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Schnee

Roman

Ein Fremder kommt nach Kars, eine türkische Provinzstadt, um eine merkwürdige Serie von Selbstmorden zu untersuchen: Junge Mädchen haben sich umgebracht, weil man sie zwang, das Kopftuch abzulegen. Plötzlich kommt es zu einem Putsch, inszeniert von einem Schauspieler. Ein Theatercoup? Doch es fließt echtes Blut, es intervenieren echte Soldaten, keiner kann die Stadt verlassen, weil es unaufhörlich schneit ... Ein aktueller Roman, in dessen Zentrum die Frage nach der Identität der Türkei zwischen "Verwestlichung" und Islamismus steht.
Portrait
Orhan Pamuk, 1952 in Istanbul geboren, studierte Architektur und Journalismus. Für seine Werke erhielt er u. a. 2003 den Impac-Preis, 2005 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und 2006 den Nobelpreis für Literatur. Auf Deutsch erschienen zuletzt Der Koffer meines Vaters (2010), Cevdet und seine Söhne (Roman, 2011), Der naive und der sentimentalische Romancier (2012), der Katalog Die Unschuld der Dinge. Das Museum der Unschuld in Istanbul (2012), Diese Fremdheit in mir (Roman, 2016) und Die rothaarige Frau (Roman, 2017).
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Erscheinungsdatum 01.02.2016
Sprache Deutsch
EAN 9783446252318
Verlag Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
Übersetzer Christoph K. Neumann
Verkaufsrang 39.920
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Kundenbewertungen

Durchschnitt
13 Bewertungen
Übersicht
9
2
0
1
1

Sehr Empfehlenswert
von einer Kundin/einem Kunden aus Berlin am 21.02.2019
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Der Dichter Ka kehrt nach Jahren aus dem deutschen Exil in die Türkei zurück und erhält den Auftrag, in der Stadt Kars eine Serie von Selbstmorden junger Frauen zu recherchieren. Dieser Roman erzählt zugleich die politische Darstellung der jüngsten Verhältnisse im Innern der Türkei.

Für mich enttäuschend
von PMelittaM aus Köln am 16.12.2017
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Der türkische Dichter Ka kehrt anlässlich des Todes seiner Mutter nach Jahren in Deutschland in die Türkei zurück, zunächst nach Istanbul, später reist er nach Kars/Ostanatolien, vorgeblich um über die Selbstmorde junger Frauen und die regionalen Wahlen zu berichten, in erster Linie jedoch um seine Jugendliebe Ípek wiederzusehen und... Der türkische Dichter Ka kehrt anlässlich des Todes seiner Mutter nach Jahren in Deutschland in die Türkei zurück, zunächst nach Istanbul, später reist er nach Kars/Ostanatolien, vorgeblich um über die Selbstmorde junger Frauen und die regionalen Wahlen zu berichten, in erster Linie jedoch um seine Jugendliebe Ípek wiederzusehen und vielleicht für sich zu gewinnen. Kaum ist Ka in Kars angekommen, wird der Ort durch starken Schneefall von der Umwelt abgeschnitten und Ka wird in die Probleme der verschiedenen örtlichen Gruppierungen – Säkularisten, Islamisten, Kurden, religiöse junge Frauen, Vorbeter- und Predigerschüler etc. – hineingezogen. Schließlich kommt es sogar zu einer Revolution. Orhan Pamuk, der 2006 den Nobelpreis für Literatur erhielt, hat diesen Roman bereits 2002 geschrieben. Als Leser erfährt man viel über die Geschichte der Türkei und ihre Probleme, es wird viel diskutiert über Religion und Glauben, der Roman bietet Stoff zum Nachdenken und animiert durchaus dazu, sich selbst ein bisschen weiter zu informieren. Was genau der Autor mir sagen will, konnte ich jedoch nicht ermitteln, klar scheint jedoch eine sozialkritische Komponente zu sein. Es fiel mir sowieso relativ schwer, den Roman zu Ende zu lesen, denn Orhan Parmuk schreibt sehr ausführlich, geradezu ausschweifend, kommt oft nicht zum Punkt, einiges wiederholt sich, manches erscheint mir wenig nachvollziehbar, dann wieder kommen Passagen, die mich doch fesseln und zum Weiterlesen bringen. In der Mitte des Buches kommt sogar so etwas wie Spannung auf, es wird geschossen, Menschen sterben, es gibt eine Revolution, leider hält diese Spannung nicht lange an. Leider blieben mir alle Charaktere seltsam fremd, fast schienen sie Stereotypen und keine echten Menschen zu sein. Die gesellschaftlichen Probleme nehmen den größten Teil der Handlung ein, die Liebesgeschichte wirkt daneben fast schon störend, etwas interessanter sind da schon die Selbstfindungsprobleme Kas. Nicht Ka ist der – oft vorgreifende – Erzähler, sondern Pamuk selbst, der einige Jahre nach den Ereignissen auf Kas Spuren wandelt, Ka persönlich gekannt haben will und nun die Geschehnisse aufzeichnet. Gut gefallen hat mir der Humor, der immer wieder zu erkennen ist, leider hat auch er die Geschichte nicht gerettet. Die Geschichte selbst ist eigentlich interessant und spannend, leider nimmt die Erzählweise nahezu jegliche Spannung und dem Leser auch ein gut Teil Lesefreude. Ich vergebe daher nur 2,5 Sterne, die ich nicht aufrunden möchte. Empfehlen kann ich den Roman nicht, obwohl es sicher Leser geben wird, die ihn gerne lesen.

Kafkaesk!
von Katharina Pfeiffer aus Wuppertal am 13.06.2010
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Wie in Kafkas "Schloss" findet sich Ka plötzlich in einem kleinen muslimischen Dorf gefangen. Der Schnee fällt und läßt niemanden ein noch aus. Eigentlich angereist um einer Reihe von Selbstmorden unter muslimischen jungen Frauen auf den Grund zu gehen, sieht sich Ka plötzlich mit sich und seiner Vergangenheit konfrontiert,... Wie in Kafkas "Schloss" findet sich Ka plötzlich in einem kleinen muslimischen Dorf gefangen. Der Schnee fällt und läßt niemanden ein noch aus. Eigentlich angereist um einer Reihe von Selbstmorden unter muslimischen jungen Frauen auf den Grund zu gehen, sieht sich Ka plötzlich mit sich und seiner Vergangenheit konfrontiert, kann ihr nicht entfliehen, muss sich stellen. Ein beeindruckendes Buch von maximaler Aktualität. Immer wieder.