Ursprung und Gegenwart

Erster Teil: Die Fundamente der aperspektivischen Welt. Beitrag zu einer Geschichte der Bewusstwerdung. Zweiter Teil: Die Manifestationen der aperspektivischen Welt. Versuch einer Konkretion des Geistigen.

Jean Gebser hat mit seinem Hauptwerk «Ursprung und Gegenwart» (1949 und 1953) einen wesentlichen Beitrag zur Bewusstseinsforschung geleistet. Er weist darauf hin, dass unsere Epoche eine Übergangsepoche ist, vergleichbar etwa mit der Übergangszeit um 500 v. Chr., als in Griechenland (parallel dazu in Indien und China) der Mensch den Schritt vom Mythos zum Logos zu leisten hatte.
Damals fand der Wechsel vom bildhaften zum begrifflichen Denken statt. Der Mensch erwachte aus der Schicksalsabhängigkeit, der Abhängigkeit von den Göttern, der Abhängigkeit von einer Mythengemeinschaft zur möglichen individuellen Freiheit. Es waren zunächst nur einige Pioniere des neuen, des mentalen Bewusstseins, die den Weg in die Ideen- und Begriffswelt geebnet haben. In Wellen hat das Mentale sich Bahn gebrochen: Renaissance, Reformation und Aufklärung leisteten wesentliche Impulse in diesem Bewusstwerdungsprozess.
Heute ist das damals neue mental-rationale das wirklichkeitsbestimmende Bewusstsein geworden. Es hat sich in 2500 Jahren konsolidiert, es ist etabliert und stellt nun eine Möglichkeit dar, über die Menschen verfügen können. Heute geht es um einen neuen Wandlungsprozess: Das mentale Bewusstsein wird durchbrochen und ergänzt von dem, was Gebser als das integrale, aperspektivische oder akategoriale Bewusstsein beschreibt.
Dieser Prozess beginnt mit der einfachen Erkenntnis, dass unser Bewusstsein nicht mit dem Verstand gleichgesetzt werden kann, sondern weit mehr umfasst. Unser Bewusstsein umfasst ganz unterschiedliche und nicht aufeinander reduzierbare Bewusstseinsstrukturen. Gebser beschreibt fünf verschiedene Bewusstseinswelten, die uns konstituieren. Indem wir uns ihrer bewusst werden, erschliessen wir uns den verborgenen Reichtum unseres Geistes.
Portrait
Jean Gebser
(1905–1973) hat als Dichter, Übersetzer und Philosoph ein umfangreiches und vielschichtiges Werk hinterlassen. Es spiegelt sich darin ein durch tiefgreifende Wandlungen geprägtes Jahrhundert wider. Dies gilt auch für Gebsers Leben, das zahlreiche Ortswechsel (Breslau, Berlin, Madrid, Paris, Bern), ausgedehnte Reisen (Westeuropa, Asien) und Begegnungen mit namhaften Wissenschaftlern (Werner Heisenberg, Carl Gustav Jung, Jean Rudolf von Salis), Künstlern (Federico García Lorca, Pablo Picasso) und Intellektuellen (Victor Otto Stomps, Max Brod) prägten. Davon zeugt Gebsers Nachlass, der im Schweizerischen Literaturarchiv aufbewahrt wird.

Elmar Schübl
geb. 1969, promovierter Philosoph und habilitierter Wissenschaftshistoriker, lehrt am Institut für Geschichte der Universität Graz. Arbeitsschwerpunkte: Theorie und Philosophie der Geschichte, Geschichte der Erdwissenschaften, Universitätsgeschichte.

Rudolf Hämmerli
geb. 1949, Dr. phil., Nachlassverwalter von Jean Gebser und Herausgeber seiner Werke.
Präsident der Jean Gebser Gesellschaft mit Sitz in Bern.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Herausgeber Elmar Schübl, Rudolf Hämmerli
Seitenzahl 832
Erscheinungsdatum 07.10.2015
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-0340-1301-7
Verlag Chronos Verlag
Maße (L/B/H) 24,4/16,6/6,8 cm
Gewicht 1714 g
Abbildungen mit 72 Abbildungen
Buch (gebundene Ausgabe)
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