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Tambora und das Jahr ohne Sommer

Wie ein Vulkan die Welt in die Krise stürzte

Wolfgang Behringer

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Beschreibung

1816 spielte das Klima verrückt. Der Winter brachte extreme Kälte; sintflutartige Regenfälle führten in Asien zu gewaltigen Überschwemmungen. In Westeuropa wie in Nordamerika erlebte man das "Jahr ohne Sommer". Die Ursache kannte damals niemand: Es war der Ausbruch des Vulkans Tambora im heutigen Indonesien - der größte Vulkanausbruch in der menschlichen Geschichte. Der renommierte Klimahistoriker Wolfgang Behringer erzählt in seinem Buch zum ersten Mal die globale Geschichte dieser Klimakatastrophe, die die Welt auf Jahre hinaus in politische und soziale Krisen stürzte.
Durch Missernten wurde 1817 zum "Jahr des Hungers". Es folgten Seuchen, die ganze Regionen lahmlegten, riesige Auswanderungswellen, politische Unruhen und Attentate, die eine vorrevolutionäre Stimmung erzeugten. In Deutschland machte man die Juden zum Sündenbock der Misere, in Südafrika die Hexen, und in China untergruben Geheimgesellschaften die Autorität des Staates. Noch nie zuvor wurden all diese Ereignisse auf ihren gemeinsamen Ursprung bezogen. Wolfgang Behringer zeigt, wie unterschiedlich die einzelnen Länder und Gesellschaften reagierten. Am Ende trug die Klimakatastrophe zu einer Umschichtung der Weltpolitik bei: dem Niedergang Chinas, Indiens und der islamischen Welt sowie dem Aufstieg Europas, Russlands und der USA.

Wolfgang Behringer ist Professor für die Geschichte der Frühen Neuzeit an der Universität des Saarlandes. Bei C.H.Beck sind von ihm u.a. erschienen: Hexen. Glaube, Verfolgung, Vermarktung (2009) und Kulturgeschichte des Klimas. Von der Eiszeit bis zur globalen Erwärmung (2010).

Produktdetails

Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 398 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 21.09.2015
Sprache Deutsch
EAN 9783406676161
Verlag C. H. Beck
Dateigröße 7058 KB

Buchhändler-Empfehlungen

Martin Roggatz, Thalia-Buchhandlung Bonn (Universitätsbuchhandlung Bouvier)

Völlig neue Sicht auf das Wetter in den Folgejahren der Freiheitskriege. Einen "Nuklearen Winter" kann auch die Natur (vulkanisch) produzieren, mit gleich schrecklichen Folgen.

Kundenbewertungen

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Das "Jahr ohne Sommer"
von einer Kundin/einem Kunden am 26.08.2018
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Im Jahr 1815 brach der in Indonesien gelegene Vulkan Tambora aus, einer der größten Ausbrüche der Geschichte. Die Auswirkungen waren weltweit spürbar. Dürre, Kälte, extreme Niederschläge. Es gab Missernten bis zum Totalausfall, gefolgt von Hungersnöten. Die Regierungen waren oft überfordert. Wolfgang Behringer zeigt die Verwundb... Im Jahr 1815 brach der in Indonesien gelegene Vulkan Tambora aus, einer der größten Ausbrüche der Geschichte. Die Auswirkungen waren weltweit spürbar. Dürre, Kälte, extreme Niederschläge. Es gab Missernten bis zum Totalausfall, gefolgt von Hungersnöten. Die Regierungen waren oft überfordert. Wolfgang Behringer zeigt die Verwundbarkeit der Zivilisationen gegenüber Naturereignissen, ein Thema, das auch heute wieder aktuell ist. Die Verknüpfung des Tambora-Ausbruchs mit nachfolgenden Ereignissen kann man jedoch durchaus kritisch sehen. (Siehe auch: Bayly, Die Geburt der modernen Welt)

von einer Kundin/einem Kunden aus Heidelberg am 21.08.2018
Bewertet: anderes Format

1816, nach dem Ausbruch des Tambora, erlebt die Welt nie gekannte Klimakatastrophen. Behringer hat blendend recherchiert und vermittelt dem Leser klug und flüssig, was geschah. TOP

Ein lokales Ereignis und seine Auswirkungen auf die Welt
von Gertie G. aus Wien am 05.08.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Gleich vorweg, wer sich ein Buch über Vulkane im Allgemeinen und den Tambora sowie dessen Ausbruch im Detail erwartet, ist hier nicht richtig. Wolfgang Behringer untersucht die globalen Zusammenhänge zwischen dem Ausbruch des Vulkans und der anschließenden Klimaveränderung. In sieben Kapiteln (inkl. Einleitung und Epilog) ve... Gleich vorweg, wer sich ein Buch über Vulkane im Allgemeinen und den Tambora sowie dessen Ausbruch im Detail erwartet, ist hier nicht richtig. Wolfgang Behringer untersucht die globalen Zusammenhänge zwischen dem Ausbruch des Vulkans und der anschließenden Klimaveränderung. In sieben Kapiteln (inkl. Einleitung und Epilog) versucht der Autor die Auswirkungen darzustellen. Während es einige Publikationen über die Folgen des Ausbruchs des Krakataus gibt, ist der des Tamboras am 10. April 1815 nahezu unbemerkt. Woran das liegen mag? An der fehlenden Kommunikation? Vom Ausbruch des Krakatau 1883 wird alle Welt durch Telegrafen recht bald wissen. Soweit ist man 1815 noch nicht. Vermutlich auch daran, dass Europa nach rund 20 Jahren der Napoleonischen Kriege ausgeblutet (im wahrsten Sinne des Wortes) darnieder liegt und wenig Interesse an Katastrophen hat, die in Indonesien stattfinden. Dennoch sind in den darauffolgenden Jahren Europa und Amerika sowohl direkt als auch indirekt betroffen. Das Jahr 1816 geht als „Jahr ohne Sommer“ in die Geschichte ein. Die Aschewolke und die Schwefeldioxid-Emissionen verfinstern die Sonne und sorgen für eine Mini-Eiszeit. Die darauffolgenden Missernten und Nahrungsmittelknappheit lassen Millionen Menschen verhungern bzw. an Seuchen sterben. Denn vielerorts betriebene Spekulationen lassen die Preise für Getreide ins astronomische steigen. In vielen europäischen Ländern versagen die Regierungen. Es kommt zu Hungerrevolten und Pogromen an Juden, die man für die Krise verantwortlich macht. Abertausende Menschen verlassen die Hungergebiete Europas und hoffen in Amerika Wohlstand und einen neuen Anfang zu finden, nicht wissend, dass auch hier das Klima gestört ist. Der Autor hat einige beeindruckende Auswanderungsstatistiken ausfindig gemacht. Man sieht, dass sich einige deutsche Familie auch in die Ukraine aufmachten, um dort einen Neustart zu wagen. Das wird dann Jahrzehnte später wieder Auswirkungen haben. Soziales Denken ist nicht Sache der Herrscher. Das ist zu jener Zeit Aufgabe von privaten und/oder kirchlichen Organisationen. Wohlhabende Bürger spenden Geld oder kaufen Nahrungsmittel, die sie an die Notleidenden abgeben. Die Jahre nach der Katastrophe sind auch eine Zeit der Erfindungen und der kulturellen Blüte. So schreibt Mary Shelley im Angesicht des trüben Wetters 1818 ihren „Frankenstein“. William S. Turner malt seine unnachahmlichen Bilder. Die Vulkanologie und die Meteorologie werden eigenständige Wissenschaften. Es werden Dampfschiffe und Straßen gebaut, die Draisine wird belächelt und Flüsse werden begradigt. Warum dieses? Auf Grund des Endes der kleinen Eiszeit schmelzen die vorher stark gewachsenen Gletscher wieder ab und verursachen weiträumige Überschwemmungen. Um das Wasser schneller abzuleiten, wird u.a. der Rhein wird begradigt und schiffbar gemacht. Seine Sumpfgebiete werden trockengelegt. Dabei wird nicht nur Fläche für die Landwirtschaft gewonnen, sondern gleichzeitig die Malaria ausgerottet. Ein toller Fortschritt, oder? Inzwischen weiß man, dass die Begradigung von Flüssen doch keine so gute Idee war und baut wieder zurück. Der Autor wirft einen Blick nach Amerika und nach Asien, die beides, wenn auch unterschiedlich von der Klimakatastrophe betroffen waren. Abschließend möchte ich aus Gillen D’Arcy-Woods Buch „Vulkanwinter“ zitieren: „Der Fall Tambora steht für die sensible Abhängigkeit des Menschen und seiner Gesellschaft vom Klima.“ Dem ist wohl wenig hinzuzufügen. Fazit: Ein sehr interessantes Buch, das sich mit den globalen Auswirkungen einer örtlichen Katastrophe beschäftigt. Dafür gebe ich gerne 5 Sterne.


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