Schnablgwax

Bairisches Verskabarett. Oberbairisch / Hochdeutsch

Baian, duachn Veaswoif draad
Bayern am Versspieß

Anton G. Leitner dichtete über drei Jahrzehnte lang ausschließlich auf Hochdeutsch. Seit 2013 schreibt er auch so, wie ihm der Schnabel gewachsen ist, nämlich auf Bairisch. »Schnablgwax« ist sein erstes großes Mundartprojekt.

Die Gedichtgeschichten von Anton G. Leitner reichen ins Kabarettistische und erzählen vom ganz alltäglichen Wahnsinn im weiß-blauen Freistaat. Sie knüpfen an das »Kraftbayrisch« des Poesie-Urgesteins Georg Queri (1879–1919) an, der im Starnberger Fünf-Seen-Land zu Hause war. Nicht nur ihre gemeinsame Heimat verbindet diese zwei Dichter. Beide nehmen kein Blatt vor den Mund und auch Leitners Verse entspringen dem prallen Leben: Ob handfeste Erotik, hinterfotzige Politik oder Schickeriagesellschaft – alles wird entblättert, die geschönten Fassaden bröckeln. Es ist zum Lachen und zum Weinen.

Für alle Nicht-Bayern hat der Münchner Turmschreiber die hochdeutschen Versionen neben seine bairischen Gedicht-Originale gestellt.

»Leitner verwendet nicht bloß Dialektwörter wie viele andere, sondern nimmt in seine Mundartgedichte auch den spezifischen Sprech- und Denk-Duktus mit hinein, den wir im Bairischen haben.« Alexander Altmann, Literaturkritiker

Imma wenna Fuassboi schaugd

Brauchda need schwoassln,
Dann langd eam sei bessare

Häifdn, de hellare Blonde,
De Hoibe. Ab und zua

Schreida »Toooaa!« oda »Gruzinesn,
Oida Loamsiada, greislicha!«

Sei Oide flaggd dawei alloa
Im Bedd und dramd scho vo

Am andan Mo, dea se need
Zuasaufd beim Boidreedn.

Immer wenn er Fußball schaut

Braucht er nicht zu schwitzen,
Dann reicht ihm seine bessere

Häl!e, die hellere Blonde,
Die Halbe. Ab und zu

Schreit er »Tooor!« oder »Verdammt,
Du alte, angeranzte Trantüte!«

Seine Ehefrau wälzt sich inzwischen
Allein im Bett und träumt schon

Von einem Anderen, der sich nicht
Volllaufen lässt beim Balltreten.
Portrait

Anton G. Leitner wurde 1961 in München geboren und lebt seit über fünfzig Jahren in Weßling im Landkreis Starnberg. Nach dem Jurastudium und Rechtsreferendariat entschloss er sich, die Poesie und deren Vermittlung in den Mittelpunkt seines Lebens zu stellen.

Bislang sind von ihm zehn Lyrikbände erschienen, u. a. »Im Glas tickt der Sand. Echtzeitgedichte 1980-2005« in der edition lichtung (Neuausgabe 2016 als E-Book). Seine Sammlung »Die Wahrheit über Uncle Spam und andere Enthüllungsgedichte« (Daedalus Verlag, 2011) schlug in Bayern hohe Wellen, nachdem sie ein ehemaliger Kunstminister skandalisiert hatte.

Seit 1993 ist Leitner ständiger Herausgeber und Verleger der buchstarken Jahresschrift DAS GEDICHT und ihrer internationalen Tochterausgabe in englischer Sprache. Er edierte bislang vierzig Anthologien für Premium-Verlage wie dtv, dtv/Hanser und Reclam.

Leitner wurde mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem »V. O. Stomps-Preis« der Stadt Mainz und dem Kulturpreis »AusLese« der Stiftung Lesen. Zuletzt erhielt er den »Bayerischen Poetentaler 2015«. Er ist Mitglied der »Münchner Turmschreiber« und der »Valentin-Karlstadt-Gesellschaft«.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 128
Erscheinungsdatum 31.05.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-929433-27-2
Reihe edition DAS GEDICHT
Verlag Leitner Verlag
Maße (L/B/H) 21,6/13/2,7 cm
Gewicht 328 g
Auflage 1
Buch (gebundene Ausgabe)
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