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Spinner

»Ich habe keine Angst vor der Zukunft, verstehen Sie? Ich hab nur ein kleines bisschen Angst vor der Gegenwart.«
Jesper Lier, 20, weiß nur noch eines: Er muss sein Leben ändern, und zwar radikal. Er erlebt eine turbulente Woche und eine wilde Odyssee durch Berlin. Ein tragikomischer Roman über Freundschaft, das Ringen um seine Träume und über die Angst, wirklich die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Portrait

Benedict Wells wurde 1984 in München geboren. Im Alter von sechs Jahren begann seine Reise durch drei bayerische Internate. Nach dem Abitur 2003 zog er nach Berlin. Dort entschied er sich gegen ein Studium und widmete sich dem Schreiben. Seinen Lebensunterhalt bestritt er mit diversen Nebenjobs. Sein vielbeachtetes Debüt >Becks letzter Sommer< erschien 2008, wurde mit dem Bayerischen Kunstförderpreis ausgezeichnet und 2015 fürs Kino verfilmt. Wie bereits sein dritter Roman >Fast genial< steht auch sein soeben erschienener Roman >Vom Ende der Einsamkeit< auf den Bestsellerlisten. Wells wurde dafür mit dem European Union Prize for Literature (EUPL) 2016 ausgezeichnet. Er lebt in Berlin.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 320
Erscheinungsdatum 24.08.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-257-24384-0
Verlag Diogenes Verlag AG
Maße (L/B/H) 18/11,1/2,5 cm
Gewicht 280 g
Auflage 6. Auflage
Verkaufsrang 6.741
Buch (Taschenbuch)
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Buchhändler-Empfehlungen

Ein etwas anderer Coming of Age Roman, der unverblümt und beinahe poetisch Jespers orientierungsloses und chaotisches Dasein beschreibt. Wie immer einzigartig! Ein etwas anderer Coming of Age Roman, der unverblümt und beinahe poetisch Jespers orientierungsloses und chaotisches Dasein beschreibt. Wie immer einzigartig!

Lorena Lahrem, Thalia-Buchhandlung Berlin

Dieser Berlin-Roman kann Sie nur zum richtigen Zeitpunkt finden; gedankenversunken, poetisch und ein Ebenbild der wunderbaren Stadt. Eine gute und leichte Wahl für den Sommer. Dieser Berlin-Roman kann Sie nur zum richtigen Zeitpunkt finden; gedankenversunken, poetisch und ein Ebenbild der wunderbaren Stadt. Eine gute und leichte Wahl für den Sommer.

„Die chaotische Woche eines Zwanzigjährigen“

Andrea Kowalleck, Thalia-Buchhandlung Saalfeld

Benedict Wells ist einer meiner Lieblingsautoren und "Spinner" war das einzige Buch, welches ich von ihm noch nicht gelesen hatte und fand es genauso toll wie die anderen. Erzählt wird eine chaotische Woche des zwanzigjährigen Jesper, der noch nicht richtig weiß, wo ihn das Leben hinführt und welchen Weg er einschlagen soll . Er durchlebt einige schräge und turbulente Höhe- und auch Tiefpunkte und kommt letztendlich zu folgender Erkenntnis: "Es ist der Fluch der Jugend, dass man glaubt, ständig zu leiden. Doch wenn diese Zeit vorbei ist, stellt man fest, dass man sie geliebt hat. Und das sie nie mehr zurückkommt." Einfach nur genial, wild, jung, sensibel, einfühlsam..., besonders lesenswert für Jugendliche und Eltern von erwachsenwerdenden Kindern. Benedict Wells ist einer meiner Lieblingsautoren und "Spinner" war das einzige Buch, welches ich von ihm noch nicht gelesen hatte und fand es genauso toll wie die anderen. Erzählt wird eine chaotische Woche des zwanzigjährigen Jesper, der noch nicht richtig weiß, wo ihn das Leben hinführt und welchen Weg er einschlagen soll . Er durchlebt einige schräge und turbulente Höhe- und auch Tiefpunkte und kommt letztendlich zu folgender Erkenntnis: "Es ist der Fluch der Jugend, dass man glaubt, ständig zu leiden. Doch wenn diese Zeit vorbei ist, stellt man fest, dass man sie geliebt hat. Und das sie nie mehr zurückkommt." Einfach nur genial, wild, jung, sensibel, einfühlsam..., besonders lesenswert für Jugendliche und Eltern von erwachsenwerdenden Kindern.

Eine Buchhändlerin/ein Buchhändler, Thalia-Buchhandlung Berlin

Der Spinner ist eine tolle Geschichte mit unheimlichem Drive, besonderem Humor und Tiefgang. Ein Must-read! Der Spinner ist eine tolle Geschichte mit unheimlichem Drive, besonderem Humor und Tiefgang. Ein Must-read!

„Eine Muss für Leser meiner Generation! “

Laura Hohmann, Thalia-Buchhandlung Hagen

Ein Roman, der die Orientierungslosigkeit (z.B. nach dem Schulabschluss) meiner Generation nicht besser auf den Punkt bringen könnte!

Träume wahrnehmen und nicht an ihnen vorbei leben.
Sich Gefühlen stellen und diese nicht verdrängen.
Über das eigene Leben und seine Ziele nachdenken!
Sich auf Morgen freuen, Gestern zurücklassen und im Jetzt leben!


Ein Roman, der die Orientierungslosigkeit (z.B. nach dem Schulabschluss) meiner Generation nicht besser auf den Punkt bringen könnte!

Träume wahrnehmen und nicht an ihnen vorbei leben.
Sich Gefühlen stellen und diese nicht verdrängen.
Über das eigene Leben und seine Ziele nachdenken!
Sich auf Morgen freuen, Gestern zurücklassen und im Jetzt leben!


„Sag mal, spinne ich?“

H. Becker, Thalia-Buchhandlung Dresden

Laut Duden ist ein Spinner jemand, der wegen seines absonderlichen, skurrilen, spleenigen Verhaltens auffällt und als Außenseiter betrachtet wird. Ist Jesper also ein Spinner? Ich finde nicht. Er versucht einfach nur herauszufinden, was er mit seinem Leben anstellen soll. Ich versuche das schließlich auch. Und Sie bestimmt auch. Folgen Sie Jesper 7 Tage lang und werden Sie gefesselt! Nehmen Sie sich besser nichts anderes vor, wenn Sie zu diesem Buch greifen. Laut Duden ist ein Spinner jemand, der wegen seines absonderlichen, skurrilen, spleenigen Verhaltens auffällt und als Außenseiter betrachtet wird. Ist Jesper also ein Spinner? Ich finde nicht. Er versucht einfach nur herauszufinden, was er mit seinem Leben anstellen soll. Ich versuche das schließlich auch. Und Sie bestimmt auch. Folgen Sie Jesper 7 Tage lang und werden Sie gefesselt! Nehmen Sie sich besser nichts anderes vor, wenn Sie zu diesem Buch greifen.

Sabrina Mattes, Thalia-Buchhandlung Neu-Ulm

Das Buch erzählt vom erwachsen werden und der absoluten Selbstüberschätzung eines 20-jährigen, der davon überzeugt ist, das neue "One-Hit-Wonder" der Literatur zu sein.
Witzig!
Das Buch erzählt vom erwachsen werden und der absoluten Selbstüberschätzung eines 20-jährigen, der davon überzeugt ist, das neue "One-Hit-Wonder" der Literatur zu sein.
Witzig!

„Titel wird zum Programm“

Mathilda Amende, Thalia-Buchhandlung Dresden

"[...] irgendwie so, wie wenn man verrauchte Luft einatmet. Man kann damit leben, aber es ist nicht das Wahre, man atmet nicht so tief ein, wie man könnte." - Benedict Wells fasst auf der letzten Seite seines Romans "Spinner" die allgemein melancholische Stimmung des Werkes sehr ausdrucksstark zusammen. Erstmals veröffentlicht wurde er bereits im Jahr 2009, jedoch findet die Neuausgabe aus dem Sommer 2016 ebenfalls erfrischenden Anklang. Es geht um den jungen Freigeist Jesper Li(a)er, der direkt nach dem Abitur nach Berlin zieht und dort sein Glück als Schriftsteller versuchen will. Dafür baut er ein Lügengerüst um sich herum auf, wird zum Alibi-Student, bekämpft seine Depression mit Alkohol und Schlaftabletten, wohnt in einem Kellerloch und verbringt seine Tage mit sinnleeren Beschäftigungen. Benedict Wells berichtet in sieben sehr turbulenten Tagen von einem Paradebeispiel der Perspektivlos-Generation. Dennoch oder gerade deshalb lohnt sich dieses Buch allemal für Selbstfindungszwecke und für's Wiederfinden seiner Selbst.
"[...] irgendwie so, wie wenn man verrauchte Luft einatmet. Man kann damit leben, aber es ist nicht das Wahre, man atmet nicht so tief ein, wie man könnte." - Benedict Wells fasst auf der letzten Seite seines Romans "Spinner" die allgemein melancholische Stimmung des Werkes sehr ausdrucksstark zusammen. Erstmals veröffentlicht wurde er bereits im Jahr 2009, jedoch findet die Neuausgabe aus dem Sommer 2016 ebenfalls erfrischenden Anklang. Es geht um den jungen Freigeist Jesper Li(a)er, der direkt nach dem Abitur nach Berlin zieht und dort sein Glück als Schriftsteller versuchen will. Dafür baut er ein Lügengerüst um sich herum auf, wird zum Alibi-Student, bekämpft seine Depression mit Alkohol und Schlaftabletten, wohnt in einem Kellerloch und verbringt seine Tage mit sinnleeren Beschäftigungen. Benedict Wells berichtet in sieben sehr turbulenten Tagen von einem Paradebeispiel der Perspektivlos-Generation. Dennoch oder gerade deshalb lohnt sich dieses Buch allemal für Selbstfindungszwecke und für's Wiederfinden seiner Selbst.

„Odysee eines Antihelden“

Nancy Jarisch, Thalia-Buchhandlung Weiterstadt

Obwohl er gerade mal 20 ist, ist Jesper Lier bereits zu einem zynischen Misanthropen geworden. Er verabscheut nahezu alle um sich herum, deren Karriereziele, Lebensentwürfe und –träume. Daher fristet er sein eigenes Dasein in einer Kellerwohnung in Berlin mit vergitterten Fenstern, trinkt zu viel und isst zu wenig während er an einem mehr als 1000-seitigen Roman arbeitet, der seinen eigenen Leidensweg dokumentiert und der von niemandem gelesen werden will. Doch eine turbulente Woche mit seinen beiden einzigen Freunden führt ihm vor Augen, dass es eigentlich sein größter Wunsch ist, so zu sein wie alle anderen.
Wie schon in »Fast genial« zeichnet Benedict Wells hier mit feiner Beobachtungsgabe einen vielschichtigen Charakter auf der Suche nach dem eigenen Ich. So gelingt ihm ein nachdenklich machender Roman über verpasste Chancen, nur scheinbar unerreichbare Träume und das Streben des Menschen nach Anerkennung.
Obwohl er gerade mal 20 ist, ist Jesper Lier bereits zu einem zynischen Misanthropen geworden. Er verabscheut nahezu alle um sich herum, deren Karriereziele, Lebensentwürfe und –träume. Daher fristet er sein eigenes Dasein in einer Kellerwohnung in Berlin mit vergitterten Fenstern, trinkt zu viel und isst zu wenig während er an einem mehr als 1000-seitigen Roman arbeitet, der seinen eigenen Leidensweg dokumentiert und der von niemandem gelesen werden will. Doch eine turbulente Woche mit seinen beiden einzigen Freunden führt ihm vor Augen, dass es eigentlich sein größter Wunsch ist, so zu sein wie alle anderen.
Wie schon in »Fast genial« zeichnet Benedict Wells hier mit feiner Beobachtungsgabe einen vielschichtigen Charakter auf der Suche nach dem eigenen Ich. So gelingt ihm ein nachdenklich machender Roman über verpasste Chancen, nur scheinbar unerreichbare Träume und das Streben des Menschen nach Anerkennung.

Eine Buchhändlerin/ein Buchhändler, Thalia-Buchhandlung Münster

Erkenntnisse und Erlebnisse eines 20 Jährigen, der eine Woche in die Hauptstadt flieht um sein Leben zu ändern. Nicht nur für Jugendliche unterhaltsam. Erkenntnisse und Erlebnisse eines 20 Jährigen, der eine Woche in die Hauptstadt flieht um sein Leben zu ändern. Nicht nur für Jugendliche unterhaltsam.

Eine Buchhändlerin/ein Buchhändler, Thalia-Buchhandlung Münster

Interessantes Portrait einer Generation. Interessantes Portrait einer Generation.

Melanie Winkler, Thalia-Buchhandlung Norderstedt

Extrem junger, skurril-verrückter Roman in Berlin. Turbulent, chaotisch und mega-witzig. Extrem junger, skurril-verrückter Roman in Berlin. Turbulent, chaotisch und mega-witzig.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
23 Bewertungen
Übersicht
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Benedict Wells – Spinner
von Miss.mesmerized am 16.01.2019
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Jesper Lier ist Anfang 20 und hatte eigentlich vor nach seinem Umzug von München nach Berlin so richtig das Leben zu beginnen und als Autor zu arbeiten. Die Realität sieht jedoch anders aus: er lebt in einem Kellerloch, schreibt für eine Lokalzeitung, um sich finanziell über Wasser zu halten,... Jesper Lier ist Anfang 20 und hatte eigentlich vor nach seinem Umzug von München nach Berlin so richtig das Leben zu beginnen und als Autor zu arbeiten. Die Realität sieht jedoch anders aus: er lebt in einem Kellerloch, schreibt für eine Lokalzeitung, um sich finanziell über Wasser zu halten, die Uni hat er nur zur Immatrikulation betreten und langsam wird ihm auch bewusst, dass sein Mammutwerk von Roman, an dem er zwei Jahre lang gearbeitet hat, vermutlich nichts taugt. Der Rest seines kümmerlichen Lebens ist so beklagenswert, dass die Depression die logische Folge ist. Auch seine Freunde dringen kaum mehr zu ihm durch. Seiner Mutter hat er versprochen für den anstehenden Umzug zurückzukehren und zu helfen, aber der geplante Familienbesuch drückt ebenfalls aufs Gemüt – wofür lebt er eigentlich noch? Benedict Wells zweiter Roman, der bereits 2009 erschien, im Herbst 2016 jedoch in einer überarbeiteten Fassung nochmals aufgelegt wurde, hat deutliche autobiografische Züge. Genau wie sein Protagonist verließ Wells nach Ende der Schulzeit die bayerische für die Bundeshauptstadt, um dort die Schriftstellerkarriere zu starten. Mit Nebenjobs als Redakteur schlug er sich durch, bis ihm mit „Becks letzter Sommer“ der Durchbruch als Autor gelang. „Spinner“ hat er in sehr jungen Jahren verfasst, was man dem Roman deutlich anmerkt, alles in der Geschichte dreht sich in einem sehr begrenzten Radius um den Protagonisten, der Blick über den Tellerrand und das Wahrnehmen der Welt um ihn herum gelingt ihm noch nicht. Der Roman klingt ein wenig nach einem verspäteten Vertreter der Popliteratur. Die junge Hauptfigur auf der Suche nach dem Sinn des Lebens, das hauptsächlich von Alkohol, Zigaretten und Drogen bestimmt wird und immer wieder Referenzen zu den Größen des Literatur- und Musikbetriebs aufweist. Allerdings bleibt Wells völlig frei von Gesellschaftskritik und Jesper ist weitgehend unpolitisch, ja noch nicht einmal offen politisch desinteressiert, weshalb er dann doch hinter den bekannten Vertretern des Genres zurückbleibt. Auch die psychologische Tiefe des Charakters bleibt überschaubar, er ist nicht der intellektuelle Denker, der innerlich zerrissen ist und so tiefgründige Sinnsuche betreiben würde. Im Gegenteil: Jesper Lier ist in weiten Teilen wohlstandsverwöhnt und badet in Selbstmitleid. Auch wenn er durchaus harte Schicksalsschläge erlebt hat, eigentlich ist er in einer sehr komfortablen Lebenssituation und findet nur Gefallen an dem dandyhaften Auftritt eines Emos, der nicht erwachsen geworden ist. Trotz der Kritik hat mir der Roman gefallen und ich würde ihn ohne Frage als lesenswert bezeichnen wollen. Auch wenn ihm die Tiefe fehlt und er nicht ganz so berühren kann wie mit „Vom Ende der Einsamkeit“, gelingt es Wells doch eine überzeugende Figur zu schaffen, die in sich stimmig ist und deren Seelenleben er glaubwürdig einfängt. Jesper Lier wirkt authentisch und meiner Einschätzung nach durchaus ein symbolischer Vertreter für seine Generation. Sprachlich lässt der Autor an einigen Stellen sein Können aufblitzen, das sich in seinen späteren Büchern dann richtig entfaltet.

In Selbstmitleid suhlend und notorisch lügend
von Janine2610 am 18.02.2017

In vorliegendem Roman geht es um den 20-jährigen Jesper Lier, der seit ungefähr zwei Jahren in einer Berliner Kellerwohnung haust. Wir erleben hierin eine Woche seines Lebens mit, die allerdings ganz und gar keine gewöhnliche ist, sondern eine, die sich "gewaschen" hat. Denn es passieren Dinge, also Jesper gerät... In vorliegendem Roman geht es um den 20-jährigen Jesper Lier, der seit ungefähr zwei Jahren in einer Berliner Kellerwohnung haust. Wir erleben hierin eine Woche seines Lebens mit, die allerdings ganz und gar keine gewöhnliche ist, sondern eine, die sich "gewaschen" hat. Denn es passieren Dinge, also Jesper gerät in Situationen, die entweder sehr beschämend oder unfassbar, richtig traurig, gefährlich, aber irgendwie auch lustig sind. Ja, es passiert in meinen Augen sogar so viel in diesen sieben Tagen, dass es von den aufwühlenden Gefühlen her bestimmt auch für ein ganzes Jahr gereicht hätte. Einer, der an seine Träume glaubt Den Protagonisten Jesper Lier zu beschreiben, fällt mir ziemlich leicht, da der Autor ihm recht eigene Charakterzüge zugeschrieben hat. Erstens fällt mit zunehmender Seitenzahl auf, dass Jesper gerne und viel lügt. Schnell erkennt man auch, dass er ein von Wehmut geplagter Typ mit Komplexen ist, der eine große Portion Unsicherheit (Frauen gegenüber) mit sich herumschleppt. Jesper ist Einzelgänger und beschreibt sich selbst als langweilig und traurig. Er verabscheut Menschen, die mutlos sind, ihre Träume aufgegeben haben und nur mehr dem Geld hinterherjagen; Traum- und Phantasielosigkeit kann und will er nicht akzeptieren. ~ Alle hatten Angst vor Lücken in ihrem Lebenslauf. Aber niemand schien Angst davor zu haben, seine Träume zu verraten. ~ (S. 99) Jespers Alltag und sein aktuelles Leben wirkten auf mich wirklich sehr deprimierend und negativ. Der Protagonist war auch recht gut darin, gewisse Dinge zu ignorieren und einfach wegzuschauen, wenn es um seine Gesundheit und seinen Körper ging, was ein deutliches Zeichen dafür ist, dass er sich selbst überhaupt nicht wichtig nimmt. Erhärtet wird das durch Situationen, in denen er deutlich sein Selbstmitleid und seinen Selbsthass ausspricht - nein, nicht nur ausspricht, sondern sogar ausschreit, so sehr, dass es sogar mir als Leserin weh getan hat. Und obwohl er den (für mich absolut nachvollziehbaren und wundervollen) Traum hegt, als Autor sein Geld zu verdienen, und mit »Der Leidensgenosse«, an dem er gut zwei Jahre gearbeitet hat und von dem er vollkommen überzeugt ist, bereits etwas vorzuweisen hat, habe ich für den jungen Mann trotzdem kaum Sympathie aufbringen können. Denn ich empfand Jesper einfach nur als bemitleidenswertes armes Würstchen. Nein, nicht mal liebenswert fand ich ihn, auch nicht zum Ende hin ... ~ Wie so viele vor mir hatte ich versucht, in meinem Leben das zu tun, was ich mir am meisten wünschte, und wie so viele vor mir war ich damit gescheitert. ~ (S. 268) Ich habe mich, besonders das erste Drittel, gefragt, was mir der Autor mit Jespers kläglichem Dasein eigentlich vermitteln will. Worum genau soll es in dieser Geschichte denn gehen? Worauf soll das Ganze hinauslaufen? Nun, Jespers Leben wird von Ängsten und Niederschlägen eingenommen und es kristallisiert sich nach und nach heraus, dass es um nachhaltige Lebensveränderungen gehen soll, die getroffen und angegangen werden müssen, denn ansonsten droht ihm der vollständige Bachhinuntergang seines Lebens ... Ob und wie Jesper sein Leben endlich in die Hand nimmt, will ich an dieser Stelle nicht vorweg nehmen, aber so viel sei gesagt: das, was in weiterer Folge passiert, hat mich auf alle Fälle wieder etwas versöhnlicher gestimmt, was die Hauptfigur betrifft. ~ Doch es gibt Fehler, die notwendig sind. Manchmal muss man ein kleines bisschen sterben, um wieder ein wenig mehr zu leben. ~ (S. 314) Jespers Person umgibt soviel Negativität und immer wieder, in den unterschiedlichsten Situationen, hatte ich ein ganz unheilvolles Gefühl, dass ganz bald etwas Schlimmes passieren wird ... Es hängt fast über der gesamten Geschichte dieses Nachdenkliche, ein wenig Depressive und das hat das Buch für mich nicht gerade zum Highlight gemacht. Nichtsdestotrotz kommt der eine oder andere komische Auflockerungs-Satz ebenfalls vor, sodass das Lesen zu einer ziemlich erträglichen Angelegenheit geworden ist.

Angst in Berlin
von Anyah Fredriksson aus Hannover am 17.10.2016

Der Roman „Spinner“ ist ursprünglich Benedict Wells Erstlingswerk, er schrieb ihn mit 19 Jahren, das jetzt noch einmal in einer neuen Edition vom Diogenes Verlag herausgebracht wurde. Der Autor erzählt darin die Geschichte von dem 20-jährigen Jesper Lier. Jesper hat große Probleme mit sich selbst und seiner Umwelt, er... Der Roman „Spinner“ ist ursprünglich Benedict Wells Erstlingswerk, er schrieb ihn mit 19 Jahren, das jetzt noch einmal in einer neuen Edition vom Diogenes Verlag herausgebracht wurde. Der Autor erzählt darin die Geschichte von dem 20-jährigen Jesper Lier. Jesper hat große Probleme mit sich selbst und seiner Umwelt, er bezeichnet sich selbst gar als Spinner, kurz er hat seinen Weg durch diese Welt noch nicht gefunden und lebt mehr oder weniger von der Unterstützung seiner Familie und vom Schreiben, denn das ist Jespers Traum, er möchte ein Schriftsteller werden. Seine Lebensumstände und ebenso die Großstadt an sich beginnen ihn zu zerfressen, er entwickelt Ängste und lässt sich fallen. Wird er Unterstützung erfahren oder muss sich Jesper allein daran machen, erwachsen zu werden? Kann er den Kampf mit der Welt aufnehmen? Schon in diesem Buch ist Benedict Wells charakteristischer Schreibstil klar erkennbar, er schreibt in schöner, neuer Sprache, die ein wenig poetisch angehaucht ist. Der Autor verwendet ein gutes Tempo, er kann seinen Spannungsbogen das gesamte Buch über aufrecht erhalten. Dies alles trägt dazu bei, dass das Lesen flüssig möglich und angenehm ist. Die Charaktere Benedicts Wells sind tief, authentisch und kommen gut rüber. Die Entwicklung, die sein Protagonist durchlebt ist deutlich erkennbar und der Autor schafft es, dass wir mit Jesper Lier mitfiebern. Von Herzen gerne vergebe ich diesem brillanten Debütroman seine wohlverdienten fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es selbstverständlich weiter. Ich fühle mich bei der Lektüre des Buches wunderbar unterhalten und kann schöne Lesestunden mit ihm und der hervorragenden Geschichte verbringen. Fans des Autoren werden es sowieso lesen und lieben, aber auch Leser, die gerne ihre Nase in Coming of Age Romane stecken, kommen hier voll auf ihre Kosten.