Hinter Büschen, an eine Hauswand gelehnt

Roman

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Seit einigen Jahren gibt Vita Ostan an einem amerikanischen Ostküsten-College im Sommer einen Kurs in Journalismus. In einer exklusiven, geschlossenen Welt des Lernens und der Begegnungen - stark reglementiert und doch aufgeladen durch die Intensität des Zusammenlebens - entwickelt sich zwischen Vita und ihrem Studenten Zev eine ganz und gar ungebührliche Nähe. Es ist die Zeit der Snowden-Enthüllungen und des weltweiten NSA-Skandals und Zev zeigt sich empört über die allgegenwärtige Überwachung. Die Dozentin und Erzählerin dieser Geschichte ist mehr als doppelt so alt wie Zev. Verwirrt, beglückt, bodenlos, gegen alle Regeln und Vorschriften verstossend, lässt sie sich auf eine unmöglich scheinende Liebe ein. Gleichzeitig verändert sich Zev, was nicht ohneFolgen bleibt. Spannend, entwaffnend, sinnlich und sarkastisch erzählt Zora del Buono von Verboten und dem Mut der Übertretung, von Überwachung und Gefahr und der Entschlossenheit zu lieben.
Rezension

"ein kleiner, leichter Roman mit viel Stoff zum Nachdenken"

Harald Loch, Rhein-Neckar-Zeitung, 22. Oktober 2016



"Ein grosser kleiner College-Roman, stilistisch makellos"

Manfred Papst, Neue Zürcher Zeitung am Sonntag, 23. Oktober 2016



"In einer präzisen Sprache und mit einem jungen Revoluzzer in der Hauptrolle."

Annette König, SRF Kultur, 6. Oktober 2016



"Del Buono tells her story in short, vivid episodes, and her narrator is an astute observer of college life and those around her"

New Books in German, Ausgabe 40, 2016



"Del Buono hat einen packenden, schlicht daherkommenden, also wahrhaft durchtriebenen kleinen Roman geschrieben"

Michael Angele, Der Freitag, 15. September 2016



"Atemlos liest man die fiebrige Geschichte"

Katja Nele Bode, Brigitte woman, 7. September 2016



"[wirft] grosse Fragen in kühner Sprache auf [...] Ein Buch, das hellwach macht"

Andrea Huss, Emotion, Oktober 2016




"eine spannende Geschichte zwischen scheinbar unvereinbaren Generationen"

Alain Claude Sulzer, 30. August 2016, SRF Kultur



"Die Seiten fliegen nur so an einem vorbei, wenn man einmal mit Lesen begonnen hat. Das Spiel mit Formen beherrscht Zora del Buono meisterhaft, und ihre Sprache ist überaus präzise, einfach und klar. So schreibt man heute!"

Lesen, August 2016



"Del Buono steht eine Sprache zu Gebote, deren Präzision in Poesie umschlägt."

Richard Kämmerlings, Die Welt

Portrait
Zora del Buono, geboren 1962, wuchs in Zürich auf undlebt seit 1987 in Berlin. Nach ihrem Architekturstudium ander ETH Zürich arbeitete sie mehrere Jahre als Architektinund Bauleiterin, bevor sie sich zu einem Berufswechselentschloss und mit dem Schreiben begann. Sie ist Gründungsmitgliedder Zeitschrift mare und betreut das Kulturressort.2008 erschien im mareverlag ihr erster RomanCanitz&#8242, Verlangen.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 174
Erscheinungsdatum 29.08.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-406-69690-9
Verlag C. H. Beck
Maße (L/B/H) 20,8/12,8/2 cm
Gewicht 297 g
Abbildungen mit 2 Abbildungen
Auflage 1
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18,95
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Hinter Büschen, an eine Hauswand gelehnt
von miss.mesmerized am 07.01.2018

Eine Reise, wie sie sie schon unzählige Male gemacht wird, endet jedoch dieses Mal vorzeitig am Flughafen. Man verweigert ihr die Einreise in die USA, dabei hat Vita doch schon seit Jahren Sommerkurse in Journalismus am Miltontown College gegeben. Es muss mit dem zusammenhängen, was im Jahr zuvor geschehen... Eine Reise, wie sie sie schon unzählige Male gemacht wird, endet jedoch dieses Mal vorzeitig am Flughafen. Man verweigert ihr die Einreise in die USA, dabei hat Vita doch schon seit Jahren Sommerkurse in Journalismus am Miltontown College gegeben. Es muss mit dem zusammenhängen, was im Jahr zuvor geschehen ist, weshalb sonst sollte man ihr ein Bild von Zev vor die Nase halten und fragen, wie sie zu ihm steht? Sie erinnert sich an ihren kleinen Kreis von Studenten, die alle Deutsch lernen wollten und als Projekt für die acht Wochen des gemeinsamen Lernens hatte sie eine Zeitung geplant. Basierend auf den aktuellen Meldungen der verschiedenen Ressorts sollten die Studierenden selbst Texte verfassen. Die Nachrichten wurden beherrscht von den spektakulären Enthüllungen von Edward Snowden, die auch den jungen Zev faszinierten. Doch bald schon entwickelte er Verfolgungsängste, die ihm auch Vita nicht nehmen konnte, mit der ihn vom ersten Tag an eine verbotene Anziehung verband. Waren sie beobachtet worden und weshalb war Zev verschwunden und ins Visier der Ermittler geraten? Zora del Buono ist von Haus aus Architektin, seit zehn Jahren arbeitet sie jedoch auch als freie Autorin und sie ist Gründungsmitglied der Zeitschrift „Mare – die Zeitschrift der Meere“. „Hinter Büschen, an eine Hauswand gelehnt“ ist ihr dritter Roman, der 2016 von der Literaturkommission der Stadt Zürich mit dem Anerkennungspreis ausgezeichnet wurde. Auch wenn die Enthüllungen der Wiki-Leaks Plattform und der NSA Skandal im Roman omnipräsent sind, die Handlung entscheidend motivieren und immer wieder Meldungen der deutschen Medien hierzu einfließen, steht doch das Leben auf dem Campus im Vordergrund. Zunächst die etwas seltsam anmutende Regelung, dass nur die Sprache gesprochen werden darf, die die Studierenden lernen wollen. Dies schafft unweigerlich Abgrenzungen und lässt die unterschiedlichen Gruppen – die Deutschen, die Spanier, die Hebräer – sich gegenseitig aus der Ferne beobachten und Vermutungen über deren Gespräche arten in wilde Spekulationen aus. Viel absurder aus europäischer Sicht jedoch sind die strengen Vorschriften, die an die Dozenten gestellt werden: keinerlei private Kontakte zu den Studierenden, keine Begegnung außerhalb öffentlich einsehbarer Orte, die Achtung religiöser Überzeugungen auch wenn diese der Forschung zuwiderlaufen. So entsteht ein Klima des Misstrauens und der Angst. Vita wird regelmäßig daran erinnert und zurechtgewiesen. Auch dürfen die Texte ihrer Studierenden nicht einfach veröffentlicht werden, sondern müssen vorab vom Dekan geprüft und genehmigt werden. Die Unterschiede, die für die deutsche Protagonistin hier offenkundig werden, zeigen sich noch stärker in der Frage, wie man den NSA Skandal bewerten soll. Sind die Studenten zunächst interessiert und kritisch, allen voran Zev, entwickeln sie zunehmend Angst und Sorge: werden sie auch überwacht? Was bedeutet ein kritischer Text für ihre Zukunftschancen? Ist Edward Snowden ein Held oder doch eher ein Vaterlandsverräter? Die Einstellungen könnten hier kaum weiter auseinanderlaufen, vor allem als die NSA auch noch zur Akquise an den Campus kommt. Die Gerüchte, dass sich auch Geheimdienstmitarbeiter mit falschen Biographien unter die Teilnehmer gemischt haben könnten, machen ebenfalls die Runde. Die Protagonistin sieht sich gefangen zwischen den Erwartungen und Rahmenbedingungen, die ihr kaum fremder sein könnten. Hinzu kommt die Faszination durch Zev. Ist es Liebe? Wohl (noch) nicht, aber Zuneigung empfindet sie. An einem anderen Ort hätten sie vielleicht auch ein anderes Ende gefunden. Auch wenn sie nicht alle Anweisungen akribisch befolgt, muss sie doch eine gewisse Achtung den Gegebenheiten gegenüber walten lassen, ob es ihr gefällt oder nicht. Die Rahmenhandlung lässt einige Fragen offen, aber dies kann man als Leser problemlos mit seinen eigenen Gedanken füllen. Ein kurzer Roman und doch voll mit Denkanstößen und in seiner Dichte überzeugend und lesenswert.