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Unterwerfung

Roman

(39)
Es ist vielleicht der umstrittenste Roman der letzten Jahre: ›Unterwerfung‹ handelt vom Zusammenprall der Kulturen und stellt Fragen zum Verhältnis von Orient und Okzident, von Judentum, Islam und Christentum – Fragen, die heute so relevant sind wie nie. Goncourt--Preisträger Michel Houellebecq präsentiert sich als furchtloser Gesellschaftsdenker, der die bestimmenden Spannungsverhältnisse unserer Epoche mit großer Ernsthaftigkeit – und zugleich mit virtuoser Ironie – ausdeutet.
Er erzählt in ›Unterwerfung‹ die Geschichte des Literaturwissenschaftlers François. Der Akademiker forscht im Frankreich einer sehr nahen Zukunft zu dem dekadenten Schriftsteller Huysmans, der ihn sein Leben lang fasziniert. Zugleich verfolgt er die Ereignisse um die anstehende Präsidentschaftswahl: Während es dem charismatischen Kandidaten der Bruderschaft der Muslime gelingt, immer mehr Stimmen auf sich zu vereinigen, kommt es in der Hauptstadt zu tumultartigen Ausschreitungen. Als schließlich ein Bürgerkrieg unabwendbar scheint, verlässt François Paris ohne ein bestimmtes Ziel. Es ist der Beginn einer Reise in sein Inneres.
Rezension
»Wer mich vereinnahmen will, ist noch nicht geboren.«
Michel Houellebecq im Interview mit Canal Plus

»Der umwerfendste Schriftsteller unserer Gegenwart.«
Julia Enke, F.A.S.

»Der neue Roman von Michel Houellebecq ist schrecklich. Er entwirft das Bild eines islamistischen Gottesstaates in Frankreich in der nahen Zukunft. Nicht dass der Roman nicht lesenswert wäre. Im Gegenteil: man kann ihn kaum aus der Hand legen. Man redet sich ein, dass die Kunst alles darf, doch die Unruhe, die den Leser erfasst, verlässt ihn nicht. Es ist ein Roman, der einen abstößt und zugleich fasziniert […]. Der stupende Diagnostiker Houellebecq zielt so furcht- wie gnadenlos ins Herz westlicher Angst. Kein Autor hält der offenen Gesellschaft ihre Albträume so schonungslos vor wie er.«
Sandra Kegel, F.A.Z.

»Eine literarische Bombe […]. Der Meister der subversiven Provokation […] meldet sich als radikaler Zeitdiagnostiker und schwärzester Kulturpessimist mit einer politischen Fiktion [...].«
Romain Leick, SPIEGEL

»Ich halte ›Unterwerfung‹ für eine der gelungensten, weil fantasievollsten, witzigsten, um nicht zu sagen aberwitzigsten Arbeiten, die der Autor je geschaffen hat […] ein grandioses Buch.«
Tilman Krause, DIE WELT

»Mit kühler Ambivalenz macht der Franzose dem inzwischen ja gerade zu freiheitsbesoffenen Westen vor, wie man wahrhaft frei denkt.«
Edo Reents, F.A.Z.

»Es kann gar nicht laut genug gesagt werden: ›Unterwerfung‹ ist kein rassistischer Roman, nicht frauenfeindlich und auch nicht islamophob. Es wimmelt darin nur von dergleichen Ansichten, aber davon, dass Houellebecq sie sich zu eigen machen würden, kann keine Rede sein [...]. Mehr als jeder andere europäische Schriftsteller der Gegenwart hat Houellebecq die Sensibilität und den Mut schwelende Konflikte zu erkennen und erzählerisch fortzuspinnen [...] in seiner hingebungsvoll verwüsteten Prosa.«
Jan Küveler, WELT AM SONNTAG

»Wer Houellebecq einen Skandalautor nennt, der nur vorsätzlich provoziere, der sollte de Sade, Rimbaud, Baudelaire, Balzac aus seiner Bibliothek entfernen oder mal lesen [...]. Houellebecq ist der Charlie Hebdo der europäischen Literatur. Je suis Houellebecq.«
Doris Akrap, TAZ

»›Unterwerfung‹ ist ein Buch der Angst und der Einsamkeit. Es handelt von der Liebe zur Literatur, der Liebe zu denen, die die Literatur erschaffen haben, von herrlichem Sex, traurigem Sex, Polygamie, vom Glück des guten Essens, dem phantastischen Glück guten Weins, von Schüssen in Paris, Bürgerkrieg, Desinteresse an Politik, und es endet mit einer friedlichen Vision […]. Ein halb ironisches, halb ernstes Spiel mit den Möglichkeiten der Welt. Von geistiger Brandstiftung, Schüren von Ängsten ist da beim besten Willen nichts zu finden […]. Die islamische Republik ist eine Houellebecqsche Traum-Vision, eine literarische Möglichkeit der Welt. Dafür ist Literatur erfunden worden.«
Volker Weidermann, F.A.S.

»Ein wichtiges Gedankenexperiment [...] Dieses Buch liefert Pegida-Idioten nicht die geringste Munition […] Houellebecq fällt auf diesen Islamisierung-des-Abendlandes-Quatsch nicht herein […] Wodurch er mir zuwider ist, sind seine Sex-Szenen. Ansonsten liefert er ein Gedankenspiel, das muss möglich sein.«
Elke Heidenreich, MÜNCHNER ABENDZEITUNG

»[Der Roman erscheint vielen als] eine Vorwegnahme des terroristischen Überfalls und [...] ein Lockruf des Schreckens [...]. Dagegen ist der Autor so machtlos wie gegen alle anderen Konsequenzen, die seine Leser aus seinen Büchern ziehen. Und er darf aus dieser Machtlosigkeit nicht die Konsequenz ziehen, den Roman seinen Folgen zu opfern.«
Thomas Steinfeldt, SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

»Das Buch, über das im Januar ganz Frankreich spricht und bald auch ganz Deutschland«
ZDF HEUTE JOURNAL

»Nichts für intellektuelle Feiglinge. [...] Da ist etwas im Busch, und dieses Gefühl der Auflösung, nicht nur der Individuen, sondern auch der Gesellschaft und der Politik, ein Grundmotiv Houellebecqs, verdichtet sich im Lauf der Erzählung derart, dass der Leser das Buch nicht aus der Hand legen mag. Auch wenn er sich weder mit der Hauptperson noch mit Houellebecq identifiziert.«
Gero von Randow, ZEIT ONLINE

»Ein phänomenales, genaues Porträt der französischen Gesellschaft, vor allem ihrer Medien und der politischen Klasse, deren Personal unfreiwillig und ungefragt in Nebenrollen auftritt, wobei der Autor vor herrlichen Überzeichnungen nicht zurückschreckt. Rücksichtslos beschreibt er in eher platten Sätzen die französischen Realitäten, Tabus, Albträume und Obsessionen. Es ist ein heilsames Buch – eine Komödie, von der vielleicht sogar eine Katharsis ausgehen kann.«
Jürg Altwegg, F.A.Z.

»Der Roman ist am Ende nur ein ziemlich ernst gemeinter Spaß. Es wäre Unsinn, seinem Autor vorzuwerfen, den europäischen Rechtspopulismus, mit dessen Ängsten er sarkastisch spielt, noch zu schüren. Houellebecq - noch immer einer der begnadetsten Beobachter unserer Lebenslügen und Widersprüche - lässt sich nicht in die Karten gucken. Er schreibe [...] darüber, was die Leute so reden. Er sei eben das Produkt seiner Epoche.«
Iris Radisch, DIE ZEIT

»Kein Aufklärer hätte es besser sagen können.«
Martina Meister, CICERO

»Die Verführbarkeit zum Extremismus, das ist es, was Michel Houellebecqs Roman verhöhnt.«
Christopher Schmidt, SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

»Die wahre Provokation seines Rom […] ist die von ihm visionierte freiwillige Selbstaufgabe einer Gesellschaft, die sich von der Tradition des Kampfes um die Werte der Freiheit verbschiedet hat.«
Georg Diez, DER SPIEGEL

»Houellebecq beschreibt nüchtern und lakonisch, oft sehr witzig - aber er bewertet nicht. Damit muss man als Leser erst einmal zurechtkkommen.«
Jochen Kürten, DEUTSCHE WELLE

»Hoeuellebecq ist auf dem Höhepunkt seines Schreibens angelangt.«
Wofgang Paterno, FORMAT

»Ein zu Recht hochgelobter Roman.«
Georg Hoffmann-Ostenhof, PROFIL

»Dieses Buch verhandelt anregend einige der zentralen Konflikte unserer Gegenwart.«
Denis Scheck, DER TAGESSPIEGEL

»Michel Houellebecqs Roman ›Unterwerfung‹ ist ein grandioser Roman, inhaltlich höchst relevant und literarisch einwandfrei konstruiert.«
Friederike Gösweiner, SPECTRUM/ DIE PRESSE

»Houellebecq hat mit diesem Roman zwar ein dystopisches, aber nur allzu wahrscheinliches Spiegelbild unserer Zukunft entworfen. Sein Zynismus ist dabei ein notwendiges Übel.«
FALTER

»Ich liebe seine großen düsteren Entwürfe, diesen Mut zum Visionären. Und das Erzählen im kläglichen Kleinklein des Alltags. Begnadeter Erzähler, der auch wirklich was zu erzählen hat.«
Finn-Ole Heinrich, HAMBURGER MORGENPOST
Portrait
Michel Houellebecq wurde 1958 geboren. Er gehört zu den wichtigsten Autoren der Gegenwart. Für seine Bücher, die in über vierzig Ländern veröffentlicht werden, wurde er mit den wichtigsten Preisen ausgezeichnet, u. a. dem Prix Goncourt. Auf Deutsch ist nahezu sein gesamtes Werk bei DuMont verlegt. 2015 erschien sein Roman ›Unterwerfung‹, der wochenlang auf der Bestsellerliste stand und ein großes Medienecho hervorrief.
Norma Cassau, geboren 1975, studierte Komparatistik und Osteuropastudien in Berlin und Kasan. Seit 2009 übersetzt sie Literatur aus dem Russischen und Französischen.
Bernd Wilczek war nach dem Studium mehrere Jahre Universitätslektor in Frankreich. Er übersetzte u. a. Maurice Blanchot, André Glucksmann sowie gemeinsam mit Norma Cassau Michel Houellebecqs Roman ›Unterwerfung‹.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 272
Erscheinungsdatum 08.05.2018
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-8321-6359-4
Verlag DuMont Buchverlag
Maße (L/B/H) 19,4/12,6/2,1 cm
Gewicht 269 g
Originaltitel Soumission
Auflage 9. Auflage
Übersetzer Norma Cassau, Bernd Wilczek
Verkaufsrang 5.127
Buch (Taschenbuch)
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Buchhändler-Empfehlungen

Laura Schwartz, Thalia-Buchhandlung Landau

Literarisch anspruchsvoll und interessant. Ein Buch, das für Aufruhr gesorgt hat und das durchaus auch kritisch hinterfragt werden kann (und muss). Literarisch anspruchsvoll und interessant. Ein Buch, das für Aufruhr gesorgt hat und das durchaus auch kritisch hinterfragt werden kann (und muss).

Florian Bader, Thalia-Buchhandlung Jena

Eine intelligente und ebenso beeindruckende wie bedrückende Satire über eine Gesellschaft zwischen Multikulti und Selbstaufgabe, zwischen Konservativismus und Rechtsextremismus. Eine intelligente und ebenso beeindruckende wie bedrückende Satire über eine Gesellschaft zwischen Multikulti und Selbstaufgabe, zwischen Konservativismus und Rechtsextremismus.

Eine Buchhändlerin/ein Buchhändler, Thalia-Buchhandlung Oberhausen

Ein vielschichtiger und auch spannender Roman über ein brisantes Thema. Lesenswert! Ein vielschichtiger und auch spannender Roman über ein brisantes Thema. Lesenswert!

„Unterwerfung“

Damian Wischnewsky

Über wenige Bücher wurde in den letzten Jahren so viel gestritten. Houellebecq provoziert mit seiner Skizze eines islamisierten Frankreichs der nahen Zukunft, dem die intelektuelle Elite des Landes mit kühlem Opportunismus begegnet. Kein Buch gegen den Islam - jedoch ein Buch, das Europa den Spiegel vorhält. Über wenige Bücher wurde in den letzten Jahren so viel gestritten. Houellebecq provoziert mit seiner Skizze eines islamisierten Frankreichs der nahen Zukunft, dem die intelektuelle Elite des Landes mit kühlem Opportunismus begegnet. Kein Buch gegen den Islam - jedoch ein Buch, das Europa den Spiegel vorhält.

„Provokation ersten Grades“

Marta Magdalena Urban, Thalia-Buchhandlung Koblenz

Schon lange nicht mehr so ein bewegendes Buch gelesen. Mit dem Zusatz, dass es hier um quasi 'Current Affairs' geht. Houellebecq provoziert auf hohem Niveau. Bitte trotz allem eigene Meinung bewahren und darauf vertrauen. Keine leichte Kost - und trotzdem bin ich überzeugt, dass es viel mehr Leser verdient! Schon lange nicht mehr so ein bewegendes Buch gelesen. Mit dem Zusatz, dass es hier um quasi 'Current Affairs' geht. Houellebecq provoziert auf hohem Niveau. Bitte trotz allem eigene Meinung bewahren und darauf vertrauen. Keine leichte Kost - und trotzdem bin ich überzeugt, dass es viel mehr Leser verdient!

Eine Buchhändlerin/ein Buchhändler, Thalia-Buchhandlung Berlin

Ich als Houellebecq- Fan habe alle seine Bücher gelesen. Daher kann ich sagen dieses Werk ist gut aber in meinen Augen nicht sein bestes. Trotzdem unbedingt lesenswert ! Ich als Houellebecq- Fan habe alle seine Bücher gelesen. Daher kann ich sagen dieses Werk ist gut aber in meinen Augen nicht sein bestes. Trotzdem unbedingt lesenswert !

Sabrina Hüper, Thalia-Buchhandlung Osnabrück

Eine brisante Vision Frankreichs unter der Herrschaft der Islamischen Bruderschaft. Spannend trotz oder wegen des lethargischen Protagonisten und seine eindrucksvolle Wandlung! Eine brisante Vision Frankreichs unter der Herrschaft der Islamischen Bruderschaft. Spannend trotz oder wegen des lethargischen Protagonisten und seine eindrucksvolle Wandlung!

Marta Gorecki, Thalia-Buchhandlung Münster

Ich bin beeindruckt! Anspruchsvoll, fesselnd und wider Erwarten objektiv und kritisch spinnt der Autor hier eine verstörende Zukunftsvision. Ich bin beeindruckt! Anspruchsvoll, fesselnd und wider Erwarten objektiv und kritisch spinnt der Autor hier eine verstörende Zukunftsvision.

Kai Reinhard, Thalia-Buchhandlung Zweibrücken

Ein brillanter Roman über das brisante Thema der Islamisierung Europas. Eines seiner besten Bücher und die literarische Möglichkeit einer Welt.
Ein brillanter Roman über das brisante Thema der Islamisierung Europas. Eines seiner besten Bücher und die literarische Möglichkeit einer Welt.

Was wäre wenn..unerschrocken geschilderte Zukunftsvision, die dem Leser das Blut gefrieren lässt. Ohne Fan des Autors zu sein, muss ich dieses Buch jedem Demokraten ans Herz legen Was wäre wenn..unerschrocken geschilderte Zukunftsvision, die dem Leser das Blut gefrieren lässt. Ohne Fan des Autors zu sein, muss ich dieses Buch jedem Demokraten ans Herz legen

Sabine Rößler, Thalia-Buchhandlung Wildau

Ein Gläubiger wird Präsident von Frankreich. Nicht schlimm finden Sie, ich auch. Aber der Präsident ist Moslem. Dann wird die Geschichte interessant, finden sie nicht auch? Ein Gläubiger wird Präsident von Frankreich. Nicht schlimm finden Sie, ich auch. Aber der Präsident ist Moslem. Dann wird die Geschichte interessant, finden sie nicht auch?

Pascal Endres, Thalia-Buchhandlung Karlsruhe

Eine böse Satire über das Versagen der politischen Eliten. Eine böse Satire über das Versagen der politischen Eliten.

Kein noch so guter Marketing Experte hätte das Erscheinungsdatum dieses Buches besser planen können.... Kein noch so guter Marketing Experte hätte das Erscheinungsdatum dieses Buches besser planen können....

Elena Cousino, Thalia-Buchhandlung Bielefeld

Wer Literatur über die Islamisierung sucht, wird hier nicht fündig. Es handelt von einem Literaturprofessor, der sich, des Lebens überdrüssig, in Alkohol und Sex verliert Wer Literatur über die Islamisierung sucht, wird hier nicht fündig. Es handelt von einem Literaturprofessor, der sich, des Lebens überdrüssig, in Alkohol und Sex verliert

Petra Dressing, Thalia-Buchhandlung Kaiserslautern

Ein wirklich interessanter Blick in eine mögliche europäische Zukunft - auch ohne die schreckliche Aktualität lesens- und überdenkenswert! Ein wirklich interessanter Blick in eine mögliche europäische Zukunft - auch ohne die schreckliche Aktualität lesens- und überdenkenswert!

„Unterwerfung“

Karin Thuma, Thalia-Buchhandlung Dresden

Wenn man die zynischen und teils fühllos-, fast pornographischen Facetten des Romans von Michel Houellebeque erträgt oder „wegsteckt“, ist dieses Werk eine Meisterleistung der Gesellschaftsanalyse des modernen Frankreich- und kommt uns denn Manches nicht gar sehr bekannt vor (wir leben alle in Europa)?
Wohin geht die –unsere- Zukunft? Besitzen wir, das Abendland, denn noch eine Identität? Hat die „Moderne“, der Zeitgeist, alles schon hinweggefegt? Wo sind unsere Werte? Können wir noch glauben? Was sagt uns unsere Geschichte?
Houellebeque schreibt zugespitzt, satirisch und nimmt große Teile der intellektuellen Elite seines Landes scharf und bitterböse auf`s Korn.
Ein Vergnügen!
Wenn man die zynischen und teils fühllos-, fast pornographischen Facetten des Romans von Michel Houellebeque erträgt oder „wegsteckt“, ist dieses Werk eine Meisterleistung der Gesellschaftsanalyse des modernen Frankreich- und kommt uns denn Manches nicht gar sehr bekannt vor (wir leben alle in Europa)?
Wohin geht die –unsere- Zukunft? Besitzen wir, das Abendland, denn noch eine Identität? Hat die „Moderne“, der Zeitgeist, alles schon hinweggefegt? Wo sind unsere Werte? Können wir noch glauben? Was sagt uns unsere Geschichte?
Houellebeque schreibt zugespitzt, satirisch und nimmt große Teile der intellektuellen Elite seines Landes scharf und bitterböse auf`s Korn.
Ein Vergnügen!

„Ohnmacht, Nihilismus, Unterwerfung“

Woldemar Deines, Thalia-Buchhandlung Worms

François ist Literaturprofessor und hat soeben mit dem Beginn seiner Professur sein leben aufgegeben. Als er zu seiner Studienzeit noch jedes Semester eine neue Studentin zur Geliebten hatte, so hatte er als angehender Doktorant auch weiterhin jedes Semester eine neue Studentin zur Geliebten gehabt. Doch nun fühlt er sich einsam, ohnmächtig. Jeden Abend sitzt er mit Mikrowellenfraß und mehreren Flaschen Wein oder Spirituosen vor seinem PC und schaut Pornos.

Doch während sich in seinem Leben nichts mehr tut, verläuft in seinem Land ein regelrechter Wandel. An jeder Ecke finden sich muslimische Läden, Restaurants oder Imbisse. Der charismatische und muslimische Politker Ben Abbes wird sogar zum Präsidenten gewählt, um eine Wahl der rechtspopulistischen Front National Vorsitzenden Marine Le Pen zu verhindern. Plötzlich sind die Universitäten geschlossen. Der Unterricht und der Sozialstaat werden auf den muslimischen Glauben angepasst, Polygamie wird als rechtens anerkannt, Schulen sollen dem islamischen Glauben gerecht genährt und gelehrt werden, die Studentinen an der Universität dürfen nur noch stark bekleidet erscheinen - wenn sie überhaupt noch erscheinen dürfen. Ein Umschwung, der den Literaturprofessor jedoch keineswegs stört. Zwar bekommt er die Panik mit, die seine Freunde und Bekannten befällt, und zieht sich kurzeitig zurück, doch als er merkt, dass sein Leben auch weiterhin aus Mikrowellenfraß und Wein besteht, beschließt er zurückzukehren.

Der neuste Roman des Skandalschriftstellers Michel Houllebecq greift ein äußerst interessantes wie brisantes Thema auf, das durch die grausamen Anschläge leider zum momentanen Mittelpunkt kontroverser Disskussionen wird, entrinkt jedoch schier in Belanglosigkeit. Dennoch sollte jeder, der sich für die momentane Lage interessiert dieses Buch unbedingt anlesen und sich ein eigenes Bild machen, wie man sich in einer solchen Lage verhalten sollte.
François ist Literaturprofessor und hat soeben mit dem Beginn seiner Professur sein leben aufgegeben. Als er zu seiner Studienzeit noch jedes Semester eine neue Studentin zur Geliebten hatte, so hatte er als angehender Doktorant auch weiterhin jedes Semester eine neue Studentin zur Geliebten gehabt. Doch nun fühlt er sich einsam, ohnmächtig. Jeden Abend sitzt er mit Mikrowellenfraß und mehreren Flaschen Wein oder Spirituosen vor seinem PC und schaut Pornos.

Doch während sich in seinem Leben nichts mehr tut, verläuft in seinem Land ein regelrechter Wandel. An jeder Ecke finden sich muslimische Läden, Restaurants oder Imbisse. Der charismatische und muslimische Politker Ben Abbes wird sogar zum Präsidenten gewählt, um eine Wahl der rechtspopulistischen Front National Vorsitzenden Marine Le Pen zu verhindern. Plötzlich sind die Universitäten geschlossen. Der Unterricht und der Sozialstaat werden auf den muslimischen Glauben angepasst, Polygamie wird als rechtens anerkannt, Schulen sollen dem islamischen Glauben gerecht genährt und gelehrt werden, die Studentinen an der Universität dürfen nur noch stark bekleidet erscheinen - wenn sie überhaupt noch erscheinen dürfen. Ein Umschwung, der den Literaturprofessor jedoch keineswegs stört. Zwar bekommt er die Panik mit, die seine Freunde und Bekannten befällt, und zieht sich kurzeitig zurück, doch als er merkt, dass sein Leben auch weiterhin aus Mikrowellenfraß und Wein besteht, beschließt er zurückzukehren.

Der neuste Roman des Skandalschriftstellers Michel Houllebecq greift ein äußerst interessantes wie brisantes Thema auf, das durch die grausamen Anschläge leider zum momentanen Mittelpunkt kontroverser Disskussionen wird, entrinkt jedoch schier in Belanglosigkeit. Dennoch sollte jeder, der sich für die momentane Lage interessiert dieses Buch unbedingt anlesen und sich ein eigenes Bild machen, wie man sich in einer solchen Lage verhalten sollte.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
39 Bewertungen
Übersicht
16
11
8
3
1

Nur Fiktion oder doch mehr ?
von Literaturlounge eu aus Gießen am 30.12.2016

Dieser Roman hat schon vor seiner Erscheinung für einiges Aufsehen gesorgt. Und eigentlich ist der Gedanke gar nicht so abwegig, dass eine Gruppe mit ganz legalen Mitteln an die Macht kommt, die aber eigentlich die Mehrheit dort nicht sehen will. Das gab es in der Vergangenheit schon öfter. Verblendung... Dieser Roman hat schon vor seiner Erscheinung für einiges Aufsehen gesorgt. Und eigentlich ist der Gedanke gar nicht so abwegig, dass eine Gruppe mit ganz legalen Mitteln an die Macht kommt, die aber eigentlich die Mehrheit dort nicht sehen will. Das gab es in der Vergangenheit schon öfter. Verblendung und die Unlust zur Wahl zu gehen und seine Meinung zu bekunden sind die klassischen Ursachen. So geschieht es auch im fiktiven Frankreich der nahen Zukunft. Ein charismatischer Präsidentschaftskandidat gewinnt die Wahl. Soweit nicht ungewöhnlich. Mit ihm siegt allerdings eine muslimische Partei und Frankreich verwandelt sich in einen islamischen Gottesstaat. An den Hochschulen werden nur noch muslimische Lehrkräfte zugelassen. Juden verlassen fluchtartig das Land. Christen werden zwar geduldet, jedoch aus öffentlichen Ämtern schrittweise entfernt. Kommt einem irgendwie bekannt vor, oder? Dies alles erlebt der Literaturprofessor Francois an der Pariser Sorbonne. Er ist Spezialist für einen Autor des 19. Jh., der in späterem Alter seine Gläubigkeit zum Katholizismus entdeckt hat. Diese Parallelen begleiten den Leser durch das Buch, ohne jedoch vorhersehbar zu werden. Dieses Buch ist nicht mal schnell nebenbei gelesen. Houellebecq’s Stil ist recht anspruchsvoll und hat mich sehr zum Nachdenken angeregt. Er beschreibt Entwicklungen in unserer Gesellschaft in einer besonderen Art und Weise. Wie wichtig ist uns denn die Familie noch? Francois empfindet seine Eltern als Last, an die man ungern denkt auch wenn ihn manchmal ein schlechtes Gewissen beschleicht. Houellebecq stellt dem gegenüber eine sehr traditionelle sichtweise des Islam auf die Familie als Keimzelle der Gesellschaft, mit Eltern denen man unbedingten Respekt zollt und sie achtet. Aber Respekt und Achtung sind für mich etwas anderes als Liebe, die menschlichen Beziehungen zugrunde liegen sollte. Spiegelt Houellebecq unsere Gesellschaft oder karikiert er schon? Diese Beurteilung sollte jeder für sich finden. Ein Roman, der mich sehr nachdenklich gemacht hat.

Unterwerfung, Michel Houlebecq
von einer Kundin/einem Kunden aus Ottersberg am 20.12.2016
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Ein faszinierendes Buch! Bei der Beschreibung der politischen Situation lief es mir kalt den Rücken herunter, wie nah das Buch an der heutigen politischen Situation dran ist. Die weitere Entwicklung erscheint zwangsläufig und alle Versuche, die ich mir vorstellen könnte, wie man diese Entwicklung aufhalten könnte, werden durchgespielt, mit... Ein faszinierendes Buch! Bei der Beschreibung der politischen Situation lief es mir kalt den Rücken herunter, wie nah das Buch an der heutigen politischen Situation dran ist. Die weitere Entwicklung erscheint zwangsläufig und alle Versuche, die ich mir vorstellen könnte, wie man diese Entwicklung aufhalten könnte, werden durchgespielt, mit dem Ergebnis, dass es kein Entrinnen gibt. Die Rede des muslimischen Bildungsminister ist einschmeichelnd und hoch effektiv. Warum sollte ich da als Zuhörer nicht mitgehen, er sagt doch nichts Böses. Niemand wird körperliche Gewalt angetan, jeder kann sich frei entscheiden, ob er mitmacht. Bei einer Verweigerung muss man nur auf ein paar Privilegien verzichten: man sieht keine Frauen mehr auf der Straße, man kann als kritischer Wissenschaftler nicht mehr Schlüsselpositionen im Bereich Bildung besetzen. Genial finde ich den Schluß des Buches mit der hypothetischen Antwort Frage: was wäre, wenn ich mitmachte, und der ebenso hypothetischen Antwort: es brächte mir eigentlich nur Vorteile. Ein Buch, das jeder/ jede lesen sollte, der blauäugig meint, die Werte unserer Demokratie würden von selbst überleben.

Reine Fiktion oder doch möglich?
von Anyah Fredriksson aus Hannover am 22.09.2016

François ist Literaturprofessor an der Pariser Universität, Sorbonne II. Was er in seinen eigenen Studienzeiten begann, hält er noch immer aufrecht, nämlich Beziehungen zu Studentinnen, erst waren es seine Kommilitoninnen nun sind es seine eigenen Studentinnen. Die Beziehung dauert meistens nur knapp ein Jahr, dann wird sie von „ihr“... François ist Literaturprofessor an der Pariser Universität, Sorbonne II. Was er in seinen eigenen Studienzeiten begann, hält er noch immer aufrecht, nämlich Beziehungen zu Studentinnen, erst waren es seine Kommilitoninnen nun sind es seine eigenen Studentinnen. Die Beziehung dauert meistens nur knapp ein Jahr, dann wird sie von „ihr“ beendet. François lebt ansonsten zurückgezogen und versuche Menschen zu meiden. Die Wahl zum nächsten Präsidenten steht in Frankreich kurz bevor. Während François einzig darüber nachdenkt, welche Vorteile ein Wahlergebnis für seine Universität haben könnte, verändert sich die Stimmung im Land. Er selbst nimmt die aufkommende Bedrohung nur langsam wahr, wie Schießereien von Arabern, das Verbot von Juden an der Universität – alles ein schleichender Prozess. Doch auch François beginnt sich zu fragen, ob die Familien seiner moslemischen Studentinnen eigentlich wissen, was er so unterrichtet und auch er beginnt sich zu sorgen. Wir Leser beginnen die aufkeimende Bedrohung erst unterschwellig zu erahnen, bis Michel Houellebecq die Ausmaße immer deutlicher werden lässt, in seiner fiktiven, in der nahen Zukunft spielenden, Dystopie „Unterwerfung“. Ich mag den Schreibstil des Autoren sehr gerne, er kann mich vom ersten Moment an mitnehmen und fesseln. Michel Houellebecqs Sprache ist schön und klar, sein verwendetes Tempo empfinde ich für das Lesen als angenehm. Meine Bewertung für dieses Buch sind ganz klar fünf von fünf möglichen Sternen und ich empfehle es absolut weiter. Natürlich kam das Buch zum richtigen aktuellen, politischen Zeitpunkt auf den Markt, doch dass es sich hierbei um eine Fiktion handelt, darf der Leser meiner Meinung nach jedoch nicht vergessen. Noch ein Zitat, da ich es selbst nicht besser ausdrücken könnte: „Ein Buch, das man mag, ist zudem vor allem ein Buch, dessen Autor man mag, dem man gern begegnet, mit dem man gern seine Tage verbringt.“