Der Sturm

Roman

Steve Sem-Sandberg

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Beschreibung

Eine atmosphärisch dichte Familiengeschichte auf einer abgelegenen Insel Norwegens – mit sezierender poetischer Erzählkunst gelingt es Sem-Sandberg, das Schweigen über die Vergangenheit zu brechen.

Norwegen, Ende der 1990er: Andreas kehrt zurück auf die Insel, auf der er seine Kindheit verbrachte, um das Anwesen seines verstorbenen Adoptivvaters Johannes aufzulösen. Mitten im Durcheinander findet er Spuren, die auf die bewegte Vergangenheit der Insel hinweisen und mit seiner nicht begleichbaren Schuld im Zusammenhang stehen. »Der Sturm« von Sem-Sandberg besticht durch seine einnehmende, poetische, kristallklare Sprache.

Andreas war noch klein, als er mit seiner Schwester Minna zu Johannes ins Gelbe Haus kam, das auch als Totes Haus beschimpft wurde. Warum, das wusste er nicht. Es wurde ja nichts wirklich ausgesprochen auf der Insel. Aber der Argwohn nistete überall. Johannes nahm sich der beiden Kinder an, nachdem ihre Eltern auf mysteriöse Weise verschwanden. Ein Flugzeugabsturz, munkelte man. Auch Johannes erzählte ihnen stets von der Tragödie, die sich über dem Meer abgespielt haben soll. Doch Andreas forschte nach. Und wird fündig, als er Jahre später an den Ort seiner Kindheit zurückkehrt. Nach und nach erfährt er die Wahrheit über seinen Ursprung, der eng mit der Geschichte der Insel zusammenhängt, auf der die faschistische Quisling- Regierung zuließ, dass eine Kolonie für arme Kinder entstand. Dabei muss er sich auch mit seiner rebellischen Schwester auseinandersetzen, die er so sehr liebte, dass er Schuld auf sich lud, mit der er schließlich von ihr alleine gelassen wurde.

»Eine spannende Abenteuergeschichte, aber auch ein Buch über Geschwisterliebe, Mut und eine Vergangenheit, die gar nicht so lange her ist.«
N-TV, 20.10.2019

Steve Sem-Sandberg, geboren 1958, ist einer der renommiertesten schwedischen Autoren. Für den Roman »Die Elenden von Lódz« bekam er den schwedischen August-Preis verliehen. Er lebt in Stockholm.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 267
Erscheinungsdatum 24.08.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-608-98120-9
Verlag Klett Cotta
Maße (L/B/H) 21,1/13,7/2,7 cm
Gewicht 404 g
Originaltitel Stormen – en berättelse
Auflage 1. Auflage
Übersetzer Gisela Kosubek

Buchhändler-Empfehlungen

Ratlos!

Ulrike Müller, Thalia-Buchhandlung Fulda

Sem-Sandberg entwirft atmosphärische Bilder und schildert in klarer, schöner Sprache die Weltverlorenheit des Erzählers und den Verfall auf der Insel - bloss die Geschichte, die hab ich nicht verstanden. Alle Bezüge zu Norwegen während der Nazi-Zeit und die Andeutung der Versuche in der Kolonie bleiben abstrakt, die anklingenden Untertöne des schwedischen Autors gegenüber den Dänen waren mir nicht verständlich, und die Familiengeschichte - nun...ist nicht der Erzähler selbst das grösste Opfer?

Diese Insel birgt ein dunkles Geheimnis

Kevin Beckmann, Thalia-Buchhandlung Hilden

Nachdem sein Adoptivvater gestorben ist, reist Andreas zurück zur Insel, auf der er und seine Schwester ihre Kindheit verbracht haben. Beim Durchsehen des Nachlasses kommt er einem Geheimnis auf die Schliche, das sein Leben auf den Kopf zu stellen droht. Sandberg schafft es mit einer Sprache, die perfekt zur verregneten norwegischen Insel passt, eine unnachahmliche Atmosphäre zu erzeugen, die den Leser Stück für Stück in die Geschichte hineinzieht. Ein großes, düsteres Werk!

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Die Suche nach der Wahrheit
von leseratte1310 am 11.10.2019

Der Tod seines Ziehvaters Johannes sorgt dafür, dass Andreas auf die Insel zurückkommt. Hier auf der norwegischen Insel hat er seine Kindheit bei Johannes im Gelben Haus verbracht. Seine Gefühle sind ambivalent. Eigentlich wollte er nicht unbedingt zurückkommen, denn rückblickend war es nicht besonders angenehm. Alle schienen al... Der Tod seines Ziehvaters Johannes sorgt dafür, dass Andreas auf die Insel zurückkommt. Hier auf der norwegischen Insel hat er seine Kindheit bei Johannes im Gelben Haus verbracht. Seine Gefühle sind ambivalent. Eigentlich wollte er nicht unbedingt zurückkommen, denn rückblickend war es nicht besonders angenehm. Alle schienen alles über die anderen zu wissen, doch es wurde nicht geredet, sondern man gab sich verschlossen, besonders denen gegenüber, die nicht von der Insel waren. Andreas und seine ältere Schwester Minna Hatten mit ihren Eltern in der Nato-Villa gewohnt. Die Kinder wurden von ihren Eltern für ein paar Stunden bei Johannes abgegeben, aber nicht wieder abgeholt. Die Fragen der Kinder beantwortet Johannes mit ausschweifenden Geschichten, die aber immer anders verlaufen. Es scheint als wären die Eltern später bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen, als sie ihre Kinder abholen wollten. Andreas folgte seiner Schwester auf Schritt und Tritt und tat alles, was diese forderte. Doch als er sich schuldig machte, ließ sie ihn im Stich. Johannes lässt die Kinder gewähren, selbst dann noch, als Minnas Treiben zu heftig wurde. Nun ordnet Andreas den Nachlass von Johannes. Es gibt Ungereimtheiten und immer neue Fragen tauchen auf. Langsam begreift Andreas das, was er als Kind nicht verstehen konnte. Johannes hat alles Mögliche gesammelt: Quittungen, Notizhefte, Fotos und Zeitungsausschnitte. Das alles belegt, was Andreas zunächst vermutet und was sich dann als Wahrheit herausstellt. Er erkennt, was es mit den Kaufmanns auf sich hatte, die als die Herren der Insel galten und die während des Krieges eine Kolonie für Kinder errichtet und sogar Deutsche zu Gast hatten. Der Gutsverwalter Herr Carsten war genauso unbeliebt wie die Kaufmanns selbst. Andreas erkennt, dass auch Carsten, der immer noch auf dem Gut ist, obwohl die Kaufmanns längst weg sind, eine wichtige Rolle gespielt hat. Dieses Buch ist nicht leicht zu lesen, denn die Zeitensprünge sind nicht immer gleich zu erkennen. Die Sprache ist klar, fast schon poetisch. Es ist eine sehr atmosphärische Geschichte, die teils erschreckend und manchmal auch berührend war. Lesenswert!


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