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McGlue

Salem, Massachusetts. Im Jahr des Herrn 1851. Der Seemann McGlue ist schwerer Trinker und sitzt im Gefängnis. Ihm wird vorgeworfen, vor Sansibar seinen besten Freund Johnson ermordet zu haben. Nur kann er sich an nichts erinnern. Was daran liegt, dass sein Schädel gespalten ist, seitdem er vor Monaten aus einem fahrenden Zug gesprungen ist, um nicht als blinder Passagier entdeckt zu werden. McGlue will sich auch an nichts erinnern, er will nur trinken. In der Nähe von New Haven hatte Johnson ihn einst auf der Straße aufgelesen und so vor dem Erfrieren gerettet. Er war es, der nach seinem Sturz für ihn sorgte, der ihn zur Handelsmarine brachte und mit ihm um die Welt segelte. Warum also sollte McGlue ihn umgebracht haben?
Ottessa Moshfegh erzählt die abgründige Geschichte eines Mannes, dessen Hass auf die Welt zu groß ist, als dass er unversehrt sein Dasein fristen kann. »McGlue« ist ein stimmgewaltiges, eindringliches Buch über das immerwährende Scheitern des Menschen, den eigenen Unzulänglichkeiten Herr zu werden. Denn zwischen Schuld und Gerechtigkeit steht immer das Leben.
Portrait
Ottessa Moshfegh wurde in Boston geboren und ist kroatisch-persischer Abstammung. Für ihre Erzählungen, die regelmäßig bei Granta, im New Yorker oder der Paris Review erscheinen, wurde sie mehrfach ausgezeichnet. Für »McGlue« erhielt sie den Believer Book Award sowie den Fence Modern Prize, für ihren Roman »Eileen« den PEN/Hemingway Award. Ottessa Moshfegh lebt in Los Angeles.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 144
Erscheinungsdatum 22.08.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-95438-067-1
Verlag Liebeskind
Maße (L/B/H) 19,5/12,6/1,7 cm
Gewicht 211 g
Auflage 1
Übersetzer Anke Caroline Burger
Verkaufsrang 147087
Buch (gebundene Ausgabe)
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Vom Trinken und Vergessen...

André Pingel, Thalia-Buchhandlung Bremen

1851 wird in Salem, Massachusets, der Seemann McGlue aus dem Arrest auf See, in das vor Ort ansässige Gefängnis überstellt. Er soll seinen besten Freund Johnson ermordet haben, doch McGlue ist schwerer Trinker und kann sich an nichts erinnern. Erschwerend hinzu kommt, dass er einen Spalt im Schädel hat, seit er von einem fahrenden Zug gesprungen ist, um nicht als blinder Passagier entdeckt zu werden. Auch das wirkt sich nicht besonders positiv auf sein Erinnerungsvermögen aus. Johnson hatte ihm damals das Leben gerettet, indem er ihn vor dem Erfrieren bewahrt, danach auch noch weiter für ihn gesorgt und ihm sogar einen Job bei der Handelsmarine besorgt hat. Welchen Grund sollte McGlue also haben, Johnson zu töten? Auf sehr knapper Seitenzahl entwickelt Ottessa Moshfegh eine Geschichte, die nicht einfach spurlos am Leser vorbei geht. In wirren Rückblenden und Selbstgesprächen entfesselt sie den Monolog eines Trinkers, der sich um den Verstand gesoffen hat, um die Welt um sich herum irgendwie auszublenden, immer in dem Versuch, sich selbst mit Alkohol zu Grunde zu richten. Aber nicht nur sich selbst zieht er damit in den Abgrund. McGlue ist ein vom Leben enttäuschter und zudem sehr gezeichneter Charakter, der es einfach nicht schafft, auf die Beine zu kommen. Das Leben zieht ihm immer wieder den Boden unter den Füßen weg und so ergibt er sich dem Alkohol, um es weniger zu spüren, wenn er wieder einmal scheitert. Der Stil von Ottessa Moshfegh ist diesem kaputten und zerrissenen Leben absolut angemessen. Sie schreibt unheimlich eindringlich und das hinterlässt auf jeden Fall Spuren beim Leser. Dieses kleine Werk ist sehr beeindruckend und wirklich gut, es ist jedoch absolut nichts für nebenher, denn die Sprache erfordert Aufmerksamkeit. Und es ist auch absolut nichts, wenn sie sich nach dem Lesen besser fühlen möchten! Eine schöne literarische Flucht aus der Wirklichkeit ist dieses Buch garantiert nicht, aber eine wundervolle und anspruchsvolle Lektüre über das immerwährende Scheitern des Menschen, über Gerechtigkeit, Schuld und auch eine beeindruckende Charakterstudie von einem Trinker, der sich selbst zu Grunde richten möchte. Für alle, die nicht nur gerne Friede-Freude-Eierkuchen lesen, eine absolute Empfehlung!

Kundenbewertungen

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In Rum veritas
von einer Kundin/einem Kunden aus Worms am 02.11.2016

McGlue gehört zu den Büchern, bei denen man sagen kann, dass selten etwas vergleichbares geschrieben wurde. Angeklagt seinen besten Freund umgebracht zu haben, wartet McGlue auf sein Urteil, während verschiedene Rückblenden den Leser hoffen lassen, zu erfahren, was genau an dem Abend des Mordes passiert ist, an den McGlue sich n... McGlue gehört zu den Büchern, bei denen man sagen kann, dass selten etwas vergleichbares geschrieben wurde. Angeklagt seinen besten Freund umgebracht zu haben, wartet McGlue auf sein Urteil, während verschiedene Rückblenden den Leser hoffen lassen, zu erfahren, was genau an dem Abend des Mordes passiert ist, an den McGlue sich nicht erinnern kann. Spannend erzählt und mit einem Ende, dass man so definitiv nicht erwartet hätte. Ich empfehle diesen Buch allen Seefahrern, Zu-tief-ins-Glas-Schauern und Liebhabern guter Literatur.

Das Motto des Buches, ein Zitat von R.W. Emerson: "Die jungen Männer werden mit Messern in den Köpfen geboren"
von einer Kundin/einem Kunden aus Münster am 30.09.2016

Neuengland, 1851. Der Matrose McGlue sitz in Haft. Er soll seinen Freund und Beschützer Johnson umgebracht haben. Nur weiß er von nichts, will nichts wissen von sich und der Welt, will nur trinken. Ein faszinierender Monolog, ein zeitlos sprachgewaltiges Säuferepos.