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Tribe

Das verlorene Wissen um Gemeinschaft und Menschlichkeit

Sebastian Junger

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Beschreibung


Unser Trauma: eine Gesellschaft ohne Gemeinschaft

»Entbehrungen machen dem Menschen nichts aus, er ist sogar auf sie angewiesen; worunter er jedoch leidet, ist das Gefühl, nicht gebraucht zu werden. Die moderne Gesellschaft hat die Kunst perfektioniert, Menschen das Gefühl der Nutzlosigkeit zu geben. Es ist an der Zeit, dem ein Ende zu setzen.« Sebastian Junger

Warum beschließen Soldaten nach ihrer Rückkehr aus dem Krieg und in die Heimat, sich zu neuen Einsätzen zu melden? Warum sind Belastungsstörungen und Depressionen in unserer modernen Gesellschaft so virulent? Warum erinnern sich Menschen oft sehnsüchtiger an Katastrophenerfahrungen als an Hochzeiten oder Karibikurlaube? Mit Tribe hat Sebastian Junger eines der meistdiskutierten Werke des Jahres vorgelegt. Er erklärt, was wir von Stammeskulturen über Loyalität, Gemeinschaftsgefühl und die ewige Suche des Menschen nach Sinn lernen können.

Der Journalist Sebastian Junger, geboren 1962, ausgezeichnet mit dem National Magazine Award, veröffentlichte die Reportagensammlung Feuer und den Weltbestseller Der Sturm, der mit George Clooney und Mark Wahlberg verfilmt wurde. Sein Buch War - Ein Jahr im Krieg (Blessing, 2010) war ein New-York-Times- und SPIEGEL-Bestseller, sein Film Restrepo erhielt den Grand Jury Prize des renommierten Sundance Film Festival und eine Oscar-Nominierung als bester Dokumentarfilm. Junger lebt in New York.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 192
Erscheinungsdatum 25.04.2017
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-89667-587-3
Verlag Blessing
Maße (L/B/H) 20,5/13,4/1,9 cm
Gewicht 302 g
Originaltitel Tribe. On Homecoming and Belonging
Übersetzer Teja Schwaner
Verkaufsrang 95081

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TRIBE - Sebastian Jungers ebenso spannender wie nachdenkenswerter Diskurs über den Verlust an Gemeinsinn in der modernen Welt
von j.h. aus Berlin am 19.05.2017

Warum rücken Menschen zum Zeitpunkt der Gefahr näher zusammen, entwickeln ganz andere Solidaritätsgefühle? Warum wollen die wenigsten Indianer Teil der modernen amerikanischen Zivilisation werden? Warum verpflichten sich aus dem Kampf zurückkehrende Soldaten freiwillig für neue Einsätze? Unsere moderne Zivilisation muss gewaltig... Warum rücken Menschen zum Zeitpunkt der Gefahr näher zusammen, entwickeln ganz andere Solidaritätsgefühle? Warum wollen die wenigsten Indianer Teil der modernen amerikanischen Zivilisation werden? Warum verpflichten sich aus dem Kampf zurückkehrende Soldaten freiwillig für neue Einsätze? Unsere moderne Zivilisation muss gewaltige Entwicklungsfehler aufweisen - anders wären diese Reaktionen schwerlich zu erklären. Der amerikanische Journalist Sebastian Junger (*1962), dessen erstes Buch THE PERFECT STORM (1997) zum Weltbestseller avancierte und der später mit Kriegsreportagen aus Afghanistan Aufsehen erregte, stellt in seinem neuen Buch TRIBE (zu übersetzen in etwa mit STÄMME) provokante Fragen über die heutige kapitalistische Gesellschaft - wie bereits der Untertitel "Das verlorene Wissen um Gemeinschaft und Menschlichkeit" andeutet. Junger wuchs in einem Vorort von Boston auf und verzweifelte dabei an der Vorhersehbarkeit des Lebens in einem amerikanischen Vorort, in dem Häuser hinter dichten Hecken standen und die Nachbarn sich kaum kannten. Das von Stämmen überlieferte Gemeinschaftsgefühl und das Bedürfnis zu aktiver Solidarität sind hier im allgemeinen Wohlstand verschüttet. "Viele kulturübergreifende Studien haben gezeigt, dass die moderne Gesellschaft - trotz ihrer beinahe an Wunder grenzenden Fortschritte auf den Gebieten der Medizin, Wissenschaft und Technik - mit so vielen Fällen von Depression, Schizophrenie, schlechtem allgemeinen Gesundheitszustand, Angststörungen und chronischer Einsamkeit zu kämpfen hat wie kaum je zuvor in der Menschheitsgeschichte. Wenn Wohlstand und Urbanisierung einer Gesellschaft zunehmen, steigen Depressions- und Selbstmordraten in der Regel eher, als dass sie sinken. Statt die Menschen vor klinischer Depression abzuschirmen, scheint höherer Wohlstand in einer Gesellschaft sie sogar zu fördern." (S. 40 f.) Die mit dem allgemeinen Wohlstand einhergehende Vereinzelung (die bereits vor über 50 Jahren vom italienischen Meisterregisseur Michelangelo Antonioni beispielhaft seziert wurde) entfernt die Menschen von ihren angeborenen Stammes-Gefühlen und führt zu allgemeiner Kommunikations-Unfähigkeit. So wird auch ein Betrug an der Gesellschaft in unmäßigen Dimensionen möglich: "Es steht zu vermuten, dass Jäger/Sammler ihre Version eines Sozialhilfebetrügers oder eines betrügerischen Bankers nicht weniger entschieden zur Rechenschaft gezogen hätten als einen Feigling. Man hätte ihn vielleicht nicht getötet, aber mit Sicherheit aus der Gemeinschaft verstoßen. Die Tatsache, dass ein paar Leute die amerikanische Gesellschaft mit Billionen-Dollar-Verlusten ... belasten kann, ohne eines Schwerverbrechens angeklagt zu werden, zeigt, wie weit der Zerfall der Stammesstruktur in diesem Land fortgeschritten ist." (S. 53) Sebastian Junger hat sein mit zahlreichen provokanten Fragen und Thesen aufwartendes Buch in vier Hauptkapitel untergliedert. Sicher wird gerade der deutsche Leser - die US-amerikanische Gesellschaft ist eben noch um einiges rücksichtsloser - bei einigen Thesen deutlichen Widerspruch anmelden. Aber genau in dem Diskurs des Nachdenkens über die aktuelle gesellschaftliche Entwicklung liegt das Verdienst von TRIBE: "Wäre Krieg in jeder Hinsicht und in allen Auswirkungen unbestreitbar schädlich und absolut schlecht, würde er wohl nicht so oft geführt, wie es der Fall ist. Aber über die Zerstörung und den Verlust an Menschenleben hinaus aktiviert der Krieg althergebrachte menschliche Tugenden wie Mut, Loyalität und Selbstlosigkeit, die auf die Menschen, die sie erleben, überaus berauschend wirken." (S. 107) Später kommt Junger zu diesem bemerkenswerten Fazit: "Was den Menschen fehlt, ist vermutlich weder die Gefahr noch der Verlust, sondern die Geschlossenheit, die dadurch hervorgebracht wird." (S. 123) Der BLESSING-Verlag veröffentlichte das im Original 2016 erschienene Buch nun in hervorragender deutscher Übersetzung von Teja Schwaner und Iris Hansen. Lassen sie sich zum Nachdenken anregen - gesellschaftlicher Diskurs ist auch hierzulande von nahezu existenzieller Bedeutung.

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