Selbstbetrachtungen

Übersetzt und eingeleitet von Otto Kiefer

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Die »Selbstbetrachtungen« des Marc Aurel gelten bis heute als ein Beispiel stoischer Lebens- und Weltauffassung, die um 300 v. Chr. von Zenon im antiken Athen begründet wurde. Begriffe wie »Vernunft«, »Selbstbeherrschung«, »Gelassenheit« und »Verantwortung« stehen im Zentrum dieser Philosophenschule und sind heute mehr denn je in den Blickpunkt gesellschaftlicher Aufmerksamkeit und Diskussion getreten. Ein Besispiel dafür ist der jüngst verstorbene Altkanzler Helmut Schmidt, der in einem ZEIT-Artikel berichtete, dass er die »Selbstbetrachtungen« mit fünfzehn Jahren geschenkt bekam und dass ihn das Buch durch all die schweren Stunden geleitet habe, vom RAF-Terror bis zur Nachrüstung.
Der vorliegenden Text ist eine sehr gelungene lesefreundliche Übersetzung aus dem Griechischen Original und folgt der Ausgabe Jena 1920. Text und Rechtschreibung wurden bis auf wenige Änderungen und offensichtliche Druckfehler in der damaligen Schreibweise belassen.

Portrait

Marcus Aurelius, römischer Kaiser von 161 bis 180 n. Chr. erhielt unter der fürsorglichen Aufsicht Hadrians eine vorzügliche und vielseitige Erziehung. Auf dessen Geheiß adoptierte ihn Antoninus Pius, der Nachfolger Hadrians. Nach dem Tod des Antoninus Pius erfolgte im Jahre 161 n. Chr. die reibungslose Übernahme der Kaiserwürde durch Marc Aurel. Dieser erhob sogleich seinen Adoptivbruder L. Aurelius Verus zum gleichberechtigten Mitkaiser. Die Jahre bis zum Tode des Kaisers waren erfüllt von harten Abwehrkämpfen im Osten gegen die Parther sowie an der Donau gegen Markomannen, Jazygen und Quaden, was den Einsatz aller Kräfte erforderte und nur dank der zähen Ausdauer des pflichtbewussten Herrschers durchgestanden werden konnte. Kaum hatte er die äußeren Gefahren gemeistert, erwuchs ihm in der Empörung des Avidius Cassius, den er zum Oberbefehlshaber im Osten ernannt hatte, ein gefährlicher Rivale. Die Ermordung des Avidius Cassius durch nahe Mitstreiter befreite ihn von dieser Gefahr. 178 n. Chr. brach ein zweiter Markomannenkrieg aus, über den der Herrscher im Feldlager bei Wien im Jahre 180 n. Chr. - wahrscheinlich an der Pest - verstarb. Ein Reiterstandbild Marc Aurels steht heute auf dem Kapitolplatz in Rom.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 164
Erscheinungsdatum 25.11.2015
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-924963-24-8
Verlag Boer
Maße (L/B/H) 21,8/14,1/2 cm
Gewicht 316 g
Auflage 1
Übersetzer Otto Kiefer
Buch (gebundene Ausgabe)
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Kundenbewertungen

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zeitlos und tiefsinnig
von einer Kundin/einem Kunden am 01.08.2018
Bewertet: Taschenbuch

das Werk hat fast zweitausend Jahre auf dem Buckel und könnte dennoch nicht aktueller sein. dieses Buch lädt zum Nachdenken über die Vergänglichkeit und den Sinn des Lebens ein. an der Übersetzung habe ich auch absolut nichts zu bemängeln.

gegen die sophistische Täuschung
von Hartmut Zimmer aus Alzenau am 01.01.2011
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Es wäre sicherlich müßig, über Größe oder Nichtgröße eines Marcus Aurelius zu philosophieren. Sein Denken jedoch erscheint ungemein aktuell und gibt in frappierender Weise treffende Antworten auf die Herausforderungen unserer heutigen Zeit: Das Denken des Stoikers steht gegen jede sophistische Oberflächlichkeit. Unser politisches und ökonomisches System hat dagegen einen wert(e)losen Eigennutz... Es wäre sicherlich müßig, über Größe oder Nichtgröße eines Marcus Aurelius zu philosophieren. Sein Denken jedoch erscheint ungemein aktuell und gibt in frappierender Weise treffende Antworten auf die Herausforderungen unserer heutigen Zeit: Das Denken des Stoikers steht gegen jede sophistische Oberflächlichkeit. Unser politisches und ökonomisches System hat dagegen einen wert(e)losen Eigennutz zur Ersatzreligion erhoben. Es handelt sich um ein System, das auf einer abstoßenden Kultur des Vorgaukelns und der Spiegeleien basiert. Widerwärtiger Betrug und systematische Täuschungen haben gigantische Potemkinsche Dörfer geschaffen, deren hohle Fassaden in der heutigen Weltwirtschafts- und weltpolitischen Krise nun donnernd in sich zusammenstürzen. Das stoische Denken des Marcus Aurelius setzt den Kontrapunkt: Gegen jede Art eines auf (Selbst- und Fremd-) Täuschung angelegten, aber in unserer Zeit hochangesehenen sophistischen Denkens.

Der letzte Stoiker
von Zitronenblau am 28.08.2009
Bewertet: Taschenbuch

Der Philosophenkönig Marc Aurel schrieb seine Selbstbekenntnisse nieder - ganz in der Philosophie der Stoa. Stoa will erziehen: vor allem zur Selbstbeherrschung, zur Gelassenheit und zur Weisheit. Sie ist (hier) eine ethische Philosophie, die das Gute und die Vernuft im Individuum wecken und gestalten will. Alles ist Eins und... Der Philosophenkönig Marc Aurel schrieb seine Selbstbekenntnisse nieder - ganz in der Philosophie der Stoa. Stoa will erziehen: vor allem zur Selbstbeherrschung, zur Gelassenheit und zur Weisheit. Sie ist (hier) eine ethische Philosophie, die das Gute und die Vernuft im Individuum wecken und gestalten will. Alles ist Eins und in Ordnung - so auch das Individuum mit seiner Umwelt. Aurel repetiert seine Aussagen und Aphorismen, mitunter sind die sehr simpel, dennoch aber nicht unbedingt tief. Oftmals erkenne ich einen ganzheitlichen bzw. göttlich-weltheitlichen Determinismus, den ich persönlich ablehne - da dieses Absolutum übrigens auch im Widerspruch zu Aurels eigener (ungefähren) These steht, dass jedem die Möglichkeit zur Selbstüberwindung immanent sei. Ganz lesenswert, für Menschen, die sich mit der stoischen Lehre auseinandersetzen wollen, ansonsten gibt es in der Weltliteratur m.E. interessantere Literatur (z.B. Montaigne, der auch anfangs Stoiker war, später aber zum Skeptizismus übertrat).