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Meine Erlebnisse in dem furchtbaren Weltkriege 1914-1918

Tagebuch eines Frontsoldaten

(7)
Am 2. August 1914 wird der 21-jährige Kärntner Franz Arneitz zum Kriegsdienst in der k.u.k. Armee einberufen. Als einfacher Soldat wird er nun vier Jahre an der Front kämpfen, in Galizien an der Grenze zum russischen Reich und in Norditalien, u.a. an der Isonzo-Front. Akribisch führt Franz Arneitz Tagebuch und notiert in einfacher und sehr eindringlicher Sprache alles, was ihm in dieser Zeit widerfährt. Es sind schreckliche Geschichten, die er zu erzählen hat. Er berichtet von Gräueltaten der k.u.k. Armee, von sadistischen Offizieren, grauenvollen Verwundungen und elend sterbenden Kameraden, von Angst, Verzweiflung und Tod. Illustriert mit Fotografien und handschriftlichen Dokumenten berichtet dieses Buch authentisch und unverfälscht von den Schrecken des Krieges. Ein einleitendes Kapitel des Historikers Andreas Kuchler, dessen Vater dieses Tagebuch entdeckte, bettet die Schilderung in den zeithistorischen Kontext ein.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Herausgeber Andreas Kuchler
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 144 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 22.02.2016
Sprache Deutsch
EAN 9783218010368
Verlag Verlag Kremayr & Scheriau
Dateigröße 1026 KB
eBook
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Ergreifend
von ChrisYo aus Lutherstadt Wittenberg am 27.09.2016
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Franz Arneitz ist 21 Jahre, als er für den ersten Weltkrieg eingezogen wird und das elterliche Haus - seine heimatliche Scholle - für längere Zeit verlassen muss. Detailliert schildert er in seinen Tagebuchaufzeichnungen, was ihn während seiner Ausbildung zum Soldaten und im Einsatz an der Front widerfährt. Durch sorgfältiger... Franz Arneitz ist 21 Jahre, als er für den ersten Weltkrieg eingezogen wird und das elterliche Haus - seine heimatliche Scholle - für längere Zeit verlassen muss. Detailliert schildert er in seinen Tagebuchaufzeichnungen, was ihn während seiner Ausbildung zum Soldaten und im Einsatz an der Front widerfährt. Durch sorgfältiger Mitschrift seiner Reiseroute lässt sich sein Weg nach verfolgen. Dabei sind seine Beschreibungen über seine Erlebnisse schon fast journalistischer Natur. Er schreibt zwar über seine Ansichten und Gefühle, doch merkt man mit dem Verlauf der Jahre, dass er abstumpft. Dieses Tagebuch spiegelt all seine Emotionen wieder ohne zu übertreiben. So erlebt der Leser abscheu gegenüber der Gräueltaten der Offiziere gegenüber der zivilen Bevölkerung und der Gefangen, man erlebt, wie er der Verzweifelung nah ist und sich nur noch die erlösende Kugel wünscht. Man erlebt, wie er um die Daheimgebliebenen bangt, wie er seinen Freunden beim sterben zusehen muss und wie er sich doch ein Stück weit seinen Seelenfrieden bewahrt, indem er mit dem einen oder anderen nachsichtig verfährt. Ich durfte das Buch im Rahmen einer Leserunde lesen und muss sagen, dass es mir schwer gefallen ist, dieses Buch aus den Händen zu legen. Es ist wirklich gut. Fast fehlen mir die Worte bei diesen ganzen Eindrücken. Es zeigt die Sicht eines einfachen Soldaten, ganz ungeschönt. Dabei schreibt Arneitz so bildlich, dass man sich die damaligen Umstände richtig vorstellen kann. Er beschreibt körperliche Anstrengungen, Angst, Hoffnung und Kummer, übertreibt dabei aber nicht. Erschreckende Szenen tun sich auf und man wird über die Verbrechen an der Zivilen Bevölkerung oder am gemeinen Soldaten aus den eigenen Reihen aufgeklärt. Wer den Offizieren komisch erschien wurde aufgeknüpft, wer nicht mehr marschieren konnte schlichtweg erschossen. Es wurde geplündert, es wurde gemordet, es wurde gestorben. Tagelang mussten die Soldaten um ihr Leben bangen, tagelang unter unheimlichen Bedingungen leben. Eines der schwersten Erlebnisse, die der Franz hatte, war für mich, als ihm die Füße so abgefroren waren, als er auf dem Rückzug vor den Russen war, dass er im Lazarett davor bangte, dass man ihm die Füße abnehmen wollte. Auch in solchen Situationen beschrieb Arneitz nicht nur seinen zustand, sondern beschreibt seine Beobachtungen und auch seinen Einsatz im Lazarett. Auch aus psychologischer Sicht ist das Buch interessant zu betrachten. Arneitz durchläuft viele Stadien, die ihn an seine Grenzen treiben, er kämpft, er zaudert, er gibt sogar einmal sein Leben in die Hände seines Offiziers. Man kann sich nur zu bildhaft vorstellen, was wohl in ihm vorgegangen ist und was die Kriegsjahre mit ihm gemacht haben. Erstaunlich ist auch immer wieder mit anzusehen, wie der Soldat Arneitz von einem Regiment ins nächste, von einem Standort zum nächsten hin und her geschoben wird. Dass mit den Soldaten nicht lang gefackelt wurde, war mir klar, aber dass sie so schnell und so eiskalt an anderen Stellen wieder eingesetzt werden, fand ich schon sehr erschreckend! Für das Gesamtbild hat mir das gezeigt, dass du in der damaligen Zeit, als einzelner Mensch lediglich nur ein Bauer in einem Schachspiel warst, den man schnellst möglich von A nach B schieben konnte. Die Soldaten waren einfach nichts wert. Was ich im Übrigen auch ganz toll fand war, dass es auch Fotografien von Franz Arneitz zu sehen gibt. So zeigt es ihn fast nur in Uniform, mit seinen Schwestern, seiner Familie, zu seinem Einzug und während eines Heimaturlaubs. Besonders eine Fotografie hat sich mir sehr eingebrannt. Dort zu sehen ist eine Postkarte, auf der die "Kriegshelden" der Region mit Portraitfotografien abgebildet sind - Personen, die im Krieg gefallen sind. Ein Andenken, aber doch sehr makaber, so finde ich. Das Buch möchte ich allen empfehlen, die Zeitzeugenberichte mögen und sich an geschichtlichen Hergängen interessieren. Es ist eine wunderbare Grundlage, um sich ein Bild über die damaligen Zustände zu machen. Fast möchte ich schon behaupten, dass es schade ist, dass solche Zeitzeugenberichte nicht in Schulprogramme aufgenommen werden, es ist wirklich ein gutes Anschauungsmaterial.

1914-1918
von einer Kundin/einem Kunden aus wien am 17.03.2016
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Aus dem Tagebuch eines Frontsoldaten: Meine Erlebnisse in dem furchtbaren Weltkriege 1914-1918 Als einfacher Frontsoldat erzählt der 21 jährige Kärntner Franz Arneitz seine Geschichte. Vier Jahre kämpft er an der Front, geprägt von Angst, Verzweiflung und Tod. Tagebuchähnliche Aufzeichnungen lassen den Leser teilhaben am Schrecken des Krieges. Wenn man bereits... Aus dem Tagebuch eines Frontsoldaten: Meine Erlebnisse in dem furchtbaren Weltkriege 1914-1918 Als einfacher Frontsoldat erzählt der 21 jährige Kärntner Franz Arneitz seine Geschichte. Vier Jahre kämpft er an der Front, geprägt von Angst, Verzweiflung und Tod. Tagebuchähnliche Aufzeichnungen lassen den Leser teilhaben am Schrecken des Krieges. Wenn man bereits in der Einleitung liest, dass über 9,3 Millionen getötete Soldaten, über 7,8 Millionen getötete Zivilisten sowie 21,2 Millionen Verwundetet aus dieser Zeit hervor gehen, ist man bereits jetzt schon erschüttert. Für Franz Arneitz waren diese Tagebucheintragungen eine Art Therapie, um die Gräueltaten, die nicht nur der Gegner, sondern auch die eigenen Vorgesetzten begangen haben, zu verarbeiten. In eindringlicher, einfachen aber auch klugen Art beschreibt er Szenen, die man sich gar nicht vorstellen mag. Einberufen zum k.u.k. Infanterieregiment Nr.7 musste er schon früh erkennen, wie grausam mit den Menschen umgegangen wird. Wer aus einem Dorf nicht schnell genug fliehen kann wird als vermeintlicher Spion aufgehängt, wer als Soldat zu erschöpft ist zum Weitergehen, wird vom eigenen Vorgesetzten kaltblütig erschossen. In eisiger Kälte zur Strafe im Freien angebunden, war eine weitere grausame Bestrafung der Vorgesetzten. Man mag sich gar nicht vorstellen, wie die eigenen Soldaten unter der Willkür der Offiziere zu leiden hatten. Bewundernswert war die Gutmütigkeit von Franz Arneitz, der trotz eigener Bestrafungen und Entbehrungen immer ein Mensch geblieben ist und sowohl Freund als auch Feind wann immer es ihm möglich war geholfen hat. Das Buch ist absolut empfehlenswert obwohl es keine leichte Lektüre ist.

Im Osten nichts Neues
von einer Kundin/einem Kunden am 14.03.2016
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Die hier vorliegenden Erinnerungsaufzeichnungen des einfachen Soldaten Franz Arneitz beruhen auf Notizen, die der Bauerssohn aus Unterferlach, einem Dorf in einem ethnisch gemischten Gebiet in Kärnten, während seines Kriegseinsatzes vom 2. August 1914 bis 1918 akribisch notiert hat. Editiert und herausgegeben wurden diese von Dr. Andreas Kuchel, der auch die... Die hier vorliegenden Erinnerungsaufzeichnungen des einfachen Soldaten Franz Arneitz beruhen auf Notizen, die der Bauerssohn aus Unterferlach, einem Dorf in einem ethnisch gemischten Gebiet in Kärnten, während seines Kriegseinsatzes vom 2. August 1914 bis 1918 akribisch notiert hat. Editiert und herausgegeben wurden diese von Dr. Andreas Kuchel, der auch die Einleitung verfasst hat, "Ein authentisches Korrektiv der allgemeinen Erinnerungskultur." und enthält daneben ein Geleitwort des österreichischen Historikers und Universitätsprofessor für Zeitgeschichte Oliver Rathkolb. Zum besseren Verständnis gibt es Kartenmaterial, das die verschiedenen Fronteinsätze nachvollziehen lässt, sowie Schrift- und Bilddokumente aus dem Besitz des Autors. Der Einundzwanzigjährige Arneitz wird in Klagenfurt gemeinsam mit seinen Kameraden dem Infanterieregime Nr. 7 zugeteilt und nach kurzer Ausbildung am 22. September an die russische Front ins ferne Galizien abkommandiert. Schon ein Jahr später führt ihn das Kriegsgeschehen in die heutige Ukraine und 1917 geht es nach Italien, unterbrochen von verletzungsbedingten Hospitalaufenthalten und wenigen kurzen Fronturlauben in der Heimat. Der junge, religiöse Mann, ohne höhere Bildung, dokumentiert hier in einfacher Sprache seine persönlichen Eindrücke und Erlebnisse. Detailliert listet er jeden Kilometer der Truppenbewegungen auf, lässt den Leser die Strecken zu den Fronteinsätzen, die die Männer mit der Bahn aber auch zu Fuß durch das riesige k. u. k. Reich zurücklegen müssen "mitlaufen", beschreibt andächtig die Schönheit der unterschiedlichsten Landschaften, "Durch das ganze Gailtal breitet sich die schönste Maienpracht aus und es blüht überall in den schönsten Farben, aber uns blüht es in der schönsten Jugendzeit am bittersten." und die alltäglichen Schrecken des Großen Krieges, "...die Verwundeten wälzten sich im Schnee, bis sie verbluteten und erstarrten." zwischen Hunger, Kälte und Todesangst. Auch einen sehr persönlichen Verlust wie den seines Cousins, "ganz blutig lag er starr neben mir. Als Weihetropfen fielen meine Tränen auf meinen Treuen." und die mit dem voranschreitenden Kriegsjahren zunehmenden eigenen Todessehnsucht, "Beneiden tun wir unsere toten Kameraden, die von den unbeschreiblichen Leiden nichts mehr spüren." hält er fest. Auffällig ist die nicht vorhandene Kriegsbegeisterung des Autors. Er scheint immun gegen jeden Hurrapatriotismus, der vor allem junge Soldaten dazu brachte sich freiwillig schon zu Beginn des Krieges 1914 in dieses "Abenteuer" zu stürzen und trotz aller Niederlagen, 1 Mio. Toter schon Ende 1914, motiviert weiter zu kämpfen. Im Unterschied zu vielen seiner Leidensgefährten, die nach 1918 zur Feder griffen, scheint der Autor konsequent darauf verzichtet zu haben, dem als sinnlos erlebten Kampf nachträglich, beim Zusammenfassen seiner Aufzeichnungen, irgendeinen Sinn abzugewinnen. Seine kritische Stimme erhebt Arneitz auch gegen Ungerechtigkeiten des Einzelnen gegenüber der Zivilbevölkerung , "Eine Menge Kriegsflüchtlinge sind hier am Tagliamento, die heute scharenweise zu ihren Siedlungen zurückgehen, die sie leer und ausgeraubt antreffen werden. die armen Leute gehen einem traurigen Schicksal entgegen." und gegen die eigenen Truppenmitglieder. Die viel gepriesene "Frontgemeinschaft" wird von ihm als das entlarvt, was sie zu großen Teil auch war: ein Mythos. Auch unter Gleichen sind einige "gleicher". Unter all der Brutalität des Kriegsgeschehens bewahrt er seine Menschlichkeit, möglicherweise gelingt ihm das auch, weil er das Unmenschliche so buchhaltergleich in seinem Notizbuch verwaltet. Trotz alle dem konnte er mich persönlich leider emotional nicht erreichen. Möglicherweise, weil es für mich nicht das erste inoffizielle, also nur für den privaten Gebrauch geschriebene, Kriegstagebuch war. Soldaten, die über ihre täglichen Erfahrungen und Erlebnisse während des Krieges berichteten gab es viele und darunter welche, deren Ton mich stärker berührt hat. Bereits während des ersten Weltkrieges und in der Weimarer Republik sind solche Aufzeichnung publiziert worden. Am bekanntesten wohl Ernst Jüngers "In Stahlgewittern". Auch aus jüngerer Zeit z.B. dem Afghanistankrieg gibt es Tagebuchaufzeichnungen. Auch auf der Faktenebene habe ich Informationen über die "Entstehungsgeschichte" des Tagebuchs und der Sozialisation seines Autors vermisst. Hat dieser junge Soldat besonders mitfühlend auf die Geschehnisse reagiert? Auch im Vergleich mit anderen Berichten? Wenn ja, warum? Die angeführte Religiosität reicht mir da nicht. Der österreichische Kaiser hat schließlich sein gesamtes Volk bei Kriegsantritt Gott empfohlen; auch seinen Offizieren. Wie viel "Faktengerüst" gab es, wann und wie viel "Erinnerungsfleisch" ist nachträglich vom Autor angefügt worden? Wie viel Erinnerung "färbt" die Erfahrung? All die vielen Fragen, die ein Historiker gewöhnlich seiner "Quelle" stellt; ich hätte es spannend gefunden, wenn der Herausgeber seine mit uns Lesern geteilt hätte.