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Das Vermächtnis der Göttinnen

Eine merkwürdige Geschichte aus den Weißen Karpaten - Roman

(1)
Uraltes Wissen, von Müttern an Töchter weitergegeben - eine abenteuerliche Spurensuche
Verstreut in den Weißen Karpaten liegen einzelne Hütten, weit entfernt von allem. Es ist die Heimat der weisen Frauen, die ihr Wissen seit Generationen weiterreichen. Sie gelten als Göttinnen mit magischen Heilkräften und der Fähigkeit, die Zukunft vorherzusehen. Warum nur haben sie ihre eigene nicht gesehen?
Als Jugendliche muss Dora, die letzte der Göttinnen, miterleben, wie ihre Tante Surmena in die psychiatrische Klinik eingewiesen wird, und sie kehrt dem archaischen Leben den Rücken, verschreibt sich Fortschritt und Wissenschaft. Erst viel später, als die Archive der Staatssicherheit geöffnet werden, begreift sie, dass Surmena, wie auch die anderen Göttinnen, als regimefeindlich verfolgt worden war. Fassungslos deckt Dora bis dahin unbekannte Schicksale ihrer Familie auf. Eine Spur führt gar zu der von Himmler angelegten Hexenkartothek. Haben die Göttinnen etwa mit den Deutschen kollaboriert?
Ein mitreißender Roman über Macht, Korruption und Verrat in totalitären Regimen, über Rationalität und Magie.
Rezension
»Ein Buch, das Fiktion und Fakten virtuos verknüpft und Seite für Seite eine extreme Sogwirkung entwickelt.«
Portrait
Kateřina Tučková wurde 1980 in Brünn geboren, studierte Kunstgeschichte, Literatur- und Sprachwissenschaft. Sie ist als Kuratorin, Sachbuchautorin und Schriftstellerin tätig. 2010 erhielt sie den wichtigsten Literaturpreis des Landes, den Magnesia Litera, für "Die Vertreibung der Gerta Schnirch"; für "Das Vermächtnis der Göttinnen" wurde sie mit dem Josef-Škvorecký-Preis, dem Tschechischen Bestsellerpreis und dem Magnesia Litera Publikumspreis ausgezeichnet. Das Buch stand wochenlang auf der Bestsellerliste und verkaufte sich 100.000 Mal in Tschechien. Kateřina Tučkovás Bücher werden in elf Sprachen übersetzt.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja
Seitenzahl 416 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 21.09.2015
Sprache Deutsch
EAN 9783641136529
Verlag DVA
Übersetzer Eva Profousová
eBook
18,99
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar
In der Cloud verfügbar
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Eine merkwürdige Geschichte
von Fenna Wächter am 14.03.2016
Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

Seit Generationen leben in Hütten in den Weißen Karpaten die sogenannten Göttinnen. Von weit her pilgern die Leute in die einsame Bergregion, um diese Frauen um Hilfe zu bitten. Geldsorgen, Krankheiten, erfolglose Söhne und unverheiratete Töchter - die Menschen glauben, dass die Göttinnen ihnen bei der Lösung solcher... Seit Generationen leben in Hütten in den Weißen Karpaten die sogenannten Göttinnen. Von weit her pilgern die Leute in die einsame Bergregion, um diese Frauen um Hilfe zu bitten. Geldsorgen, Krankheiten, erfolglose Söhne und unverheiratete Töchter - die Menschen glauben, dass die Göttinnen ihnen bei der Lösung solcher Probleme helfen können. Dora ist die Letzte eines dieser alten Heilerinnengeschlechter, doch sie hat sich schon vor Jahren der Wissenschaft verschrieben. Ein Auslöser dafür war der Wunsch, den Ruf ihrer Vorfahren reinzuwaschen. In Zeiten der Sowjetunion wurden die Göttinnen als systemfeindliche Elemente vom Staat kontrolliert und inhaftiert. Und nicht nur das - im Rahmen ihrer Nachforschungen für ihre Diplomarbeit ist Dora damals über Hinweise gestolpert, dass die Göttinnen zu Zeiten deutscher Besatzung mit den Besatzern paktiert haben könnten. Doras Diplomarbeit entsteht noch zu Zeiten der Sowjetunion und ihr Zugriff auf Quellen ist eingeschränkt. Doch nach dem Ende der Union öffnen sich die Archive der Staatssicherheit und Dora macht sich ein weitere Mal daran, die Geschichte der Göttinnen aufzurollen. Tucková tänzelt in ihrer Erzählung zwischen verschiedenen Zeiten, zwischen historischen Dokumenten, Träumen und Wirklichkeit hin und her. So präsentiert sie nicht nur einen spannenden Prozess der Geschichtsaufarbeitung in einem Land, das von verschiedenen Mächten okkupiert worden ist und nun mit diesem Erbe zu hadern hat. Sie erzählt auch eine interessante (und merkwürdige) Familiengeschichte: es geht um Mord und Totschlag, um enttäuschte Hoffnungen und starke Frauen, die sich gegenseitig sozusagen nicht einmal den Dreck unter den Fingernägeln gönnen. Es geht um Aberglauben, Religion und alte Magie und selbst Dora, die sich mit aller Kraft dagegen wehrt, sich übernatürlichen Kräften zu fügen, hadert mit der Tatsache, dass auf ihrer Familie ein Fluch zu lasten scheint. Tucková gelingt etwas, das nicht vielen Schriftstellerin gelingt: sie verknüpft sehr gekonnt Fiktion und Historie. Gleichzeitig schafft sie mit zwei Morden einen Spannungsbogen, der stellenweise beinahe Krimi-Züge annimmt. Sie beschreibt den fortwährenden Aberglauben der Landbevölkerung ebenso einfühlsam wie Doras dringendes Bedürfnis nach Aufklärung. Ab und an scheint Tucková in ihrem Bemühen, der akribischen historischen Aufarbeitung dramatische Belletristik gegenüberzustellen, zu eifrig. Dann rutscht die Geschichte in kitschige Gefilde ab und die Sprache spiegelt das wider. Davon abgesehen, hat sie mit Das Vermächtnis der Göttinnen einen unterhaltsamen Dokumentationsroman vorgelegt.