Meine Filiale

Das Mädchen im Strom

Roman

Sabine Bode

(26)
Buch (gebundene Ausgabe)
Buch (gebundene Ausgabe)
20,00
20,00
inkl. gesetzl. MwSt.
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort lieferbar Versandkostenfrei
Sofort lieferbar
Versandkostenfrei

Weitere Formate

Taschenbuch

9,95 €

Accordion öffnen

gebundene Ausgabe

20,00 €

Accordion öffnen

eBook (ePUB)

9,99 €

Accordion öffnen

Hörbuch (CD)

19,99 €

Accordion öffnen

Hörbuch-Download

13,95 €

Accordion öffnen

Beschreibung

Sie ist das hübscheste, frechste und mutigste Mädchen an den Stränden des Rheins – und sie ist Jüdin. Die Geschichte der Gudrun Samuel ist die Geschichte einer ganzen Generation junger Frauen, die die Naziherrschaft und der Krieg zur Flucht gezwungen haben. Ein beeindruckendes und mitreißendes Zeugnis einer Epoche.

Als Mädchen ist sie im Rhein hinter den Kohleschleppern hergeschwommen. Sie hatte den jungen Männern in Mainz die Köpfe verdreht. Doch als die Nazis an die Macht kommen und die junge Jüdin Gudrun Samuel sich entscheidet, mit gefälschten Papieren Deutschland zu verlassen, wird sie gefasst und kommt in Gestapo-Haft. Ihr gelingt die Flucht, aber sie ist nun nicht mehr das Mainzer Mädchen Gudrun, sondern die Flüchtende Judy: in der transsibirischen Eisenbahn und im Judenghetto von Shanghai. Sie überlebt den Krieg, doch die Odyssee geht weiter. »Das Mädchen im Strom« ist ein ergreifender Roman über das einzigartige Schicksal einer Frau im 20. Jahrhundert.

»Bei meinem Wunsch, die Geschichte Gudrun Samuels weiter zu erforschen, trieb mich vor allem folgende Frage an: Wie bewahrte sie ihre Selbstachtung, obwohl sie so lange der Willkür anderer ausgeliefert war?«
Sabine Bode

»Ein weise[s] Buch.«
Bettina Cosack, Berliner Zeitung, 17./18.06.2017

»[Im Roman] stecken so viel wahre Zeitgeschichte, reale Schauplätze und Begebenheiten, dass er authentisch den Leidensweg einer Generation Verfolgter auf der Flucht vor Krieg, Nazi-Terror und Genozid spiegelt.«
Anita Strecker, Buchjournal, 2/2017

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 350
Erscheinungsdatum 11.03.2017
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-608-96200-0
Verlag Klett Cotta
Maße (L/B/H) 21,2/13,7/3,2 cm
Gewicht 494 g
Auflage 2. Auflage
Verkaufsrang 200363

Buchhändler-Empfehlungen

Die Geschichte der Gudrun Samuel

Monika Fuchs, Thalia-Buchhandlung Hamburg

Sabine Bode ist Ihnen als Autorin wahrscheinlich bereits ein Begriff. Gerade ihre Sachbücher über die Kriegs- und Nachkriegsgenerationen(„Die vergessene Generation“, „Nachkriegskinder“ und „Kriegsenkel“) sind klassische Bestseller auf diesem Gebiet. Aber sie kann auch Romane schreiben! Zum Inhalt dieses Buches muss ich Ihnen eigentlich nicht wirklich etwas schreiben. Die Inhaltsangabe trifft sehr gut auf den Roman zu. Sabine Bode erzählt die Geschichte der fiktiven Mainzer Familie Samuel, bzw. hauptsächlich die Geschichte der Tochter Gudrun- eine Geschichte über die Zeit der Weimarer Republik, des 3. Reichs, der Flucht über die UdSSR nach Shanghai und des Lebens nach dem 2. Weltkrieg. Es ist ein etwas anderes jüdisches Schicksal als es zumeist in Romanen vorkommt. Es ist die Geschichte einer Flucht, die aber nicht nach dem Ende des Krieges endet. Und dadurch bietet es ausgesprochen interessante Einblicke zum einen in das Leben, welches die Juden, die nach Shanghai geflüchtet sind, gelebt haben. Und zum anderen, wie sie am Kriegsende damit umgegangen sind, dass sie überlebt haben. Aber was ist mit ihren Freunden und mit dem Rest ihrer Familien? Wo werden sie leben? Wie stehen sie zu dem Deutschland nach dem 2. Weltkrieg? Und wie nehmen sie die Deutschen wahr? Ich hatte das Buch zwischendrin zur Seite gelegt und dann doch wieder hervorgeholt und zu Ende gelesen. Ich fand es inhaltlich ausgesprochen interessant, ergreifend und spannend. Aber für mein Empfinden ist Sabine Bode zu sehr Beobachterin geblieben. Sie konnte mir Gudrun nicht so nahe bringen, dass ich mit dieser Frau mitfühlen konnte. Mir fehlte es in diesem Buch an Gefühl. Und ich habe am Ende einen Nachtrag vermisst, in dem die Autorin noch einmal auf die geschichtlichen Hintergründe eingeht und erzählt, wie sie auf diese Geschichte gekommen ist. Eine etwas andere Geschichte über ein jüdisches Schicksal in Deutschland.

Sehr bewegend!

Annegrit Fehringer, Thalia-Buchhandlung Kassel

Eine sehr bewegende Familiengeschichte, die einen so schnell nicht mehr aus loslässt. Lesen Sie auch unbedingt ihre Sachbücher zum Thema Zweiter Weltkrieg!

Kundenbewertungen

Durchschnitt
26 Bewertungen
Übersicht
12
10
3
1
0

von einer Kundin/einem Kunden aus Braunschweig am 17.11.2018
Bewertet: anderes Format

Ein bewegendes Buch über ein jüdisches Mädchen aus Mainz, das im Exil in Shanghai überlebt. Eine Geschichte gegen das Vergessen und den unbeugsamen Lebensmut einer jungen Frau.

Nüchtern und sehr spannend.
von Gisela Simak aus Landshut am 15.07.2017
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Meine Meinung Für Gudrun habe ich von Anfang an große Sympathie entwickelt. Als kleines dickes Mädchen angefangen, bis zur jungen Frau, konnte sie mich in ihren Bann ziehen. Sie gehörte zu den Menschen, die in keine Schablone passen. Sie lebte stets im Augenblick. Oftmals fasste sie zu Menschen Vertrauen, die sie gar nicht ka... Meine Meinung Für Gudrun habe ich von Anfang an große Sympathie entwickelt. Als kleines dickes Mädchen angefangen, bis zur jungen Frau, konnte sie mich in ihren Bann ziehen. Sie gehörte zu den Menschen, die in keine Schablone passen. Sie lebte stets im Augenblick. Oftmals fasste sie zu Menschen Vertrauen, die sie gar nicht kannte. War es Intuition? War es Leichtsinn? Ich denke, trotz der schlimmen Geschehnisse, hatte Gudrun an das Gute im Menschen geglaubt. Selbst Menschen, bei denen andere nichts Gutes sahen, hatte sie Wertschätzung entgegengebracht. Sie sah bei den miesesten Charakteren Positives. Hatte sich auf jede Situation umgehend eingestellt und das Beste daraus gemacht. So auch bei ihrer Verhaftung, nachdem die Gestapo sie mit einem falschen Pass erwischte. Sie wurde fast jedem Tag dem Oberkommissar Buchmann vorgeführt. >>Der SS-Mann sprach wie ein gütiger Arzt. Sie war erleichtert. Wenigstens hatte er Manieren, dachte sie.<< (Seite 83 auf dem Reader) Genau darum kam die hübsche Jüdin heil aus der Tragödie heraus. Genau darum erkannte sie Chancen und verkraftete schwere Verluste. Gudrun mochte nie lernen und hielt Schule für überflüssig. Ich habe sie für ihre Konsequenz in sämtlichen Dingen bewundert. Trotz Lernfaulheit hatte die hübsche Blondine ihren Weg gemacht. Manch einer würde jetzt sagen, Gudrun ist den leichtesten Weg gegangen. Das war jedoch zu Hitler-Zeiten für eine Jüdin gar nicht möglich. Für viele Menschen war sie das verwöhnte Gör, welches mit dem goldenen Löffel im Mund zur Welt kam. Das mag schon gestimmt haben. Der Vater besaß mehrere Schuhgeschäfte. Die Mutter Helene unterhielt Angestellte, die ihr ihr langweiliges Gattinnen-Leben erleichterten. Das Kindermädchen für Gudrun war ein wahrer Segen. Sie erkannte den starken Charakter Gudruns. Annemarie Holl ließ sich nicht von Gudruns oberflächlicher Fassade blenden. Viele Szenen im Buch haben mir gut gefallen. Das Kindermädchen schien Gudrun ziemlich ähnlich zu sein. Auch sie kuschte vor niemanden. Ihrer Chefin bot sie die Stirn und setzte sich stets durch. >>Ihre größte pädagogische Tat bestand darin, dass sie Helene Samuel beibrachte, Gudruns Widerborstigkeit nicht als Trotz zu sehen, sondern Ausdruck von Charakterstärke.<< (Seite13 auf dem Reader.) Für mich war Gudrun ein verwöhntes Gör, welches in Kriegszeiten über sich selbst hinauswuchs. Als Teenager genoss Gudrun die Liebe zu einem ehrgeizigen jungen Mann. Die Eltern Martins sahen die erste Zeit darüber hinweg, dass diese Verbindung unpassend ist. Ein junger Mann, mit glänzenden Berufsaussichten, sollte sich nicht mit einer ehrgeizlosen Jüdin abgeben. Beide setzten sich über Vorurteile hinweg und waren lange Zeit "Gudrunundmartin!" Mit ihrer besten Freundin Margot veerlor sie auch in Kriegszeiten nie den Kontakt. Margot war nach Amerika ausgewandert und führte dort ein gutes Leben. Sehr gut hat mir der Briefwechsel der Freundinnen gefallen. Gudrun gelang es aus dem Gefängnis zu kommen. Vom Rheinland emigrierte sie nach Shanghai. Todunglücklich darüber, nicht ihre Freundin Margot folgen zu können. Diesen Weg hatte sie sich jedoch verbaut ...... Ihr Bruder Ralphie Der Vater Wilhelm Samuel kam mir lange Zeit ziemlich naiv vor. Er wollte die Gefahren nicht sehen, die sich für Juden anbahnten. Er fühlte sich in Mainz sicher. Niemals hielt er es für möglich, dass man ihm sämtliche Besitztümer enteignet. Sein Geld ließ er nicht mehr in der Schweiz. >>Ein anständiger Deutscher lässt sein Geld im Land.<< (Seite 14 aud dem Reader.) Mein Fazit Ihr Weg führte sie von Mainz nach Shanghai. Dort lebte sie in Luxus und hatte eine eigene Praxis als Physiotherapeutin. Aus Gudrun Samuel wurde Judy! Sie lernte jedoch auch die Armut in Shanghai kennen, nachdem der Judenhass auch dort Einzug hielt. Sie ging dreimal eine Notehe ein und wanderte von Shanghai nach Norwegen aus. Von dort führte sie ihr Weg nach London. Ihre dritte Ehe stand unter einem besseren Stern. Der Schreibstil mutet nüchtern an. Die Autorin verwendet bei Dialogen keine entsprechenden Satzzeichen, was ich nicht störend empfand. Mir hat der Erzählstil sehr gut gefallen. Ich habe zeitgleich auch das Hörbuch genossen. Die angenehme Erzählstimme von Claudia Michelsen und der tolle Schreibstil von Frau Bode, haben mir das Gefühl gegeben, mit einer alten Dame auf dem Sofa zu sitzen. Aus feinstem Porzellan Tee zu trinken und in den Geschichten der Gudrun zu versinken. Gudrun war eine Powerfrau, die ihre optischen Reize einzusetzen wusste. Sie war dabei jedoch niemals bösartig. Berechnend schon! Ja, das war sie, meiner Meinung nach. Aber anders hätte sie nicht überlebt. Gudrun gab es wirklich unter dem Namen Gertrud Meyer-Jörgensen. Ich bin von dieser Frau schwer beeindruckt. Ich empfehle diesen Roman mit biographischen Elementen sehr gerne weiter. Viele Menschen mussten zur Zeit des Holocausts sterben. Die Erinnerungen leben weiter. Auch nach dem Tod der letzten Zeugen! Dafür sorgen Schriftsteller, die für uns Geschichten sammeln und aufschreiben. Dieser Roman kommt ohne große Gefühlsduselei daher. Danke Sabine Bode.

Wenn der Krieg in dir sich nicht befrieden lässt
von Die Art der Ida Gratias am 26.05.2017

"Es hatte eine Zeit vor dem Krieg gegeben, und nun gab es eine Zeit nach dem Krieg. Auch wer ihn ohne Schaden überstanden hatte, würde ihn künftig in sich tragen.“ ( S. 200) fasst die Jüdin Gudrun Samuel noch keine 30 Jahre alt emotionslos und sehr treffend ihre Situation zusammen. Gudrun, die Protagonistin des Debutromans "... "Es hatte eine Zeit vor dem Krieg gegeben, und nun gab es eine Zeit nach dem Krieg. Auch wer ihn ohne Schaden überstanden hatte, würde ihn künftig in sich tragen.“ ( S. 200) fasst die Jüdin Gudrun Samuel noch keine 30 Jahre alt emotionslos und sehr treffend ihre Situation zusammen. Gudrun, die Protagonistin des Debutromans "Das Mädchen im Strom" von Sabine Bode verlebt als Tochter eines wohlhabenden Mainzer Kaufmannes, der nur dem Nachnamen und einem entfernten Hautfetzen im Intimbereich nach noch Jude war, und seiner wohlmeinenden Ehefrau, deren Jüdischsein sich auf seltene Synagogenbesuche beschränkt, eine unbeschwerte Kindheit. Wilhelm Samuel, dieser assimilierte Jude, dessen Liebe zu Deutschland so weit geht, dass er, den die geerbten Schuhhäuser einen großbürgerlichen Lebensstil mit Personal, Familienferien in der Schweiz und zahlreichen Geliebten ermöglicht, sein lautlos in der Schweiz verwahrtes Vermögen von seiner Ehefrau höchstselbst zur Unterstützung der Zentrumspartei heim ins Reich schmuggeln lässt. Als junges Mädchen ist sie wild, unkonventionell und mutig. Ein Teenager, der wenig Sinn für die Schule hat, lieber im Strandbad rauchte, den Kohleschleppern auf dem Rhein hinterher schwimmt, oder mit ihrer besten Freundin Margot und deren Rauhaardackel Schnecke die Aufmerksamkeit der Jungs auf sich lenkt. So verliebt sie sich dann auch prompt in den drei Jahre älteren Katholiken Martin. Sohn eines Juristen ohne Ehrgeiz, verheiratet mit einer Ehefrau mit Hitlerportrait über dem Klavier. Eine erste Liebe, die anfangs nur den Elternhäusern nicht genehm ist, dann aber zur "Rassenschande" erklärt, lebensgefährlich für beide ist. Doch sie überlebt. Wenige Jahre später als Wilhelm nicht mehr leugnen kann, dass ihn auch sein Kaiservorname nicht deutsch genug macht, wird Gudrun verhaftet, monatelang, fast täglich von einem perfiden Gestapo Mitarbeiter verhört, der, ihr zugetan, Einfluss auf ihre Haftbedingungen nimmt, und mit ihr zusammen Faust deklamiert. Dann folgen Monate im Frauengefängnis in Mainz, auch dort überlebt sie. Nach der Haftentlassung reist sie alleine, gerade 21 Jahre alt, über Moskau mit der Transsibirischen Eisenbahn gen Schanghai. Das Paris Asiens, der einzige Ort, der Flüchtlinge wie sie noch aufnimmt. Die chinesische Stadt ist von Japanern besetzt, überfüllt von Geschäftsleuten in Goldgräberstimmung aus aller Herren Länder und seit Ende der 30er die Grenzen des Westens immer unüberwindbarer wurden, Auffangbecken derer, die keine andere Wahl mehr haben. Doch Gudrun gelingt es sich auch hier sich den Gegebenheiten anzupassen. Tatkräftig und willensstark wie sie ist, baut sie sich ein eigenes Leben auf. Sie hat Freunde, eröffnet eine Praxis für Krankengymnastik und Massage, hat Liebhaber und versucht ihre mittlerweile verwitwete Mutter nachzuholen. Sie überlebt. Nur wenige Jahre später erweisen sich die Japaner als willfährige Gehilfen des großen Bruder im Geiste, Hitler Deutschland, und die Ärmsten der Armen der chinesischen Bevölkerung und die unliebsamen Immigranten werden in einem viel zu kleinen, hinfälligen, abgesperrten, Bezirk, Hongkew, zusammen gepfercht. Auch hier überlebt Gudrun, wenn dazu auch eine Zweckehe und viel Kraft und Geschäftssinn notwendig sind. Als die Amerikaner endlich das Lager öffnen, ist sie zwar frei, aber erfährt auch, dass ihre Mutter in einem Konzentrationslager umgebracht wurde, ihre Großmutter und ihr Vater sich der Deportation mit Zyankali entzogen haben, ihre erste große Liebe gefallen ist und sie als Staatenlose entweder nach Deutschland zurück oder aber in China bleiben muss. Wieder überwindet Gudrun die äußerlichen Hindernisse, geht nach Macau, heiratet dort für wenige Monate einen norwegischen Kapitän, und mit dem wertvollen, norwegischen Pass, verschlägt es sie über die Philippinen nach London. Dort beginnt sie ein weiteres Mal ganz von vorne, aber nun verlangen das Erlebte, die ständige Bedrohung, das Gefühl des Ausgeliefertseins, die Verluste ihrer Liebsten, all die traumatischen Erlebnisse des Exodus ihr Recht. Wie ein Springteufel aus der Kiste, in die sie all das gestopfte hatte, um zu überleben, kommen die so lange verdrängten Gefühle und legen sich wie eine schwarze Wolke über sie. Doch auch diesen Kampf stellt sie sich. Mit Hilfe ihres dritten Ehemannes, einem schon während des Krieges nicht abreißenden Briefwechsels mit ihrer Schulfreundin Margot, die noch rechtzeitig mit ihrer Familie in die USA geflohenen ist, einigen Therapien und der direkten Konfrontation mit Menschen und Orten ihrer Vergangenheit vor Ort in Nachkriegsdeutschland. Anders als ihre Freundin, ihr Mann und viele jüdische Freunde, die keinen Fuß auf den verhassten deutschen Boden setzen wollen. Dem belletristischen Erstling der Kölner Journalistin und erfolgreiche Sachbuchautorin zum Thema Traumata und Spätfolgen des Krieges liegt die Lebensgeschichte der Mainzerin Gertrude Meyer-Jörgensen zugrunde, die 80 jährig von Bode vor 17 Jahren mehrmals interviewt wurde und 2011 mit 93 Jahren starb. Bode hat sich bewusst für die fiktionalisierte, für die Romanform entscheiden, weil „Beim Lesen eines Romans verbinden und verbünden wir uns auf Zeit mit der Hauptperson. Wir zittern mit ihr, wir verlieben uns mit ihr, oder wir fühlen uns ­gedemütigt, denken über Rache nach. Und womöglich bringt es ­Saiten in uns in Schwingung, die wir lange oder vielleicht noch nie wahrgenommen haben.“ Ich glaube nicht das die Fiktionalisierung eines Stoffes automatisch zu einer emotionalen Verbindung von Leser und Romanfigur führt, dass ist meiner Meinung nach auch gar nicht ihr Ziel. Genauso wenig ist Fiktionalisierung notwendig, um eine solche emotionale Verbindung herzustellen. Das kann auch ein Interview oder eine Biografie erreichen. Für mich ist das Buch eine berührende Lebensgeschichte, spannend nacherzählt, aber das reicht nicht. Mir ist die Erzählung zu wenig literarisch, mir fehlt es am bewussten Einsatz sprachlicher Mittel, an der Fabulierlust der Autorin.


  • Artikelbild-0