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Songs From The Bottom,Vol. 1

Rezension
Gut sieben Jahre nach "Heavy" (2009) veröffentlicht der einstige Sänger der Gruppe Blumfeld sein zweites Studioalbum, auf dem er ein Dutzend Coverversionen in neues Licht rückt und dabei in jedem Song neue Winkel ausleuchtet. Die Reise beginnt mit "Just Like This Train" von Joni Mitchells Album "Court And Spark" (1974) und führt über "On The Avenue" von Aztec Camera (1995) bis hin zu "Beautiful Cosmos" von Ivor Cutler. Und mit dem letztgenannten Track ist Distelmeyers Album - nach "Everything Sacred" vom englischen Trio Yorkston/Thorne/Khan - schon die zweite Produktion innerhalb weniger Wochen, auf der man einen Song des 2006 im Alter von 83 Jahren verstorbenen schottischen Poeten und Humoristen Ivor Cutler kennenlernen kann. Allein das ist schon sehr viel wert. Aber "Beautiful Cosmos" fasst zum Schluss auch mit augenzwinkernder Melancholie zusammen, was Distelmeyer mit "Songs From The Bottom" kreiert hat: einen wunderbaren Kosmos, in dem die unterschiedlichsten Fixsterne aus der Geschichte der Popmusik dank seiner liebevollen Adaption am Ende alle auf derselben Wellenlänge funkeln. Im Mittelpunkt der sparsamen Arrangements, die Swen Meyer als Co-Produzent in feinster Klarheit aufgenommen und abgemischt hat, stehen Distelmeyers Stimme und Gitarre, die jene irgendwie noch unschuldige Singer/Songwriter-Atmosphäre der 60er-Jahre aufleben lassen - in Tracks wie "Turn Turn Turn" von Pete Seeger zum Beispiel, mit dem die Byrds Ende 1965 die US-Charts anführten, oder in "On The Avenue", wo Distelmeyer fast schon wie Johnny Cash singt. Diese "Songs From The Bottom" kommen in Distelmeyers Interpretation hundertprozentig überzeugend rüber: als ehrliche, profunde Botschaften aus tiefster Seele. Und so freut man sich zum Beispiel, wie hier auf die subtile Raffinesse von Lana Del Reys Hit "Video Games" (2012) mit "I Read A Lot" von Nick Lowes Album "The Old Magic" (2011) ein melancholisches Bekenntnis zur Lektüre von Büchern folgen lässt. Die alte Magie in diesem wunderbaren Kosmos funktioniert auch bei "Bitter Sweet Symphony" (The Verve, 1997), wo man unwillkürlich mitpfeift, oder bei "This Old Road" (Kris Kristofferson, 2006). Ganz hervorragend auch Distelmeyers Version von "Pyramid Song" (Radiohead, 2001) - und man staunt, welche Qualitäten in "Toxic" von Britney Spears (2003) stecken, weil man dieses Stück vielleicht schon aus Skepsis gegenüber Frau Spears bisher noch nicht sehr aufmerksam gehört hat. Genug der Euphorie? Eine Steigerung muss noch sein: Nach der Halbzeit folgt auf den einzigen ein wenig schwächeren Titel, Al Greens Soul-Evergreen "Let's Stay Together", mit "I Could Be The One" von Avicii (2012) ein Track, der dank dezenter Elektronik und Daniel Florey am Klavier zum instrumentalen Höhenflug abhebt, statt Technowumme Sufi-Ekstase: Schöner geht's nicht. "Songs From The Bottom": Besser geht's nicht. Und wir warten schon auf "Vol. 2". Manfred Gillig-Degrave (Quelle/Copyright: G+J Entertainment Media)
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Beschreibung

Produktdetails


Medium CD
Anzahl 1
Erscheinungsdatum 12.02.2016
Sprache Deutsch
EAN 0888751252325
Genre Deutschpop
Hersteller Sony Music Entertainment
Komponist Jochen Distelmeyer
Verkaufsrang 3.694
Musik (CD)
7,99
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