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Die radikalisierte Gesellschaft

Von der Logik des Fanatismus

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Wir werden immer radikaler. Nicht nur in unseren oft verhängnisvollen Reaktionen auf politische Herausforderungen, sondern auch im Alltag: Wir lassen all unsere Energie in die Körper- und Selbstoptimierung fließen, meinen als Veganer die Welt zu retten oder sondern uns als Reiche in Gated Communities von der Gesellschaft ab.
Der Sozialpsychologe Ernst-Dieter Lantermann erforscht seit Jahrzehnten, wie sich Menschen in unsicheren Situationen verhalten. Er fragt nach den Wurzeln des allgegenwärtigen Fanatismus - und nach Möglichkeiten, das vielfach bedrohte Selbstwertgefühl zu stärken.
Rezension
"Ernst-Dieter Lantermann hat zum richtigen Zeitpunkt ein sehr interessantes Buch geschrieben."
Portrait
Ernst-Dieter Lantermann war von 1979 bis 2013 Professor für Persönlichkeits- und Sozialpsychologie an der Universität Kassel. Gastprofessuren führten ihn nach Leipzig, Mannheim, Bern und Potsdam. Ernst-Dieter Lantermann ist Autor und Herausgeber zahlreicher Artikel und Fachpublikationen zum Verhältnis von Mensch und Umwelt, Denken und Gefühl , Komplexitätsmanagement etc. Er hat in den vergangenen 15 Jahren bedeutende Studien zum Thema Bewältigungsstrategien von Unsicherheit geleitet und forscht gemeinsam mit dem Soziologen Heinz Bude über Hintergründe und Folgen gesellschaftlicher Exklusion.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 224 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 03.10.2016
Sprache Deutsch
EAN 9783641196509
Verlag Karl Blessing Verlag
Verkaufsrang 28.702
eBook
15,99
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar
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DIE RADIKALISIERTE GESELLSCHAFT - Ein sozialpsychologischer Diskurs über die Ursachen von Radikalisierung und Fanatismus
von j.h. aus Berlin am 12.10.2016
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Das Verschwinden von Gewissheiten und damit der Verlust einer rationalen Planbarkeit des eigenen Lebensweges über einen kurzen Zeitraum hinaus ist zum prägenden Kennzeichen der Gegenwart geworden. Das Internet und dort vor allem die sozialen Netzwerke haben an der Dynamisierung dieser Erosionsprozesse einen beträchtlichen Anteil. Vor diesem Hintergrund diskutiert der... Das Verschwinden von Gewissheiten und damit der Verlust einer rationalen Planbarkeit des eigenen Lebensweges über einen kurzen Zeitraum hinaus ist zum prägenden Kennzeichen der Gegenwart geworden. Das Internet und dort vor allem die sozialen Netzwerke haben an der Dynamisierung dieser Erosionsprozesse einen beträchtlichen Anteil. Vor diesem Hintergrund diskutiert der Sozialpsychologe Ernst-Dieter Lantermann (*1945), emeritierter Professor der Hochschule Kassel, in einem lesenswerten Buch die gesellschaftlichen Auswirkungen von Radikalisierung und Fanatismus, die aus persönlichen Abwehrmechanismen herrühren. "Die atemberaubende Dynamik gesellschaftlicher Veränderungen lässt wenig Zeit für Besinnung, Nachvollzug, Verstehen und Sinngebung. Die Welt erscheint den meisten heute weniger kontrollierbar und ungewisser, gefährlicher und unübersichtlicher geworden zu sein gegenüber Zeiten, als es der politischen und ökonomischen Elite noch gelang, einer nach Sicherheit strebenden Gesellschaft ein beruhigendes Bild der Beherrschbarkeit gegenwärtiger und künftiger Herausforderungen zu vermitteln. Man hat sich darauf einzustellen, dass das, was heute zählt und möglich erscheint, schon morgen wertlos sein könnte; wer heute auf eine ferne Zukunft hin rechnet, der begeht einen existenzgefährdenden Kalkulationsfehler." (S. 9) Als Antwort auf diese persönliche Ungewissheit sieht Lantermann bei immer mehr Menschen eine Radikalisierung von Wahrnehmungen, Haltungen und Verhaltensweisen bis zum Fanatismus, wobei sich diese in verschiedensten Bereichen abspielen kann. Der Leser soll angeregt werden, Gemeinsames und Trennendes hinter den unterschiedlichen Radikalisierungsphänomenen zu erkennen. Im zweiten Hauptkapitel untersucht Lantermann aus sozialpsychologischer Sicht fünf selbstwertdienliche Radikalisierungsphänomene, deren Hintergründe, Dynamik und Folgen: 1. Fremdenfeindlichkeit und Fremdenhass 2. Radikale Selbstausschließung aus der Gesellschaft ("erschöpfte Wertnostalgiker") 3. Gated Communities als extrem abgesicherter Wohnort vor allem für Vermögende 4. Extremer Drang nach Selbstoptimierung und Körperkontrolle 5. Veganes Leben als Weltanschauung "Zwischen radikalen und fanatischen Rückeroberungen subjektiver Sicherheiten bestehen Gemeinsamkeiten, aber auch erhebliche Unterschiede. Während der Radikalisierte zumindest noch in Grenzen zur Reflexion, Selbstkritik, zu Dialog und Kompromissen bereit und fähig ist, wäre dies für den Fanatiker ein unverzeihlicher Verrat an seiner heiligen gerechten Sache, die es in aller Entschiedenheit, Kompromisslosigkeit und Reinheit in die Tat umzusetzen gilt. Der Fanatiker kennt nur schroffe Abgrenzung, Ausgrenzung, gute Freunde und böse Feinde, die es zu bekämpfen gilt, wenn nötig mit Gewalt." (S. 166) Ernst-Dieter Lantermann bietet in DIE RADIKALISIERTE GESELLSCHAFT einen lesenswerten Diskurs über alltägliche Phänomene, die mehr oder weniger offensichtlich sind. Das Thema "Fremdenfeindlichkeit" nimmt auf Grund seiner für den inneren Frieden existenziellen Wichtigkeit den größten Umfang ein. Allerdings versäumt es der Autor hier, nach den Gründen des alarmierenden Anstiegs innerhalb des letzten Jahres zu fragen. Die sowohl für den gesellschaftlichen Zusammenhalt als auch gegenüber europäischen Partnern verantwortungslose Politik der Kanzlerin sollte als Katalysator einer gefährlichen Entwicklung hin zu gesellschaftlicher Instabilität schon benannt werden. Statt dessen läßt Lantermann hier für eine wissenschaftliche Darstellung zu stark seine (wenig überraschende) politische Meinung einfließen. Das im BLESSING-Verlag erschienene Buch ist ein aktueller und sozialpsychologisch fundierter Diskussionsbeitrag zu wesentlichen Fragen der deutschen und europäischen Gegenwart.

Von Unsicherheiten, Selbstwertgefühl und Radikalisierung
von einer Kundin/einem Kunden am 11.10.2016
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Der Autor ist Professor für Persönlichkeits- und Sozialpsychologie und beschreibt, wie wir auf die zunehmenden Unsicherheiten und Ungewissheiten unserer Lebensverhältnisse reagieren, um unser Selbstwertgefühl aufrecht erhalten zu können