Sungs Laden

Roman

Karin Kalisa

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Beschreibung

Mit Wärme, Witz und Lust an kleinen Wundern: Karin Kalisa erzählt, wie das Leben in der Metropole Berlin sich verwandelt, sobald Urberliner und die Nachkommen der vietnamesischen Vertragsarbeiter der DDR sich zusammentun. Plötzlich tragen Parkraumwächter Kegelhüte, spannen sich Brücken aus Bambus zwischen den Mietshäusern, macht ein Zahnarzt kostenlosen Sonntagsdienst für die Patienten aus Fernost - eine spontane Alltagsrevolution, bei der auch die Ho-Chi-Minh-Flagge auf dem Bezirksamt nicht fehlen darf.
Der Gemischtwarenladen des studierten Archäologen Sung ist das Zentrum der Bewegung, ihre Aktionen gipfeln in einer großen Vorstellung des vietnamesischen Wassertheaters in einem Ententeich. So geschieht das Unglaubliche: Gute Laune herrscht in Berlin - ein Traum vom geglückten Zusammenleben wird Wirklichkeit.

Produktdetails

Verkaufsrang 15213
Kopierschutz Nein i
Family Sharing Ja i
Text-to-Speech Ja i
Erscheinungsdatum 11.06.2015
Verlag C. H. Beck
Seitenzahl 255 (Printausgabe)
Dateigröße 2895 KB
Sprache Deutsch
EAN 9783406681899

Buchhändler-Empfehlungen

Iduna Tiedemann , Thalia-Buchhandlung Delmenhorst

Multikulti in Berlin! Ein Gemischtwarenladen ist Ausgangspunkt für eine kleine Revolution. Mit großer Weisheit und feiner Beobachtungsgabe und Situationskomik erzählt, lernen wir, wie echtes Glück und Zufriedenheit entsteht und gelebt werden kann. Vorbildlich und nachahmenswert!

Völkerverständigung der besonderen Art

Petra Bunte, Thalia-Buchhandlung Hameln

Ein Schulprojekt zum Thema Völkerverständigung bringt einen Stein ins Rollen, der eine unglaubliche Kettenreaktion auslöst und ein ganzes Stadtviertel in Berlin verändert. Natürlich ist es utopisch, aber dabei so einfallsreich und leicht erzählt, dass man am liebsten hinfahren und "Little Vietnam" mit eigenen Augen erleben möchte.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
47 Bewertungen
Übersicht
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von einer Kundin/einem Kunden am 23.07.2021
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Ein zauberhafter Geist durchweht dieses wunderbare Büchlein. Im Berliner Szeneviertel Prenzlauer Berg treffen die Schicksale vietnamesischer Auswanderer und ehemaliger DDR Bewohner aufeinander. Ein herzerwärmendes Werk, welches einen an vielen Stellen schmunzeln lässt, wenn die asiatische, oft improvisierte Lebensweise auf di... Ein zauberhafter Geist durchweht dieses wunderbare Büchlein. Im Berliner Szeneviertel Prenzlauer Berg treffen die Schicksale vietnamesischer Auswanderer und ehemaliger DDR Bewohner aufeinander. Ein herzerwärmendes Werk, welches einen an vielen Stellen schmunzeln lässt, wenn die asiatische, oft improvisierte Lebensweise auf die Skepsis der Kiez Bewohner trifft. Mit einem Lächeln auf den Lippen habe ich dieses Buch gelesen. Inspirierend, multikulturell und mit sehr feinem Humor. Lassen Sie sich anstecken!

Vietnam in Berlin
von Igelmanu66 aus Mülheim am 14.05.2021
Bewertet: Einband: Taschenbuch

»Sung«, sagte Hiền, als sie wieder in den Laden zurückging und den Besen an die Seite stellte, »bring doch mal vom Großmarkt ein paar nón lá mit, du weißt schon, die Kegelhüte.« »Wie viele?», fragte er zurück. »Ich denke achtzig«, sagte Hiền. Sung sah sie amüsiert an. »Du meinst acht«, sagte er. »Ich meine achtzig«, antwortet... »Sung«, sagte Hiền, als sie wieder in den Laden zurückging und den Besen an die Seite stellte, »bring doch mal vom Großmarkt ein paar nón lá mit, du weißt schon, die Kegelhüte.« »Wie viele?», fragte er zurück. »Ich denke achtzig«, sagte Hiền. Sung sah sie amüsiert an. »Du meinst acht«, sagte er. »Ich meine achtzig«, antwortete Hiền, »oder besser noch hundert, wenn du so viele bekommen kannst.« Hiền ahnt es früher als ihr Sohn Sung: Die Verwandlung des Prenzlauer Bergs in eine Art Little Vietnam wird zügig weiter fortschreiten. Sie selbst gab den Anstoß, als sie ihren Enkel in die Schule begleitete, um ein echtes vietnamesisches Kulturgut vorzustellen… Dieses Buch lag nun schon einige Jahre auf meinem SuB, weshalb ich gar nicht mehr so recht wusste, weshalb ich es mir überhaupt zugelegt hatte. Ich ließ mich also überraschen – und hatte viel Spaß dabei. Zunächst jedoch lernte ich einiges über das Leben der ehemaligen vietnamesischen Vertragsarbeiter in der DDR, ein recht trauriges Kapitel. Hier trifft der Leser auch erstmalig auf Hiền, die es schafft, mit ihrem Mann nach der Wende in Berlin zu bleiben und sich eine kleine Existenz aufzubauen. Die Hürden waren gewaltig und die Ängste auch. Wie es sein muss, mit dem Trauma des Vietnam-Kriegs im Hinterkopf von den Ausschreitungen in Hoyerswerda und Rostock-Lichtenhagen zu erfahren, mag ich mir nicht vorstellen. Ich habe beim Lesen richtig mit den beiden mitgelitten. War der Start ins Buch ziemlich bedrückend, so wird der Rest dafür umso schöner. Da konnte ich nämlich verfolgen, wie die Kulturen immer mehr verschmolzen, wie aus einem Nebeneinander ein Miteinander wurde. Wie zwischen Affenbrücken, Kegelhüten und vietnamesischem Wassertheater die Menschen alle ein wenig glücklicher wurden. Eine schöne Utopie, die zeigt, was möglich wäre. Fazit: Reichlich hochinteressante vietnamesische Kultur und eine Wohlfühlgeschichte. Hat Spaß gemacht!

Alles fing mit einer Wasserpuppe an
von Andrea Karminrot aus Berlin am 22.01.2019
Bewertet: Einband: Taschenbuch

In meiner Stadt Berlin, gibt es unglaublich viele Menschen, die hier nicht geboren sind. Sie sprechen unsere Sprache nur mäßig und kamen hier her, weil es in ihrem Land unerträglich war und sie sich ihres Lebens nicht sicher sein konnten. Sie kamen, als die Stadt noch geteilt war und lebten in engen Wohnheimen in schlechter Qual... In meiner Stadt Berlin, gibt es unglaublich viele Menschen, die hier nicht geboren sind. Sie sprechen unsere Sprache nur mäßig und kamen hier her, weil es in ihrem Land unerträglich war und sie sich ihres Lebens nicht sicher sein konnten. Sie kamen, als die Stadt noch geteilt war und lebten in engen Wohnheimen in schlechter Qualität. Die „Vietnamesen“ oder „Fidschis“, wie sie abfällig genannt wurden, arbeiteten in Fabriken für wenig Geld. Und als die Deutschen sich wieder zusammenfügten, standen die Zugezogenen auf der Straße und konnten weder in ihr eigenes Land zurück, noch konnten sie einen „normalen“ Job annehmen, da sie selten die deutsche Sprache sprachen. Viele kamen auf die „schiefe“ Bahn oder verkauften billige Zigaretten an Menschen, die die Vietnamesen nicht einmal richtig ansahen. Da hatten die Eltern von Sung Glück, denn Dete, die Hebamme, half dem Pärchen einen kleinen Laden aufzumachen, nachdem sie den Beiden schon geholfen hatte, ihren Sohn auf die Welt zu bringen. Was ich gelesen habe Eine kleine mitreißende Geschichte, in einem etwas fiktiven Berlin! Wäre es nicht schön, wenn es tatsächlich so wäre, wenn es ein Miteinander ohne Hass gäbe. Karin Kalisa erzählt eine leicht zu glaubende Münchhausen-Geschichte, die so liebevoll erzählt ist, dass man sich wünscht, sie wäre wahr! In dem Buch kommt ein kleiner Stein ins Rollen, der es möglich machen könnte, dass ein Zahnarzt, einfach nur aus Nächstenliebe, die nicht versicherten Asiaten behandelt oder die Ordnungshüter sich verpflichtet fühlen, dem netten Vietnamesen, den Imbiss gegenüber dem Spielplatz, zu gestatten, weil frisches Obst und Gemüse so viel gesünder ist, als die olle Currywurst. Bezaubernd beschreibend, zog mich die Autorin mit. Meistens lächelte ich bei der Erzählung und immer wieder staunend, ob der interessanten Schreibweise, des Romans. Am Ende war ich traurig, dass die Geschichte schon zu Ende war. Ich habe die 246 Seiten in zwei Tagen verschlugen und mochte das Büchlein kaum aus den Händen legen. Einige Sätze haben mich zum Lachen gebracht. Die Autorin wies in ihrem Roman darauf hin, dass man doch nur in Berlin geblieben oder hergezogen sei, weil es dort so viel lustiger und freier zugehen würde, als in so manch anderer Stadt. Man kann in Berlin... eine Sitzgruppe mit der U-Bahn transportieren, ohne dumm angequatscht zu werden… (Seite 183) Daran sollten wir uns erinnern, wenn wir dieses Buch zur Hand nehmen. Sollten uns daran erinnern, dass es einfach spannend und inspirierend ist, mit fremden Menschen, woher auch immer sie stammen, ins Gespräch zu kommen. Uns ihre netten Angewohnheiten zu eigen machen, um unserer Stadt weiterhin den Anstrich des Besonderen zu geben! Toleranz üben und Spaß haben. Auf den letzten Seiten findet man einige Hinweise auf Literatur, die ich mir unbedingt noch einmal ansehen möchte. Wusste ich doch so vieles nicht, über das Leben der Vietnamesen in Berlin. Wie sie hier her gekommen sind und unter welchen Bedingungen sie hier lebten (und immer noch leben) Dass sie hier keine Kinder zur Welt bringen durften und viele kein Deutsch können, immer noch nicht.

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