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Nach einer wahren Geschichte

Roman

(56)
Zwei Frauen lernen sich auf einer Party kennen. Die zurückhaltende Delphine, die sich mit fremden Menschen meist sehr schwer tut, ist sofort fasziniert von der klugen und eleganten L., die als Ghostwriter arbeitet. Aus gelegentlichen Treffen werden regelmäßige, man erzählt einander das eigene Leben, spricht über Familie und Freunde, vor allem über Freundinnen. Und natürlich über Bücher und Filme, die man liebt und bewundert. Delphine ist glücklich über die Gemeinsamkeiten und fühlt sich verstanden wie schon lange nicht mehr. Ganz entgegen ihrer Gewohnheit gibt sie in einem Gespräch über das Schreiben die Idee für ihr nächstes Buch preis. L. reagiert enttäuscht: Wie nur könne Delphine ihre Zeit auf eine erfundene Geschichte verschwenden? Eine Autorin ihres Formats müsse sich der Wahrheit verschreiben. Delphine ist entsetzt. L.s leidenschaftlich vorgetragene Forderung löst eine tiefe Verunsicherung in ihr aus. Bald kann sie weder Papier noch Stift in die Hand nehmen. L. scheint völlig unglücklich über das zu sein, was sie in der Freundin ausgelöst hat. Selbstlos übernimmt sie die Beantwortung von E-Mails, das Absagen von Lesungen und Interviews, das Vertrösten des Verlags, der auf einen neuen Roman wartet. Und all das in Delphines Namen. Keiner weiß davon, keiner kennt L., und so ist Delphine allein, als sie feststellt, dass L. ihr immer ähnlicher wird …

Ausgezeichnet mit dem Prix Renaudot 2015
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 350 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 12.08.2016
Sprache Deutsch
EAN 9783832189273
Verlag DUMONT Buchverlag
Dateigröße 1614 KB
Übersetzer Doris Heinemann
Verkaufsrang 29.485
eBook
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Buchhändler-Empfehlungen

„Typische Delphine De Vigan.“

V. Harings

Außergewöhnlich und eindrucksvoll schildert Delphine uns von ihrer Schreibblockade und einer Freundschaft, die erst gut zu sein scheint, sich dann aber als gefährliches Identitätsspiel entwickelt. Realität und Fiktion laufen ineinander über und machen es zu einem besonderen sprachlich tollem Roman.
Außergewöhnlich und eindrucksvoll schildert Delphine uns von ihrer Schreibblockade und einer Freundschaft, die erst gut zu sein scheint, sich dann aber als gefährliches Identitätsspiel entwickelt. Realität und Fiktion laufen ineinander über und machen es zu einem besonderen sprachlich tollem Roman.

„Wer bist du?“

Saidjah Hauck, Thalia-Buchhandlung Köln, Rhein-Center

Delphine leidet nach dem großen Erfolg ihres letzten Buches unter einer immer schlimmer werdenden Schreibblockade. Da lernt sie die geheimnisvolle L. kennen. Die zwei Frauen werden Freundinnen und L. schleicht sich immer mehr in Delphines Leben ein, bis sie sich immer mehr ähneln und L. sogar Briefe und Mails für sie beantwortet.
Die Situation spitzt sich nach und nach zu.

Wir haben es hier mit einem raffinierten Katz und Maus Spiel zu tun. Es geht um Freundschaft, Vertrauen und Identität aber auch um Literatur, Bücher und was sie bei Autoren und Leser auslösen und bewirken.

Interessante Geschichte, schöne Sprache. für jeden, der außergewöhnliche Geschichten mag.
Das Hörbuch wird von Martina Gedeck grandios gelesen. Eine echte Alternative zum Buch!
Delphine leidet nach dem großen Erfolg ihres letzten Buches unter einer immer schlimmer werdenden Schreibblockade. Da lernt sie die geheimnisvolle L. kennen. Die zwei Frauen werden Freundinnen und L. schleicht sich immer mehr in Delphines Leben ein, bis sie sich immer mehr ähneln und L. sogar Briefe und Mails für sie beantwortet.
Die Situation spitzt sich nach und nach zu.

Wir haben es hier mit einem raffinierten Katz und Maus Spiel zu tun. Es geht um Freundschaft, Vertrauen und Identität aber auch um Literatur, Bücher und was sie bei Autoren und Leser auslösen und bewirken.

Interessante Geschichte, schöne Sprache. für jeden, der außergewöhnliche Geschichten mag.
Das Hörbuch wird von Martina Gedeck grandios gelesen. Eine echte Alternative zum Buch!

„Beängstigend“

Maren Oberwelland

Ich bin und bleibe ein Fan von Delphine de Vigan Was sie mit ihren Texten schafft, mit ihren Inhalten aber auch mit ihrer Sprache.
Ich war begierig zu erfahren, wie ein völlig fremder Mensch es schaffen kann, so Besitz von einem zu ergreifen und ich war begierig zu erfahren wie die Protagonistin es schaffen würde, wieder das Ruder zu übernehmen und sich zu retten und bin am Ende staunend zurück geblieben. Ich sitze quasi immer noch mit offenem Mund da...
Klare Leseempfehlung von mir, wie immer bei dieser großartigen Autorin.
Ich bin und bleibe ein Fan von Delphine de Vigan Was sie mit ihren Texten schafft, mit ihren Inhalten aber auch mit ihrer Sprache.
Ich war begierig zu erfahren, wie ein völlig fremder Mensch es schaffen kann, so Besitz von einem zu ergreifen und ich war begierig zu erfahren wie die Protagonistin es schaffen würde, wieder das Ruder zu übernehmen und sich zu retten und bin am Ende staunend zurück geblieben. Ich sitze quasi immer noch mit offenem Mund da...
Klare Leseempfehlung von mir, wie immer bei dieser großartigen Autorin.

Laura Schwartz, Thalia-Buchhandlung Landau

Authentisch, direkt, leise. De Vigan liefert einen Roman der Extraklasse, ein Spiel von Fiktion und Realität - großartig! Authentisch, direkt, leise. De Vigan liefert einen Roman der Extraklasse, ein Spiel von Fiktion und Realität - großartig!

„Eine gefährliche Frauenfreundschaft“

Eine Buchhändlerin/ein Buchhändler, Thalia-Buchhandlung Vechta

Was ist das Schlimmste, das einer Schriftstellerin passieren kann? Delphine ist nicht mehr in der Lage zu schreiben. Kein neues Buch, keinen Satz, kein Wort. Schon der Anblick eines Computers lässt die Protagonistin in Panik verfallen. Als Delphine jedoch L. auf einer Party trifft, scheint sich alles zu verändern. Jedoch nicht so, wie es sich Delphine vorgestellt hat.
Was ist Wahrheit, was Fiktion? Die Autorin versteht es, diese Grenze verschwimmen zu lassen. Das zweite Buch, das ich von Delphine de Vigan gelesen habe. Es wird mit Sicherheit nicht das Letzte bleiben. Besonders das Ende hat mich schmunzeln lassen.
Was ist das Schlimmste, das einer Schriftstellerin passieren kann? Delphine ist nicht mehr in der Lage zu schreiben. Kein neues Buch, keinen Satz, kein Wort. Schon der Anblick eines Computers lässt die Protagonistin in Panik verfallen. Als Delphine jedoch L. auf einer Party trifft, scheint sich alles zu verändern. Jedoch nicht so, wie es sich Delphine vorgestellt hat.
Was ist Wahrheit, was Fiktion? Die Autorin versteht es, diese Grenze verschwimmen zu lassen. Das zweite Buch, das ich von Delphine de Vigan gelesen habe. Es wird mit Sicherheit nicht das Letzte bleiben. Besonders das Ende hat mich schmunzeln lassen.

Julia Sesulka, Thalia-Buchhandlung Pforzheim

Die dunkle Geschichte einer ungesunden Freundschaft.
Packend und einnehmend geschrieben, übt dieser Roman eine regelrechte Sogwirkung auf den Leser aus!
Genial!!
Die dunkle Geschichte einer ungesunden Freundschaft.
Packend und einnehmend geschrieben, übt dieser Roman eine regelrechte Sogwirkung auf den Leser aus!
Genial!!

B. Gebhardt, Thalia-Buchhandlung Aurich

Mir gefiel die ausdrucksstarke und präzise Sprache de Vigans, die Handlung spielt mit der Erwartungshaltung der Leserschaft und wirft interessante Fragen auf. Aber der Funke fehlt. Mir gefiel die ausdrucksstarke und präzise Sprache de Vigans, die Handlung spielt mit der Erwartungshaltung der Leserschaft und wirft interessante Fragen auf. Aber der Funke fehlt.

Stephanie Bilke, Thalia-Buchhandlung Münster

Ein psychologisches ausgefeiltes Drama und ein gekonntes Spiel mit Wahrheit und Fiktion.
Spannend wie ein Krimi. Ausgezeichnet mit dem Prix Goncourt des lycéens 2015.
Ein psychologisches ausgefeiltes Drama und ein gekonntes Spiel mit Wahrheit und Fiktion.
Spannend wie ein Krimi. Ausgezeichnet mit dem Prix Goncourt des lycéens 2015.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
56 Bewertungen
Übersicht
29
16
11
0
0

"Ist diese Lüge wahr, meine kleine Königin?"
von Dr. M. am 27.06.2018
Bewertet: Einband: Taschenbuch

In dieser unscheinbaren, aber paradoxen Frage, die Delphine einst von ihrer Großmutter gestellt bekommen haben will, verbirgt sich der ganze Inhalt dieses merkwürdigen Buches. Es heißt "Nach einer wahren Geschichte". Und das ist mit Sicherheit gelogen. Man kann die Ängste der Autorin, um die es in dieser Geschichte in... In dieser unscheinbaren, aber paradoxen Frage, die Delphine einst von ihrer Großmutter gestellt bekommen haben will, verbirgt sich der ganze Inhalt dieses merkwürdigen Buches. Es heißt "Nach einer wahren Geschichte". Und das ist mit Sicherheit gelogen. Man kann die Ängste der Autorin, um die es in dieser Geschichte in Wirklichkeit geht, kaum überlesen, weil sie sie mehr als deutlich formuliert: Sie hat Angst, nicht mehr schreiben zu können, Ängste vor dem Publikum, mit dem sie in diesem Buch abrechnet, allerdings ohne dass es viele wirklich bemerken, obwohl man auch das kaum überlesen kann, und sie fürchtet sich davor, dass ihr keine Idee mehr für ein nächstes Buch kommt. Zieht man das alles in Betrachte, dann hat sie diese Ängste raffiniert gemeistert und in einer Fiktion versteckt, die natürlich keine ist, sondern nur all das mehr oder weniger tarnen soll, was sie nicht allzu offen sagen möchte. Oder anders gesagt: Delphine de Vigane hat über ihre Versagensängste, noch weitere Bücher verfassen zu können, ein Buch geschrieben. Das wirkt so paradox wie die ganze Geschichte selbst. Alles begann mit ihrem Überraschungserfolg "Das Lächeln meiner Mutter" von 2010. Danach war nichts mehr so wie früher. Plötzlich stand die eher scheue Autorin im Mittelpunkt des Publikumsinteresses. Ziemlich sicher wird auch ihre Familie nicht besonders davon begeistert gewesen sein, dass plötzlich das Leben der bipolaren Mutter öffentlich hinterfragt wurde. Besonders aber müssen de Vigan die ständigen Fragen nach dem Wahrheitsgehalt dieser Lebensgeschichte genervt haben, die sie nach jeder Lesung immer wieder zu beantworten hatte. Wahrscheinlich beschloss sie danach irgendwann eine Geschichte über Fiktionen und Wahrheiten zu schreiben, die das nervige Publikum an der Nase herum in die Irre führen sollte. Liest man das Presseecho und viele Rezensionen, so muss man den Eindruck gewinnen, dass sie dieses Vorhaben wirklich überzeugend abgeschlossen hat. Ganz nebenbei verarbeitet sie in diesem Buch ihre Ängste vor einem neuen Roman. In einem Streit mit ihrer Freundin "L.", was man im Französischen auch als "sie" lesen kann, fallen verzweifelte Worte: "Siehst du denn nicht, dass ich keine Ahnung habe, was für eine Schriftstellerin ich bin? Siehst du denn nicht, dass ich nichts mehr zustande bringe, dass ich sterbe vor Angst? Siehst du nicht, dass ich am Ende bin und danach nichts mehr kommt? NICHTS, NICHTS, NICHTS?". Delphine de Vegan lernte L. auf einer Party kennen, auf die sie nach einer dieser fürchterlich auslaugenden Lesungen ging. Schnell und offenbar planvoll schlich sich L. in Delphines Leben ein, wurde sie, übernahm ihre Korrespondenz, schrieb Texte für sie, trat sogar als sie auf. Am Ende hatte sie scheinbar völlig von Delphine Besitz ergriffen. Nun kann man sicher viel darüber spekulieren, was oder wer L. tatsächlich ist. Sich daran zu beteiligen, würde bedeuten, sich auf die vielen falschen Fährten zu begeben, die de Vigan in diesem Buch legt. Ob sie das nun aus Spaß macht oder aus Frust über das Publikum mit seinem Drang zu erfahren, was wahr sei und was nicht, oder aus Verzweiflung, lässt sich nicht wirklich entscheiden. Vielleicht sollte man das Buch auch als einen Thriller auffassen, wie es einige getan haben. Dann aber ist es ein recht langweiliger Vertreter dieses Genres. Oder ist es ein großes Rätsel, bei dem man herausfinden soll, wozu und weshalb das alles aufgeschrieben wurde? Da man die Antwort nicht finden wird, bleibt der Versuch, das zu ergründen, ein deprimierendes Verlangen. L. beendete ihre Texte immer mit dem altmodischen ENDE, an das sie einen Stern wie bei einer Fußnote anfügte. Dieses Buch schließt auch so. Wie aufregend. Wie auch immer - besonders spannend fand ich es nicht. Wenn sich Schriftsteller anfangen, sich mit sich selbst und ihrem Schaffensprozess zu befassen, dann kann man das interessant finden oder aber als selbstverliebte Nabelschau betrachten. Man kann mit dem verblüfften Publikum mitjubeln, das die Geschichte zwar nicht versteht, weil man sie nicht verstehen kann und soll, denn darin besteht schließlich gerade die Attraktion, oder sich aber gelangweilt fragen, was das alles soll.

Spannende Geschichte über zwei Frauen
von einer Kundin/einem Kunden aus Kelkheim am 20.01.2017
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Nach einer wahren Geschichte In Delphine de Vigans neuem Roman „ Nach einer wahren Geschichte“ geht es um zwei Schriftstellerinnen, die sich begegnen und die ihr Leben beeinflussen. Vor allem steht das Leben von Delphine de Vigan im Vordergrund, die die eine Protagonistin verkörpert und biographisch erzählt, wie eine andere... Nach einer wahren Geschichte In Delphine de Vigans neuem Roman „ Nach einer wahren Geschichte“ geht es um zwei Schriftstellerinnen, die sich begegnen und die ihr Leben beeinflussen. Vor allem steht das Leben von Delphine de Vigan im Vordergrund, die die eine Protagonistin verkörpert und biographisch erzählt, wie eine andere Frau, L. genannt, in ihrem Leben gelangt und es beeinflusst. Doch schon bald merkt Delphine, dass die Veränderungen, die mit der Freundschaft zu L. einhergehen, nicht mehr harmlos und positiv sind. Am Anfang des Romans lernt man die Autorin kennen, ihre Ängste und Wünsche und ihr Seelenleben. Die Handlung beginnt, nachdem die Autorin gerade einen biographischen Roman über das Leben ihrer Mutter veröffentlich hat. Dieser Roman war zwar ein Erfolg für die Autorin, zog jedoch auch unerwartete Konsequenzen nach sich, wie eine große mediale Aufmerksamkeit und zahlreiche Enthüllungen über das Privatleben und die Familie. Von diesen Folgen überwältigt gelangt die Autorin in eine Sinnkrise und sieht keine Richtung, in die es weitergehen soll. Zudem sind ihre beiden Kinder gerade zum Studieren weggezogen und ihr Freund ist viel beruflich im Ausland unterwegs. In dieses Situation lernt sie die Schriftstellerin L. kennen, die nach und nach zu der Delphines Vertrauten wird und großen Einfluss auf Delphines Leben hat. Doch während die Freundschaft zu L. immer stärker wird, verschlechtert sich ihre psychische Verfassung und sie fällt in eine Depression. Nach und nach nimmt Delphine wahr, dass L. sie anlügt und sich in vielen Situationen merkwürdig verhält, bis es fast schon zu spät ist. Durch das Buch erhält der Leser spannende Einblicke in das Leben eines Schriftstellers und den Literaturbetrieb. Man erfährt wie Delphine beim Schreiben vorgeht, wie sie zu einer Autorin wurde und in welcher Szene sie sich als Autorin bewegt. Man erfährt aber auch die Tiefen, die Schreibblockaden und den Druck, ein gutes Buch zu schreiben. Auch in den Dialogen der beiden Frauen geht es oft um Literatur, um konkrete Beispiele aber hauptsächlich, darum wie sie beschaffen sein sollte. Ich fand es auch interessant zu lesen, wie sich die Veröffentlichung eines biographischen Buches auf das Leben der Autorin auswirkt. Neben der Schriftstellerei und Literatur geht es auch viel um zwischenmenschliche Beziehungen. Die Autorin gewährt dabei sehr tiefe Einblicke in ihr Seelenleben und wirkt daher sehr authentisch. Man kauft ihr alles ab, die Gefühle, die Stimmungen und die Gedanken. Überhaupt sind beide Figuren wirklich interessant. Zu der Beziehung von L. und Delphine möchte ich anmerken, dass ich anfangs noch mit Delphine sympathisierte, doch schnell erschien sie mir zu naiv. Ich kann ihr Verhalten an manchen Stellen gar nicht nachvollziehen, z.B. frage ich mich, wie sie nicht erkennen konnte, dass L. sie offensichtlich manipulierte. Während der gesamten Handlung herrscht eine düstere Stimmung und ein Spannungsbogen, der nicht abnimmt. Das Buch ist eher wie ein Psychothriller geschrieben und so konnte ich es kaum aus der Hand legen. Der Gedanke, dass es nach einer wahren Begebenheit erzählt wird macht das Ganze noch unheimlicher und verschwindet nie aus dem Kopf des Lesers. Der Leser wird immer daran erinnert. Am Ende des Romans wird der Leser planlos und emotional zurückgelassen, ganz eingenommen von der Wirkung dieses Buches. Ich empfehle diesen Roman uneingeschränkt, dennoch muss man ein gewisses Interesse an Literatur und Schreiben haben, damit die Passagen, in denen es darüber geht, nicht zu Langeweile führen.

Grandioses Verwirrspiel um Realität und Imagination
von KrimiElse am 31.12.2016
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Freundschaft, Stalking, Verwirrspiel um Identitäten, Manipulation, Depression und Persönlichkeitsspaltung - als Leser fragt man sich bis zum Schluss dieses grandiosen Romanes, was Realität und was Fiktion ist. Klappentext Zwei Frauen lernen sich auf einer Party kennen. Die zurückhaltende Delphine, die sich mit fremden Menschen meist sehr schwer tut, ist... Freundschaft, Stalking, Verwirrspiel um Identitäten, Manipulation, Depression und Persönlichkeitsspaltung - als Leser fragt man sich bis zum Schluss dieses grandiosen Romanes, was Realität und was Fiktion ist. Klappentext Zwei Frauen lernen sich auf einer Party kennen. Die zurückhaltende Delphine, die sich mit fremden Menschen meist sehr schwer tut, ist sofort fasziniert von der klugen und eleganten L., die als Ghostwriter arbeitet. Aus gelegentlichen Treffen werden regelmäßige, man erzählt einander das eigene Leben, spricht über Familie und Freunde, vor allem über Freundinnen. Und natürlich über Bücher und Filme, die man lebt und bewundert. Delphine ist glücklich über die Gemeinsamkeiten und fühlt sich verstanden wie schon lange nicht mehr. Ganz entgegen ihrer Gewohnheit gibt sie in einem Gespräch über das Schreiben die Idee für ihr nächstes Buch preis. L. reagiert enttäuscht: Wie nur könne Delphine ihre Zeit auf eine erfundene Geschichte verschwenden? Eine Autorin ihres Formats müsse sich der Wahrheit verschreiben. Delphine ist entsetzt. L.s leidenschaftlich vorgetragene Forderung löst eine tiefe Verunsicherung in ihr aus. bald kann sie weder Papier noch Stift in die Hand nehmen. L. scheint völlig unglücklich über das zu sein, was sie in der Freundin ausgelöst hat. Selbstlos übernimmt sie die Beantwortung von E-Mails, das Absagen von Lesungen und Interviews, das Vertrösten des Verlags, der auf einen neuen Roman wartet. Und all das in Delphines Namen. Keiner weiß davon, keiner kennt L., und so ist Delphine allein, als sie feststellt, dass L. ihr immer ähnlicher wird... Wie ein Analytiker, dessen Patientin auf der Couch liegt, begleitet man die Protagonistin zu Beginn ihrer Geschichte, die als Rückblick auf Vergangenes mit dem Wissen um das Geschehen durch die Erzählerin aufgebaut ist. Dadurch befindet man sich als Leser in der Situation, dass man weiß, etwas wird passieren, aber nur die Erzählerin selbst weiß, was es ist. Man fühlt die ständige Gefahr zwischen den Sätzen, muss aber Geduld mit der Erzählerin aufbringen. Das schafft unglaubliche Spannung zu Beginn des Buches, da die Geschichte selbst harmlos und freundschaftlich erscheint. Die Erzählerin lotet aus und analysiert, gemeinsam mit dem Leser, betrachtet ursprünglich wahrscheinlich harmlos und natürlich erscheinende Situationen mit geschärftem und verändertem Blick aus den bekannten (und mir noch unbekannten) Geschehnissen heraus. Vergangene Vorkommnisse werden unter die Lupe genommen, obwohl auch danach nicht klar ist, was Realität und was Manipulation ist. Der Stil ist weiblich, wenn auch zu Beginn des Buches analytisch. Es werden unglaublich viele Nebensätze aneinander gefügt, Geschehnisse zwar im wesentlichen chronologisch und mit wenigen Blicken nach rechts und links erzählt, aber an den Details merkt man als Leser durchaus, dass die Erzählerin eine französische Frau ist. Im der zweiten Hälfte des Buches führt jedoch die Tatsache, dass man als Leser von Anfang an weiß, dass L. die Persönlichkeit Delphines kopiert, zu einer gewissen Schwatzhaftigkeit und zu ein paar Längen im Erzählfluss, die ich als kleinen Mangel des Romanes betrachte. Obwohl man interpretieren könnte, dass die Autorin zeigen wollte, dass die Erzählerin eine ganze Weile brauchte, ehe sie dem Verwirrspiel von L. auf die Schliche kam, hätte mir eine Straffung gut gefallen. Am Ende des Romanes bleiben viele Hinweise, die bei genauem Hinsehen Ansätze zur Lösung und Interpretation des Geschehens bieten. Die Autorin reicht die Verwirrung der Erzählerin direkt an den Leser durch, und das beherrscht sie perfekt. Ich bin hochzufrieden, dass ich mit viel Spielraum für Theorien und Gedankenspiele zurück gelassen wurde, das passt sehr gut zum Buch. Alles bleibt in der Schwebe zwischen Realität und Imagination, ohne vorgelegte Lösung. Ich habe das intelligent angelegte Buch trotz der kleinen angesprochenen Schwäche sehr genossen. Delphine de Vignan, geboren 1966, gelang mit "No & ich" (2007) der Durchbruch als Schriftstellerin. Seit dem Roman "Das Lächeln meiner Mutter" (2010), der wochenlang die französischen Bestsellerlisten anführte, zählt sie zu den wichtigsten zeitgenössischen Autoren Frankreichs. Sie lebt mit ihren Kindern in Paris.