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Stirb nicht im Warteraum der Zukunft

Die ostdeutschen Punks und der Fall der Mauer

(3)
Punk begann in Ostdeutschland mit einer Handvoll Jugendlicher in den späten Siebzigerjahren. Inspiriert von geschmuggelten Musikmagazinen und gelegentlichen Bildern aus dem Westfernsehen, schnitten sie sich Löcher in die Jeans und steckten sich Sicherheitsnadeln durch die Ohrlöcher. Es war klar, dass sie damit den staatlichen Behörden auffielen. Harte Repressionen waren die Folge, viele Geschichten sind noch immer unbekannt. Tim Mohr hat ein bis heute kaum bekanntes Kapitel deutscher Geschichte durchleuchtet und ein eindringliches Bild einer vergangenen Zeit gezeichnet.
Rezension
»Stirb nicht im Warteraum der Zukunft ist ein spannendes Buch über die Wahrhaftigkeit des DDR-Punk-Undergrounds. Es ist darüber hinaus jedoch auch gerade in Zeiten, in denen die Zeiger vielerorts wieder in Richtung Autorität und Obrigkeitssehnsucht stehen ein hoffnungsvolles Pladoyer für die Freundschaft und der Beweis, dass der Wille nach Freiheit zumindest für einen Moment stärker sein kann als alle Macht der Unterdrücker.«
Portrait
Tim Mohr ist ein amerikanischer Autor, Journalist und Übersetzer. In den 1990er-Jahren lebte er in Berlin als Club-DJ, bevor er nach New York zog und für den Playboy arbeitete. Dort war er unter anderem für Hunter S. Thompson zuständig, mit der er bis zu dessen Tod an dem Buch »Ancient Gonzo Wisdom« arbeitete. Seine journalistischen Artikel erschienen bis dato u. a. in der New York Times, dem New York Magazine, Time Out oder der Huffington Post.
Zu seinen Übersetzungen aus dem Deutschen ins Amerikanische zählen Wolfgang Herrndorfs »Tschick«, Charlotte Roches »Feuchtgebiete«, vier Romane von Alina Bronsky und Dorothea Dieckmanns »Guantanamo«, die mehrfach ausgezeichnet wurden.
Als Ghostwriter hat Timk Mohr die Memoiren »It’s So Easy« von Duff McKagan (Guns N’ Roses), »The Last Holiday« von Gil Scott-Heron und »Face the Music« von Paul Stanley (Kiss) verfasst. Augenblicklich arbeitet er an der Lebensgeschichte von Joe Walsh von den Eagles.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 560 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 20.03.2017
Sprache Deutsch
EAN 9783641212384
Verlag Heyne
Übersetzer Harriet Fricke, Frank Dabrock
Verkaufsrang 13.420
eBook
15,99
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar
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„Ein sehr interessantes Stück Ostdeutscher Zeitgeschichte.“

J. Grellmann

Ich war vor allem neugierig, wie es der Punkbewegung in der Vorwendezeit der DDR ergangen ist.
Das Buch beleuchtet zuerst, wie einzelne Jugendliche in der DDR `Wind` von der neuen Bewegung bekommen haben und sich als Punks befreit gefühlt haben. Schnell wurden sie durch Repressalien des DDR Regimes versucht aus der Öffentlichkeit zu verdrängen. Mich hat das Buch sehr gut aufgeklärt, vor allem weil echte Menschen zu Wort kommen und vieles aus Akteneinsicht wiedergegeben wurde.

Ein lohnenswerter Einblick in eine wie ich finde extrem Interessante Jugendbewegung zu einer Zeit des Aufbruchs.
Ich war vor allem neugierig, wie es der Punkbewegung in der Vorwendezeit der DDR ergangen ist.
Das Buch beleuchtet zuerst, wie einzelne Jugendliche in der DDR `Wind` von der neuen Bewegung bekommen haben und sich als Punks befreit gefühlt haben. Schnell wurden sie durch Repressalien des DDR Regimes versucht aus der Öffentlichkeit zu verdrängen. Mich hat das Buch sehr gut aufgeklärt, vor allem weil echte Menschen zu Wort kommen und vieles aus Akteneinsicht wiedergegeben wurde.

Ein lohnenswerter Einblick in eine wie ich finde extrem Interessante Jugendbewegung zu einer Zeit des Aufbruchs.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
3 Bewertungen
Übersicht
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von einer Kundin/einem Kunden aus Weimar am 07.11.2017
Bewertet: anderes Format

Die Geschichte des ostdeutschen Punk. Ein kaum bekanntes Kapitel deutscher Geschichte durchleuchtet und in eindringlichen Bildern erzählt.

STIRB NICHT IM WARTERAUM DER ZUKUNFT - Tim Mohrs hervorragend recherchierte Chronik der ostdeutschen Punks
von j.h. aus Berlin am 11.04.2017
Bewertet: gebundene Ausgabe

Über die Geschichte des Punk in Deutschland ist in den letzten Jahren einiges veröffentlicht worden. Mit den Klängen der Sex Pistols und durch aus England importierte Platten und Fanzines fand er Ende der 1970-er Jahre auch in Deutschland immer mehr Anhänger - korrekt: in Westdeutschland. Der amerikanische Journalist Tim... Über die Geschichte des Punk in Deutschland ist in den letzten Jahren einiges veröffentlicht worden. Mit den Klängen der Sex Pistols und durch aus England importierte Platten und Fanzines fand er Ende der 1970-er Jahre auch in Deutschland immer mehr Anhänger - korrekt: in Westdeutschland. Der amerikanische Journalist Tim Mohr füllt mit dem vorliegenden Buch gewissermaßen einen weißen Fleck in der Geschichtsschreibung - denn Punker gab es zu jener Zeit auch in der damaligen DDR. Nur waren deren Intentionen deutlich anders gelagert: "Aus dem unpolitischen Nihilismus der Ost-Punks entwickelte sich bald eine Hardcore-Ideologie, die das besondere Umfeld der Jugendlichen widerspiegelte. Im Westen sangen die Punks davon, 'No Future' zu haben und zu einem Leben als Underdogs der kapitalistischen Gesellschaft verdammt zu sein. Im Osten war es das genaue Gegenteil: Über deine Zukunft war bereits entschieden worden, irgendein Funktionär hatte deinen Weg vorgezeichnet - erst die FDJ, dann die Ausbildung und am Ende Fabrikarbeit in der sozialistischen Planwirtschaft. Das Problem im Osten hieß nicht 'No Future', es hieß: 'Too Much Future'." (S. 13 f.) Tim Mohr hat in den 1990-er Jahren als Club-DJ in Berlin gelebt und dabei die ungezwungene Atmosphäre der Stadt vor deren weitgehender Kommerzialisierung und Institutionalisierung noch miterlebt. Die Idee zu einem Buch über die Punkbewegung in Ostdeutschland bis zum Fall der Mauer hatte er 10 Jahre nach seiner Rückkehr in die USA und konnte durch Bekannte zu zahlreichen Zeitzeugen Kontakt aufnehmen. STIRB NICHT IM WARTERAUM DER ZUKUNFT (so die Graffiti-Parole in einer besetzten Wohnung) ist in 8 Teile gegliedert und erzählt die häufig ineinandergreifenden Lebenswege einiger Protagonisten, die zunächst (das allerdings hatten sie mit ihren Pendants im Westen gemein) vor allem zum plakativen Motiv des Bürgerschrecks taugten. Der Kulturpark im Plänterwald und der Alexanderplatz waren die Treffpunkte einiger rebellischer Jugendlicher, die sich dem vorgezeichneten sozialistischen Weg zunächst äußerlich widersetzten und diesem Lebensgefühl bald auch musikalisch Ausdruck verliehen. "Wie in den meisten Gesellschaften war auch das Leben in der DDR geprägt von Bequemlichkeit und Angepasstheit. Jeder hatte Arbeit und ein Dach über dem Kopf, es gab Elektrizität, sauberes Trinkwasser, Sanitärversorgung. ... Ohne dass die Regierung ständig Druck ausüben musste, lebte man sein sozialistisches Leben und nahm die soziopolitischen Grenzen als gegeben hin. Wenigstens hielt es die Mehrheit so. ... Mit der Etablierung des 'real existierenden Sozialismus' hatte man eine Norm geschaffen, und sobald es eine Norm gibt, halten sich die meisten Menschen auch daran. ... Die Handvoll Leute, die sich nicht anpassen wollte, wurde von den anderen dazu ermuntert, sich an die Normen zu halten - denn wer will schon, dass ein schwarzes Schaf der ganzen Herde das Leben schwermacht?" (S. 37) Mit der wachsenden Zahl der Punks wurde das zu Anfang vor allem von der Volkspolizei bearbeitete Problem mehr und mehr vom Ministerium für Staatssicherheit übernommen und die Bewegung mit zahlreichen Informellen Mitarbeitern (IM) infiltriert. Das Ausmaß des Verrates unter scheinbaren Freunden wurde erst in den letzten Jahren durch Einsicht in die Akten der Staatssicherheit deutlich. Wenig bekannt war bisher auch, dass die Punks 1988 bei den Aktionen um die Liebknecht/Luxemburg-Demo sowie die Umweltbibliothek in der Zionskirche eine wesentliche Rolle spielten. Der HEYNE-Verlag veröffentlichte den lesenswerten zeitgeschichtlichen Exkurs in der HARDCORE-Reihe, hervorragend aus dem Amerikanischen übersetzt von Harriet Fricke und Frank Dabrock. Neben einigen Fotos im Text befinden sich zahlreiche aussagekräftige und weitgehend unbekannte Fotos auf 16 Kunstdruck-Seiten. Ein spannender und zeitgeschichtlich aussagekräftiger Beitrag zur deutsch-deutschen (Musik-)Geschichte!