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Die Annäherung

Roman

(2)
Die berührende Geschichte einer schwierigen Vater-Tochter-Beziehung.
Als er wegen eines Schwächeanfalls in ein Krankenhaus eingeliefert wird, spürt Theo, dass er am Ende seines Lebens angekommen ist: Er ist alt und fortan pflegebedürftig, was ihn eine Ohnmacht und Hilflosigkeit spüren lässt, die er bisher nicht kannte. Er zieht Bilanz, ist in Gedanken oft bei seiner früh verstorbenen ersten Frau, deren Sterben er erst jetzt richtig begreift, und er erinnert sich an nicht mehr gut zu machende Versäumnisse, während ihm die Gegenwart und die bisher glückliche Ehe mit Berta aus dem Gleichgewicht geraten. Aber auch dieses letzte Lebensjahr bringt noch einmal Glück und einen Neuanfang durch die junge ukrainische Pflegerin Ludmila, die sein Herz erreicht, wie weder Berta noch seine seit Jahrzehnten entfremdete Tochter Frieda es vermögen. Ludmila wird zu Theos letzter Liebe, sie wird ihm zur Tochter, wie Frieda es nie war.
Für Frieda ist Theos liebevoller Umgang mit Ludmila, die Nähe zwischen den beiden, unbegreiflich und schmerzlich. Und doch erfüllt sie seine Bitte und reist in die Ukraine, um Ludmila zu ihm zurückzubringen. Im Gegenzug darf sie zum ersten Mal Einblick in Theos Kriegstagebuch nehmen, von dem sie sich die endgültige Antwort darauf verspricht, ob ihr Vater, entgegen seinen lebenslangen Beteuerungen, sich als Wehrmachtsangehöriger schuldig gemacht hat. Die Reise wird zu einer Spurensuche in die Vergangenheit, zu einem Versuch der nie geglückten Auseinandersetzung zwischen der Kriegsgeneration und den Nachgeborenen. Anna Mitgutschs Figuren balancieren auf dem schmalen Grat zwischen Nähe und Ferne, Zuneigung und Ressentiment, Schuld und Schuldlosigkeit auf eine Lösung – vielleicht Erlösung – zu, die es niemals geben kann. Bis sie begreifen, dass das Glück ein Schwebezustand ist, der niemals enden muss, und ihr gespanntes Schweben ein Glück.
Rezension
“Anna Mitgutsch beschreibt ihre Figuren mit Empathie und großer Herzenswärme. Eine nuanciertere, wahrhaftigere, berührendere Familiengeschichte hat man in jüngster Zeit kaum gelesen.“
Portrait
Anna Mitgutsch, 1948 in Linz geboren, unterrichtete Germanistik und amerikanische Literatur an österreichischen und amerikanischen Universitäten. Für ihr literarisches Werk erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, u. a. den Solothurner Literaturpreis, den Würdigungspreis (Staatspreis) für Literatur der Republik Österreich und das Ehrendoktorat der Universität Salzburg. Seit den siebziger Jahren übersetzt sie Lyrik und verfasste bisher zehn Romane, die in mehrere Sprachen übersetzt wurden. Bei Luchterhand erschienen die Romane „Ausgrenzung“ (1989), „In fremden Städten“ (1992), „Haus der Kindheit“ (2000), „Familienfest“ (2003), „Zwei Leben und ein Tag“ (2007) und „Wenn du wiederkommst“ (2010) sowie zuletzt der Essayband „Die Welt, die Rätsel bleibt“ (2014).
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 448 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 08.03.2016
Sprache Deutsch
EAN 9783641160050
Verlag Luchterhand Literaturverlag
eBook
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inkl. gesetzl. MwSt.
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Annäherung und Abschied
von vielleser18 aus Hessen am 29.06.2018
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Theo ist 96, seine Tochter Frieda über 60. Schon seit dem Tod der ersten Frau, Friedas Mutter, und spätestens seit der Beziehung zu seiner zweiten Frau, gab es Risse, Spannungen, Sprachlosikgkeit, Unverständnis und Ablehnung zwischen Vater und Tochter. Berta, Theos zweite Frau spielte dabei auch eine große Rolle. Nach langen... Theo ist 96, seine Tochter Frieda über 60. Schon seit dem Tod der ersten Frau, Friedas Mutter, und spätestens seit der Beziehung zu seiner zweiten Frau, gab es Risse, Spannungen, Sprachlosikgkeit, Unverständnis und Ablehnung zwischen Vater und Tochter. Berta, Theos zweite Frau spielte dabei auch eine große Rolle. Nach langen Jahren der Entfremdung bekommt Frieda einen Anruf, Theo liegt nach einem Schlaganfall im Krankenhaus. Der erste Schritt einer Annäherung - ein Grund sich wieder anzunähern, denn Frieda hat im tiefsten Inneren die Hoffnung nie aufgegeben den Vater verstehen zu lernen, das Wieso und Warum zu hinterfragen und auch seine Rolle, die er als Wehrmachtssoldat im zweiten Weltkrieg gespielt hat zu durchleuchten. Anna Migutsch erzählt kapitelweise aus wechselnden Sichtweisen. Da ist einmal Theo, der weiß, dass er auf der letzten Wegstrecke ist, seine Gedanken kreisen um das, was nun kommen wird, aber auch er fängt an, immer wieder in die Vergangenheit zurück zu blicken, sein Leben zu bewerten. Frieda hat es nie geschafft offen mit ihrem Vater zu sprechen. Wird es ihr nun, da sie selbst schon im Rentenalter ist, gelingen ? Ihr Leben war nie leicht, auch über sie erfahren wir im Laufe der Geschichte immer mehr, angefangen über ihre Kindheit und Jugend, über ihre gescheiterte Ehe und ihre zwei Kinder. Was mich an dem Buch fasziniert und gefesselt hat, ist, dass es die Autorin geschafft hat, diese zwei Persönlichkeiten und auch die anderen Randfiguren zu erschaffen, diese unterschiedlichen Charaktere, diese ja - traurigen und auch tragischen - Gestalten, die sich durchs Leben gehangelt haben, die sich auf den letzten gemeinsamen Metern versuchen anzunähern, die über ihre Schatten aber nicht springen können. Und trotz allem ist der Roman nicht etwas trostlos oder nur tieftraurig. Die Figuren wirken so lebendig, so real, man kann sich in sie hinein versetzen, mit ihnen leiden, aber auch hoffen, man kann sie in ihrer Art verstehen, auch wenn man selbst vielleicht ganz anders gehandelt hätte. Vor allem Theos Sichtweise auf sein Alter und seinen letzten Weg bewegen. Ergänzt werden die Hauptprotagonisten durch die Randfiguren, die ebenfalls dazu beitragen, dass diese Geschichte rund wird : Berta, die Ehefrau, Ludmilla, die ukrainische Pflegekraft, Edgar, Friedas Freund. Anna Migutsch hat einen ruhigen Sprachmodus, es geht hier nicht um Spannung oder Höhepunkte, es geht um Gefühle und eine verkorkste Vater-Tochter-Beziehung, über Vergangenheitsbewältigung, aber auch um das Leben ansich, was es ausmacht, über verpasste Gelegenheiten, über Wege, die man in seinem Leben falsch eingeschlagen hat. Trotz der über 400 Seiten gibt es kaum Langeweile beim Lesen, es gibt Veränderungen, es gibt Hoffnungsschimmer, es gibt aber auch Verständnis, da nach und nach immer mehr aus der Vergangenheit der beiden bekannt wird. Manchmal möchte man die Protagonisten wachrütteln, sie aus ihrer Lethargie reißen, dennoch wirken die Figuren gerade durch ihr Versagen so menschlich - so normal fehlerbehaftet. Es geht um das Leben, Beziehungen, über das Versagen, die Einsamkeit und auch um die Trauer zweier Menschen, um ihre Entzweiung, ihre Annäherung und um den Abschied - eine berührende, tiefgehende und nachdenklich machende Geschichte, sehr realistisch erzählt und die mehr Facetten zeigt als man anfangs meint. Große Leseempfehlung von mir!!!

berührend
von Eva Dolezal aus Wien am 01.04.2016
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Anna Mitgutsch's Portrait einer "Familie" geht ziemlich unter die Haut. Theo, Witwer und Vater, findet in Berta seine zweite Liebe. Seine Tochter Frieda aus erster Ehe akzeptiert die neue Frau an seiner Seite nicht und so kommt es unweigerlich zum Bruch. Frieda ist ein Kind der Nachkriegszeit, als Jugendliche fängt... Anna Mitgutsch's Portrait einer "Familie" geht ziemlich unter die Haut. Theo, Witwer und Vater, findet in Berta seine zweite Liebe. Seine Tochter Frieda aus erster Ehe akzeptiert die neue Frau an seiner Seite nicht und so kommt es unweigerlich zum Bruch. Frieda ist ein Kind der Nachkriegszeit, als Jugendliche fängt sie an Fragen zu stellen. Wieviel Mitschuld trägt ihr Vater? Die ewige Frage nach der Schuld belastet die Vater Tochter Beziehung zusätzlich. Mit 96 Jahren erleidet Theo einen Schlaganfall und ist auf fremde Hilfe angewiesen. Ludmilla, eine Pflegerin aus der Ukraine, kommt in die Familie. Nach einem Leben voller Schweigen findet Theo in ihr eine Gesprächspartnerin, Liebe, Zuneigung. Ich bin komplett in diese Familiengeschichte, die auch Geschichte einer Generation ist, hineingekippt. Das Buch geht sehr unter die Haut. Frieda's jahrelanger Kampf um die Liebe zu ihrem Vater ist sehr berührend und fesselnd. Ich habe mit ihr mitgelitten und Hoffnung geschöpft.