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Widerfahrnis

(22)
Reither, bis vor kurzem Kleinverleger in einer Großstadt, nun in einem idyllischen Tal am Alpenrand, hat in der dortigen Bibliothek ein Buch ohne Titel entdeckt, auf dem Umschlag nur der Name der Autorin, und als ihn das noch beschäftigt, klingelt es abends bei ihm. Und bereits in derselben Nacht beginnt sein Widerfahrnis und führt ihn binnen drei Tagen bis nach Sizilien. Die, die ihn an die Hand nimmt, ist Leonie Palm, zuletzt Besitzerin eines Hutgeschäfts; sie hat ihren Laden geschlossen, weil es der Zeit an Hutgesichtern fehlt, und er seinen Verlag dichtgemacht, weil es zunehmend mehr Schreibende als Lesende gibt. Aber noch stärker verbindet die beiden, dass sie nicht mehr auf die große Liebe vorbereitet zu sein scheinen. Als dann nach drei Tagen im Auto am Mittelmeer das Glück über sie hereinbricht, schließt sich ihnen ein Mädchen an, das kein Wort redet, nur da ist …
Kirchhoff erzählt in seiner großartigen Novelle von der Möglichkeit einer Liebe sowie die Parabel von einem doppelten Sturz: in die Liebe, ohne ausreichend lieben zu können, und in das Mitmenschliche, ohne ausreichend gut zu sein. »Aber wo wären wir ohne etwas Selbstüberschätzung«, sagt der Protagonist Reither, um sich Mut zu machen für den ersten Kuss mit Leonie Palm, »jeder wäre nur in seinem Gehäuse, ein Flüchtling vor dem Leben.«
Portrait
Bodo Kirchhoff, geboren 1948, lebt in Frankfurt am Main und am Gardasee. Zuletzt erschienen in der Frankfurter Verlagsanstalt seine von Kritik und Publikum gleichermassen gefeierten Romane »Verlangen und Melancholie« (2014) sowie »Die Liebe in groben Zügen« (2012).
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 224 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 01.09.2016
Sprache Deutsch
EAN 9783627022389
Verlag Frankfurter Verlagsanstalt
Dateigröße 1291 KB
Verkaufsrang 8.243
eBook
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Buchhändler-Empfehlungen

Irene Hantsche, Thalia-Buchhandlung Jena, Goethe-Galerie

Selbstreflektierende Novelle über einen alterndes Mann und Roadmovie voller unverhoffter Begebenheiten. Irgendwie hilflos ist der Protagonist gegenüber des Flüchtlingskindes.
Selbstreflektierende Novelle über einen alterndes Mann und Roadmovie voller unverhoffter Begebenheiten. Irgendwie hilflos ist der Protagonist gegenüber des Flüchtlingskindes.

„Sprachlich atemberaubend !“

Annegrit Fehringer, Thalia-Buchhandlung Kassel

Ein spontanes und spannendes Roadmovie-Erlebnis eines ehemaligen Verlegers und seiner neuen Bekanntschaft in einem alten Cabriolet nach Sizilien. Ein spontanes und spannendes Roadmovie-Erlebnis eines ehemaligen Verlegers und seiner neuen Bekanntschaft in einem alten Cabriolet nach Sizilien.

Bodo Kirchhoff hat eine stimmungsvolle Novelle über die Unwägbarkeiten des Lebens verfasst. Sehr lesenswert! Bodo Kirchhoff hat eine stimmungsvolle Novelle über die Unwägbarkeiten des Lebens verfasst. Sehr lesenswert!

Gabriele Sudhoff, Thalia-Buchhandlung Cottbus

Manche Sätze habe ich mehrmals hintereinander gelesen, weil sie sprachlich so schön sind. Ein wunderbares Buch mit vielen Denkansätzen. Manche Sätze habe ich mehrmals hintereinander gelesen, weil sie sprachlich so schön sind. Ein wunderbares Buch mit vielen Denkansätzen.

Eine Buchhändlerin/ein Buchhändler, Thalia-Buchhandlung Berlin

Eine schöne Geschichte, die Sommer, Liebe, das Flüchtlingsthema und Trauer in sich vereint. Die klare unverschnörkelte Sprache lässt die Leser gleich in die Geschichte eintauchen. Eine schöne Geschichte, die Sommer, Liebe, das Flüchtlingsthema und Trauer in sich vereint. Die klare unverschnörkelte Sprache lässt die Leser gleich in die Geschichte eintauchen.

Friederike Foerster, Thalia-Buchhandlung Bonn

Es gibt viele Bücher über unverhoffte Begegnungen, die einem Leben eine neue Richtung geben. Dieses ist, dank der Kunst des Autors, eines, das nachhaltig unsere Welt erlechten. Es gibt viele Bücher über unverhoffte Begegnungen, die einem Leben eine neue Richtung geben. Dieses ist, dank der Kunst des Autors, eines, das nachhaltig unsere Welt erlechten.

„Schwere Kost, aber literarisch wertvoll. “

Daniela Götz, Thalia-Buchhandlung Marburg

Eine Geschichte über eine Reise, die sehr schnell zu Ende ist. Über zwei Menschen, die gut alleine sein können und doch besser zusammen sind. Ein kleines Mädchen ohne Heimat und eine Familie ohne Heim. Eine Krankheit, die niemand kennt und doch am Ende immer noch da ist.
Kirchhoff hat einen eigenwilligen Stil, so verwendet er beispielsweise keine wörtliche Rede und sein roter Faden ist mutwillig, beinahe künstlerisch durchtrennt. Manchmal fällt dadurch das Lesen und das Durchhalten ein wenig schwer. Nach den 160 Seiten muss ich sagen, dass es sich doch gelohnt hat, es zu lesen. Aber es ist auch nicht für jeder Mann. Schwere Kost, literarisch wertvoll wie noch jeder Preisträger und gerade deshalb keine Abendlektüre.
Eine Geschichte über eine Reise, die sehr schnell zu Ende ist. Über zwei Menschen, die gut alleine sein können und doch besser zusammen sind. Ein kleines Mädchen ohne Heimat und eine Familie ohne Heim. Eine Krankheit, die niemand kennt und doch am Ende immer noch da ist.
Kirchhoff hat einen eigenwilligen Stil, so verwendet er beispielsweise keine wörtliche Rede und sein roter Faden ist mutwillig, beinahe künstlerisch durchtrennt. Manchmal fällt dadurch das Lesen und das Durchhalten ein wenig schwer. Nach den 160 Seiten muss ich sagen, dass es sich doch gelohnt hat, es zu lesen. Aber es ist auch nicht für jeder Mann. Schwere Kost, literarisch wertvoll wie noch jeder Preisträger und gerade deshalb keine Abendlektüre.

Exzellent und zu Recht der Preisträger des Deutschen Buchpreises 2016.
Ein wenig verträumt und angerührt lege ich dieses Buch nach der Lektüre zur Seite.
Exzellent und zu Recht der Preisträger des Deutschen Buchpreises 2016.
Ein wenig verträumt und angerührt lege ich dieses Buch nach der Lektüre zur Seite.

„Worte auf der Goldwaage“

Ulrike Müller, Thalia-Buchhandlung Fulda

Da erzählt ein alter Kerl, der die Sprache beim Wort nimmt, eine kleine Geschichte von einem alten Kerl, den die schöne Sprache am Leben gehindert hat, weil er im Kopf bereits alle Szenen redigiert, seziert...und dann doch lieber gestrichen hat. Melancholisch, ein bisschen selbstverliebt und sehr, sehr schön!
Da erzählt ein alter Kerl, der die Sprache beim Wort nimmt, eine kleine Geschichte von einem alten Kerl, den die schöne Sprache am Leben gehindert hat, weil er im Kopf bereits alle Szenen redigiert, seziert...und dann doch lieber gestrichen hat. Melancholisch, ein bisschen selbstverliebt und sehr, sehr schön!

Michael Wasel, Thalia-Buchhandlung Münster

Eine sprachlich wunderbar erzählte Novelle über die Liebe und das Leben, über Nähe und den Versuch, diese zu konstruieren oder doch zuzulassen. Ein Buch wie ein Rotwein. Eine sprachlich wunderbar erzählte Novelle über die Liebe und das Leben, über Nähe und den Versuch, diese zu konstruieren oder doch zuzulassen. Ein Buch wie ein Rotwein.

Evgenia Bolshakova, Thalia-Buchhandlung Halle

Über die Liebe, die nie zu spät kommt, über die Flucht aus dem eigenen Leben, um zu sich selbst zu finden, und über das Menschliche in uns. Über die Liebe, die nie zu spät kommt, über die Flucht aus dem eigenen Leben, um zu sich selbst zu finden, und über das Menschliche in uns.

Pascal Endres, Thalia-Buchhandlung Karlsruhe

Ein ehemaliger Verleger und eine heimliche Autorin erleben auf einem spontanen Trip nach Sizilien die Flüchtigkeit des Glücks. Hier zeigt sich: Gute Bücher müssen nicht dick sein! Ein ehemaliger Verleger und eine heimliche Autorin erleben auf einem spontanen Trip nach Sizilien die Flüchtigkeit des Glücks. Hier zeigt sich: Gute Bücher müssen nicht dick sein!

„Es geht doch!“

Herbert Konkel, Thalia-Buchhandlung Münster

Endlich ein Roman, der sich Zeit mit seiner Geschichte läßt. Souverän mäandert Kirchhoff durch das Erzählte, beschwört große Momente, schweift ab und öffnet neue Sivhtweisen. Ganz nah an der Gegenwart erzählt er eine abenteuerliche Flucht nach Italien. Ein Roadmovie mit Silverager - einfach unbeschreiblich.
Endlich ein Roman, der sich Zeit mit seiner Geschichte läßt. Souverän mäandert Kirchhoff durch das Erzählte, beschwört große Momente, schweift ab und öffnet neue Sivhtweisen. Ganz nah an der Gegenwart erzählt er eine abenteuerliche Flucht nach Italien. Ein Roadmovie mit Silverager - einfach unbeschreiblich.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
22 Bewertungen
Übersicht
11
7
2
2
0

Sehr poetische Novelle
von einer Kundin/einem Kunden aus Nürnberg am 17.01.2017
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Bodo Kirchhoff hat mit seiner Novelle "Widerfahrnis" ein poetisches Werk verfassts mit zugleich faszinierender sowie fesselnder Sprache. Ein äußerst lesenswertes Buch, das sehr empfehlenswert ist.

Poetischer Roadtrip
von Tany Bee am 19.12.2016
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Reither ist nicht mehr ganz jung, um die 60 wohl. Er war früher Verleger, hatte einen ganz kleinen Verlag mit Buchhandlung. Eines Abends klopft eine Frau an seine Tür, Leonie Palm. Erst rauchen sie eine Zigarette zusammen, dann beschließen sie, zusammen den Sonnenaufgang zu sehen, an einem See. Doch... Reither ist nicht mehr ganz jung, um die 60 wohl. Er war früher Verleger, hatte einen ganz kleinen Verlag mit Buchhandlung. Eines Abends klopft eine Frau an seine Tür, Leonie Palm. Erst rauchen sie eine Zigarette zusammen, dann beschließen sie, zusammen den Sonnenaufgang zu sehen, an einem See. Doch als sie dort ankommen, beschließen sie noch ein wenig weiter zu fahren. Wohin wird diese Reise sie bringen? Die beiden gehen also auf eine Art spontanen Roadtrip, ohne Gepäck, ohne festes Ziel. Dabei macht gerade ihr Alter einen gewissen Reiz aus, denn die beiden haben natürlich schon viel erlebt. Reither ist immer noch in seiner Verleger- und Lektorenrolle fest verankert. Oft beurteilt er eine Situation aus dem wahren Leben danach, ob sie in einem Buch glaubwürdig wäre oder ob er sie gestrichen hätte. Diese Kommentare haben mir äußerst gut gefallen. Ganz langsam schleicht sich noch eine andere Thematik ins Buch: die Flüchtlingssituation in Italien. Je weiter die beiden nach Süden kommen, desto mehr und engere Begegnungen mit Flüchtlingen haben sie. Hier schneidet der Autor wichtige Themen an, denn Leonie und Reither wollen helfen. Aber was ist überhaupt eine Hilfe? Wenn man eine Essen bezahlt? Wenn man zwanzig Euro gibt? Der etwas hilflose Umgang der beiden mit den Flüchtlingen ist sehr gelungen dargestellt. Gegen Ende kehrt sich die Situation sogar um, aber ich möchte nicht zu viel verraten. Bodo Kirchhoff hat eine sehr eindringliche Art zu erzählen und sein Stil gefällt mir gut. Allerdings ist das Buch auch nicht immer einfach zu lesen und zwischendurch hatte ich einen kleinen Durchhänger und kam nur langsam voran. Das Ende hat aber vieles wieder wettgemacht. Ich denke dennoch, dass es nicht unbedingt Kirchhoffs bestes Werk ist. Eine Warnung möchte ich noch aussprechen: Wenn man gerade erst mit dem Rauchen aufgehört hat sollte man das Buch keinesfalls lesen. Die Protagonisten rauchen ständig, wenn sie Langeweile haben, um eine Pause zu überbrücken, während eines Gesprächs, einfach immer. Selbst mit blutender Hand! Labile Leser könnten hier rückfällig werden und sich gemeinsam mit Reither eine anzünden. ;) Fazit: ein schönes Buch mit vielen tollen Momenten, aber man braucht etwas Durchhaltevermögen

leider hat es mich nicht überzeugt
von einer Kundin/einem Kunden am 28.10.2016
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Mich konnte das Buch leider nicht überzeugen . Zu dem oft gelobten anspruchsvollen Schreibstil : Fast alle Sätze sind sehr lang , kurze Sätze sind selten . Die wörtliche Rede ist nicht gekennzeichnet , man erkennt weder Anfang noch Ende . Von daher war das Buch wirklich nicht leicht zu... Mich konnte das Buch leider nicht überzeugen . Zu dem oft gelobten anspruchsvollen Schreibstil : Fast alle Sätze sind sehr lang , kurze Sätze sind selten . Die wörtliche Rede ist nicht gekennzeichnet , man erkennt weder Anfang noch Ende . Von daher war das Buch wirklich nicht leicht zu Lesen . Ist ein Buch das schwer zu Lesen ist anspruchsvoll ? Ich habe kein spannendes Buch erwartet , doch auch die Handlung hat mich nicht mitgenommen . Die Protagonisten waren mir leider auch alle fremd . Am Ende habe ich das Buch nur noch quer gelesen . Obwohl ich nichts positives an dem Buch finde , würde ich nie sagen dass das Buch den Buchpreis nicht verdient hat , das sollen andere entscheiden .