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Zeit

Was sie mit uns macht und was wir aus ihr machen

Rüdiger Safranski

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Beschreibung

Rüdiger Safranski lässt uns in seinem Sachbuch ›Zeit: Was sie mit uns macht und was wir aus ihr machen‹ die Vielfalt der Zeiterfahrung neu entdecken. Denn mal vergeht sie wie im Flug, mal zieht sie sich zäh wie Honig, manche Tage scheinen unendlich, andere scheinen in fünf Minuten zu vergehen. Safranski beschreibt in einem Querschnitt durch verschiedene Epochen von Dichtern und Denkern das Spannungsfeld zwischen Vergehen und Beharren und ermuntert uns, in unserem schnelllebigen Alltag das wertvolle Gut Zeit zu schätzen und behutsam mit ihm umzugehen.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 272
Erscheinungsdatum 23.03.2017
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-596-03685-1
Verlag Fischer Taschenbuch Verlag
Maße (L/B/H) 19,2/12,4/2,3 cm
Gewicht 239 g
Auflage 4. Auflage
Verkaufsrang 95604

Kundenbewertungen

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Übersicht
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Ein Agententhriller mit psychoanalytischem Aufhänger vor historischer Kulisse...
von Rezensent aus BW am 01.03.2021
Bewertet: gebundene Ausgabe

Der Roman „Eine große Zeit“ spielt zu Beginn des 20. Jahrhunderts und entführt uns von Wien über London nach Genf. Vorkriegszeit und erster Weltkrieg, das ist die zeitliche Kulisse der Geschichte um Lysander Rief, einem jungen britischen Schauspieler, der sich 1913 nach Wien begibt und sich dort in einer Pension einmietet. De... Der Roman „Eine große Zeit“ spielt zu Beginn des 20. Jahrhunderts und entführt uns von Wien über London nach Genf. Vorkriegszeit und erster Weltkrieg, das ist die zeitliche Kulisse der Geschichte um Lysander Rief, einem jungen britischen Schauspieler, der sich 1913 nach Wien begibt und sich dort in einer Pension einmietet. Der frisch verlobte Lysander hat ein heikles Problem und möchte deshalb einen Spezialisten aufsuchen. Der Spezialist Herr Dr. Bensimon war ein Schüler des Psychiaters und Psychoanalytikers Sigmund Freud und soll Lysander mit professioneller psychotherapeutischer Hilfe von seinem sexuellen Problem, einer sog. Anorgasmie, befreien. Letztlich ist es aber wohl eher der temperamentvollen und dynamischen Hettie, einer verführerischen Bildhauerin, die er im Wartezimmer des Psychoanalytikers trifft, zu verdanken, dass er seine sexuelle Funktionsstörung überwindet. Lysander genießt die Affäre mit der attraktiven Hettie. Er verfällt ihrer hemmungslosen Sexualität und taucht in das exzessive Leben der Wiener Künstler ein, zu dem Hettie ihm die Türen geöffnet hat. Eigentlich könnte der Geheilte nun entlastet und erleichtert nach London zu seiner Verlobten Blanche zurückkehren, aber die ungeplante Schwangerschaft seiner „Heilerin“, ihr dreister Vorwurf der Vergewaltigung und der britische Geheimdienst machen ihm letztlich einen Strich durch die Rechnung. ...und jetzt wendet sich das Blatt: die Geschichte mutiert mit Ausbruch des ersten Weltkriegs zum spannenden, raffinierten und packenden Agententhriller. Dem Autor gelingt es wunderbar, die Atmosphäre der damaligen Zeit und die Stimmungen seiner Figuren zu vermitteln. Ich mochte sowohl die Sprache als auch die Handlung und die Themen der Geschichte (Psychoanalyse, erster Weltkrieg, Spionage) und empfehle die Lektüre, die einige unvorhersehbare Überraschungen bereithält, sehr gerne weiter.

Die verschiedenen Aspekte der Zeit
von Mikka Liest aus Hilter am Teutoburger Wald am 03.04.2017

Safranski spricht die unterschiedlichsten Themen an, die mal mehr, mal weniger offensichtlich mit der Zeit und ihren Facetten zu tun haben. Darunter ist manches, über das man sich vielleicht selber schon Gedanken gemacht hat, aber auch vieles, für das man sich erst einmal frei machen muss von festgefahrenen Vorstellungen - von d... Safranski spricht die unterschiedlichsten Themen an, die mal mehr, mal weniger offensichtlich mit der Zeit und ihren Facetten zu tun haben. Darunter ist manches, über das man sich vielleicht selber schon Gedanken gemacht hat, aber auch vieles, für das man sich erst einmal frei machen muss von festgefahrenen Vorstellungen - von dem, was man bisher schlicht als so unumstößlich und unveränderlich angesehen hat, dass es das Nachdenken nicht zu lohnen schien. Zitat aus dem Kapitel 'Zeit der Langeweile': "In dem Maße, wie die Ereignisse ausdünnen, wird die Zeit auffällig. Es ist, als käme sie aus ihrem Versteck, denn für unsere gewöhnliche Wahrnehmung ist sie hinter den Ereignissen verborgen und wird nie so direkt und aufdringlich erlebt. Ein Riss also im Vorhang, und dahinter gähnt die Zeit." Der Autor lädt ein, um die Ecke zu denken, einen anderen Blickwinkel einzunehmen, den Gedanken über die Zeit ganz bewusst Zeit einzuräumen. Man sollte sich vom Klappentext aber nicht verleiten lassen, ein seicht-erbauliches Büchlein für den Kaffeetisch zu erwarten: es erfordert aktives Mitdenken, denn allzu einfach macht es einem dieses Werk nicht. Obwohl ich sonst eine rasche Leserin bin, habe ich ein paar Wochen dafür gebraucht; für mich ist es kein Buch, durch das man nebenher durchhetzen kann. Sätze wie den folgenden musste ich mehrfach lesen und in Gedanken in ihre Einzelteile zerpflücken, um wirklich zu verstehen, was sie aussagen: Zitat aus dem Kapitel 'Lebenszeit und Weltzeit': "Ähnlich hat Edmund Husserl das Erlebnis von Gegenwärtigkeit phänomenologisch als ein Zugleich von Protention und Retention analysiert: Nur deshalb fällt uns die Zeit nicht in Zeitpunkte auseinander und nur deshalb können wir sie als sukzessives Kontinuum erleben, weil im jeweiligen Moment das soeben Vergangene noch präsent ist (Retention) und man zugleich erwartend angezogen wird vom Künftigen (Protention)." Aber die Mühe lohnt sich meines Erachtens, denn Safranski nimmt einen mit auf eine sehr umfassende Reise, die das Thema "Zeit" in all ihren Aspekten abdeckt. In ruhigem Tonfall und anspruchsvoller, dennoch oft heiterer und unterhaltsamer Sprache teilt er seine Gedanken und Überlegungen mit, durchwebt sie aber stets mit Querverweisen, Zitaten und Quellenangaben. Er lässt sie alle zu Wort kommen: Dichter und Schriftsteller, Philosophen, Wissenschaftler, Psychologen - sprich, Denker und große Geister jeglicher Couleur, seien es nun Kafka, Heidegger, Einstein, Demokrit oder sogar literarische Figuren wie Hamlet. Gelegentlich fand ich die Häufung anderer Quellen ermüdend. Zwar sind sie hilfreich, wenn man sich zu einem Thema weitergehend informieren will, aber ich hatte manchmal den Eindruck, dass Safranksi eigene Worte unter dem Berg von Zitaten begraben wurden, dann hätte ich lieber mehr über seine ganz persönliche Meinung erfahren. Selten verliert er sich auch ein wenig in Allgemeinplätzen, die dem sonstigen Niveau nicht gerecht werden. Frank Arnold ist meines Erachtens eine gute Wahl für die Hörbuchumsetzung: seine Stimme klingt konzentriert und präzise, aber dennoch lebendig, mit einem sehr angenehmen Sprachrhythmus, dem man gut folgen kann, ohne dass es ermüdend wird oder man den Faden verliert. Das Hörbuch ist als Download sowohl in einer gekürzten wie einer ungekürzten Version erhältlich, als Audio-CD nur in der gekürzten, die die Essenz des Buches aber ebenfalls gut wiedergibt. Fazit: "Zeit" ist kein Selbsthilfebuch; es gibt keine praktischen Tipps zur Entschleunigung des Alltags oder Ähnliches. Es ist eine philosophische Rundreise durch das Wesen der Zeit und all ihre Aspekte (von der Langeweile bis zur Unfähigkeit, sich den eigenen Tod vorzustellen), und als Reiseführer fungieren nicht nur Safranski selber, sondern auch eine Vielzahl an großen Denkern, die er ausführlich und mit Quellenangaben zitiert. In meinen Augen ist es kein einfaches Buch, sondern eines, bei dem man sich anstrengen muss, um allen Gedankengängen zu folgen und sich seine eigenen Gedanken dazu zu machen. Ein gewisses Grundinteresse an Philosophie, Literatur und Wissenschaft sollte man mitbringen!

Gelungen
von einer Kundin/einem Kunden am 28.12.2015
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

„die Zeit, die ist ein sonderbar Ding. Wenn man so hinlebt, ist sie rein gar nichts. Aber dann auf einmal, da spürt man nichts als sie: sie ist um uns herum, sie ist auch in uns drinnen.“ Zitat von der Marschallin in Hofmannsthals „Rosenkavalier“ Rüdiger Safranski spricht über die Zeit, wie sie auf uns wirkt und was sie mit u... „die Zeit, die ist ein sonderbar Ding. Wenn man so hinlebt, ist sie rein gar nichts. Aber dann auf einmal, da spürt man nichts als sie: sie ist um uns herum, sie ist auch in uns drinnen.“ Zitat von der Marschallin in Hofmannsthals „Rosenkavalier“ Rüdiger Safranski spricht über die Zeit, wie sie auf uns wirkt und was sie mit uns macht. Er redet von der Zeit der Langeweile und des Wartens. Er schreibt von der Zeit des Anfangs und von berühmten Anfängen in der Literatur. Es geht um die Zeit der Sorgen, ein unglückliches Volk ohne Zukunftsbewusstsein. Ausserdem geht es in diesem Buch darum, was die Uhr denn nun genau misst, wie wir Gefangene von Zeitplänen sind und was passiert wenn die Zeit knapp wird. Ebenfalls ein Thema ist die Lebenszeit und Weltzeit und dann gibt es einen Abstecher in die Weltraumzeit, wir lernen was die Eigenzeit ist und wie wir sie nutzen. Spannend fand ich auch das Kapitel über das Spiel mit der Zeit und das loslassen und seine Schwierigkeiten. Ausführlich und interessant beschrieben was die Zeit aus uns macht und was wir aus ihr machen, liest sich dieses Buch beinahe wie ein Roman.


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