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Der Tag X

Roman

(13)
Der große Roman über den Aufstand am 17. Juni 1953, als 24 Stunden alles möglich schien

Das Leben der Gymnasiastin Nelly Findeisen wird mit jedem Tag komplizierter. Es reicht nicht, dass sie ihren Vater, der vor sieben Jahren nach Russland abkommandiert wurde, nie mehr sieht, auch ihre Mutter wird ihr zusehends fremder. Hinzu kommt ihr Engagement in einer kirchlichen Jugendorganisation, was im Frühjahr 1953 zum Rauswurf aus der Schule führt. Trost könnte sie bei dem jungen Uhrmacher Wolf Uhlitz finden, der sich in sie verliebt hat. Er will ihr helfen, legt sich dafür sogar mit seinem Vater an, entwendet staatliche Dokumente und landet im Gefängnis. Was Wolf nur vage ahnt: Die junge Nelly steht in einer geheimnisvollen Verbindung mit einem russischen Spion namens Ilja, der sie mit Nachrichten über ihren verschleppten Vater versorgt und den Austausch von Briefen mit ihm vermittelt. Wie Wolf träumt auch Ilja von einem Leben mit Nelly – aber als sich in Berlin und Halle die Unzufriedenheit mit dem Regime in Massendemonstrationen entlädt, hängt ihrer aller Leben an seidenen Fäden.

Titus Müller erzählt eindringlich und packend vom Leben der Aufbegehrenden und entfaltet authentisch und detailgenau das Panorama eines Aufstandes, der beispielhaft wurde.

Rezension
»Es gibt wenige Bücher, die man selbst mit so großem Vergnügen und mit so viel Gewinn gelesen hat.«
Portrait
Titus Müller, geboren 1977, studierte Literatur, Mittelalterliche Geschichte, Publizistik und Kommunikationswissenschaften. Mit 21 Jahren gründete er die Literaturzeitschrift Federwelt, ein Jahr später veröffentlichte er seinen ersten historischen Roman, Der Kalligraph des Bischofs. Titus Müller ist Mitglied des PEN-Club und wurde u.a. mit dem C. S.-Lewis-Preis und dem Sir-Walter-Scott-Preis ausgezeichnet. Für den Roman Nachtauge(Blessing, 2013) wurde Titus Müller 2014 im Rahmen einer Histo-Couch-Umfrage zum Histo-König des Jahres gewählt. Zuletzt erschienen die Romane Berlin Feuerland und Der Tag X.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 400 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 27.02.2017
Sprache Deutsch
EAN 9783641211554
Verlag Karl Blessing Verlag
Verkaufsrang 29.121
eBook
9,99
inkl. gesetzl. MwSt.
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„17. Juni 1953“

Monika Fuchs, Thalia-Buchhandlung Hamburg

Titus Müller ist ein sehr interessanter Autor. Er wurde 1977 in Leipzig geboren, hat Literatur, Geschichtswissenschaften und Publizistik in Berlin studiert und 2004 seinen ersten Roman veröffentlicht. Er schreibt historische Romane, die gleichzeitig sehr spannend sind, einen dabei gut unterhalten und einem auch Geschichte näher bringen. Von dem Autor habe ich Ihnen bereits die Bücher „Geigen der Hoffnung“ und „ Tanz unter Sternen“ vorgestellt.

In seinem aktuellen Roman erzählt Titus Müller uns mehrere Geschichten, die alle um den 17. Juni 1953 in Berlin und Halle angesiedelt sind und doch irgendwie zusammengehören. Da ist die Schülerin Nelly, deren Vater in die UdSSR entführt wurde. Sie hat sowohl Kontakt zu dem sowjetischen Spion Ilja und zu dem jungen Uhrmacher Wolf. Wolf landet wegen Nelly im Gefängnis. Ilja hat eine ganz eigene Geschichte, die eng mit dem Politiker Lawrenti Beria verknüpft ist. Und Ilja hat eine politische Bedeutung, denn seine Aufträge führen ihn auch nach Bonn in die Nähe des damaligen Kanzlers Adenauer. Dann gibt es noch die Geschichten in Halle. Die dortigen Hauptpersonen sind Lotte, alleinerziehende Mutter dreier Söhne, Heimeran, ein Polizist der kasernierten Volkspolizei und Katharina und Marc. Und so erzählt uns der Autor, wie das Leben der Menschen in der DDR 1953 aussah, mit welchen Problemen sie zu kämpfen hatten. Aber er klärt uns auch über die politischen Hintergründe auf. 1953 verstarb Stalin. Und für eine kurze Zeit entbrannte ein Machtkampf zwischen verschiedenen hochrangigen sowjetischen Politikern. War die UdSSR gescheitert? Wie sollte weiter mit dem Westen umgegangen werden. Und was sollte mit Deutschland geschehen. Die Geschichte wechselt immer wieder zwischen den einzelnen Akteuren und spielt in Berlin, Halle, Bonn und Moskau.

Ich muss gestehen, dass der 17. Juni nie wirklich ein Thema für mich war. Es war ein Feiertag. Und es hat einen Volksaufstand in der DDR gegeben. Das war mein Wissen. In der Schule war es auch kein Thema. Erst durch dieses Buch habe ich überhaupt verstanden, was damals in der DDR passiert ist. Das ist es, was ich an dieser Art von Romanen so liebe. Ich werde gut unterhalten und lerne dabei auch noch etwas. Und dass diese Geschichte historisch korrekt ist, beweist uns der Autor in seinen umfangreichen Nachträgen. Im Anhang beschreibt er ausführlich den historischen Kern des Romans, er listet die Bücher auf, die ihm selbst besonders geholfen haben, und er erklärt die vielen Abkürzungen, die in der DDR und UdSSR gebräuchlich waren.

Mich hat dieses Buch sehr fasziniert. Und ich habe sehr viel draus gelernt.
Titus Müller ist ein sehr interessanter Autor. Er wurde 1977 in Leipzig geboren, hat Literatur, Geschichtswissenschaften und Publizistik in Berlin studiert und 2004 seinen ersten Roman veröffentlicht. Er schreibt historische Romane, die gleichzeitig sehr spannend sind, einen dabei gut unterhalten und einem auch Geschichte näher bringen. Von dem Autor habe ich Ihnen bereits die Bücher „Geigen der Hoffnung“ und „ Tanz unter Sternen“ vorgestellt.

In seinem aktuellen Roman erzählt Titus Müller uns mehrere Geschichten, die alle um den 17. Juni 1953 in Berlin und Halle angesiedelt sind und doch irgendwie zusammengehören. Da ist die Schülerin Nelly, deren Vater in die UdSSR entführt wurde. Sie hat sowohl Kontakt zu dem sowjetischen Spion Ilja und zu dem jungen Uhrmacher Wolf. Wolf landet wegen Nelly im Gefängnis. Ilja hat eine ganz eigene Geschichte, die eng mit dem Politiker Lawrenti Beria verknüpft ist. Und Ilja hat eine politische Bedeutung, denn seine Aufträge führen ihn auch nach Bonn in die Nähe des damaligen Kanzlers Adenauer. Dann gibt es noch die Geschichten in Halle. Die dortigen Hauptpersonen sind Lotte, alleinerziehende Mutter dreier Söhne, Heimeran, ein Polizist der kasernierten Volkspolizei und Katharina und Marc. Und so erzählt uns der Autor, wie das Leben der Menschen in der DDR 1953 aussah, mit welchen Problemen sie zu kämpfen hatten. Aber er klärt uns auch über die politischen Hintergründe auf. 1953 verstarb Stalin. Und für eine kurze Zeit entbrannte ein Machtkampf zwischen verschiedenen hochrangigen sowjetischen Politikern. War die UdSSR gescheitert? Wie sollte weiter mit dem Westen umgegangen werden. Und was sollte mit Deutschland geschehen. Die Geschichte wechselt immer wieder zwischen den einzelnen Akteuren und spielt in Berlin, Halle, Bonn und Moskau.

Ich muss gestehen, dass der 17. Juni nie wirklich ein Thema für mich war. Es war ein Feiertag. Und es hat einen Volksaufstand in der DDR gegeben. Das war mein Wissen. In der Schule war es auch kein Thema. Erst durch dieses Buch habe ich überhaupt verstanden, was damals in der DDR passiert ist. Das ist es, was ich an dieser Art von Romanen so liebe. Ich werde gut unterhalten und lerne dabei auch noch etwas. Und dass diese Geschichte historisch korrekt ist, beweist uns der Autor in seinen umfangreichen Nachträgen. Im Anhang beschreibt er ausführlich den historischen Kern des Romans, er listet die Bücher auf, die ihm selbst besonders geholfen haben, und er erklärt die vielen Abkürzungen, die in der DDR und UdSSR gebräuchlich waren.

Mich hat dieses Buch sehr fasziniert. Und ich habe sehr viel draus gelernt.

„Getrieben von der Sehnsucht nach Freiheit“

Carola Ludger, Thalia-Buchhandlung Lippstadt

„Wir haben die Freiheit ersehnt, sie hat uns angeschaut, wir sind aufgebrochen, und sie hat uns nicht im Stich gelassen.“ (Joachim Gauck – 2009) -

Dies ist die Grundstimmung und Rahmenhandlung des „Tag X“, der Tag des Aufstandes vom 17. Juni 1953 als tausende von Menschen in Leipzig, Ostberlin und vielen anderen Orten in der vor kurzem gegründeten Deutschen Demokratischen Republik öffentlich gegen die Regierung und die Notstände demonstrierten, der aus dem Ruder lief und in blutiger Gewalt endete. Genau diese rebellische Stimmung nimmt Titus Müller in seinem authentischen, eindrucksvollen und temporeichen Roman auf. Meisterlich erteilt er nicht nur eine Gratisstunde neuer Deutscher Geschichte, sondern begeistert vielmehr aufgrund seiner brillianten Erzählkunst. Treffend beschreibt er das Schicksal von vier Familien. Schicksale, die unter die Haut gehen. Sehnen sich doch alle gleichermaßen nach Freiheit und ein Leben ohne Bespitzelung.
Freiwillig werden Sie den fesselnden Roman nicht aus der Hand legen! Unbedingt lesen!
„Wir haben die Freiheit ersehnt, sie hat uns angeschaut, wir sind aufgebrochen, und sie hat uns nicht im Stich gelassen.“ (Joachim Gauck – 2009) -

Dies ist die Grundstimmung und Rahmenhandlung des „Tag X“, der Tag des Aufstandes vom 17. Juni 1953 als tausende von Menschen in Leipzig, Ostberlin und vielen anderen Orten in der vor kurzem gegründeten Deutschen Demokratischen Republik öffentlich gegen die Regierung und die Notstände demonstrierten, der aus dem Ruder lief und in blutiger Gewalt endete. Genau diese rebellische Stimmung nimmt Titus Müller in seinem authentischen, eindrucksvollen und temporeichen Roman auf. Meisterlich erteilt er nicht nur eine Gratisstunde neuer Deutscher Geschichte, sondern begeistert vielmehr aufgrund seiner brillianten Erzählkunst. Treffend beschreibt er das Schicksal von vier Familien. Schicksale, die unter die Haut gehen. Sehnen sich doch alle gleichermaßen nach Freiheit und ein Leben ohne Bespitzelung.
Freiwillig werden Sie den fesselnden Roman nicht aus der Hand legen! Unbedingt lesen!

Kundenbewertungen

Durchschnitt
13 Bewertungen
Übersicht
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Tag der deutschen Einheit oder Tag X?
von einer Kundin/einem Kunden aus Attenhofen am 10.08.2018
Bewertet: gebundene Ausgabe

Schauplatz Berlin: Im Jahr 1953 steht Nelly kurz vor dem Abitur, als sie erfährt, dass sie vom Schulbesuch ausgeschlossen wird, wenn sie weiterhin zur Jungen Gemeinde geht. Trotz öffentlicher Bloßstellung, weigert sie sich den Bedingungen nachzugeben. Auch ihre ehrenamtliche Tätigkeit bei der Bahnhofsmission wird ihr genommen. Das wäre alles... Schauplatz Berlin: Im Jahr 1953 steht Nelly kurz vor dem Abitur, als sie erfährt, dass sie vom Schulbesuch ausgeschlossen wird, wenn sie weiterhin zur Jungen Gemeinde geht. Trotz öffentlicher Bloßstellung, weigert sie sich den Bedingungen nachzugeben. Auch ihre ehrenamtliche Tätigkeit bei der Bahnhofsmission wird ihr genommen. Das wäre alles leichter zu ertragen, wenn sie ihren Vater nicht so sehr vermissen würde. Im Jahr 1946 wurde er mitten in der Nacht verschleppt. Nelly und ihre Mutter hätten mitgehen können, aber das konnte die Mutter sich nicht vorstellen. Ihr neuer Lebensgefährte kann Nellys geliebten Vater nicht ersetzen. Mithilfe eines russischen Spions kann Nelly ihrem Vater schreiben. Dieser Mann interessiert sich schon seit Jahren für die schöne Nelly, aber auch Wolf, ein Uhrmacher, möchte könnte sich eine Zukunft mit ihr vorstellen. Der Leser lernt auch einige Bewohner Halles kennen; eine alleinerziehende Frau, die wegen den knappen Lebensmitteln nur schwer für ihre drei Jungs sorgen kann, ihr Cousin, der zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort ist, und seine Frau, die zu spät erkennt was Liebe ist. Und am Rande geht es auch um die sowjetische Machtzentrale, die sich nach dem Tod Stalins neu formieren muss. Denn die Entscheidungen hier beeinflussen das tägliche Leben im Osten Deutschlands. Am 17. Juni 1953 kommt es an mehreren Orten der DDR zu Aufständen und Streiks. Für die Bundesrepublik ist das ein Hinweis auf die Unzufriedenheit der Bürger. Der Feiertag, der an diesem Tag eingeführt wird, soll daran erinnern, dass beide Länder wiedervereinigt werden sollen. In der DDR wird dieser Tag ?Tag X? genannt, um den Eindruck zu vermitteln, die Aufstände wurden von den kapitalistischen Ländern gesteuert. Dieser Roman hält sich eng an historische Ereignisse, und ist doch spannend und sehr gut lesbar. Die verschiedenen Schicksale lassen den Leser erkennen, wie der Alltag in der DDR aussah, und welche Nöte es gab. Bei der Beschreibung der Aufstände fiebert der Leser mit, denn inzwischen sind ihm diese Personen sehr vertraut. Beeindruckend sind auch die vielen Details, die ein buntes und authentisches Bild der Umgebung im Leser entstehen lassen. Gut recherchiert und spannend zu lesen! Wer mehr über die DDR und über diesen wichtigen Tag lernen will, sollte unbedingt dieses Buch lesen.

Beeindruckender Roman
von friederickes Bücherblog aus Berlin am 06.06.2018
Bewertet: gebundene Ausgabe

Das Cover Das Cover zeigt zwei junge Menschen in den fünfziger Jahren. Die Farbgebung ist dieser Zeit perfekt angepasst. Zusammen mit dem Titel und dem Klappentext ist die Buchpräsentation stimmig und lädt ein, das Buch lesen zu wollen. Die Geschichte (Achtung Spoiler!) Nelly war ein glückliches Kind, bis im Oktober 1946 die... Das Cover Das Cover zeigt zwei junge Menschen in den fünfziger Jahren. Die Farbgebung ist dieser Zeit perfekt angepasst. Zusammen mit dem Titel und dem Klappentext ist die Buchpräsentation stimmig und lädt ein, das Buch lesen zu wollen. Die Geschichte (Achtung Spoiler!) Nelly war ein glückliches Kind, bis im Oktober 1946 die Russen an die Wohnungstür der Familie hämmern. Ihr Vater wird nach Russland abkommandiert und ihre Mutter entscheidet sich im letzten Moment mit ihrer Tochter in Berlin zu bleiben, was Nelly nicht verstehen kann. 1953 muss die junge Frau das Gymnasium verlassen, weil sie einer kirchlichen Organisation angehört. Zufällig lernt sie einen Tag zuvor den jungen Uhrmacher Wolf kennen. Dieser hat einen Uhrenladen und führt ein eigentlich unauffälliges und korrektes Leben, bis er sich in Nelly verliebt. Er will ihr unbedingt helfen und entwendet bei der Behörde Dokumente. Diese Aktion bringt ihn aber ins Gefängnis. Dann gibt es noch Ilja, einen russischen Soldaten, den sie in der Nacht kennenlernte, als ihr Vater abgeholt wurde. Er arbeitet inzwischen als Spion und bringt ihr regelmäßig Nachrichten von ihrem Vater. Wolf indes träumt von einem Leben mit Nelly, als aber die Massendemonstrationen rund um den 17. Juni beginnen ist ihr Leben und das vieler anderer Personen in Gefahr. Meine Meinung: Schon auf den ersten Seiten gibt es Gänsehaut, als mitten in der Nacht die Russen vor der Tür der Familie stehen. Und dann beginnt mit einem kleinen Zeitensprung die Geschichte von Nelly, Wolf und Ilja. Diese Drei sind die Hauptfiguren der Geschichte, die in der Nachkriegszeit, der noch jungen DDR angesiedelt ist. Die Protagonisten sind unglaublich ausdrucksstark und authentisch und nehmen mich hautnah in die Geschichte mit. Selbst ihre Gedanken lassen mich das ganze Drama fühlen. Die Schauplätze Berlin, Halle und Moskau sind bis ins kleinste Detail beschrieben, sodass man die Straßen und Plätze bildlich sehr gut durchwandern kann. Der Autor hat die Anfänge der DDR, die russische Besatzung, das Ende von Stalin in Moskau, die Erhöhung der Normen, die politischen Geschehnisse bis zum Aufstand am 17. Juni 1953 so wunderbar eingearbeitet, dass einem zwischendurch der Atem stockt. Die Ängste vor Repressalien und nie zu wissen, ob man gerade bespitzelt wird oder nicht, dazu die politischen Entwicklungen jener Zeit, aus unterschiedlichen Sichtweisen, lassen uns die Geschichte in ihrer ganzen Vielschichtigkeit so miterleben, als wäre man selbst dabei. Titus Müller erzählt aus wechselnden Perspektiven. Seine Sprache ist anspruchsvoll, aber sehr flüssig zu lesen und leicht verständlich. Obwohl es mehrere Handlungsstränge unterschiedlicher Personen sind, kommt man als Leser nicht durcheinander. Das Buch verlangt allerdings Konzentration, sowie Interesse an der deutschen Geschichte. Ein beeindruckender Roman, lehrreich, interessant, mitreißend und spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Ein Stück Zeitgeschichte verbunden mit einer zarten Liebesgeschichte. Unterhaltung und Wissen auf allerhöchstem Niveau. Das Buch bekommt von mir eine ausdrückliche Leseempfehlung. friedericke von "friederickes bücherblog"

Toll!!!
von Charlene am 26.01.2018
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Handlung:Das Leben der Gymnasiastin Nelly Findeisen wird mit jedem Tag komplizierter. Es reicht nicht, dass sie ihren Vater, der vor sieben Jahren nach Russland abkommandiert wurde, nie mehr sieht, auch ihre Mutter wird ihr zusehends fremder. Hinzu kommt ihr Engagement in einer kirchlichen Jugendorganisation, was im Frühjahr 1953 zum... Handlung:Das Leben der Gymnasiastin Nelly Findeisen wird mit jedem Tag komplizierter. Es reicht nicht, dass sie ihren Vater, der vor sieben Jahren nach Russland abkommandiert wurde, nie mehr sieht, auch ihre Mutter wird ihr zusehends fremder. Hinzu kommt ihr Engagement in einer kirchlichen Jugendorganisation, was im Frühjahr 1953 zum Rauswurf aus der Schule führt. Trost könnte sie bei dem jungen Uhrmacher Wolf Uhlitz finden, der sich in sie verliebt hat. Er will ihr helfen, legt sich dafür sogar mit seinem Vater an, entwendet staatliche Dokumente und landet im Gefängnis. Was Wolf nur vage ahnt: Die junge Nelly steht in einer geheimnisvollen Verbindung mit einem russischen Spion namens Ilja, der sie mit Nachrichten über ihren verschleppten Vater versorgt und den Austausch von Briefen mit ihm vermittelt. Wie Wolf träumt auch Ilja von einem Leben mit Nelly – aber als sich in Berlin und Halle die Unzufriedenheit mit dem Regime in Massendemonstrationen entlädt, hängt ihrer aller Leben an seidenen Fäden. Titus Müller erzählt eindringlich und packend vom Leben der Aufbegehrenden und entfaltet authentisch und detailgenau das Panorama eines Aufstandes, der beispielhaft wurde. Orte: Das Buch hat den unterschiedlichsten Orten gespielt, die zu der Zeit sehr wichtig waren: Berlin, London, Halle und etliche Orte außerhalb von dem Deutschland dieser Zeit. Ich habe mir schon etliche Dokus darüber angesehen, weshalb ich schon ungefähr weiß wie es dort ausgesehen hat oder ich es mir zu mindest ansatzweise vorstellen kann wie es dort aussah. Personen: Also mit den Personen bin ich zeitweise echt durcheinander gekommen, da manchmal gefühlt alle zwei Seiten eine neue Person in die Geschichte gekommen ist und eine neue Geschichte dazugekommen ist. Gestaltung: Mich hat das Cover sofort angesprochen und es passt wahnsinnig gut zu dem Buch. Auch die Kapitelgestaltung war sehr schön, schlicht und übersichtlich. Schreibstil: ich mochte den Schreibstil von Anfang an und er hat mir wirklich gut gefallen. Es gab tolle Dialoge und Beschreibungen und ich konnte das Buch wahnsinnig schnell lesen. Geschichte. Auch die Geschichte mochte ich sehr gerne und ich habe mich sofort eingefunden in die Geschichte. Es war eigentlich die ganze Zeit pannende und ich mochte die Handlung wahnsinnig gerne. Fazit: Ich mochte dieses Buch sehr sehr gerne und hatte fast nichts daran auszusetzen, weshalb ich 5 von 5 Sternen gebe und mich hier beim Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars bedanken möchte.