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Wir sehen uns am Meer

Roman

(67)
Romeo und Julia heute: Von der unmöglichen Liebe zwischen einer Jüdin und einem Palästinenser
Die Tel Aviverin Liat lernt in New York den Maler Chilmi kennen, der aus Ramallah stammt. Die beiden verlieben sich, wohl wissend, dass ihre Liebe keine Zukunft hat: Wenn die Zeit in New York vorbei ist, wird auch die Beziehung, die eigentlich nicht sein darf, zu Ende gehen. Doch Liat und Chilmi haben die Rechnung ohne ihre Gefühle gemacht …
In der Heimat hätten sie sich nie kennengelernt, aber durch einen Zufall treffen die Israelin Liat und der Palästinenser Chilmi in New York aufeinander und verlieben sich. Liat kämpft mit sich, denn weder ihre Eltern noch ihre jüdischen New Yorker Freunde dürfen von der Beziehung erfahren, die ein klares Enddatum hat: Wenn Liat zurück nach Israel geht, ist Schluss. Doch Gefühle lassen sich nicht einfach abstellen, und die Herkunft der beiden sowie die Perspektivlosigkeit belasten ihre Gegenwart – eine Zukunft scheint unmöglich. Gibt es einen Ausweg, oder ist das private Glück vor dem Hintergrund des Konflikts der beiden Völker unmöglich?
Ein Roman, der mit großer Wucht und in einer bildreichen, emotionalen Sprache von einer aussichtslosen Liebe erzählt. Das Buch wurde vom israelischen Erziehungsminister im Januar dieses Jahres von der Lektüreliste der Oberstufe gestrichen, was auch in Deutschland ein starkes Presseecho hervorrief.
Rezension
»Ein Lesegenuss«
Portrait
Dorit Rabinyan wurde als Tochter einer iranisch-jüdischen Familie in Israel geboren. Ihre beiden Romane »Unsere Hochzeiten« und »Die Mandelbaumgasse« waren Bestseller und wurden mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet. Dieser dritte Roman wurde ebenfalls in Israel ein Bestseller und erscheint in zahlreichen Ländern. Er wurde mit dem wichtigen Bernstein-Preis ausgezeichnet.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 384 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 11.08.2016
Sprache Deutsch
EAN 9783462316285
Verlag Kiepenheuer & Witsch eBook
Dateigröße 1076 KB
Verkaufsrang 7.200
eBook
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Buchhändler-Empfehlungen

„Ein sehr beeindruckendes Buch“

Sylvia Donath, Thalia-Buchhandlung Ettlingen

Der Zufall führt die Tel Aviverin Liat und den Maler Chilmi aus Ramallah in New York zusammen und sie verlieben sich. Ein Liebe, die so nicht sein darf und doch erleben die Beiden schöne und intensive Wochen. Schon gegenüber den Familien müssen sie schweigen und zu dem ist klar, nur in New York ist diese Liebe möglich. Ein sehr beeindruckendes und bewegendes Buch. Das Buch kann auch zur Diskussion anregen, zumal es in Israel als Schullektüre verboten wurde. Ein Roman der Lesenswert ist. Der Zufall führt die Tel Aviverin Liat und den Maler Chilmi aus Ramallah in New York zusammen und sie verlieben sich. Ein Liebe, die so nicht sein darf und doch erleben die Beiden schöne und intensive Wochen. Schon gegenüber den Familien müssen sie schweigen und zu dem ist klar, nur in New York ist diese Liebe möglich. Ein sehr beeindruckendes und bewegendes Buch. Das Buch kann auch zur Diskussion anregen, zumal es in Israel als Schullektüre verboten wurde. Ein Roman der Lesenswert ist.

„Hat diese Liebesgeschichte eine Chance?“

Monika Fuchs, Thalia-Buchhandlung Hamburg

Wer meine Buchbesprechungen regelmäßig liest, weiß, dass ich ein großes Interesse an dem Staat Israel und an der Nahost-Problematik habe. Da ist es sicherlich nicht verwunderlich, dass mich gerade dieses neue Buch von Dorit Rabinyan angesprochen hat, denn es geht um eine Liebesgeschichte zwischen einer jungen Jüdin und einem jungen Palästinenser. Zusätzlich hat mich der Hinweis des Verlages extra neugierig gemacht: „Das Buch wurde vom israelischen Erziehungsminister von der Lektüreliste der Oberstufe gestrichen, was auch in Deutschland ein starkes Presseecho hervorrief.“ Denn ich fragte mich – und frage mich immer noch – warum denn bloß?

Die eigentliche Geschichte ist kurz erzählt. In New York lernt die Übersetzerin Liat, wohnhaft in Tel Aviv, per Zufall den Maler Chilmi kennen. Sie finden sich beide ausgesprochen sympathisch und verbringen gleich den ganzen restlichen Tag zusammen. Doch es gibt hierbei ein großes, unüberwindlich erscheinendes Hindernis: Chilmi ist ein Palästinenser aus Ramallah. Gegen ihren Willen verliebt sich Liat in ihn. Und auch Chilmi liebt Liat. Doch welche Chance hat diese Liebe? Für Liat ist von vorne herein klar, dass sie nur für die Zeit ihres 6-monatigen Aufenthalts in New York Bestand haben kann. Und so verfolgen wir diese Liebesgeschichte über die 6 Monate in New York, aber wir folgen den beiden auch danach, wo sie wieder in ihrer jeweiligen Heimat angekommen sind.

Dorit Rabinyan besticht durch ihre ausdrucksstarke Erzählweise. Besonders die wunderschön geschriebene Liebesszene im Kapitel 7 ist hierfür ein hervorragendes Beispiel. Sie malt Bilder, sie sieht ganz tief in die Seele hinein und hat es geschafft, mich ganz tief in diese Geschichte hineinzuziehen. Was ist dies für eine Zeit, in der sich zwei Menschen nicht lieben dürfen, weil ihre Nationen keinen Frieden miteinander finden. Immer wieder flackern in den Gesprächen zwischen Liat und Chilmi Themen auf, die auch sie sehr unterschiedlich wahrnehmen, z.T. sich sogar nicht einigen können. Aber ihrer Liebe tut es keinen Abbruch. Und dann kommt das Ende, was mich vollkommen umgehauen hat! Aber lesen Sie dieses Buch selbst. Es lohnt sich auf jeden Fall!

Ein Aspekt dieses Buches hat mich besonders berührt. Und das ist die Angst, von bekannten Menschen entdeckt zu werden, die von dieser Liebe nichts wissen dürfen. Da liebt man einen Menschen und hat trotzdem Angst zu seiner Liebe zu stehen. Wie sieht dies für den anderen aus. Ist man die Liebe nicht wert? Schämt sich der eine für die Liebe? Und diese Thematik betrifft nicht nur die Liebesgeschichten zwischen Juden und Palästinensern, sondern auch homosexuelle Paare, Paare mit verschiedenen Hautfarben oder verschiedener Religionen. Und damit ist dieses Buch für mich auch noch einmal ein ganz spezieller Augenöffner.

Ein fantastisches Buch, was für Liebe und die Toleranz zwischen den Menschen wirbt!

Wer meine Buchbesprechungen regelmäßig liest, weiß, dass ich ein großes Interesse an dem Staat Israel und an der Nahost-Problematik habe. Da ist es sicherlich nicht verwunderlich, dass mich gerade dieses neue Buch von Dorit Rabinyan angesprochen hat, denn es geht um eine Liebesgeschichte zwischen einer jungen Jüdin und einem jungen Palästinenser. Zusätzlich hat mich der Hinweis des Verlages extra neugierig gemacht: „Das Buch wurde vom israelischen Erziehungsminister von der Lektüreliste der Oberstufe gestrichen, was auch in Deutschland ein starkes Presseecho hervorrief.“ Denn ich fragte mich – und frage mich immer noch – warum denn bloß?

Die eigentliche Geschichte ist kurz erzählt. In New York lernt die Übersetzerin Liat, wohnhaft in Tel Aviv, per Zufall den Maler Chilmi kennen. Sie finden sich beide ausgesprochen sympathisch und verbringen gleich den ganzen restlichen Tag zusammen. Doch es gibt hierbei ein großes, unüberwindlich erscheinendes Hindernis: Chilmi ist ein Palästinenser aus Ramallah. Gegen ihren Willen verliebt sich Liat in ihn. Und auch Chilmi liebt Liat. Doch welche Chance hat diese Liebe? Für Liat ist von vorne herein klar, dass sie nur für die Zeit ihres 6-monatigen Aufenthalts in New York Bestand haben kann. Und so verfolgen wir diese Liebesgeschichte über die 6 Monate in New York, aber wir folgen den beiden auch danach, wo sie wieder in ihrer jeweiligen Heimat angekommen sind.

Dorit Rabinyan besticht durch ihre ausdrucksstarke Erzählweise. Besonders die wunderschön geschriebene Liebesszene im Kapitel 7 ist hierfür ein hervorragendes Beispiel. Sie malt Bilder, sie sieht ganz tief in die Seele hinein und hat es geschafft, mich ganz tief in diese Geschichte hineinzuziehen. Was ist dies für eine Zeit, in der sich zwei Menschen nicht lieben dürfen, weil ihre Nationen keinen Frieden miteinander finden. Immer wieder flackern in den Gesprächen zwischen Liat und Chilmi Themen auf, die auch sie sehr unterschiedlich wahrnehmen, z.T. sich sogar nicht einigen können. Aber ihrer Liebe tut es keinen Abbruch. Und dann kommt das Ende, was mich vollkommen umgehauen hat! Aber lesen Sie dieses Buch selbst. Es lohnt sich auf jeden Fall!

Ein Aspekt dieses Buches hat mich besonders berührt. Und das ist die Angst, von bekannten Menschen entdeckt zu werden, die von dieser Liebe nichts wissen dürfen. Da liebt man einen Menschen und hat trotzdem Angst zu seiner Liebe zu stehen. Wie sieht dies für den anderen aus. Ist man die Liebe nicht wert? Schämt sich der eine für die Liebe? Und diese Thematik betrifft nicht nur die Liebesgeschichten zwischen Juden und Palästinensern, sondern auch homosexuelle Paare, Paare mit verschiedenen Hautfarben oder verschiedener Religionen. Und damit ist dieses Buch für mich auch noch einmal ein ganz spezieller Augenöffner.

Ein fantastisches Buch, was für Liebe und die Toleranz zwischen den Menschen wirbt!

Sabine Rößler, Thalia-Buchhandlung Wildau

Eine Liebe, die alle Grenzen überwindet. Denkt man zuerst. Doch es gibt viel was sie trennt. Wer den Nahostkonflikt verstehen will, muss dieses Buch unbedingt lesen. Traurig schön. Eine Liebe, die alle Grenzen überwindet. Denkt man zuerst. Doch es gibt viel was sie trennt. Wer den Nahostkonflikt verstehen will, muss dieses Buch unbedingt lesen. Traurig schön.

„Tiefe Liebe fern der Heimat“

Simone Büchner, Thalia-Buchhandlung Coburg

Die Israelin Liat und der Palästinenser Chilmi lernen sich in New York kennen und verlieben sich ineinander, ohne das sie sich bewusst sind, wer aus welchem Staat stammt. Während Chilmi an die Möglichkeit, ihre Beziehung in ihrer Heimat leben zu können glaubt, verheimlicht Liat ihrer Familie ihren Freund. Beide sind hin- und hergerissen zwischen ihrer Zuneigung und dem Hass, der zwischen ihren Völkern herrscht, kommen aber gegen ihre Gefühle füreinander nicht an. Dorit Rabinyan hat mit dieser einfühlsam erzählten und nachdenklich stimmenden Liebesgeschichte nicht nur meinen Lesegeschmack getroffen, sondern auch viel wissenswertes über die Kulturen von Israel und Palästina vermittelt. Die Israelin Liat und der Palästinenser Chilmi lernen sich in New York kennen und verlieben sich ineinander, ohne das sie sich bewusst sind, wer aus welchem Staat stammt. Während Chilmi an die Möglichkeit, ihre Beziehung in ihrer Heimat leben zu können glaubt, verheimlicht Liat ihrer Familie ihren Freund. Beide sind hin- und hergerissen zwischen ihrer Zuneigung und dem Hass, der zwischen ihren Völkern herrscht, kommen aber gegen ihre Gefühle füreinander nicht an. Dorit Rabinyan hat mit dieser einfühlsam erzählten und nachdenklich stimmenden Liebesgeschichte nicht nur meinen Lesegeschmack getroffen, sondern auch viel wissenswertes über die Kulturen von Israel und Palästina vermittelt.

„Eine Liebe vor politischem Hintergrund“

Ingrid Böhmer-Pietersma, Thalia-Buchhandlung Kleve

Eine wunderschöne Liebesgeschichte in New York - aber ein politischer Konflikt wirkt nachhaltig in das Leben der Israelin Liat und des Palästinensers Chilmi hinein. Die Spannungen zwischen den Völkern werden selbst in der fernen Weltstadt schmerzlich greifbar, dadurch ergibt sich ein ganz besonderer Blick auf den Nahost-Konflikt und seine konkreten Bedeutungen für die Menschen. Ein aktueller, eindringlicher Roman, der lange nachklingt. Eine wunderschöne Liebesgeschichte in New York - aber ein politischer Konflikt wirkt nachhaltig in das Leben der Israelin Liat und des Palästinensers Chilmi hinein. Die Spannungen zwischen den Völkern werden selbst in der fernen Weltstadt schmerzlich greifbar, dadurch ergibt sich ein ganz besonderer Blick auf den Nahost-Konflikt und seine konkreten Bedeutungen für die Menschen. Ein aktueller, eindringlicher Roman, der lange nachklingt.

„Die Geschichte einer leidenschaftliche Liebe, die keine Chance hat in der Welt in der wir leben.“

Angela Biermann, Thalia-Buchhandlung Münster

Liat aus Israel und Chilmi aus Palästina treffen und verlieben sich ineinander, in New York, ihrer Heimat auf Zeit.
Durch ihre Liebe verbunden, durch ihre Herkunft getrennt, ist es unmöglich all das auszublenden, was sie belastet.

Eine wunderbar ernste Liebesgeschichte, temperamentvoll, sinnlich. Nuancenreich erzählt.
Liat aus Israel und Chilmi aus Palästina treffen und verlieben sich ineinander, in New York, ihrer Heimat auf Zeit.
Durch ihre Liebe verbunden, durch ihre Herkunft getrennt, ist es unmöglich all das auszublenden, was sie belastet.

Eine wunderbar ernste Liebesgeschichte, temperamentvoll, sinnlich. Nuancenreich erzählt.

Zoë Charlotte Claus, Thalia-Buchhandlung Hilden

Einfach toll!
Tiefgründig, lebendig und ergreifend erzählt Liat von ihrer Liebe zu Chilmi. Eine Beziehung einer Jüdin und einem Palästinenser, von der niemand je erfahren darf.
Einfach toll!
Tiefgründig, lebendig und ergreifend erzählt Liat von ihrer Liebe zu Chilmi. Eine Beziehung einer Jüdin und einem Palästinenser, von der niemand je erfahren darf.

„Unbedingt lesen!“

Annegrit Fehringer, Thalia-Buchhandlung Kassel

Ein wunderbarer und farbig erzählter Liebesroman zwischen einer Jüdin und einem Palästinenser im heutigen New York. Stark und eindringlich erzählt! Sehr lesenswert! Ein wunderbarer und farbig erzählter Liebesroman zwischen einer Jüdin und einem Palästinenser im heutigen New York. Stark und eindringlich erzählt! Sehr lesenswert!

„Ein starker Roman!“

Stephanie Bilke, Thalia-Buchhandlung Münster

Eine moderne Liebesgeschichte im heutigen New York. Sie ist Studentin, er Künstler. Schon nach ihrem ersten eher
zufälligen Treffen ist klar sie werden sich wiedersehen, da ist mehr zwischen Ihnen. Könnte alles ganz einfach sein,
wäre sie nicht Israelin und er Palästinenser...

Ich bin sehr begeistert von diesem starken, kraftvollen Roman, der die Grenzen zwischen politischen Ansichten, gesellschaftlichen Normen und persönlichen Gefühlen und Wünschen auslotet.
Eine moderne Liebesgeschichte im heutigen New York. Sie ist Studentin, er Künstler. Schon nach ihrem ersten eher
zufälligen Treffen ist klar sie werden sich wiedersehen, da ist mehr zwischen Ihnen. Könnte alles ganz einfach sein,
wäre sie nicht Israelin und er Palästinenser...

Ich bin sehr begeistert von diesem starken, kraftvollen Roman, der die Grenzen zwischen politischen Ansichten, gesellschaftlichen Normen und persönlichen Gefühlen und Wünschen auslotet.

Petra Kurbach, Thalia-Buchhandlung Osnabrück

Bewegende Liebesgeschichte, die den Lesern vor Augen führt, wie die "große" Politik das Leben der Menschen zerstören kann. Wirklich ein tolles und wichtiges Buch. Bewegende Liebesgeschichte, die den Lesern vor Augen führt, wie die "große" Politik das Leben der Menschen zerstören kann. Wirklich ein tolles und wichtiges Buch.

Lena Ernsting, Thalia-Buchhandlung Münster

Eine wundervolle, ungewöhnliche Liebesgeschichte, politisch aktuell. Mit einem Ende, dass mich zu Tränen gerührt hat - aber ich verrate nicht, ob es Freudentränen waren oder nicht. Eine wundervolle, ungewöhnliche Liebesgeschichte, politisch aktuell. Mit einem Ende, dass mich zu Tränen gerührt hat - aber ich verrate nicht, ob es Freudentränen waren oder nicht.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
67 Bewertungen
Übersicht
38
16
13
0
0

Wie kann die Liebe die Politik überwinden?
von einer Kundin/einem Kunden aus Frankfurt am 21.10.2016
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

„Gegenwärtig und vorrübergehend wie das Leben, vergänglich wie das alles hier.“(S. 184) Der neue Roman von Dorit Rabinyan „Wir sehen uns am Meer“ ist eine melancholische Liebesgeschichte, die einem langwierigen politischen Konflikt zum Opfer fällt. Wir befinden uns im Jahr 2003 in New York City. Die Israelin Liat lebt vorrübergehend... „Gegenwärtig und vorrübergehend wie das Leben, vergänglich wie das alles hier.“(S. 184) Der neue Roman von Dorit Rabinyan „Wir sehen uns am Meer“ ist eine melancholische Liebesgeschichte, die einem langwierigen politischen Konflikt zum Opfer fällt. Wir befinden uns im Jahr 2003 in New York City. Die Israelin Liat lebt vorrübergehend in der Stadt und hütet die Wohnung von Freunden so lange diese durch Asien tingeln. Durch einen Zufall lernt sie den palästinensischen Künstler Chilmi kenne und beide verlieben sich ineinander. Der erste Teil des Romans „Herbst“ ist die Kennenlerngeschichte der beiden, wie sie sich verlieben und wie die beiden sich nahe kommen. Im zweiten Teil lebt man praktisch mit ihnen und erlebt einen sehr kalten Winter in New York und ist hautnahe bei allen Konflikten dabei die ihre Identitäten mit sich bringen. Diese innere Zerrissenheit, vor allem der Israelin, ist sehr gut beschrieben. Sie liebt Chilmi und andererseits ist sie ihrem Volk stärker verbunden als sie annahm. Man merkt wie die Prägung sich, auch so weit weg von der Heimat, nicht verleugnen lassen kann. Bei Chilmi spürt man förmlich den Starrsinn seiner Ideen. „Warum mussten ausgerechnet wir beide, die wir uns doch so nahe waren und uns liebten, immer wieder dort scheitern, wo die ganze Welt seit Jahren ebenfalls scheitert?“ (S.213) Der dritte und abschließende Teil „Sommer“ erläutert den Beginn der Rückkehr von Liat nach Israel und wie die Geschichte zwischen den beiden weiter geht. Sehr gut an dem Roman finde ich die Diskussionen zur Lösungen des Nahostkonflikts aus solch persönlichen Perspektiven. Eine gute Ergänzung zum sonst so sachlich Thema aus unserer mitteleuropäischen Sicht. Dorit Rabinyan beschreibt sehr detailliert was vor sich geht. Der Roman ist eher prosaisch mit weniger wörtlicher Rede. Für mich persönlich ergeben sich dadurch an der ein und anderen Stellen zu lange beschreibende Passagen, die ich als langwierig empfand. Es ist aber zugleich sehr poetisch zum eintauchen und entschleunigen. Wie in diesem Beispiel deutlich wird: „…ich [empfinde] den gleichen seltsamen Widerspruch von Vertrautheit und Fremdheit, von Schuld und Betrug, von leicht anrüchiger Heimlichkeit“ S. 209 Fazit: Es ist eine Liebesgeschichte, aber bei weitem keine romantische Frauengeschichte. Der Roman spricht sicherlich eher Frauen an, aber es ist weder kitschig, noch romantisch noch sonst irgendwie gefühlsduselig. Der Roman ist ein gutes Stück Literatur! Es ist eher wie ein Unfall den man beobachtet und man weiß von Anfang an da kracht gleich was gegen die Wand, aber leise, fast unhörbar knackt es und bricht.

Beeindruckend und sensibel erzählt
von Wuestentraum am 19.10.2016
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Liat und Chilmi lernen sich durch Zufall in New York kennen. Und verlieben sich sofort ineinander. Was normalerweise kein Problem wäre, wenn Liat nicht Jüdin aus Tel Aviv und Chilmi Palästinenser wäre. Liat versucht diese Liebe vor ihrer Familie und ihren Freunden zu verheimlichen. Für sie ist die Zeit... Liat und Chilmi lernen sich durch Zufall in New York kennen. Und verlieben sich sofort ineinander. Was normalerweise kein Problem wäre, wenn Liat nicht Jüdin aus Tel Aviv und Chilmi Palästinenser wäre. Liat versucht diese Liebe vor ihrer Familie und ihren Freunden zu verheimlichen. Für sie ist die Zeit mit Chilmi sowieso begrenzt, da für Liat feststeht, wenn sie in ein paar Monaten in ihre Heimat zurückkehrt, wird sie Chilmi nicht wiedersehen und die Zeit mit ihm und somit ihre Liebe ist dann vorbei. Sie verleben wunderschöne Monate in New York, im schlimmen kalten Winter und Frühling und ihre verschiedene Herkunft und die Feindschaft ihrer beiden Völker halten sie außen vor und wollen nicht, dass dies ihre Beziehung belastet. Sie erleben gemeinsam viele interessante Dinge, Chilmi, als Maler vormals nicht erfolgreich, erhält einen tollen Auftrag und ist Tag und Nacht mit seiner Malerei beschäftigt. Doch bei nicht zu vermeidenden zufälligen Treffen auf der Straße mit Bekannten oder Freunden von Liat versteckt sie sich ängstlich und hofft, dass sie mit Chilmi nicht gesehen wird, denn ihre Familie zu Hause würde sonst sofort davon erfahren. Liat lernt Chilmi?s Bruder kennen, der nach kurzer Zeit auf Politik und die Lage im Land zu sprechen kommt und sie sich heftig streiten, so dass sie mit ihm keine Freundschaft schließen wird. Zu groß sind die Unterschiede und politischen Konflikte zwischen ihnen und ihren Ländern. Chilmi hat noch nie das Meer gesehen und da fragt er Liat aus heiterem Himmel, wo denn ihr Lieblingsplatz am Meer in Israel ist. Und dann kommt der Zeitpunkt, an dem Liat wieder nach Hause geht und New York verlässt. Doch Gefühle kann man nicht einfach abstellen? Dorit Rabinyan erzählt sensibel, bildhaft und melancholisch die Liebe zwischen Liat und Chilmi. Die wunderschöne Zeit der beiden in New York aber auch die großen und nicht zu überwindbar scheinenden Hindernisse bezogen auf ihre Herkunft, der Konflikt zwischen Isrealis und Palästinensern sowie die aktuelle Lage der verfeindeten Länder. Die beiden Themen, Liebe und Herkunft, Verschiedenheit und Verletztheit verwebt Dorit Rabinyan perfekt miteinander. Auf der einen Seite steht die große und doch verletzliche Liebe von Liat und Chilmi und auf der anderen Seite werden die Schwierigkeiten benannt, die diese Liebe nicht locker und genießerisch sein lassen können, da im Hintergrund doch immer wieder Bedenken und schlechtes Gewissen mitherrschen. Eindrucksvoll und sensibel erzählt, taucht man in diese Geschichte ein und bleibt nachdenklich zurück, über eine Liebe zwischen zwei Menschen, die wohl nicht sein darf.

anstrengend zu lesen
von einer Kundin/einem Kunden aus Bamberg am 03.10.2016
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Eine kniffelige Rezi, die ich hier schreiben muss. Ein Abwägen und Hin und Herdrehen der Eindrücke. Gefallen hat mir - Das Cover zu aller erst. Der Hauch der New Yorker Skyline, dazu die Wellenbewegungen und die zwei Schatten und alles in einem warmen sonnigen Farbton. Ein echter Eyecatcher im Buchladen. - Der... Eine kniffelige Rezi, die ich hier schreiben muss. Ein Abwägen und Hin und Herdrehen der Eindrücke. Gefallen hat mir - Das Cover zu aller erst. Der Hauch der New Yorker Skyline, dazu die Wellenbewegungen und die zwei Schatten und alles in einem warmen sonnigen Farbton. Ein echter Eyecatcher im Buchladen. - Der Klappentext der eine ungewöhnliche, ja womöglich schwierige Liebesgeschichte erwarten lässt. Dazu die politische Lage eines Landes, welches mir noch weitgehend fremd ist. Ich weiß natürlich um den uralten Streit von Israelis und Palästinensern. Aber dass es bis heute so krasse Auswirkungen auch auf das Privatleben und die Liebe hat, war mir nicht bewusst und hat mich angesprochen. - Die Leseprobe hat mir gut gefallen und ich hoffte auf ein paar unterhaltsame Stunden mit Tiefgang. Nicht gefallen hat mir - Der wahnsinnig ausführliche Erzählstil. Es wurde wirklich – sorry – jeder Pups, jedes Fitzelchen, jede noch so kleinste Gefühlsregung lang und breit und so intensiv erklärt und beschrieben, dass ich irgendwann leider angefangen hat, ganze Seiten zu überfliegen oder nur noch quer zu lesen. - Die zwei Hauptdarsteller, die ziemlich bald auseinanderdriften. Ich hatte Probleme, die Tiefe ihrer Zuneigung zu erfassen, hatte bald das Gefühl, dass sie gar nicht zusammen passen, da sie ganz unterschiedliche Vorstellungen vom Leben und ihrem Land haben. Dadurch wurde mir ihre Beziehung schnell uninteressant was für den spannenden Fortgang einer Liebesgeschichte nicht förderlich ist. - Das Ende, weil es zu wenig positiv und hoffnungsvoll war und mir einfach zu nichtssagend. Ganz allgemein stellte ich mir die Frage, was die Autorin mit dieser Story überhaupt sagen wollte, was ihre eigene Meinung ist. Am Ende war ich ziemlich angestrengt von diesem Buch und gebe gerade noch 3 Sterne. Es war einfach nicht dass, was ich erwartet und erhofft hatte.