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Distance

Rezension
"Distance" heißt das neue, zweite Soloalbum des Jazzpianisten Martin Tingvall. Schon auf seinem Solodebüt, "En Ny Dag", überzeugte der Schwede mit Wohnsitz in Hamburg mit innigen, zeitlos schönen Stücken, in denen er die verschiedenen Facetten des Klaviers von leise perlend bis wuchtig wummernd ausspielen konnte. Die Inspiration für die neuen zwölf Songs zog Tingvall aus einer Reise nach Island. Es war für ihn ein Ausflug in die Entschleunigung, den er Schritt für Schritt nachzeichnet. Herausgekommen ist ein Konzeptalbum, auf dem die einzelnen Stationen seiner Reise und auch seines Loslassens hörbar werden. Martin Tingvall gilt als Lyriker am Klavier, der mit seinen Melodien unaufgeregt zwischen Klassik, Jazz und Pop pendelt. Parallel zu seinem Tingvall Trio und seiner Arbeit als Filmkomponist verfolgt er seit 2012 auch seine Solokarriere. Er entspanne sich am besten mit seinen eigenen Songs, sagt er, und man versteht beim Hören seiner Musik sofort, was er damit meint. Denn es gelingt ihm mit einschmeichelnden Melodien wie im Opener "An Idea Of Distance", den Zuhörer ab der ersten Note in seinen Bann zu ziehen. Dem Kitsch entzieht er sich mit jazzigen Bezügen und unerwarteten Wendungen, und erinnert dabei mit der Sogwirkung seiner Stücke an Pianistenkollegen wie Ludovico Einaudi, der mit seinen Kompositionen den Geschmack der Zeit trifft. In den Ausführungen bleibt Tingvall allerdings der Klassik treu, Reminiszenzen in den verspielten Trillern erinnern eher an Glenn Gould, wenn er die späten Goldberg Variationen von Johann Sebastian Bach spielt, als an Einaudi. Tingvals Songs folgen den Gefühlen, die während seiner Reise in ihm aufkeimen. Der innigen Sehnsucht im Opener "An Idea Of Distance" folgen das schwärmerische "The Journey" sowie das fröhlich treibende "Open Land", in dem er seine neuen Eindrücke in muntere Klangfarben bettet. "Requiem" erinnert in seiner Besinnlichkeit an ein Gebet. Jazziger wird es erst mit "A Blues" und "Folkways", bevor Tingvall mit "The Hunt" schließlich seine Zuhörer herausfordert, indem er die eingängigen Harmonien verlässt, die bis dahin auf dem Album vorherrschen. Mit "Form A Distance" beschließt er seine Reise schließlich auf dem elektromechanischen Klavier Fender Rhodes. Verfremdet spielt er den Opener als "From A Distance" erneut. Dadurch klingt das Stück wie ein Echo seiner selbst, womit der Pianist Distanz zu seiner eigenen Musik gewinnt. Mit "Distance" übertrifft Martin Tingvall die Erwartungen, die er nach seinem Solodebüt geweckt hat und zeigt sich als Künstler, der sich beständig weiterentwickelt. Dass dabei Musik entsteht, die voller Poesie und Schönheit ist und dennoch vielschichtig und anspruchsvoll bleibt, ist ein Glücksfall und sollte seine Fangemeinde noch weiter vergrößern. Birgit Schlinger (Quelle/Copyright: G+J Entertainment Media)
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