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Skandinavisches Viertel

Roman

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Nach Jahren im Ausland kehrt Matthias Weber ins Skandinavische Viertel zurück. Schon als Zwölfjähriger kannte er jede Straße in diesem Teil Ostberlins an der Mauer. Heute stemmt er sich als selbsternannter Anti-Gentrifizierungs-Makler gegen eine Entwicklung, die er nicht aufhalten kann.

Das Skandinavische Viertel in Ostberlin kennt niemand so gut wie Matthias Weber. Als Kind unternimmt er hier in den siebziger Jahren Streifzüge, beflügelt von seiner reichen Phantasie, zugleich auf der Flucht vor inneren Dämonen. Vater, Onkel, Großmutter: nette Leute, und doch jeder auf seine Weise in Schuld verstrickt. Nur sehr langsam durchdringt der Junge das Geflecht aus Geheimnis und Verrat in seiner Familie. Jahre später kehrt Matthias in sein Revier zurück, das sich seit dem Fall der Mauer im Umbruch befindet. Er wird Wohnungsmakler, und da sich der umgängliche Grübler nicht zum Haifisch eignet, macht er es sich zur Aufgabe, Neureiche und Großkotze aus seinem Viertel fernzuhalten. Zwischen Geld und Moral, vergänglichen Amouren und existentieller Einsamkeit führt er einen letztlich aussichtslosen Kampf. Eine Geschichte um Verlust, Trauer und Wut, in der sich die Abgründe des eigenen Lebens offenbaren.
Portrait
Torsten Schulz, geboren 1959 in Ostberlin, ist Autor preisgekrönter Spielfilme. Sein Debütroman »Boxhagener Platz« wurde in mehrere Sprachen übersetzt und fürs Kino verfilmt. Torsten Schulz lebt bei Berlin.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 265
Erscheinungsdatum 10.03.2018
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-608-98137-7
Verlag Klett Cotta
Maße (L/B/H) 21,1/13,2/2,7 cm
Gewicht 395 g
Auflage 1. Auflage
Verkaufsrang 96.744
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Buchhändler-Empfehlungen

Lorena Lahrem, Thalia-Buchhandlung Berlin

Ein Roman, der über sein Ende hinaus Fragen aufwirft. Ein facettenreiches Bild des gegenwärtigen Berlins und seinem Gespenst, dem Sozialismus. Bei Schulz fehlt es nicht an Ironie! Ein Roman, der über sein Ende hinaus Fragen aufwirft. Ein facettenreiches Bild des gegenwärtigen Berlins und seinem Gespenst, dem Sozialismus. Bei Schulz fehlt es nicht an Ironie!

Kundenbewertungen

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Sehr gekonnt geschrieben. Tiefgründig. Lesenswert.
von Wedma am 21.03.2018
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Den Roman von Torsten Schulz habe ich gern gelesen. Er stellt ein gekonnt geschriebenes literarisches Werk dar, das viele akuten Themen der Gesellschaft zu einem atmosphärischen, tiefgründigen, zum Nachdenken anregenden Erzählteppich verwebt. Klappentext beschreibt den Inhalt sehr treffend: ?Nach Jahren im Ausland kehrt Matthias Weber ins Skandinavische Viertel zurück.... Den Roman von Torsten Schulz habe ich gern gelesen. Er stellt ein gekonnt geschriebenes literarisches Werk dar, das viele akuten Themen der Gesellschaft zu einem atmosphärischen, tiefgründigen, zum Nachdenken anregenden Erzählteppich verwebt. Klappentext beschreibt den Inhalt sehr treffend: ?Nach Jahren im Ausland kehrt Matthias Weber ins Skandinavische Viertel zurück. Schon als Zwölfjähriger kannte er jede Straße in diesem Teil Ostberlins an der Mauer. Heute stemmt er sich als selbsternannter Anti-Gentrifizierungs-Makler gegen eine Entwicklung, die er nicht aufhalten kann. Das Skandinavische Viertel in Ostberlin kennt niemand so gut wie Matthias Weber. Als Kind unternimmt er hier in den siebziger Jahren Streifzüge, beflügelt von seiner reichen Phantasie, zugleich auf der Flucht vor inneren Dämonen. Vater, Onkel, Großmutter: nette Leute, und doch jeder auf seine Weise in Schuld verstrickt. Nur sehr langsam durchdringt der Junge das Geflecht aus Geheimnis und Verrat in seiner Familie. Jahre später kehrt Matthias in sein Revier zurück, das sich seit dem Fall der Mauer im Umbruch befindet. Er wird Wohnungsmakler, und da sich der umgängliche Grübler nicht zum Haifisch eignet, macht er es sich zur Aufgabe, Neureiche und Großkotze aus seinem Viertel fernzuhalten. Zwischen Geld und Moral, vergänglichen Amouren und existentieller Einsamkeit führt er einen letztlich aussichtslosen Kampf. Eine Geschichte um Verlust, Trauer und Wut, in der sich die Abgründe des eigenen Lebens offenbaren.? Es ist ein Familienroman, der mit seinen Lesern über das Leben und vieles, was dazu gehört, spricht, auch über die Liebe über den Tod hinaus, über Familienzusammenhalt, Vertrauen, Vertrauensbruch, über das Schweigen und übermäßigen Alkoholkonsum als ?Problemlösung? uvm. Es geht um Matthias, einen clevereren Burschen mit wachem Verstand, und seine Kindheit in der DDR, um sein Erwachsenwerden ohne Mutter, und welche Folgen das für Matthias als erwachsenen Mann hat, um den Verrat und seine Folgen, für alle Beteiligten, über die Generationen hinweg. Teils in Rückblenden, im Wechsel zum Erzählstrang, der in der Gegenwart spielt und Matthias im Heute zeigt, wurde sein Leben bis zu seinem 50.Lebensjahr erzählt: Woher er kam, wohin er als junger Mann ging, was er dort erreicht hat, wo er jetzt ist, was er nun hat und ob das so gut ist. Matthias hat da zum Schluss seine eigene Meinung und ist nicht abgeneigt, daran zu arbeiten. Der Roman ist sehr kunstfertig geschrieben. Er erzählt nicht nur Lebensgeschichten der Menschen aus der ehem. DDR, sondern er gibt auch seinen Lesern viel Stoff, der viel hineininterpretieren lässt und zum Nachdenken u.a. über das eigene Tun und seine Konsequenzen, über das eigene Leben insg. einlädt. Die ?obligatorischen? Sexszenen sind gekonnt gemeistert worden. Davon hätte es aber ruhig weniger sein können. Wie Matthias mit seinen Liebschaften schläft, wollte ich nicht so genau wissen. Insofern war es mMn keine Aufwertung oder etwas in der Art. Aber sonst? Fazit: Ein Familienroman, der seine Wirkung erst nach und nach entfaltet. Man sollte ihm, wie einem Kunstwerk, genug Zeit und Raum geben. Definitiv kein 08/15 Kitsch. Sehr gekonnt und kunstfertig geschrieben. Tiefgründig. Lesenswert.

Skandinavisches Viertel
von miss.mesmerized am 20.03.2018

Als Junge schon ist er durch das Skandinavische Viertel Berlins gestreift, hat auch diejenigen Straßen mit nordischen Namen versehen, die keinen solchen trugen. Zwischen der elterlichen Wohnung und jener der Großeltern hat er sich das Leben ausgemalt, da sein eigenes trist und ereignislos war. Wie die Leben seiner Eltern,... Als Junge schon ist er durch das Skandinavische Viertel Berlins gestreift, hat auch diejenigen Straßen mit nordischen Namen versehen, die keinen solchen trugen. Zwischen der elterlichen Wohnung und jener der Großeltern hat er sich das Leben ausgemalt, da sein eigenes trist und ereignislos war. Wie die Leben seiner Eltern, das des Onkels, das der Großeltern. Haben sie überhaupt gelebt? Sie sind irgendwann alle gestorben, aber waren sie davor lebendig? Matthias lässt die Gedanken schweifen, denkt an die Geheimnisse, die es in seiner Familie gab und die meist erst kurz vor dem Tod erstmalig offen ausgesprochen wurden. Was bleibt ist die Erkenntnis, dass alle von einem anderen Leben geträumt haben, es aber nie leben konnten. Torsten Schulz nähert sich in seinem Roman vielen Themen. Er beginnt in Ostberlin, unmittelbar an der Mauer, die jedoch unüberwindbar bleibt und nur zum Träumen taugt. Er skizziert die Zeit nach der Wende, als der Lebensraum im Osten rücksichtlos von Spekulanten erworben wird und seine Seele zu verlieren droht. Er spricht über Familien, die mehr Zweckgemeinschaften sind als Lebensgemeinschaften, wo Geheimnisse und Nichtgesagtes herrschen und zwischen den einzelnen Mitgliedern keine Vertrautheit und kein Vertrauen entsteht. Und er schickt den Protagonisten über mehrere Kontinente, wobei dieser doch nur erkennt, dass er flüchtet vor Beziehungen, vor Bindungen, vor Menschen und deren Nähe. Der Roman zeichnet ein trauriges Bild von enttäuschten und unglücklichen Menschen. Selbst in Momenten der akuten Verliebtheit kommt kein positives Gefühl beim Leser auf. Die Sprachlosigkeit der Figuren, ihre Distanziertheit überträgt sich auch auf den Leser, was es sehr schwer macht, eine Beziehung zur Geschichte aufzubauen. Ich fand viele interessante Aspekte, gerade die Familienkonstellation und ihre Auswirkung auf die Figuren eröffnete unheimliche Spielräume, aber der Roman konnte mich nicht wirklich packen. Zu weit weg blieb der Protagonist. Vielleicht hat ihm der Ausbruch gefehlt, der ihn menschlicher hätte erscheinen lassen. So war er lebendig tot, wie auch der Rest seiner Familie. Einzig die Mutter hatte eine kurze Phase des Aufblühens, die das Schicksal dann jäh zunichtegemacht hat. Eine Seelenreinigung durch offenes Reden erkennen die Figuren auch nicht als probates Mittel der Flucht aus ihrer Schockstarre ? zu machtlos fühlen sie sich, um ihrem Leben selbst eine Wendung zu geben. Die Übertragung des emotionslosen, nüchternen Ertragens des Daseins von den Figuren auf den Leser ist geglückt. Das macht das Buch zu keinem emotionalen Highlight, sondern zu einer schweren Lektüre.

Ostberlin
von einer Kundin/einem Kunden aus Lemwerder am 15.03.2018

In diesem Roman ist der Protagonist Matthias Weber. Der Schauplatz ist Ostberlin. Schon ale12jähriger stromert er durch das Skandinavische Viertel. Er ist immer allein unterwegs, ein Träumer. Den Straßen gibt er Namen von Ländern, Städten und Flüssen aus Skandinavien. Etliche Jahre später, nach einem Journalistik Studium und Jahren im den... In diesem Roman ist der Protagonist Matthias Weber. Der Schauplatz ist Ostberlin. Schon ale12jähriger stromert er durch das Skandinavische Viertel. Er ist immer allein unterwegs, ein Träumer. Den Straßen gibt er Namen von Ländern, Städten und Flüssen aus Skandinavien. Etliche Jahre später, nach einem Journalistik Studium und Jahren im den USA, kommt er wieder in sein Viertel. Er wird Wohnungsmakler umd kauft sich als erstes die Wohnung seiner Großeltern. Der Roman wechselt zwischen diesen Zeiten immer hin und her. Der Autor Torsten Schulz, selber ein Ostberliner, schreibt mit ruhiger Stimme und in einem besonderen Stil über die Situationen und das Leben der Familie Weber. Es ergibt ein eigenwilliges Bild des Protagonisten. Dieser Roman ist eine Geschichte der Einsamkeit und um Trauer, Schuldgefühle, Verrat und Wut. Eine unterhaltsame Geschichte mit leisen Untertönen und mit interessanten Einblicken in die Lage der DDR vor und nach dem Fall der Mauer.