Warenkorb
if (typeof merkur !== 'undefined') { $(document).ready(merkur.config('COOKIECONSENT').init); }

Hier sind Drachen

Roman

14. November 2015: Am Morgen nach den verheerenden Terroranschlägen von Paris macht sich die Reporterin Caren auf den Weg in die französische Hauptstadt. Doch ihr Flug verzögert sich, die Lage ist angespannt, am Heathrow Airport herrscht nach einem anonymen Anruf Alarmbereitschaft. Die bedrohliche Situation und wachsende Nervosität der Sicherheitsbeamten bringen Carens älteren Sitznachbarn allerdings nicht aus der Ruhe, stoisch liest er weiter in Wittgensteins »Tractatus«. Der gleichermaßen unbefangene wie charismatische Philosoph und Zufallsforscher verwickelt Caren, mit deren Gelassenheit es seit Monaten nicht zum Besten steht, in ein faszinierendes Gespräch. Und offeriert ihr dabei – zufällig oder absichtsvoll? – die unmögliche Geschichte, nach der die Journalistin ihr Leben lang gesucht hat.
Portrait
Husch Josten, geboren 1969, studierte Geschichte und Staatsrecht in Köln und Paris. Sie volontierte und arbeitete als Journalistin in beiden Städten, bis sie Mitte der 2000er-Jahre nach London zog, wo sie als Autorin für Tageszeitungen und Magazine tätig war. 2011 debütierte sie mit dem Roman »In Sachen Joseph«, der für den Aspekte-Literaturpreis nominiert wurde. 2012 legte sie den vielgelobten Nachfolger »Das Glück von Frau Pfeiffer« vor und 2013 den Geschichtenband »Fragen Sie nach Fritz«. 2014 erschien »Der tadellose Herr Taft« sowie zuletzt die Romane »Hier sind Drachen« (2017) und »Land sehen« (2018) im Berlin Verlag. Jüngst wurde ihr der renommierte Literaturpreis der Konrad Adenauer Stiftung (2019) verliehen. Husch Josten lebt heute wieder in Köln.
… weiterlesen
  • Artikelbild-0
In den Warenkorb

Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 160
Erscheinungsdatum 01.03.2017
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-8270-1348-4
Verlag Berlin Verlag
Maße (L/B/H) 19,6/12,3/2,2 cm
Gewicht 253 g
Buch (gebundene Ausgabe)
Buch (gebundene Ausgabe)
16,00
16,00
inkl. gesetzl. MwSt.
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort lieferbar Versandkostenfrei
Sofort lieferbar
Versandkostenfrei
In den Warenkorb
PAYBACK Punkte
Vielen Dank für Ihr Feedback!
Entschuldigung, beim Absenden Ihres Feedbacks ist ein Fehler passiert. Bitte versuchen Sie es erneut.
Ihr Feedback zur Seite
Haben Sie alle relevanten Informationen erhalten?
Ihr Feedback ist anonym. Wir nutzen es, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Wenn Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kundenservice wenden.

Buchhändler-Empfehlungen

Selbst was unmöglich ist, kann doch geschehen. Aus Zufall. Nicht durch Gott oder eine höhere Macht

Tobias Groß, Thalia-Buchhandlung Gotha

Für die allermeisten Menschen geschehen Ereignisse aus einem bestimmten Grund, alles hängt irgendwie zusammen. Vielleicht ist dieses Denken tief verwurzelt in unserer Natur, ein Überbleibsel aus unseren Zeiten als Jäger und Sammler, ein Relikt aus der Angst vor einem mächtigen Gott. Um zu begreifen warum und wieso die Dinge so sind wie sie sind, brauchen wir Erklärungen. Nachvollziehbare Erklärungen. Der Zufall gehört nicht dazu. Wir verachten ihn, können ihn als Argument nicht akzeptieren, ja lehnen ihn vehement ab. Und doch gibt es Dinge zwischen Himmel und Erde, die einfach so passieren. Das Unmögliche wird möglich. Caren, Journalistin, Krisenreporterin und Protagonistin in Husch Jostens fünftem Roman, ist ein Kind des Zufalls. Wie durch ein sich immer wieder ereignendes Wunder, ist sie Überlebende diverser Terroranschläge: 11. September 2011, Boston Marathon, Charlie Hebdo. Alle Anschläge hat sie überlebt, über alle hat sie berichtet. Am Morgen des 14.November 2015 ist sie auf dem Weg nach Paris um, sie ahnen es, über die Ereignisse rund um das Bataclan zu berichten. Sie befindet sich am Flughafen London Heathrow, als kurz vor dem Start das Gate gesperrt wird. Der Grund: ein anonymer Hinweis, ein Terrorverdächtiger soll unter den Passagieren sein. Nur einer bleibt ruhig, scheinbar beteiligungslos. Caren ist fasziniert von dem älteren Herren der Wittgenstein liest und sich von der Hektik um ihn herum nicht beirren lässt. Sie beginnt ein Gespräch mit ihm, nicht ahnend, dass diese Begegnung ihr Leben auf entscheidend beeinflussen wird. Husch Josten hat mit “Hier sind Drachen“ einen eindrucksvollen Roman geschrieben. Intellektuell, tiefgründig und brillant erzählt. Gekonnt verbindet sie Spannung und Philosophie, sodass das Buch gut unterhält und gleichzeitig eine Sammlung kluger Gedanken ist. Nicht von trivialen Lebensweisheiten oder Hoffnungssprüchen. „Hier sind Drachen“ lässt den Leser bis zur letzten Seite nicht mehr los und wird ihn auch über die Lektüre hinaus beschäftigen. So sehr, dass die Grundprinzipien unserer Denktradition durchaus in Frage gestellt werden.

Was für ein Buch!

Anke Kraus, Thalia-Buchhandlung Saalfeld

Mit einer ungeheuer brillianten Erzählkunst auf nur 150 Seiten vermag die Autorin uns eine Geschichte zu erzählen, die voller kluger, anspruchsvoller und philosophischer Gedankengänge steckt. Dabei gelingt ihr ein Spagat zwischen gedanklichem Tiefgang und subtiler Spannung. Gibt es Zufälle oder ist alles vorherbestimmt? Anhand eines aktuellen brisanten Themas versucht die Autorin Antworten auf diese Frage zu finden. Ein Buch, das noch lange nachwirkt.... Danke Frau Josten für diesen einzigartigen Roman!

Kundenbewertungen

Durchschnitt
10 Bewertungen
Übersicht
9
1
0
0
0

Hier sind Drachen
von miss.mesmerized am 01.08.2017

Wieder ein Anschlag, wieder ein Job für die Journalistin Caren. Nach dem verheerenden Attentat am Abend des 13. November 2015 in Paris, macht sich die junge Reporterin auf von London in die französische Hauptstadt, um für ihre Zeitung vor Ort zu recherchieren. Anschläge wurden ihr Spezialgebiet, nachdem sie unerklärlicherweise d... Wieder ein Anschlag, wieder ein Job für die Journalistin Caren. Nach dem verheerenden Attentat am Abend des 13. November 2015 in Paris, macht sich die junge Reporterin auf von London in die französische Hauptstadt, um für ihre Zeitung vor Ort zu recherchieren. Anschläge wurden ihr Spezialgebiet, nachdem sie unerklärlicherweise den 11. September in New York und auch den Boston Marathon unversehrt überlebt hat. In Heathrow wartet sie auf das Boarding, doch es kommt zu einer Verzögerung. Plötzlich wird ihr Gate umstellt, die Fluggäste sind abgesperrt und eingesperrt und eine Zwangsgemeinschaft entsteht. Caren kommt mit einem älteren Herrn ins Gespräch, der die Lage mit stoischer Ruhe über sich ergehen lässt. Er liest weiterhin in Wittgensteins „Tractatus“ als wenn es die Welt um ihn herum nicht gäbe. Caren versucht mit ihrem Presseausweis etwas in Erfahrung zu bringen, doch die Mitarbeiter des Flughafens sind angespannt, also plaudert sie weiter wartend mit „Wittgenstein“ über dessen Zufallsforschung und die Frage, wie ein Journalist die eine Geschichte, die noch nie berichtet wurde, finden und erzählen kann. Und plötzlich ist sie da, die unglaubliche, nie erzählte Geschichte. Husch Jostens Roman „Hier sind Drachen“ weckt zunächst Erwartungen, die sich völlig in sich auflösen. Der Titel, der alte Seefahrerspruch zur Kennzeichnung der noch nicht betretenen und erforschten Gebiete, lässt auf eine Reise hoffen, durchaus an einen unbekannten Ort und der Flughafen ist ein passender Ausgangspunkt. Tatsächlich verlassen wir diesen jedoch quasi nicht, fast die komplette Handlung spielt sich im Wartebereich ab. Die zweite Falschannahme ergibt sich aus der Seitenzahl, die mit 160 Seiten einen kurzes Lesevergnügen erwarten lässt. Allerdings weist der Roman eine solche inhaltliche Dichte auf, dass ein Lesen ohne Pausen für mich nicht möglich war und ich viele Passagen – insbesondere die philosophischen Gedanken der beiden Protagonisten – mehrfach lesen musste, damit mir nichts entgeht. Es ist auch nicht einfach zu bestimmen, worum es in dem Buch eigentlich geht. Gerade durch das unerwartete Ende wird der Fokus nochmals völlig verschoben und es bleiben unzählig viele Themen und Gedankenansätze, die alle in sich wichtig und beachtenswert sind. Der Roman beginnt mit der Frage, was der Terror, wie wir ihn seit einigen Jahren in Europa erleben, mit uns als Beobachter oder gar Zeugen macht. Caren leidet zunehmend. Konnte sie die beiden Ereignisse in den USA noch erstaunlich gut durch ihren Job verarbeiten und sogar fruchtbar damit umgehen, war ihr der Anschlag auf die Redaktion von Charlie Hebdo unerklärlich nahegegangen – vor allem vor dem Hintergrund, dass sie dieses nicht unmittelbar miterlebte. Niemand wird die Nachrichten dieser Horrorszenarien verfolgen können ohne nicht an einem Punkt ganz persönlich auch getroffen zu werden. Doch wie soll man als Individuum und wir als Gesellschaft damit umgehen? Der weniger konkrete, nicht auf den unmittelbaren Alltag bezogene Aspekt, der sich durch das ganze Buch spinnt, ist die philosophische Frage nach dem Geschichtenerzählen und die Frage, ob es noch eine Geschichte geben kann, die noch nie erzählt wurde. Welcher Journalist träumt nicht davon, mit dieser einen Reportage zu Ruhm und Anerkennung zu gelangen? Doch Geschichten gab es schon lange vor dem Journalismus, das Erzählen ist so alt wie die Menschheit selbst und eines der wenigen kulturübergreifenden und –verbindenden Dinge. Doch die Geschichte lebt nicht nur von ihrem Erzähler, denn sie erhält ihren Sinn erst durch den Zuhörer oder Leser, der etwas damit anfangen kann und den Worten einen Sinn zuschreibt. Neben diesen beiden ganz großen Themen, werden Fragen nach Werten im Leben, der Lebensgestaltung als solches und den Beziehungen aufgerissen. Mit Carens Lebensgefährten wird der Figur und damit dem Leser gnadenlos vor Augen geführt, wie wenig man manchmal seine Mitmenschen und Liebsten kennt. Nach all der Philosophiererei über Geschichten: hören wir einander zu? Und ist das, was bei uns ankommt auch das, was gesagt werden wollte? Ein durchaus herausfordernder Roman, der dem Leser, der sich auf ihn einlässt, viel zu bieten hat und weit über die Lektüre hinaus begleitet. Der Sinn entsteht beim Lesen im Leser und Husch Josten macht ein sehr großes Angebot. Daneben bietet er sogar noch einen Plot mit Spannung und recht unerwarteten Wendungen – im Ganzen ein Roman, wie er eigentlich unmöglich zu schreiben ist.