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Die Angst vor den anderen

Ein Essay über Migration und Panikmache

edition suhrkamp 7258

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Wenn in kurzer Zeit Hunderttausende Menschen ins Land kommen, stellt das für jede Nation eine gewaltige Herausforderung dar. Und dennoch wirkt es befremdlich, dass Migration praktisch alle anderen Themen von den Titelseiten verdrängt. Den Klimawandel. Die Ungleichheit. Zerfallende Staaten. Also die eigentlichen Ursachen der Migration. Zygmunt Bauman spricht angesichts der emotionalen Debatte von einer moralischen Panik. Und er stellt die Frage, wer von dieser Panik (oder Panikmache?) profitiert. Nicht zuletzt, so der Soziologe, populistische Politiker, die endlich klare Kante zeigen können – zumindest solange sie nicht in der Verantwortung stehen.
Inmitten der Hysterie und der zunehmenden Xenophobie plädiert Bauman für Gelassenheit und Empathie. In einer Welt, in der Geld, Bilder und Waren frei zirkulieren und ob deren Kugelform sich die Menschen »nicht ins Unendliche zerstreuen können« (Kant), werden wir lernen müssen, mit den anderen zusammenzuleben.
Portrait
Zygmunt Bauman, geboren 1925 in Posen, gestorben 2017 in Leeds, lehrte zuletzt an der University of Leeds. Er gilt als einer der bedeutendsten Soziologen der Gegenwart und erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Theodor- W.-Adorno-Preis der Stadt Frankfurt am Main (1998) und den Prinz-von-Asturien-Preis (2013).
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 125
Erscheinungsdatum 11.09.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-518-07258-5
Verlag Suhrkamp Verlag AG
Maße (L/B/H) 21,5/13,6/1,4 cm
Gewicht 206 g
Originaltitel Strangers at Our Door
Auflage 5. Auflage
Übersetzer Michael Bischoff
Verkaufsrang 93.630
Buch (Taschenbuch)
12,00
inkl. gesetzl. MwSt.
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Xenophobie und ihre Auswirkungen auf die Moderne Gesellschaft.
von einer Kundin/einem Kunden am 06.03.2017

Zygmunt Bauman befasst sich in seinem neuesten Werk den Flüchtlingen, den Migranten, aber auch der rassistischen Propaganda seitens der Medien und der europäischen Politikern. Die europäischen Bürger sehen sich mit einer "moralischen Panikmache" konfrontiert, die das wahre Übel ist und das Wohlergehen der Gesellschaft bedroht und sogar eine Destabilisierung... Zygmunt Bauman befasst sich in seinem neuesten Werk den Flüchtlingen, den Migranten, aber auch der rassistischen Propaganda seitens der Medien und der europäischen Politikern. Die europäischen Bürger sehen sich mit einer "moralischen Panikmache" konfrontiert, die das wahre Übel ist und das Wohlergehen der Gesellschaft bedroht und sogar eine Destabilisierung von Staaten nach sich zieht. Dieses Essay über die Migration und die europaweite Panikmache ist sehr informativ und kurzweilig geschrieben. Bauman zeigt darin auf, wie gefährlich es sein kann, die flüchtenden Menschen nicht als solches anzuerkennen und auf welchen schmalen Grad die europäische Politik wandert, wenn jene Flüchtlinge als Kakerlaken (Katie Hopkins) bezeichnet werden und man sich wünscht, dass die Boote der Flüchtlinge mit Kanonen gestoppt werden sollen, und dies rechtlich nicht geahnt wird. Bauman zeigt aber auch auf, wieso die westliche Politik und militärische Unternehmungen eine schwerwiegende Mitverantwortung für den derzeitigen Terrorismus tragen und wie die aufgebauschte Flüchtlingsproblematik in einem historischen Kontext zu sehen ist, da die Menschheit schon immer ausgewanderte, auch aus kapitalistischen Gründen. Der Soziologe und Philosoph verurteilt die kurzfristigen Entscheidungen der Politik und konfrontiert den Leser mit der wachsenden gegenseitigen Abhängigkeit der verschiedenen Menschen und Völker, und das der einzige Ausweg aus diesem Dilemma, Solidarität und Zusammenarbeit mit uns fremden Menschen bedeutet.

Hospitalität versus Lager- und Kriegspolitik
von einer Kundin/einem Kunden am 23.10.2016

Das neue Buch des Soziologen Zygmunt Bauman ist keine akademische, soziologische Analyse. Nichtsdestotrotz äußert sich hier ein Altmeister der Soziologie, zu dessen Arbeitsfeld u.a. die Migrationen, Fluchtbewegungen und Ausgrenzungen in der kapitalisierten Moderne gehören. Geschrieben ist das Buch als der Essay eines Engagierten, der die Wand der Angst, die die... Das neue Buch des Soziologen Zygmunt Bauman ist keine akademische, soziologische Analyse. Nichtsdestotrotz äußert sich hier ein Altmeister der Soziologie, zu dessen Arbeitsfeld u.a. die Migrationen, Fluchtbewegungen und Ausgrenzungen in der kapitalisierten Moderne gehören. Geschrieben ist das Buch als der Essay eines Engagierten, der die Wand der Angst, die die Europäer vor den Flüchtlingen einkreist, aufreißen will. Ausgangspunkte seines Essays bilden die globalen Flüchtlingsbewegungen, deren Ursachen Bauman in der Hauptsache in der neo-liberalen, kapitalistischen Ökonomie, in einer wuchernden Waffenwirtschaft, in zahlreichen politischen Fehlentscheidungen und verheerenden militärischen Interventionen, aber auch in einer katastrophalen Klimapolitik findet. Wie auch immer die Ursachen und die Verantwortungen zu verorten sind, es bleiben die Fragen zu der europäischen Reaktion, die die EU in dieser Situation politisch wie ethisch und moralisch findet. Einerseits geht es um eine Politik der Nachhaltig, die sich nicht um die zukünftigen Folgen ihrer Handlungen verschließt, andererseits geht es natürlich auch um die ethisch-moralischen Konsequenzen, die eine Politik der Ausgrenzung, der Verachtung, des Fremdenhasses und der Zurückweisung einer Hospitalität (Kant) mit sich bringt. Gewiss, die Fragen und Antworten zu dieser Entwicklung der Migrations- und Fluchtbewegungen lassen sich nicht einfach stellen und beantworten. Womöglich werden sich diese Entwicklungen sogar zukünftig noch zuspitzen, unter Bedingungen, die heute noch nicht abzusehen sind. Dennoch bleibt die berechtigte Skepsis, ob eine Politik, die Menschen an Europas Grenzen abweist, und somit Lager in Kauf nimmt, die errichtet werden, um unerwünschte Menschen „zu parken“, ein gangbarer Weg der Politik ist. Wie soll die Politik aussehen, die wir Europäer entwerfen? Welche Kriege werden die Konsequenzen unserer Entscheidungen in Gang setzen? Baumans radikaler Ton rüttelt an der blinden Angst der Europäer, um die Folgen ihres politischen Handelns neu zu bedenken. In der Perspektive einer Lager- und Kriegspolitik gegen Migranten und Flüchtlinge, eröffnet er erneut die Diskussion um eine begrenzte bzw. unbegrenzte Hospitalität, wie sie schon von Sophokles, Kant, Arendt und Derrida geführt wurde.