Tod am Teufelsloch

Kinzigtal-Trilogie - Band 2

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15 Jahre sind vergangen, seit Lisa von dem mysteriösen Geisterwesen Leuchte in die Vergangenheit entführt wurde, um nur wenig später in ihre Zeit zurückgeschickt und von ihrer großen Liebe Jonas Faust getrennt zu werden. Nun ist sie erneut in der Zeit gestrandet – aber bei weitem nicht so, wie sie es sich vorgestellt hat.
Im Steinau des 18. Jahrhunderts hilft ihr ausgerechnet Jonas Fausts erste Liebe Ruth, eine Anstellung zu finden. Lisa kommt im Amtshaus unter – als Kindermagd der Brüder Grimm. Doch ihre Abenteuer sind alles andere als märchenhaft, vor allem, weil bald schon wieder der Tod ins Spiel kommt. Am Teufelsloch, einem unheimlichen Platz im Wald, werden Mädchenleichen entdeckt. Und dieser Platz übt auf Lisa eine unheimliche Anziehungskraft aus. Tragen die berüchtigten Spessarträuber Schuld an den Mädchenmorden? Bei alledem muss Lisa sich entscheiden, ob sie bereit ist, ihre große Liebe Jonas Faust aufzugeben.
Portrait
Tanja Bruske wuchs in Marköbel (Hessen) auf, verfasste im Grundschulalter erste Geschichten und wollte das Schreiben schon früh zum Beruf machen. Nach dem Abitur studierte sie Germanistik und Theater-, Film und Medienwissenschaften an der Goethe-Universität in Frankfurt. Während des Studiums arbeitete sie für Lokalzeitungen, absolvierte Praktika bei Funk und Fernsehen und volontierte schließlich bei der Gelnhäuser Neuen Zeitung, wo sie heute als Redakteurin arbeitet. 2007 erschien ihr erster Roman „Das ewige Lied“ und gewann beim Wettbewerb „Hessens verheißungs-vollstes Manuskript“ des Radiosenders FFH. In den Folgejahren veröffentlichte die Autorin einige Theaterstücke. Weitere Ver-öffentlichungen bei mainbook: „Leuchte“ (Kinzigtal-Trilogie – Band 1, ISBN 9783944124032)
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Kunststoff-Einband
Seitenzahl 251
Erscheinungsdatum 09.09.2015
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-944124-85-8
Verlag Mainbook Verlag
Maße (L/B/H) 21,1/14,1/2 cm
Gewicht 275 g
Auflage 1
Verkaufsrang 43.896
Buch (Kunststoff-Einband)
11,95
inkl. gesetzl. MwSt.
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Kindermädchen im Hause Grimm
von mabuerele am 14.11.2015

„...Räuberromantik sieht anders aus, dachte Lisa. Goethe und Schiller hätten mal besser Feldstudien betreiben sollen...“ Die 35jährige Lisa braucht nach der Trennung von Patrick eine Auszeit. Sie nimmt ein Sabbatjahr und plant eine Weltreise. Von ihren Freunden und Bekannten hat sie sich verabschiedet. Doch sie kommt nicht weit. Auf einer... „...Räuberromantik sieht anders aus, dachte Lisa. Goethe und Schiller hätten mal besser Feldstudien betreiben sollen...“ Die 35jährige Lisa braucht nach der Trennung von Patrick eine Auszeit. Sie nimmt ein Sabbatjahr und plant eine Weltreise. Von ihren Freunden und Bekannten hat sie sich verabschiedet. Doch sie kommt nicht weit. Auf einer Brücke verunglückt sie mit dem Auto und landet im Fluss. Als sie zu sich kommt, liegt sie auf einem Boot. Eine junge Frau beugt sich über sie. Lisa kennt das Gesicht. Es ist Ruth, eine junge jüdische Frau. Ihr Bild sah sie vor 15 Jahren, bei ihrer ersten Reise in die Vergangenheit. Auf Nachfrage erfährt Lisa, dass sie sich nun im Jahre 1791 befindet. Die Autorin hat einen fesselnden historischen Krimi geschrieben. Es ist der zweite Teil einer Trilogie. Obwohl ich den ersten Teil bisher nicht gelesen habe, konnte ich problemlos der Handlung folgen. Alle Informationen zu Teil I, die nötig sind, finden sich in der Geschichte. Das Buch lässt sich zügig lesen. Es hat mich schnell in seinen Bann gezogen. Ein Grund dafür ist in dem ungewöhnlichen Ansatz der Autorin zu sehen. Lisas zweite Reise, die 15 Jahre nach der ersten stattfindet, katapultiert sie zu einem Zeitpunkt, der circa ein Jahr vor ihrer ersten Reise liegt. Sie weiß also, dass Ruth in wenigen Monaten sterben wird. Kann sie die Vergangenheit ändern? Das Buch zeichnet sich durch eine exakte Recherche aus. Lisa, die Geld verdienen muss, landet als Kindermädchen bei dem Amtsmann Wilhelm Grimm. Jakob ist 6 Jahre, sein Bruder Wilhelm 5 Jahre alt. Ausführlich werden die Lebensverhältnisse im Hause Grimm beschrieben. Als Lisa bei einem Spaziergang ein totes Mädchen entdeckt, ist es Aufgabe des Amtmanns, den Täter zu finden. Der Schriftstil des Buches lässt sich angenehm lesen. Die Autorin beherrscht den Umgang mit treffenden Metaphern. Gleichzeitig durchzieht ein feiner Humor die Geschichte, der vor allem dann zum Tragen kommt, wenn Lisa die Errungenschaften der Neuzeit vermisst oder vor Aufgaben gestellt wird, die sie vorher nie lösen musste. Auch ihre Kenntnisse als Literaturwissenschaftlerin sind humorvoll verpackt, wie obiges Zitat zeigt. Lisas Gedanken werden kursiv hervorgehoben, das gefällt mir gut. So ganz nebenbei hat die Autorin eine Menge an Informationen in der Geschichte untergebracht. Dazu gehören jüdische Traditionen, das Räuberwesen der Zeit, Schlachtfest und Johannisfeuer. Die französische Revolution hinterlässt erste Spuren. Ruth, die selbstbewusst auftritt, muss begreifen, dass sie als Jüdin und Frau eben noch nicht die Rechte hat, die sie gern hätte. Andererseits gibt es viele Situationen, wo nicht nur die Männerwelt von Lisas Handeln überrascht ist. Im Anhang trennt die Autorin Fiktion von Realität. Zwei Karten und ein Glossar des Rotwelsch, der Sprache der Räuber, ergänzen das Buch. Das in Rot gehaltene Cover vom Teufelsloch passt. Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Die historische Genauigkeit, die spannende Handlung und der humorvolle Stil bilden ein gelungenes Ganzes.