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Geisel

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1997 wird Christophe André, Mitarbeiter der hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen, im Nordkaukasus von tschetschenischen Separatisten entführt. Guy Delisle hat Christophe André einige jahre später getroffen und die Geschichte seiner Geiselhaft aufgezeichnet: 111 Tage Warten, ohne jedes Wissen um das, was draußen passiert, ob man ihn für tot hält oder um seine Rettung bemüht ist.

Guy Delisle, Autor so erfolgreicher Reportagecomics wie "Aufzeichnugen aus Jerusalem", "Aufzeichnugen aus Birma" und "Pjöngjang" ist neben Joe Sacco zweifellos der bekannteste Comicdokumentarist. Zum ersten Mal nimmt er sich hier einer fremden Geschichte an und setzt sie sensibel und erschütternd zugleich um.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 432
Erscheinungsdatum 01.03.2017
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-95640-117-6
Verlag Reprodukt
Maße (L/B/H) 24,1/17,3/4,8 cm
Gewicht 1060 g
Auflage 1
Übersetzer Heike Drescher
Buch (Taschenbuch)
29,00
inkl. gesetzl. MwSt.
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Ein ergreifendes Leseerlebnis.
von Aarne Bittner aus Hamburg am 29.07.2017

Dieses Buch bezeichnet sich als "Dokumentatioscomic", wobei ich die Bezeichnung "Comic" nicht recht passend finde, da es keine poppig bunten und bis ins Detail ausgemalten Bilder sind die Guy Delisle produziert, sondern er verwendet einen sehr einfachen und klaren Strich, die Bilder auf das Nötigste reduziert, und gedeckte matte... Dieses Buch bezeichnet sich als "Dokumentatioscomic", wobei ich die Bezeichnung "Comic" nicht recht passend finde, da es keine poppig bunten und bis ins Detail ausgemalten Bilder sind die Guy Delisle produziert, sondern er verwendet einen sehr einfachen und klaren Strich, die Bilder auf das Nötigste reduziert, und gedeckte matte Farben. Diese Art der Darstellung ist der Thematik einer 111 Tage dauernden Geiselhaft aber auch viel zuträglicher, es ist ja keine Superheldengeschichte. Beeindruckend ist nicht nur der enorme Umfang dieses Werkes ("Ziegelsteinformat"), sondern auch wie der Zeichner durch die Abfolge der Bilder die Endlosigkeit (und meist Ödnis) der Gefangenschaft darstellt, in dem er z.B. über 3 - 4 Bilder immer wieder die gleiche Zimmerecke zeigt, ganz so wie es die Geisel auch erlebt, dann überträgt sich das Gefühl auch auf den Betrachter. Und wie durch den Zeichner dann nur mittels Aufhellung der Farbgebung um eine Nuance, die immer wieder aufkeimende Hoffnung sichtbar gemacht wird, ist sehr effektvoll. Das Zusammenwirken davon, dass man sich schon auf Grund der dicke des Buches lange mit der Handlung befassen muss, aber auch das die Zeichnungen kaum gesprochenes Wort enthalten, und den immer gleichen Ansichten (es ist ja fast immer in einem Raum) lässt ein beklemmendes Gefühl entstehen, so dass ich mich (wohl ganz wie die Geisel) über jede kleinste Veränderung der Zeichnungen oder der Situation freuen konnte. Wenn die Geiselnahme ihr Ende findet entwickelt das Buch einen regelrechten Sog, da nach so vielen Seiten "Eintönigkeit" endlich eine Veränderung und neue Eindrücke sichtbar werden, und ich habe mich dabei ertappt immer schneller Umblättern zu wollen um mit der plötzlichen Dynamik Schritt zu halten. Naturgemäß ist "Geisel" kein einfaches Buch, aber hervorragend ins Bild gesetzt, und ein emotionales Erlebnis.