Apollokalypse

Roman. Nominiert für die Longlist des Deutschen Buchpreises 2016

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Georg Autenrieth ist eine zwielichtige Gestalt in zwiegesichtigen Zeiten, immer wieder taucht er auf in Berlin, der Mann aus Westdeutschland, hält Kontakt mit der Szene, durchsucht die Stadt und zelebriert Laster, Lebensgier und Liebeskunst. Wohin aber verschwindet er dann? Wer ist der »Glasmann«? Und welche Rolle spielen seine Verbindungen zur RAF? Gerhard Falkners »Apollokalypse« ist ein Epochenroman über die 80er und 90er Jahre. Dem Vergeuden von Jugend, der Ausschweifung jeglicher Couleur und der Hypermobilität stellt er einen rauschhaften Rückverzauberungsversuch der Welt entgegen. Bulgakows Meister und Margarita begegnet dem Ferdydurke von Gombrowicz und Oskar Matzerath schrammt an Tyron Slothrop, Bruno Schulz und Wilhelm Meister. Die Hauptrolle spielt die Stadt Berlin selbst, haufenweise gehen Künstlerexistenzen an ihrer magischen Gestalt in die Brüche. Und wenn die RAF sich über den BND mit der Stasi berührt, gerät die Zeitgeschichte unter das Messer der Psychiatrie. Am Schluss nimmt der Teufel leibhaftig das Heft in die Hand. Ein mythologischer Roman von unvergleichlicher Sprachmächtigkeit.
Portrait

Gerhard Falkner, geboren 1951, zählt zu den bedeutendsten Dichtern der Gegenwart. Er veröffentlichte zahlreiche Lyrikbände, u.a. »Hölderlin Reparatur«, für den er 2009 den Peter-Huchel-Preis erhielt, und zuletzt »Ignatien« (2014). Für seine Novelle »Bruno« wurde ihm 2008 der Kranichsteiner Literaturpreis verliehen. Nach Aufenthalten in der Villa Massimo/Casa Baldi und der Akademie Schloss Solitude war er 2013 der erste Fellow für Literatur in der neugegründeten Kulturakademie Tarabya in Istanbul und 2014 Stipendiat in der Villa Aurora in Los Angeles. Seine Romane »Apollokalypse« (2016) und »Romeo oder Julia« (2017) standen auf der Long- bzw. Shortlist des Deutschen Buchpreises und wurden von der Kritik gefeiert. Gerhard Falkner lebt in Berlin und Bayern.

Bio 2: für Übersetzungen:

Gerhard Falkner, einer der vielseitigsten und wichtigsten zeitgenössischen Autoren Deutschlands, übersetzt seit vielen Jahren gemeinsam mit der freischaffenden Künstlerin Nora Matocza aus dem Englischen, u.a. Werke von Anne Michaels, Tom Drury und Mark Z. Danielewski.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 432
Erscheinungsdatum 01.09.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-8270-1336-1
Verlag Berlin Verlag
Maße (L/B/H) 22,2/14,4/4,3 cm
Gewicht 629 g
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Roman ohne Zusammenhang
von einer Kundin/einem Kunden aus Berlin am 01.11.2016

"Sie [meine Vermieterin| sagt, man wäre 'als Leser fortwährend auf der Suche nach einem Zusammenhang', und es könne ja nicht Sinn eines Romans sein, 'sich bis zu seinem Ende damit abzukapseln, einen solchen Zusammenhang zu entdecken.'" Dies schreibt Falkner in seinem Roman "Apollokalypse", der für den Deutschen Buchpreis 2016... "Sie [meine Vermieterin| sagt, man wäre 'als Leser fortwährend auf der Suche nach einem Zusammenhang', und es könne ja nicht Sinn eines Romans sein, 'sich bis zu seinem Ende damit abzukapseln, einen solchen Zusammenhang zu entdecken.'" Dies schreibt Falkner in seinem Roman "Apollokalypse", der für den Deutschen Buchpreis 2016 nominiert war. Wegen der vielen Besprechungen in allen großen Zeitungen konnte auch ich es kaum erwarten, diesen "Berlin-Roman" endlich zu lesen... und ich war leider etwas enttäuscht. Denn es gibt keinen Zusammenhang, es werden Namen erwähnt, die zwar kurz in einigen Kapiteln wieder auftauchen, dann jedoch einfach nicht mehr, Isabel, Billy, Pruy, Büttner, scheinbar ohne Verbindungen sind die unterschiedlich langen Kapitel aneinandergereiht, manche haben mich ratlos zurückgelassen, unter anderem die Passagen, in denen es um die beiden Identitäten des Georg Authenrieth geht. Es geht um sehr viel Sex, um "dauergeile Amazonen und Tigermädchen", wie Falkner beschreibt, um Freundschaft (?), die RAF und andere Menschenbeziehungen, die mir manchmal nicht ganz klar wurden. Sieht man die einzelnen Kapitel nicht in einem Zusammenhang, sondern viel mehr als 'Kurzgeschichten', sind einige sehr unterhaltsam, amüsant und auf jeden Fall sprachlich gewaltig zu lesen. Einige Beobachtungen, ja, auch über Berlin und seinen Alexanderplatz oder Ku'Damm sind interessant und sehr detailliert (aber gleich von einem Berlin-Roman oder Berlin-Gefühl zu sprechen... so weit würde ich nicht gehen). Trotz fehlendem Zusammenhang und der somit auch nicht vorhandenen Spannung konnte ich nicht aufhören zu lesen und kann doch behaupten, dass mir der Roman gefallen hat. Zum größten Teil wegen der Schreibweise mit vielen Wortspielen.

Apollokalypse
von miss.mesmerized am 21.09.2016
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Georg Authenrieth erinnert sich. Soweit er das noch kann, denn vieles ist weg oder nur noch verschwommen da, manches ergibt auch wenig Sinn. Aber vielleicht sind das ja auch nicht seine Erinnerungen, sondern die seines Doppelgängers. Schließlich ist ohnehin alles nur Rekonstruktion. Die Kindheit in Nürnberg, die erste Liebe... Georg Authenrieth erinnert sich. Soweit er das noch kann, denn vieles ist weg oder nur noch verschwommen da, manches ergibt auch wenig Sinn. Aber vielleicht sind das ja auch nicht seine Erinnerungen, sondern die seines Doppelgängers. Schließlich ist ohnehin alles nur Rekonstruktion. Die Kindheit in Nürnberg, die erste Liebe zu Isabel, das Leben im Berlin der 80er Jahre. Die zweite wichtige Frau, Billy, der Anschlag, der Geheimdienst, die Freunde, die Reisen in die USA und die DDR. Man muss das nehmen, was man hat und so macht es auch Georg oder Georg über den Menschen Georg Authenrieth, der vorgibt, er zu sein und es vielleicht sogar ist. Gerhard Falkners Roman hat es 2016 auf die Longlist des Deutschen Buchpreises geschafft. Die Presse hat den Roman bejubelt: ein neues Kapitel der Berlin-Literatur (Süddeutsche), großartig (Deutschlandradio Kultur), fantastisch (Zeit), kunstvoll und komisch erzählt (LiteraturSpiegel). Ich habe mich auf jeder Seite gefragt: was soll das? Was will mir das sagen? Hä? Ein Erzähler, der sich seiner Erinnerung nicht sicher ist – ok, keine ganz originelle Idee, aber kann man was draus machen. Diskontinuierliche, unchronologische Erzählung – kein Thema, man darf als Leser schon ein wenig gefordert werden. Episodenhafte Erzählungen, lose Verbindungen – auch das kann seinen Reiz haben. Aber hier war mir alles zu lose, zu unverbindlich, zu wenig greifbar. Phasenweise waren zwar Ansätze einer Erzählung vorhanden, diese wurden dann wiederum von absurden Spekulationen über das Sein abgelöst und der Erzähler springt von der ersten zur dritten Person. Wenn alles im Rahmen von Spekulation und Unverbindlichkeit bleibt, wozu dann noch ein Roman? Wenn selbst die Literatur sich nicht mehr in der fiktiven Welt festlegt, wer soll dies denn noch in der Realität tun? Ein Roman, der nichts sagen will, ist für mich letztlich egal und auch irrelevant. Rechnet man die Idee einer inhaltlichen Aussage raus, könnte der Text immer noch durch seine Konstruktion und die Sprache punkten. Aber auch da erreicht er mich nicht. Insbesondere die Ergüsse im Bereich der Fäkalien sind einfach nur widerlich, die Wortwahl abstoßend und dezidierte Beobachtungen des Stuhlgangs sind für mich keine Kunst, sondern schlichtweg verzichtbar. Irgendwer scheint den Roman verstanden zu haben, ich offenkundig nicht.