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Woyzeck

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Mitte des 19. Jahrhunderts in einer kleinen Garnisonsstadt: Der Infanterist Franz Woyzeck reibt sich auf, um seine Geliebte Marie und ihr gemeinsames, uneheliches Kind zu ernähren. Der Militärdienst ist hart und stumpfsinnig, seine Vorgesetzten verhöhnen ihn, wo sie nur können. Der Sold reicht nicht aus, so dass er sich neben anderen Aushilfstätigkeiten von einem Arzt zu medizinischen Experimenten missbrauchen lässt, die ihn gesundheitlich fertig machen. Gedemütigt und geschwunden muss er feststellen, dass Marie ihn mit einem Tambourmajor betrügt. Er ist außer sich vor Eifersucht. Phantasien vom "Totstechen" verfolgen ihn. Er besorgt sich ein Messer...
Portrait
Werner Herzog wurde als Werner H. Stipetic am 5. Septbember 1942 in München geboren und wuchs in einem abgelegenen Dorf in Bayern auf. Als Kind kannte er weder Film, Fernsehen oder ein Telefon. Mit 14 begann er zu Reisen und telefonierte zum ersten Mal mit 17. Während des Studiums arbeitete er Nachtschichten als Schweißer, um seinen ersten Film zu produzieren, was ihm 1961 mit 19 gelang. Seitdem hat er mehr als 40 Filme gedreht, produziert oder in ihnen mitgespielt. Daneben inszenierte er Opern und veröffentlichte mehr als 12 Bücher.
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Beschreibung

Produktdetails


Medium DVD
Anzahl 1
FSK Freigegeben ab 16 Jahren
Erscheinungsdatum 20.01.2004
Regisseur Werner Herzog
Sprache Deutsch
EAN 4006680029740
Genre Drama
Studio Arthaus
Spieldauer 77 Minuten
Bildformat 16:9 (1,66:1)
Tonformat Deutsch: DD Mono
Verkaufsrang 10.665
Produktionsjahr 1979
Film (DVD)
8,99
inkl. gesetzl. MwSt. zzgl. Versandkosten
Sofort lieferbar
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„ein verständnisvolleres Drama“
von Alexandra Brauer aus Bersenbrueck am 01.03.2005

Das war ja was: Das Drama um den armen und verwirrten „Woyzeck“, der unter dem Druck sozialer Ungerechtigkeit zum Mörder seiner Geliebten wurde. Welch ein Spektakel. Schon zu Beginn des Films wird ganz deutlich, wer in diesem Drama die Hauptrolle spielt. Begleitend zur zeitgetreuen Musikbegleitung, welche als wesentliches Leitmotiv durch... Das war ja was: Das Drama um den armen und verwirrten „Woyzeck“, der unter dem Druck sozialer Ungerechtigkeit zum Mörder seiner Geliebten wurde. Welch ein Spektakel. Schon zu Beginn des Films wird ganz deutlich, wer in diesem Drama die Hauptrolle spielt. Begleitend zur zeitgetreuen Musikbegleitung, welche als wesentliches Leitmotiv durch das Stück führt, wird der Außenseiter „Woyzeck“ in den Vordergrund gespielt. Nicht ganz unschuldig daran mag wohl der hervorragende Charakterschauspieler Klaus Kinski gewesen sein, der die Rolle perfekt auszufüllen scheint. In der Verfilmung des Dramas unter der Regie von Werner Herzog, einer der renommiertesten Regisseure des „Neuen deutschen Films“, werden jedoch Unterschiede zu Büchner deutlich: Der Zuschauer scheint zu Anfang verwirrt, denn sowohl die Szeneabfolge als auch die Szenentitel gleichen nicht denen des Büchner`schen Dramas. Dies allerdings weckt Neugierde und regt zum Nachdenken an. Bei näherer Betrachtung stellt man fest, dass die von Herzog gewählte Reihenfolge der Szenen ein verständnisvolleres Drama gestaltet als die Büchners. Die Handlungsstränge scheinen im Film viel enger miteinander verbunden zu sein, sodass die Szenen aufeinander aufbauen. Die düstere Grundstimmung und Einsamkeit, die das Drama durchgehend überdecken, werden besonders gut dargestellt, z.B. durch bestimmte Kulisseneffekte oder das Spiel mit dem Licht, um in manchen Szenen die Aufmerksamkeit ausschließlich auf den Protagonisten zu lenken, wie beispielsweise in der Konfliktszene zwischen „Woyzeck“ und dem Hauptmann, gespielt von Wolfgang Reichmann, in der „Woyzeck“ direkt vor der Kamera sitzt und auf ihn das gesamte Licht fällt. Ebenso in der Spiegelszene mit Marie, ausgezeichnet von Eva Mattes dargestellt, in der sie durch spezielle Kamerabewegungen und Lichtspiele in den Vordergrund rückt. „Woyzeck“, das Versuchsobjekt eines skurrilen Doktors, überzeugend gespielt von Willi Semmelrogge, zerbricht schließlich an den Zwängen der Gesellschaft. Zum einen wird er zu Versuchszwecken missbraucht, wodurch er schließlich sowohl an physischer als auch an geistiger Nachhaltigkeit zu leiden hat, zum anderen wird er von seiner Geliebten Marie aufgrund ihres Liebesverhältnisses zum Tambour-Major seelisch zerstört. So findet also auch der Protagonist „Woyzeck“ in Werner Herzogs Verfilmung, mit dessen Vorbereitung er übrigens nur ganze fünf Tage nach „Nosferatu“ begann, keine Erlösung und Rettung. Voller Verzweiflung, Demütigung und Enttäuschung bringt er Marie um. Diese Schlussszene im Film „Ein schöner Mord“, die schon vom Titel her einen leicht ironischen Hauch annimmt, sticht, im wahrsten Sinne des Wortes, besonders hervor und ähnelt keiner anderen Szene. Die Stimmung geht sehr in Theatralische, ja sogar ins Euphorische über, was durch die begleitende Musik und die auffällig extreme Zeitlupe unterstützt wird. Man kann also sagen, dass die Verfilmung von Regisseur Werner Herzog einige Überraschungen in sich birgt und man dieses nicht verpassen sollte.

Geschmacksache!
von Eugenia Morosov aus Bersenbrück am 28.02.2005

„Woyzeck", so die Hauptfigur in Georg Büchners gleichnamigem Drama zeigt uns eine Welt voller Gewalt, Leid und Intrigen auf. Diese Welt hat Werner Herzog in seiner Verfilmung sowohl bildnerisch als auch sprachlich gelungen umgesetzt. Durch die begrenzte Personenzahl wird die volle Aufmerksamkeit des Zuschauers auf die Hauptfigur und die... „Woyzeck", so die Hauptfigur in Georg Büchners gleichnamigem Drama zeigt uns eine Welt voller Gewalt, Leid und Intrigen auf. Diese Welt hat Werner Herzog in seiner Verfilmung sowohl bildnerisch als auch sprachlich gelungen umgesetzt. Durch die begrenzte Personenzahl wird die volle Aufmerksamkeit des Zuschauers auf die Hauptfigur und die bedeutenden Nebenfiguren Marie, den Doktor und den Hauptmann gelenkt. Eine Ablenkung ist nicht nur deswegen, sondern auch wegen der geschickten Kameraperspektive, die die Hauptbeteiligten im Vordergrund erscheinen lässt, so gut wie ausgeschlossen. Auch die Wahl der Kulisse und der Musik, durch die Woyzecks leidtragender Weg und sein wachsender Wahnsinn noch mehr verdeutlicht werden, macht diese Verfilmung sehenswert. Dabei sind die großartigen Leistungen der Schauspieler natürlich nicht außer Acht zu lassen. Klaus Kinski, der die Rolle Woyzecks spielt, ist hier wohl der faszinierendste von allen. Niemand anders hätte wohl diese Rolle so perfekt umsetzten können wie er, vor allem was seine mimischen Leistungen angeht. Das Leid, der Schmerz, die Unterdrückung und die Erniedrigung, die von seiten der Mitmenschen Woyzecks ausgehen, sind ihm wortwörtlich ins Gesicht geschrieben. Wer da kein Mitgefühl entwickelt, ist schlichtweg herzlos. Sicher gibt es an einigen Stellen der Verfilmung Mängel, die dem Zuschauer absurd vorkommen mögen und ihn deshalb enttäuschen. Doch wenn man das Positive betrachtet, so überwiegt dieses. Letztendlich ist es jedem, der das Werk Büchners kennt, selbst überlassen, ob er sich die eigenen Bilder, die durch die Literatur aufgekommen sind, erhält oder diese erweitert und dabei das Risiko eingeht, enttäuscht oder doch mitgerissen und fasziniert zu werden. Geschmäcker sind schließlich verschieden.

Ein schwindelerregendes Schauspiel
von Hanne Nieberg aus Ankum am 28.02.2005

Nicht im Entferntesten würde man vermuten, dass der Zeitunterschied zwischen dem Dreh von „Nosferatu“ und „Woyzeck“ nur lächerliche 5 fünf Tage beträgt. Man bemerkt weder eine Ausgelaugtheit Herzogs noch ein Leergebranntsein Kinskis, der in beiden Filmen die Rolle des Protagonisten übernimmt, wenn auch für Woyzeck zuerst Bruno S. vorgesehen... Nicht im Entferntesten würde man vermuten, dass der Zeitunterschied zwischen dem Dreh von „Nosferatu“ und „Woyzeck“ nur lächerliche 5 fünf Tage beträgt. Man bemerkt weder eine Ausgelaugtheit Herzogs noch ein Leergebranntsein Kinskis, der in beiden Filmen die Rolle des Protagonisten übernimmt, wenn auch für Woyzeck zuerst Bruno S. vorgesehen war. Im Gegenteil, der von Herzog als „Großer Vernachlässigter des deutschen Films“ bezeichnete Künstler überzeugt durch eine schauspielerische Leistung, die sich durch enorme Glaubhaftigkeit und Intensität auszeichnet. Nicht nur dem Hauptmann schwindelt es vor den Menschen, sondern ebenso dem Zuschauer, wenn er in das verzerrte, exzentrische Gesicht Woyzecks, bzw. Kinskis blickt. Für mich verkörpert dieser den perfekten Woyzeck, sowie sich auch Eva Mattes als die optimale Besetzung für „Marie“ herausstellt, was sich spätestens auf den Filmfestspielen von Cannes 1979 bestätigte. Auch wenn die musikalische Untermalung der Szenen oft bizarr bis unpassend erscheint, so gelingt es Herzog dennoch durch das Setzen von musikalischen Klammern, das Stück gelungen zu umrahmen und abzurunden. Auch die von dem ein oder anderen als primitiv geschimpften, sich scheinbar nie ändernden Kameraeinstellungen und der unsanfte Sequenzwechsel sind doch, mit Logik betrachtet, auf den Fragmentcharakter des büchnerischen Werkes zurückführen, bei dessen visueller Umsetzung sich Herzog in Originaltreue übt. Hinsichtlich des Textes gibt es kaum Abweichungen zu der Dramenvorlage Büchners. Die einzig einschneidende Veränderung, die Herzog vorgenommen hat, ist die Umstellung der Sequenzfolge, welche einen neuen, inhaltlich besser nachvollziehbaren Handlungsablauf darlegt. In dieser Verfilmung Woyzecks gelingt es in expliziter Weise die Demütigung und Determiniertheit des Füsiliers darzustellen, was wohl nur durch das stimmige Zusammenwirken von schauspielerischer Leistung und Eigenvermögen des Regisseurs ermöglicht wird.