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Realitätsgewitter

Roman

(6)
»Das kann nur Julia Zange: Alle zehn Jahre ein Buch schreiben, das man nicht mehr vergisst!« Maxim Biller.

»In einer Welt, in der den Verlorenen nichts hilft, bleibt nur der eigene Ton“, schrieb Jochen Jung in der Zeit über „Die Anstalt der besseren Mädchen«. In ihrem zweiten Roman präsentiert uns Julia Zange die Absurditäten unserer großstädtischen Gegenwart. Und ebnet den Weg zu einer neuen Romantik, die inmitten all der Hektik und Getriebenheit wie ein wilder erholsamer Garten wirkt.

Marla ist 20 Jahre alt und gerade in Berlin angekommen, einer Metropole, die sich im Umbruch befi ndet, ermüdet und getrieben von iPhones, Facebook, Selbstverwirklichung, Optimierung und Geldnöten. Während sie die Stadt erkundet und einen Job bei einem Hochglanzmagazin annimmt, bricht der Panzer, den sie ihr ganzes Leben aufgebaut hatte, langsam auf. Fremde Gefühle, überwältigender Schmerz, neue Entdeckungen und eine ganze Reihe bindungsunfähiger Männer aus Amerika brechen auf sie ein. Als sie auch noch von ihrer einzigen Freundin verlassen wird, beschließt Marla, noch einmal in ihren Heimatort zu reisen …
Rezension
Volker Scheufens, Literaturexperte Thalia:
Dreckig, schnoddrig, Narben reißend - so muss Sprache in der Literatur sein. Eine Sprache, die dem Leser ins Herz sticht. „Literatur muss bluten“, hat Rainald Goetz bei seinem skandalumwitterten Auftritt bei einem Wettbewerb um den Ingeborg-Bachmann-Preis einmal gesagt. Juli Zange ist so eine Schriftstellerin, die Literatur zum Bluten und zum Schreien bringt. Ihr neuer Roman „Realitätsgewitter“ hat zwar das leider viel zu oft gehypte Berlin als Thema, dennoch ist die Geschichte alles andere als dröge Klischeeware. Die Protagonistin Marla kommt aus der Provinz in die deutsche Hauptstadt. Sie ist eine der vielen blutleeren Junggebliebenen, die sich im Desparationsnebel des Zeitgeists verirren und sich deshalb mit Drogen und Trends zudröhnen - auf der Suche nach einem Sinn für ihr Leben. Langsam aber bekommt Marlas Nicht-Leben Risse und sie macht sich auf - weg aus Berlin, zurück zu ihrem Dorf und nach Sylt, um sich selbst und das Erwachsensein zu entdecken. Literatur vom Feinsten, sage ich nur. Lesen!
Portrait
Julia Zange lebt und arbeitet seit 2006 in Berlin. 2005 gewann sie den Literaturwettbewerb Open-Mike, 2008 veröffentlichte sie einen Roman mit dem Titel »Die Anstalt der besseren Mädchen« im Suhrkamp Verlag. Sie ist Teil der Web-Serie »Translantics« und schreibt für Zeit Online & das FRÄULEIN Magazin. In Philip Grönings Film »Mein Bruder Robert«, der 2016 Kino-Premiere feiert, hat sie als Hauptdarstellerin debütiert. Außerdem organisiert sie regelmäßig die Veranstaltungsreihe »Dead Poets Society« im Soho House Berlin.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 144 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 14.11.2016
Sprache Deutsch
EAN 9783841211729
Verlag Aufbau digital
Verkaufsrang 40.200
eBook
12,99
inkl. gesetzl. MwSt.
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Kundenbewertungen

Durchschnitt
6 Bewertungen
Übersicht
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Selbstfindung - Ziellosigkeit
von einer Kundin/einem Kunden am 07.12.2016
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Die 20-Jährige Marla treibt umher wie ein verlorengegangenes Teilchen im All. Verloren im digitalen Nirvana, ständig auf der Suche nach etwas Unerreichbarem. Vielleicht würde Watzlawick dazu sagen: "Marla geht mit sich selbst und der Welt so um, dass alles nur noch eine einzige Anstrengung sein kann. Vielleicht würde... Die 20-Jährige Marla treibt umher wie ein verlorengegangenes Teilchen im All. Verloren im digitalen Nirvana, ständig auf der Suche nach etwas Unerreichbarem. Vielleicht würde Watzlawick dazu sagen: "Marla geht mit sich selbst und der Welt so um, dass alles nur noch eine einzige Anstrengung sein kann. Vielleicht würde er vom "Utopiesyndrom" sprechen, als "Anleitung zum Unglücklichsein"! Die Beschreibung des ausschweifenden Nachtlebens, das Marla führt, beginnt einen beim Lesen schon sehr bald zu nerven. Einen Zugang zur Protagonistin konnte ich nicht wirklich finden. In wenigen Momenten kommt sie dem Leser etwas näher und ist im nächsten Moment auch schon wieder verschwunden. Es gibt keinen roten Faden, die Handlung wirkt abgehackt und Marlas Gefühlschaos, vielleicht besser "Gefühlsgewitter", ist stark überzeichnet, trotzdem oberflächlich und wirkt "staccatohaft". Das Buch ist in der Ausführung wertig, das Cover sehr schön gestaltet, weckt aber falsche Erwartungen.

REALITÄTSGEWITTER - Lost in Berlin. Eine junge Frau auf der Suche nach sich selbst
von j.h. aus Berlin am 24.11.2016
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Marla kam vor einiger Zeit aus dem ländlichen Umkreis von Düsseldorf zum Studium nach Berlin. Das Studieren lag ihr nicht wirklich - und mit den regelmäßigen Überweisungen der Eltern konnte man Berlin auch bestens genießen. Marla lässt sich treiben. Doch trotz 1675 Facebook-Freunden und gelegentlichem oberflächlichen Sex fühlt sie... Marla kam vor einiger Zeit aus dem ländlichen Umkreis von Düsseldorf zum Studium nach Berlin. Das Studieren lag ihr nicht wirklich - und mit den regelmäßigen Überweisungen der Eltern konnte man Berlin auch bestens genießen. Marla lässt sich treiben. Doch trotz 1675 Facebook-Freunden und gelegentlichem oberflächlichen Sex fühlt sie sich im Strudel der Metropole mehr und mehr verloren. Als die Zahlungen der Eltern ausbleiben, ist Marla gezwungen, ihr Leben grundlegend zu ändern ... Zehn Jahre nach ihrem Debüt stellt Julia Zange einen neuen, mit 157 Seiten wiederum sehr schmal geratenen Roman vor. Ebenso wie Ronja von Rönnes Heldin Nora in WIR KOMMEN (2016) ist Marla eine typische Vertreterin jener Altersgruppe, die der SPIEGEL 2015 in einer Titelgeschichte recht treffend als "Generation Merkel" definierte. Die Sozialisation jener jungen Leute fällt in eine Zeit, in der jeglicher politischer Diskurs zum Antagonismus und scheinbare Alternativlosigkeit zum pragmatisch einzig möglichen Weg erklärt wurde. Das allgegenwärtige Smartphone vergegenständlicht die Flucht in eine virtuelle Realität, die mit Beziehungsunfähigkeit einhergeht. So nimmt Ich-Erzählerin Marla gelegentlich Nachrichten aus der realen Welt zur Kenntnis, ohne dabei eine spürbare Empathie zu zeigen. Im Verlauf der zwischen Weihnachten 2015 und August 2016 angesiedelten Handlung wird Marla dem Leser nicht unbedingt sympathisch. Allerdings erwächst ein gewisses Verständnis für die Heldin, die in einem zwar wohlbehüteten aber offensichtlich eher lieblosen Elternhaus aufwuchs. Davon legt die Mutter beim ersten Wiedersehen nach über einem Jahr ein beredtes Zeugnis ab: "Ich kann inhaltlich nicht mit dir reden, Marla. Wenn du mit mir etwas Tiefergehendes besprechen möchtest, können wir das gern mit einem Psychologen oder Mediator machen. Ich möchte auf der Ebene von Gefühlen wirklich keine Zweiergespräche mit dir führen. Das habe ich dir doch schon mal gesagt. ... Ich bin so erschöpft, Marla. Dein Vater nimmt mir nichts ab. Er kümmert sich nur um seine Forschung ... Und zu allem Überfluss engagiere ich mich jetzt auch noch in der Flüchtlingshilfe. Dort habe ich es aber zu einem gewissen Erfolg gebracht." (S. 116) Julia Zange schreibt in einem flüssigen Stil. Die Berliner Handlungsorte werden mit großer Detailkenntnis dargestellt und Alltagsbeobachtungen treffend in die Handlung integriert. Einige Zufälle (beispielsweise Marlas schnell gefundener Job beim hippen Fashion-Magazin) schmälern die Glaubwürdigkeit dann etwas. REALITÄTSGEWITTER - erschienen im AUFBAU-VERLAG - ist ein lesenswerter Roman über eine trotz permanenter Vernetzung nur nebeneinanderher lebende Generation in der schmerzhaften Einsamkeit der anonymen Großstadt.

Absolut nicht mein Fall
von Nina W. aus Eppelborn am 14.11.2016
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Marla ist Anfang 20 und innerlich zerrissen. Sie wird von ihren Gefühlen überschwemmt und weiß nicht so richtig damit umzugehen. Beeinflusst durch die Neuerungen des Zeitalters (Handy, Kommunikation, Internet) ergibt sie sich dem Datenrausch und scheint ihr eigenes Leben nicht wirklich im Griff zu haben. Sie lässt sich treiben,... Marla ist Anfang 20 und innerlich zerrissen. Sie wird von ihren Gefühlen überschwemmt und weiß nicht so richtig damit umzugehen. Beeinflusst durch die Neuerungen des Zeitalters (Handy, Kommunikation, Internet) ergibt sie sich dem Datenrausch und scheint ihr eigenes Leben nicht wirklich im Griff zu haben. Sie lässt sich treiben, ohne zu wissen, wohin der Weg sie führt. Sie scheint keinen Anschluss zu haben, keine richtigen Freunde und irgendwie ist auch alles sinnlos. Wenn der Leser Marla begegnet und sich mit ihrer Persönlichkeit auseinander setzt, wird er depressiv. So erging es mir. Ich konnte mich mit Marla absolut nicht identifizieren, fand die Beschreibungen, gerade was Handy, Kommunikation (Facebook, Whatsapp und co.) anbelangt, allerdings sehr genau und treffend. Wem geht es schon nicht so? Jeder scheint von diesen Dingen abhängig zu sein. Marla weiß allerdings nichts rechtes mit ihrem Leben anzufangen. Für mich ist sie auf allen Seiten des Buches eher dahin getrieben, ohne ein wirkliches Ziel vor Augen zu haben. Aber vielleicht hatte sie das auch gar nicht? Obwohl das Buch nur wenige Seiten umfasst, hat die Autorin es leider nicht schaffen können, mich in die Welt von Marla reinzulesen und mich auch dort gefangen zu halten. Die Geschichte war nicht fesselnd, für mich eher eine Qual es zu lesen. Das hatte ich mir anders vorgestellt. Aber vielleicht ist dieses Zeitgenössische auch einfach nichts für mich. Oder aber es ist ganz anders: entweder ist man als Leser fasziniert und von Marla total begeistert und eingenommen oder aber man empfindet das genaue Gegenteil. Die Geschichte polarisiert einfach und das ist nichts Schlechtes! Wer sich selbst einen Einblick in Marlas Leben und Gefühlswelt oder besser gesagt Gefühlschaos verschaffen möchte, der ist hiermit eingeladen, das zu tun. Vielleicht kann mich doch noch jemand von den positiven Seiten der Geschichte überzeugen? ;)