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Henkersmarie

Das Henkerswesen im 16. Jahrhundert: Bestsellerautorin Astrid Fritz wagt sich an ein faszinierendes Thema. Wer «Die Hexe von Freiburg» liebte, wird diesen Roman verschlingen!
Eine Henkerstochter auf der Flucht vor ihrem Schicksal
Rothenburg ob der Tauber, um 1540. Maria wächst als Tochter eines Scharfrichters in einer schäbigen Gasse heran. Dem Mädchen ist der Beruf des Vaters eine fremde Welt. Nur zu deutlich spürt sie, dass sie gemieden wird - gelten Henker und ihre Familien doch als "Unehrliche", mit denen man nicht in Berührung kommen soll.
Als sie alt genug ist, nimmt ihr Vater sie zum ersten Mal zu einer Hinrichtung mit. Danach schwört sie sich, die Henkerswelt für immer hinter sich zu lassen, sobald sie erwachsen ist. Aber ihre Eltern haben andere Pläne: Sie soll den Sohn und baldigen Nachfolger des Freiburger Henkers heiraten. Bleibt ihr nur die Flucht?
Rezension
Kenntnisreich und spannend thematisiert Astrid Fritz das Henkerswesen im 16. Jahrhundert. Buch aktuell
Portrait
Astrid Fritz studierte Germanistik und Romanistik in München, Avignon und Freiburg. Als Fachredakteurin arbeitete sie anschließend in Darmstadt und Freiburg und verbrachte mit ihrer Familie drei Jahre in Santiago de Chile. Zu ihren großen Erfolgen zählen "Die Hexe von Freiburg", "Die Tochter der Hexe" und "Die Vagabundin". Astrid Fritz lebt in der Nähe von Stuttgart.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 512
Erscheinungsdatum 25.11.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-499-26840-3
Verlag Rowohlt Taschenbuch
Maße (L/B/H) 19/12,3/4,5 cm
Gewicht 499 g
Auflage 3. Auflage
Buch (Taschenbuch)
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Kundenbewertungen

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Sehr gut
von Lenas Welt der Bücher aus Steinhagen am 19.03.2017
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Meine Meinung: Ich hatte mal wieder unglaublich Lust auf einen historischen Roman und habe dann gestöbert, was es dann aktuell so gibt und bin dabei auf dieses Buch gestoßen. Es hat mich total angesprochen, weil es zwar um Henker geht, aber nicht um die die gejagt werden, sondern um die Tochter des Henkers und das hörte sich ... Meine Meinung: Ich hatte mal wieder unglaublich Lust auf einen historischen Roman und habe dann gestöbert, was es dann aktuell so gibt und bin dabei auf dieses Buch gestoßen. Es hat mich total angesprochen, weil es zwar um Henker geht, aber nicht um die die gejagt werden, sondern um die Tochter des Henkers und das hörte sich unglaublich gut an, weswegen ich sehr gespannt auf das Buch war. Der Schreibstil von Astrid Fritz hat mir sehr gut gefallen. Sie schreibt für einen historischen Roman sehr locker und daher lässt sich das Buch sehr angenehm lesen. Sie schreibt sehr bildhaft und bringt viele Informationen rein, ohne dass es anstrengend oder ähnliches wird. Man erfährt hier viel über die Geschichte der Henker. Ich fand dies unglaublich interessant, da ich immer dachte, dass es Henker böse Menschen waren. Aber dies stimmt überhaupt nicht, da sie sich den Beruf nicht aussuchen konnten. Man erfährt außerdem was noch hinter dem Beruf steckt und wie das Leben eines Henkers aussieht. Ich fand dies spannender, als gedacht. Die Protagonistin Maria hat mir gut gefallen, sie ist sehr authentisch dargestellt und ich fand sie von Anfang an sympathisch. Im Laufe der Geschichte macht sie eine unglaubliche Entwicklung durch und sie wächst über sich hinaus. Zum Ende des Buches findet man noch ein Glossar, damit kann man sich gut orientieren und ggf. das ein oder andere nachschlagen. Außerdem gibt es ein sehr interessantes Nachwort, in dem die Autorin Astrid Fritz einiges erklärt. Fazit: “Henkersmarie” ist ein richtig guter historischer Roman. Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen, das Buch ist spannend, hat eine tolle Protagonistin und man erfährt viel über das Leben des Henker. Für Fans des historischen Romans oder für alle die es noch werden möchten ein absolutes Muss!

tolles Buch
von einer Kundin/einem Kunden aus Langelsheim am 08.10.2015
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Astrid Fritz zählt zu meinen Lieblingsschriftstellerinnen der Mittelalterromane, ich habe das Buch noch nicht gelesen, mich aber ganz auf die Inhaltsangabe verlassen....wie ich die Schriftstellerin kenne, wird mich das Buch wieder in seinen Bann reißen...

Eine tief berührende Geschichte über das Erwachsenwerden in einer Henkersfamilie des 16. Jahrhunderts
von einer Kundin/einem Kunden aus Meerbusch am 07.07.2015
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Inhalt: Die zu Beginn des ersten Teils 5jährige Maria lebt in Rothenburg als Tochter des dort amtierenden Scharfrichters Hans Vollmer und seiner Frau Margarete. Zusammen mit ihren Brüdern wird sie liebevoll erzogen. Doch bereits ihre Kindheit wird durch die Ausgrenzung ihrer Familie, die sozial als "unehrlich" gilt geprägt un... Inhalt: Die zu Beginn des ersten Teils 5jährige Maria lebt in Rothenburg als Tochter des dort amtierenden Scharfrichters Hans Vollmer und seiner Frau Margarete. Zusammen mit ihren Brüdern wird sie liebevoll erzogen. Doch bereits ihre Kindheit wird durch die Ausgrenzung ihrer Familie, die sozial als "unehrlich" gilt geprägt und überschattet. Erst als ihr Bruder Veit sie zum ersten Mal zum Richtplatz mitnimmt, begreift Maria welch grausames Handwerk ihr Vater ausübt und ihr Bild von dem gutmütigen, liebevollen Mann gerät ins Wanken. Als dann auch noch Marias Mutter immer wieder von ihrer Vergangenheit eingeholt wird und die Familie gezwungen ist ihren Standort zu wechseln, erfährt das heranwachsende Mädchen, was es heißt der Familie eines Henkers anzugehören. Sie schwört sich dieser Welt und den Grausamkeiten zu entfliehen. Doch kann sie ihrem Schicksal wirklich den Rücken kehren? Und auch die Liebe hat noch einen Teil dazu beizutragen. Meinung: Mit Maria hat Astrid Fritz einen wunderbar authentischen Charakter erschaffen. Gerade weil sie nicht durchweg als positive Protagonistin aufgebaut wird, sondern auch ihre Fehler macht, ist sie sehr liebenswert und menschlich. Sie macht im Verlauf der Geschichte eine beeindruckende Entwicklung durch und stellt sich mutig ihren Ängsten und Sehnsüchten. Dadurch, dass die Geschichte aus Marias Sicht in der 3. Person geschrieben ist, fühlt der Leser direkt mit ihr, erlebt und sieht was sie erlebt und versucht aus ihrer Sicht zu verstehen. Ich habe mich Maria sehr nah gefühlt und ihr Charakter hatte sehr viel Tiefe. Aber auch die anderen Charaktere sind sehr detailiert und liebevoll gezeichnet. So Marias Mutter, die sehr liebevoll und fürsorglich ist, aber immer wieder von ihrer Melancholie eingeholt wird, die aus ihrer Vergangenheit resultiert. Oder der Scharfrichter Hans Vollmer, der eigentlich ein herzensguter, sensibler Mann ist. Nicht selten hadert er mit den grausamen Praktiken seines Handwerks. Er setzt sich für die Gerechtigkeit ein und oft greift er vor einer Hinrichtung zum Wein um seine inneren Konflikte zu ersticken und die Situation zu ertragen. Beeindruckend, wie er jederzeit trotz aller sozialen Anfeindungen seinen Stolz bewahrt. So räumt dieser Roman mit den Vorurteilen und dem Bild des Lesers vom grausamen Henker unter der schwarzen Kapuze gründlich auf. Vielmehr wird hier aufgezeigt, dass die Scharfrichter oftmals sehr sensible und gebildete Menschen waren, die neben ihrer Aufgabe als Vollstrecker auch die Heilkunst beherrschten und zu zahlreichen Arbeiten verdammt waren, die die Bevölkerung verabscheute. Sie waren Schinder ( Abdecker), reinigten Kloaken, jagten Gesindel aus der Stadt, mussten Aussagen unter Folter erwirken und vieles mehr. So entstand das Bild eines Handwerks, das als unehrlich galt und eine soziale Ausgrenzung der Henkersfamilien zur Folge hatte, die diese nicht selten unter Stress setzte. Die historischen Fakten, die diesem Roman zugrunde liegen sind hervorragend recherchiert, sehr detailliert und wunderbar in die Handlung eingefügt. Der Erzählstil ist sehr bildhaft und ausführlich, so dass der Leser sich als Beobachter mitten im Geschehen befindet und die Bilder direkt vor dem inneren Auge ablaufen. Nicht immer waren diese Bilder schön und genau wie Maria habe ich mich teils geekelt, teils Angst verspürt, habe Freude empfunden, gehofft und getrauert. Die Sprache des Romans ist wunderbar an die Ausdrucksweise des 16. Jahrhunderts angepasst. Zum Verständnis einiger veralterter Ausdrücke finden wir ein umfangreiches Glossar im Anhang. Dieser Roman ist eher ein ruhigerer, der ohne Kriege und Schlachten auskommt, die wir mit dem Mittelalter verbinden. Es ist ein Buch der leisen Töne, das aber gerade dadurch viel Raum für tiefe Gefühle der Protagonisten zulässt und den Leser nachhaltig berührt. Darauf liegt der Fokus. Sehr langsam nur baut sich eine gewisse Spannung auf, die sich in den letzten Kapitel steigert und in einem sehr schönen, stimmigen Ende gipfelt. Die Handlung basiert auf einer wahren Begebenheit, die im Prolog geschildert wird. Auf dieser Basis wird eine sehr schöne fiktive Geschichte weitergesponnen. Fazit: Für mich war der Roman ein wundervolles Leseerlebnis, der mir interessante und neue Eindrücke über das Leben der Scharfrichter bescherte. Gerade wegen ihrer vordergründigen Emotionen ist mir die Geschichte tief unter die Haut gegangen, hat mich berührt, bewegt und nachdenklich gestimmt. Sie hat mich mit einem Lächeln ob des versöhnlichen Endes zufrieden zurückgelassen. Eine unbedingte Leseempfehlung.