Zweig, S: Schachnovelle

Stefan Zweig (1881-1942) war ein österreichischer Schriftsteller. Er emigrierte 1934, wegen der Machtergreifung der Nazis, zunächst nach England, dann nach Brasilien.

Die "Schachnovelle" erzählt die Geschichte des Österreichers Dr. B., der auf einer Schiffsreise von New York nach Buenos Aires zufällig erfährt, dass ein Ölmagnat gegen den Schachgroßmeister Mirko Czentovic spielt. Dr. B. verhilft dem Ölmagnaten in seiner zweiten Partie zu einem sensationellen Remis. Doch der Erfolg birgt ein dunkles Geheimnis: Seine Schachkenntnisse erlangte Dr. B. während einer Isolationshaft durch die Nationalsozialisten - durch ein gestohlenes Buch, einer Sammlung berühmter Schachpartien ...

Die "Schachnovelle" ist Stefan Zweigs letztes und auch bekanntestes Werk.
Portrait
Stefan Zweig wurde am 28. November 1881 in Wien geboren und schied am 23. Februar 1942 in Petrópolis bei Rio de Janeiro, Brasilien, freiwillig aus dem Leben. Er schrieb Gedichte, Novellen, Dramen und Essays, die 1933 der Bücherverbrennung der Nazis zum Opfer fielen.

Zweig wuchs als Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie in Wien auf und studierte bis 1904 Philosophie, Germanistik und Romanistik in Berlin und Wien. Er unternahm Reisen in Europa, nach Indien, Nordafrika, Nord- und Mittelamerika. 1917/18 bekannte er sich in Zürch u.a. mit Hermann Hesse, James Joyce und Annette Kolb als Kriegsgegner und pflegte Freundschaften mit Émile Verhaeren und Romain Rolland.
Von 1919 bis 1938 lebte er in Salzburg, unternahm jedoch 1928 eine Russlandreise und hielt sich ab 1935 häufig in England auf, bis er 1938 dann nach England emigrierte. Im Jahr 1940 zog es Zweig zunächst nach New York, bis er letzlich ab 1941 sein Zuhause in Petrópolis, Brasilien, fand. Sein episches Werk machte ihn ebenso berühmt wie seine historischen Miniaturen und die biographischen Arbeiten.

»Er war in seiner Zeit weltweit einer der berühmtesten und populärsten deutschsprachigen Schriftsteller. Seine unter dem Einfluß Sigmund Freuds entstandenen Novellen zeichnen sich durch geschickte Milieuschilderungen und einfühlsame psychologische Porträts aus, in denen die dezente, doch unmißverständliche Darstellung sexueller Motive auffällt. Seine romanhaften Biographien akzentuieren die menschlichen Schwächen der großen historischen Persönlichkeiten.« Marcel Reich-Ranicki
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 56
Erscheinungsdatum 01.11.2015
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-95870-479-4
Verlag Nexx verlag GmbH
Maße (L/B/H) 20,1/13,4/0,8 cm
Gewicht 81 g
Auflage 2. Auflage
Buch (Taschenbuch)
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9,90
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Erschreckend aktuell!
von Miri am 22.09.2018
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Was passiert mit einem Menschen, der gezwungen ist, sein Da-Sein auf ständiges WARTEN und MONOTONIE zu reduzieren? Wie lange dauert es bis er in den Wahnsinn getrieben wird. Stefan Zweig zeigt mit seiner Novelle die andere Art des grausamen Folterns des Nationalsozialismus und zwar den psychische Folter! Wie entsteht eine Stumpf... Was passiert mit einem Menschen, der gezwungen ist, sein Da-Sein auf ständiges WARTEN und MONOTONIE zu reduzieren? Wie lange dauert es bis er in den Wahnsinn getrieben wird. Stefan Zweig zeigt mit seiner Novelle die andere Art des grausamen Folterns des Nationalsozialismus und zwar den psychische Folter! Wie entsteht eine Stumpfheit gegenüber der Normalität/gegenüber dem Leben? Und vor allem wie leicht ist es den alten Mustern wieder zu verfallen? Die Macht des menschlichen Verstands ist immer noch ein wissenschaftliches Rätsel. Die Geschichte zeigt zwei Gegenpole, die sich an einem Schiff begegnen und diese Gegenpole treten während eines Schachspieles ans Licht. An der einen Seite des Brettes sitzt der amtierende Weltmeister (arrogant, selbstsicher, eher sozialer Super-Gau im negativen Sinne), ein Bauerjunge, der das Blindspiel nie beherrschte, weil er eher eingeschränkt ist. An der anderen DR.D., der die Kunst des Spieles in einer Isolation gezwungenermaßen durch Spiel gegen sich selbst erlernt hatte, allerdings dazu neigt in den Wahnsinn zu verfallen. Letztes Spiel in seinem Leben soll ihm zeigen, ob er seine Kenntnisse auch im physischen Spiel anwenden kann und wie nah am Abgrund er sich immer noch befindet, weil dieses eine Spiel ihm zeigt, dass er nur ein Schritt von Wahnsinn entfernt sei. Es kam mir vor, dass diese Novelle eine Art "Erklärung" von Stefan Zweig ist, warum er "freiwillig" aus dem Leben schied. Wer kann nämlich eine Selbstverlorenheit und emotionale "Stumpfheit" so nahe beschreiben, wenn er/sie selbe/r nicht mitten drin ist. Verdient gehört dieses Werk zur Pflichtlektüre und für mich nicht nur in der Schule.

Nicht nur für Schachspieler
von einer Kundin/einem Kunden aus Göppingen (BaWü) am 04.05.2012
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Im Mittelpunkt der Novelle stehen zwei Schachgenies, eines mit Schachpraxis, das andere nur mit Schachtheorie. Wer von ihnen wird am Ende ihres Duells "Schachmatt" sagen können? Der österreichische Schriftsteller legt in der Erzählung vor allem Wert auf die psychologische Tiefenauslotung der beiden sich gegenüberstehenden Char... Im Mittelpunkt der Novelle stehen zwei Schachgenies, eines mit Schachpraxis, das andere nur mit Schachtheorie. Wer von ihnen wird am Ende ihres Duells "Schachmatt" sagen können? Der österreichische Schriftsteller legt in der Erzählung vor allem Wert auf die psychologische Tiefenauslotung der beiden sich gegenüberstehenden Charaktere. Die technischen Details des Schachspiels treten dabei in den Hintergrund, so dass auch Schachunverständige - wie ich einer bin - die Erzählung genießen können. Neben dem Schach kommen aber auch andere Aspekte zum Zug, wie z.B. Gefangennahme u. Verhöre durch die Nationalsozialisten. Wer gute Literatur zu schätzen weiß, aber nicht viel Zeit zum Lesen hat, dem sei die ca. 100 Seiten umfassende Novelle sehr ans Herz gelegt.

Die "Schachnovelle"
von Paul Gilius aus Kaiserslautern am 13.08.2010
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Die Geschichte des Dr. B., der in Gefangenschaft der Nazionalsozialisten kommt und berühmte Schachpartien im Kopf immer wieder und wieder durchspielt, um nicht verrückt zu werden, ist aufwühlend, spannend und fesselnd geschrieben. Jahre später bekommt er auf einer Kreuzfahrt die Möglichkeit eine Partie gegen den amtierenden Sch... Die Geschichte des Dr. B., der in Gefangenschaft der Nazionalsozialisten kommt und berühmte Schachpartien im Kopf immer wieder und wieder durchspielt, um nicht verrückt zu werden, ist aufwühlend, spannend und fesselnd geschrieben. Jahre später bekommt er auf einer Kreuzfahrt die Möglichkeit eine Partie gegen den amtierenden Schachweltmeister zu spielen. Er nimmt in dem Bewusstsein an, dass er sich der Gefahr aussetzt, wieder verrückt zu werden. "Die Schachnovelle" von Stefan Zweig ist ein hervorragendes Buch und eine wundervolle Lektüre.