seite
Haben Sie alle relevanten Informationen erhalten?
Vielen Dank für Ihr Feedback!
Entschuldigung, beim Absenden Ihres Feedbacks ist ein Fehler passiert. Bitte versuchen Sie es erneut.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
1 Bewertung
Übersicht
1
0
0
0
0

Eine andere Flucht-Geschichte
von einer Kundin/einem Kunden aus Berlin am 02.06.2016
Bewertet: gebundene Ausgabe

Johannes Anyuru ist ein schwedischer Schriftsteller und zählt zu den Autoren der schwedischen Einwandererliteratur. Mit "Ein Sturm wehtem vom Paradiese her" hat er einen sehr einfühlsamen, bewegenden Roman über seinen eigenen Vater geschrieben, der aus Uganda, über viele Umwege, Stationen und qualvolle Erfahrungen, in Schweden gelandet ist, um dort doch... Johannes Anyuru ist ein schwedischer Schriftsteller und zählt zu den Autoren der schwedischen Einwandererliteratur. Mit "Ein Sturm wehtem vom Paradiese her" hat er einen sehr einfühlsamen, bewegenden Roman über seinen eigenen Vater geschrieben, der aus Uganda, über viele Umwege, Stationen und qualvolle Erfahrungen, in Schweden gelandet ist, um dort doch nicht anzukommen. Der Vater hatte nur einen Traum: Pilot werden und fliegen. Die Ausbildung absolvierte er in Athen, wollte wegen des Putsches von Idi Amin nicht nach Uganda zurückkehren, sondern nach Sambia flüchten und wurde aufgegriffen und abgehört. In Nairobi lernte er eine Schwedin kennen, mit der die Beziehung zwar nicht lange hielt, aber aus der zwei Söhne hervorgingen. Mit der Ankunft in Schweden stellte sich jedoch auch dort kein Heimatgefühl ein. "Ein Sturm wehte vom Paradiese her" ist ein sehr berührendes Buch, das die Einsamkeit und Heimatlosigkeitsgefühle vieler Flüchtlinge erspüren lässt. Besonders gut gefallen hat mir, dass das der Sohn die Geschichte seines Vaters beschrieben hat und eigentlich aus der Distanz über die einzelnen Stationen seines Vaters berichten konnte. Es ist ein sehr aktuelles Buch, und mit den Gebieten Afrika/Schweden auch anders als zB "Ohrfeige" von Abbas Khider, der als irakischer Flüchtling in Deutschland angekommen ist. Sehr empfehlenswert!