Warenkorb
 

Bestellen Sie bis zum 20.12.2018 und erhalten Sie Ihre Sendung pünktlich zu Heiligabend.**

Der totale Rausch

Drogen im Dritten Reich. Mit einem Nachwort von Hans Mommsen

(11)
'Sehr gut und äußerst interessant. eine wichtige wissenschaftliche Studie, ausgezeichnet recherchiert' Ian Kershaw
Drogen im Dritten Reich: Norman Ohler geht den Tätern von damals buchstäblich unter die Haut und schaut direkt in ihre Blutbahnen hinein. Arisch rein ging es darin nicht zu, sondern chemisch deutsch – und ziemlich toxisch. Wo die Ideologie für Fanatismus und 'Endsieg' nicht mehr ausreichte, wurde hemmungslos nachgeholfen. Als Deutschland 1940 Frankreich überfiel, standen die Soldaten der Wehrmacht unter 35 Millionen Dosierungen Pervitin. Das Präparat – heute als Crystal Meth bekannt – machte den Blitzkrieg erst möglich. Auch der vermeintliche Abstinenzler Hitler griff gerne zur pharmakologischen Stimulanz: Als er im Winter 1944 seine letzte Offensive befehligte, war er längst süchtig nach Eukodal, einem Opiat stärker als Heroin. Täglich erhielt er von seinem Leibarzt Theo Morell verschiedenste Dopingmittel, dubiose Hormonpräparate und auch harte Drogen gespritzt. Nur so konnte der Diktator seinen Wahn bis zum Schluss aufrechterhalten.
Portrait
Norman Ohler wurde 1970 im pfälzischen Zweibrücken geboren. Nach dem Abitur schrieb er 1990 seine erste Novelle 'Der Reporter'. Mit 22 Jahren besuchte er die renommierte Hamburger Journalistenschule, es folgten Arbeiten für die Zeitschriften 'Spiegel', 'Stern' und 'Geo'.
1993 zog Norman Ohler nach New York und war dort 1994 Mitbegründer der Tribes Gallery in Manhattan. Die Kurzgeschichte 'The Longer the Better' erschien im dazugehörigen 'Tribes Magazine'. In New York arbeitete er an seinem ersten Roman 'Die Quotenmaschine' – der Geschichte des stummen Detektivs Rutenberg. 1995 erschien der Roman, mit Hyperlinks versehen, im Netz. 'Die Quotenmaschine' gilt als weltweit erster Online-Roman und wurde 1996 in Deutschland und Spanien als Hardcover veröffentlicht.Ohlers nächste Wohnung in Berlin-Mitte, in einem kurz vor der Entkernung stehenden Altbau direkt am Hackeschen Markt, wurde Ausgangspunkt für seinen zweiten Roman: 'Mitte' (2001), eine Geistergeschichte über die zunehmende Kommerzialisierung von Berlin.
1999 begann Ohler mit der Arbeit an seinem dritten Roman 'Stadt des Goldes' (2002), der den Abschluss seiner Metropolentrilogie bildet. Er erzählt von dem jungen deutschen Journalisten Kraner, der in Johannesburg die schwarze Südafrikanerin Lucy wiedertrifft, die gegen Ende der Apartheid als Drogenkurierin in den USA verhaftet worden ist. 'Stadt des Goldes' ist ein urbaner Abenteuerroman und zugleich das spannende Porträt einer Stadt am Rande des sozialen Abgrunds.2004 hatte Ohler als Stadtschreiber in Ramallah, Palästina, als letzter Europäer die Gelegenheit, ein Interview mit Jassir Arafat kurz vor dessen Tod zu führen.Im Winter 2006 veröffentlichte Ohler vom Iran aus einen Podcast über seine Reise.Er ist Mitglied des PEN-Zentrums Deutschlands.
Im Bereich Film schrieb er zusammen mit Wim Wenders am Drehbuch des Spielfilms 'Palermo Shooting' (Premiere in Cannes 2008) und führte zwei Jahre später Regie bei seinem ersten Kurzfilm 'natural', mit Henry Hopper in der Hauptrolle.
2015 ist nach fünfjähriger Recherche Ohlers erstes Sachbuch 'Der totale Rausch' über die bisher kaum aufgearbeitete Rolle von Drogen im Dritten Reich erschienen.Für Der totale Rausch recherchierte er fünf Jahre lang in Archiven in Deutschland und den USA und wertete zahlreiche Originalmaterialien aus, die der Forschung entgangen waren. 'Der totale Rausch. Drogen im Dritten Reich' (KiWi 1544) wurde von Presse und Wissenschaft gefeiert, in mehr als 25 Sprachen übersetzt und stand auf der New York Times-Bestsellerliste.
… weiterlesen
In den Warenkorb

Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 368
Erscheinungsdatum 12.01.2017
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-462-05035-6
Verlag Kiepenheuer & Witsch
Maße (L/B/H) 19/12,5/2,2 cm
Gewicht 275 g
Verkaufsrang 53.278
Buch (Taschenbuch)
10,99
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort lieferbar
Versandkostenfrei
In den Warenkorb
PAYBACK Punkte
Ihr Feedback zur Seite
Haben Sie alle relevanten Informationen erhalten?
Vielen Dank für Ihr Feedback!
Entschuldigung, beim Absenden Ihres Feedbacks ist ein Fehler passiert. Bitte versuchen Sie es erneut.

Buchhändler-Empfehlungen

„Die Deutschen und ihr Crystal Meth“

Axel Korinth, Thalia-Buchhandlung Erlangen

Ein beeindruckendes und exzellent geschriebenes Buch über ein eher unbekanntes, aber umso erschreckenderes Kapitel deutscher Geschichte. Pervitin, heute gemeinhin als Crystal Meth bekannt, war eine Volksdroge im sogenannten Dritten Reich, das von der Bevölkerung (teils als Pralinenfüllung!) bis hin zu den Soldaten der Wehrmacht und der Admiralität eifrig konsumiert wurde. Das Buch bietet keine Entschuldigung, sondern eine weitere Erklärung für die Verbrechen der Nazis. Ein ganzes Volk wurde unter Drogen gesetzt! Und nicht nur dies: sein Führer war befeuert durch die täglichen Spritzen seines Leibarztes in allervorderster Reihe der Multitoxikomanie vertreten. Nach der Lektüre dieses Buch betrachtet man die Jahre 1933 bis 1945 in einem völlig anderen Licht. Ein beeindruckendes und exzellent geschriebenes Buch über ein eher unbekanntes, aber umso erschreckenderes Kapitel deutscher Geschichte. Pervitin, heute gemeinhin als Crystal Meth bekannt, war eine Volksdroge im sogenannten Dritten Reich, das von der Bevölkerung (teils als Pralinenfüllung!) bis hin zu den Soldaten der Wehrmacht und der Admiralität eifrig konsumiert wurde. Das Buch bietet keine Entschuldigung, sondern eine weitere Erklärung für die Verbrechen der Nazis. Ein ganzes Volk wurde unter Drogen gesetzt! Und nicht nur dies: sein Führer war befeuert durch die täglichen Spritzen seines Leibarztes in allervorderster Reihe der Multitoxikomanie vertreten. Nach der Lektüre dieses Buch betrachtet man die Jahre 1933 bis 1945 in einem völlig anderen Licht.

„Sieg High!“

Matthias Preuschoff, Thalia-Buchhandlung Wuppertal

Hitler auf Koks im Führerbunker beim vegetarischen Abendessen? Chrystal Meth für hohe Generäle? Tagelange Märsche ohne Schlaf dank Pervitin? Was nach einer abgedroschenen TV Doku eines Nischensenders rund um Mitternacht klingt wird von Norman Ohler in seinem Buch "der totale Rausch" eindrucksvoll mit Fakten belegt. Chronologisch geht Ohler von der Entwicklung der ersten Aufputschdrogen (Übrigens im damaligen Drogeneldorado Deutschland!) bis hin zu den letzten Stunden Hitlers 1945 den zweiten Weltkrieg durch und zeigt, wie Drogen den Krieg beeinflussten. Je mehr man liest, desto mehr Abscheu entwickelt man einem System gegenüber, welches 16 Jährige zugedröhnt in U- Booten in den Tod schickte und seine Soldaten durch Chemie zu aufgeputschten Zombies machte. Zwar kann man mit Drogenkonsum nicht den Krieg, die NS- Ideologie und die vielen schrecklichen Verbrechen begründen, jedoch bietet Norman Ohlers Buch einen neuen, wichtigen Blickwinkel auf die dunkle Zeit von 1933-1945. Spannend wie ein Krimi! Hitler auf Koks im Führerbunker beim vegetarischen Abendessen? Chrystal Meth für hohe Generäle? Tagelange Märsche ohne Schlaf dank Pervitin? Was nach einer abgedroschenen TV Doku eines Nischensenders rund um Mitternacht klingt wird von Norman Ohler in seinem Buch "der totale Rausch" eindrucksvoll mit Fakten belegt. Chronologisch geht Ohler von der Entwicklung der ersten Aufputschdrogen (Übrigens im damaligen Drogeneldorado Deutschland!) bis hin zu den letzten Stunden Hitlers 1945 den zweiten Weltkrieg durch und zeigt, wie Drogen den Krieg beeinflussten. Je mehr man liest, desto mehr Abscheu entwickelt man einem System gegenüber, welches 16 Jährige zugedröhnt in U- Booten in den Tod schickte und seine Soldaten durch Chemie zu aufgeputschten Zombies machte. Zwar kann man mit Drogenkonsum nicht den Krieg, die NS- Ideologie und die vielen schrecklichen Verbrechen begründen, jedoch bietet Norman Ohlers Buch einen neuen, wichtigen Blickwinkel auf die dunkle Zeit von 1933-1945. Spannend wie ein Krimi!

Daniel Thiele, Thalia-Buchhandlung Hamm

Ein eher unbekannter Aspekt der Nazi-Diktatur wird spannend und überragend gut recherchiert dargelegt. Es gibt eine Fülle an Verweisen und Fußnoten. Ein eher unbekannter Aspekt der Nazi-Diktatur wird spannend und überragend gut recherchiert dargelegt. Es gibt eine Fülle an Verweisen und Fußnoten.

„Methamphetamin für alle!“

Marcel Sander, Thalia-Buchhandlung Oberhausen

Ich habe dieses süchtig machende Buch zu Ende gelesen. Nun sehe ich diese schlimme Zeit mit anderen Augen. Die Drogen entschuldigen nichts, sie intensivieren das, was sowieso da war. Und genau das hinterlässt einen ganz bitteren Geschmack. 5 Jahre lang recherchierte Norman Ohler in den Archiven Deutschlands und der USA. Herausgekommen ist ein grandios erzähltes Buch über den Drogenalltag im 3. Reich. Obwohl die Nazis offiziell Rauschgift bekämpften, halfen sie nach, wenn die Ideologie nicht ausreichte. "Ich will der Größte werden [...]." sagte Hitler zu seinem Leibarzt Theo Morell, welcher ihn zum größten Junkie machte. Unglaublich, aber wahr! Ich habe dieses süchtig machende Buch zu Ende gelesen. Nun sehe ich diese schlimme Zeit mit anderen Augen. Die Drogen entschuldigen nichts, sie intensivieren das, was sowieso da war. Und genau das hinterlässt einen ganz bitteren Geschmack. 5 Jahre lang recherchierte Norman Ohler in den Archiven Deutschlands und der USA. Herausgekommen ist ein grandios erzähltes Buch über den Drogenalltag im 3. Reich. Obwohl die Nazis offiziell Rauschgift bekämpften, halfen sie nach, wenn die Ideologie nicht ausreichte. "Ich will der Größte werden [...]." sagte Hitler zu seinem Leibarzt Theo Morell, welcher ihn zum größten Junkie machte. Unglaublich, aber wahr!

„Übermenschen auf tönernen Füßen“

Martin Roggatz, Thalia-Buchhandlung Bonn (Universitätsbuchhandlung Bouvier)

Die Wehrmacht als militärische Wunderknaben, was ist nicht alles militärhistorisch dazu geschrieben worden. Das im Angriff wie der Verteidigung normale Menschen die auch schwach waren im Einsatz standen, kommt erst Jahrzehnte danach ans Licht. Nur mit Hilfe von Aufputschmitteln / Anabolika konnten die Soldaten tagelang kaempfen. Die sich selbst als Uebermenschen darstellenden NS/Granden waren oft von Drogen abhaengig. Dieses Buch ist ein notwendiges Korrektivalter Legendendarstellungen. Die Wehrmacht als militärische Wunderknaben, was ist nicht alles militärhistorisch dazu geschrieben worden. Das im Angriff wie der Verteidigung normale Menschen die auch schwach waren im Einsatz standen, kommt erst Jahrzehnte danach ans Licht. Nur mit Hilfe von Aufputschmitteln / Anabolika konnten die Soldaten tagelang kaempfen. Die sich selbst als Uebermenschen darstellenden NS/Granden waren oft von Drogen abhaengig. Dieses Buch ist ein notwendiges Korrektivalter Legendendarstellungen.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
11 Bewertungen
Übersicht
9
2
0
0
0

von Alex Milaeger aus Berlin am 08.07.2017
Bewertet: anderes Format

Eine fantastische, gut recherchierte Abhandlung über den Missbrauch von Rauschmitteln der deutschen Soldaten im 2. Weltkrieg.

Ein Buch mit Suchtpotential
von Igelmanu66 aus Mülheim am 16.06.2017
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

»Gestoßen bin ich auf den Stoff in Koblenz, und zwar in der nüchternen Umgebung des Bundesarchivs … Der Nachlass von Theo Morell, des Leibarztes von Hitler, ließ mich nicht mehr los. Immer wieder durchblätterte ich Morells Tageskalender: kryptische Eintragungen, die sich auf einen »Patienten A« bezogen. Per Lupe versuchte... »Gestoßen bin ich auf den Stoff in Koblenz, und zwar in der nüchternen Umgebung des Bundesarchivs … Der Nachlass von Theo Morell, des Leibarztes von Hitler, ließ mich nicht mehr los. Immer wieder durchblätterte ich Morells Tageskalender: kryptische Eintragungen, die sich auf einen »Patienten A« bezogen. Per Lupe versuchte ich, die kaum leserliche Handschrift zu entziffern. Die Seiten waren vollgekritzelt, häufig las ich Einträge wie »Inj. w. i.« oder einfach nur »x«. Ganz allmählich klarte das Bild auf: tägliche Injektionen, merkwürdige Substanzen, steigende Dosierungen.« Drogen im Dritten Reich – ein faszinierendes Thema! War es nicht so, dass Adolf Hitler sich als asketisch lebenden Vegetarier darstellte? Der größten Wert auf einen gesunden Körper legte? Und dessen Partei eine strikte Antidrogenpolitik fuhr, bei der Süchtige in geschlossene Anstalten zwangseingewiesen wurden, eine Einordnung als „kriminell geisteskrank“ möglich war und nicht selten Euthanasie die Folge? Die Wahrheit sah wohl ganz anders aus. Norman Ohler hat sich auf Spurensuche begeben, hat fünf Jahre lang in Archiven in Deutschland und den USA recherchiert, zahlreiche Originaldokumente ausgewertet, darunter auch solche, die bislang gesperrt waren. Er hat Originalschauplätze besucht, mit Zeitzeugen, Militärhistorikern und Medizinern gesprochen. Das Ergebnis ist erschütternd. Und erklärt doch so einiges… Das Buch widmet sich zunächst der Volksdroge Pervitin. Der Inhaltsstoff Methamphetamin ist heute als Crystal Meth bekannt. Entsprechend fassungslos liest man von methamphetaminhaltigen Pralinen für die Hausfrau („die Hausarbeit geht dann ganz leicht von der Hand“), betrachtet ein Werbeplakat der Temmler-Werke, das Pervitin als „Stimulans für Psyche und Kreislauf“ anpreist. In der Folge sollte sich die Aufgabe des Pervitins wandeln, es zum unverzichtbar erscheinenden Mittel werden, von dem bei Temmler pro Woche mehrere Millionen Pillen gepresst wurden. Ein Mittel, das Eltern ihren Söhnen zusammen mit Speck und Zigaretten an die Front schickten. Und dessen Einnahme im weiteren Verlauf des 2. Weltkriegs den Soldaten von ihren Vorgesetzten angeordnet wurde. Tatsächlich gelangen der Wehrmacht mit Pervitin zunächst erstaunliche Dinge – dies wird hier am Beispiel „Blitzkrieg“ deutlich dargestellt. Irgendwann jedoch half die Droge nur noch beim Durchhalten. Stärkerer Stoff musste her… An dieser Stelle kann man schon den Kopf schütteln, doch es kommt noch viel härter. Mit deutscher und wissenschaftlicher Gründlichkeit wurden diverse Mittel getestet, unter anderem an KZ-Häftlingen. Das Buch bildet Originaldokumente ab, wie zum Beispiel den „Arzneimittelversuch zur Hebung der Leistungsfähigkeit und Wachhaltung“ aus dem KZ Sachsenhausen. Dass man den Soldaten mit der verordneten Einnahme nicht gerade etwas Gutes tut, dass man damit erhebliche Nebenwirkungen und negative gesundheitliche Folgen billigt, war bekannt. Jedoch… »Die militärische Führung steht auf dem Standpunkt, daß in diesem Krieg, wenn es erforderlich ist, auch Schädigungen durch stark wirkende Medikamente in Kauf genommen werden müssen.« Dem Volk unter Drogen ist ein Schwerpunkt des Buchs gewidmet. Der andere befasst sich mit „Patient A“. Zu den Dokumenten, die der Autor studiert hat, zählen auch die Aufzeichnungen von Theo Morell. Danach präsentiert sich der größenwahnsinnige, massenmordende Psychopath Hitler nun außerdem als Junkie der schlimmsten Sorte. Natürlich handelt es sich hier um Rückschlüsse, die aus den genannten Aufzeichnungen resultieren. Aber diese wurden mit großer Akribie geführt und machen letztlich einen stimmigen Eindruck. Morell war über Jahre hinweg täglich an Hitlers Seite, ein Dealer in Dauerbereitschaft, der Tag und Nacht auf Abruf zur Stelle war, um die gewünschte „Führermischung“ zu spritzen. Was durch die Adern Hitlers floss, war ein bunter Mix aus über achtzig verschiedenen Mitteln, darunter Vitamine, härteste Drogen und teils sehr unkonventionelle Hormonpräparate. Bei solchen Schilderungen stellt man sich zwangsläufig die Frage der Zurechnungsfähigkeit. Der Leser muss aber nicht befürchten, dass Norman Ohler das Bild eines Mannes entwirft, der nicht mehr wusste, was er tat. Er kommt vielmehr zu einem anderen Schluss: »Auf diesem Schmerzstiller und Betäuber schien der Führer ganz bei sich: Das war der wahre Hitler, und so war er auch früher schon gewesen. Denn seine Ansichten und Pläne, die Überschätzung der eigenen Bedeutung und das Verkennen des Gegners standen alle schon festgeschrieben ... Er konnte noch so viele Drogen nehmen, um sich weiterhin in dem Zustand zu halten, in dem er seine Taten begehen konnte: Es mindert nicht seine monströse Schuld.« Nach der Lektüre erscheint mein Bild von diesem dunklen Abschnitt Deutscher Geschichte erheblich runder. Die aufgestellten Thesen und Rückschlüsse belegt der Autor mit fast fünfzig Seiten Anmerkungen, Quellenangaben und Bildnachweisen. An der ein oder anderen Stelle hätte es der Sachbuchcharakter meiner Meinung nach verlangt, die Person Hitlers distanzierter und neutraler zu beschreiben, aber ich habe großes Verständnis für jeden, dem das in diesem speziellen Fall nicht immer möglich ist. Fazit: Ein Buch mit Suchtpotential. Thematik und Stil fesseln derart, dass man es nicht aus der Hand legen mag.

Der totale Rausch
von einer Kundin/einem Kunden aus Alchenflüh am 27.04.2016
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Sehr, sehr gutes Sachbuch. Es gab mir Anlass viele Punkte aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Dieses Buch ist ein Muss für alle, die sich vage oder intensiv, mit der Geschichte des 2. Weltkrieges befassen.