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Niemand ist bei den Kälbern

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Sommer in Schattin, Gemeinde Nordwestmecklenburg. Christin ist gerade auf den Bauernhof ihres langjährigen Freundes Jan gezogen. Die Aufbruchstimmung der Nachwendejahre, die ihre Jugend prägten, ist längst dahin, doch für Jan ist der väterliche Betrieb trotz sinkender Milchpreise noch immer das Wichtigste im Leben. Christin hingegen will nur weg. Sie träumt von der Großstadt und einem Job im Büro. Aber wo soll sie hin ohne Ausbildung? Unüberwindbar scheinen die Grenzen, und so bleiben die immer gleichen Dorffeste, die immer gleichen Freunde, der arbeitslose Vater und der Kirsch aus dem Konsum. Bis Windkrafttechniker Klaus aus Hamburg auftaucht und Christin glaubt, einen Fluchtweg gefunden zu haben.
Unerschrocken und mit großer Wucht erzählt Alina Herbing vom Landleben, wie es wirklich ist, von einer Jugend ohne Zukunft und einer vergessenen Region zwischen Ost und West.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja
Seitenzahl 224 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 10.02.2017
Sprache Deutsch
EAN 9783037900901
Verlag Arche Literatur Verlag
Dateigröße 1663 KB
Verkaufsrang 31.121
eBook
10,99
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„Keine Landidylle!“

Heike Steinert, Thalia-Buchhandlung Dresden

Nordwestmecklenburg außer Feldern und Windrädern nichts rein gar nichts ein Nest im Nirgendwo. Keine Landidylle mit Kälbchen streicheln, sondern die harte Realität mit niedrigen Milchpreisen, Langeweile und Perspektivlosigkeit. Nordwestmecklenburg außer Feldern und Windrädern nichts rein gar nichts ein Nest im Nirgendwo. Keine Landidylle mit Kälbchen streicheln, sondern die harte Realität mit niedrigen Milchpreisen, Langeweile und Perspektivlosigkeit.

Stephanie Hepp, Thalia-Buchhandlung Saarbruecken

Das Landleben wird hier alles andere als idyllisch geschildert, nichts wird romantisiert, verkitscht oder geschönt. Ein teilweise brutales Buch das mich dennoch fasziniert hat. Das Landleben wird hier alles andere als idyllisch geschildert, nichts wird romantisiert, verkitscht oder geschönt. Ein teilweise brutales Buch das mich dennoch fasziniert hat.

Christine Fehlhaber, Thalia-Buchhandlung Dresden

Von wegen idyllisches Landleben...in einer intensiven, rauen Sprache entwirft A.Helbig das komplette Gegenteil von dem, was sich wir Städter unter Landidylle vorstellen. Toll. Von wegen idyllisches Landleben...in einer intensiven, rauen Sprache entwirft A.Helbig das komplette Gegenteil von dem, was sich wir Städter unter Landidylle vorstellen. Toll.

Sabrina Küpper, Thalia-Buchhandlung Neu-Ulm

Ein aufwühlendes und zugleich poetisches Buch über ein, nicht ganz, idyllisches Landleben. Das Buch hat mit sehr bewegt und ist ein grandioses Debüt von Alina Herbing! Ein aufwühlendes und zugleich poetisches Buch über ein, nicht ganz, idyllisches Landleben. Das Buch hat mit sehr bewegt und ist ein grandioses Debüt von Alina Herbing!

Kundenbewertungen

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Übersicht
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200 Milchkühe und doch kein Idyll
von Jenny Vogler am 21.02.2017
Bewertet: gebundene Ausgabe

„Sonnenlicht strahlt zwischen den Vorhängen ins Zimmer. Es ist vollkommen still. Ich hab geträumt, dass ich in Hamburg war, in einem riesigen Karussell immer im Kreis gefahren bin und über die gesamte Stadt gucken konnte.“ Inhalt Christin möchte so gerne weg, hinaus in ein freies, selbstbestimmtes Leben abseits der Einöde und... „Sonnenlicht strahlt zwischen den Vorhängen ins Zimmer. Es ist vollkommen still. Ich hab geträumt, dass ich in Hamburg war, in einem riesigen Karussell immer im Kreis gefahren bin und über die gesamte Stadt gucken konnte.“ Inhalt Christin möchte so gerne weg, hinaus in ein freies, selbstbestimmtes Leben abseits der Einöde und Verantwortlichkeiten, die der heimische Bauernhof ihr tagtäglich auferlegt. Sie kauft sich teure Schminke, träumt sich in die Großstadt und steckt doch irgendwie fest – gefangen zwischen 200 Milchkühen und einer Landschaftsidylle, der sie rein gar nichts abgewinnen kann. Ihr langjähriger Freund Jan ist ein Bauernsohn und schon jetzt mit dem Hof verheiratet, so dass Christin mit offenen Augen nach einem neuen Partner Ausschau hält, einen, der ihr die Welt zeigt, der sie mitnimmt in ein anderes Leben. Als in ihrem Heimatort die Männer der Windkraftanlage auftauchen, stürzt sie sich voller Vergnügen in ein Abenteuer, dass sie teuer zu stehen bekommt. Denn die aufkeimende Hoffnung ihrerseits wird bitter enttäuscht, nicht ein anderer Mann kann sie mobilisieren, sondern allein ihre eigene Entschlusskraft, wenn sie diese denn aufbringt … Meinung Auf diesen Debütroman der jungen deutschen Autorin Alina Herbing bin ich aufmerksam geworden, nachdem ich viele begeisterte Leserstimmen in der Romane Challenge auf lovelybooks wahrgenommen habe. Vielleicht auch, weil ich persönlichen Bezug dazu habe und mittlerweile selbst auf dem Land lebe. Dass es sich hier nicht um ein Loblied auf die ländliche Idylle handelt, war mir bereits zu Lesebeginn bewusst und so konnte ich mich umso intensiver mit den Charakteren des Romans auseinandersetzen. Die Autorin schafft hier ein kleines Meisterstück, dem man nicht anmerkt, dass es sich um ein Debüt handelt. In fast alltäglichen Situationsbeschreibungen lässt sie Menschen sprechen, die sich nicht mit ihrem Leben identifizieren. Sie schreibt nicht nur von Perspektivlosigkeit, nein sie schildert das mühevolle Leben mit schlecht bezahlten Jobs und daraus resultierender Kleinkriminalität. Sie beschreibt die Problematik des Alkoholismus nicht nur damit, dass man keinen Lebenssinn gefunden hat, sondern auch als Möglichkeit, sich von den tatsächlichen Problemen zu distanzieren. Und was mir besonders gefällt, ist die gewählte Ich-Erzählperspektive, die es möglich macht, zumindest zeitweise eine Hauptprotagonistin zu erleben, die kämpft. Die gegen ihr Leben rebellieren möchte, verzweifelt einen Ausweg sucht und sich doch verdrossen in die Alltagsroutine zwischen Kühe melken und Ernte einholen integriert. Ihre mutwilligen Sabotageakte wirken echt und lassen die zunehmende Verzweiflung ihrerseits zum Vorschein kommen. Darüber hinaus gefiel mir die Aussage hinter der eigentlichen Handlung, die durchaus sehr tiefsinnig und bestimmend war. Ich mochte es, wie Frau Herbing einen Zusammenhang zwischen all den trübsinnigen Handlungen, den Exzessen, der generellen Lebenseinstellung und der Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln schafft. Damit wird ganz klar deutlich, dass man sich als unbeteiligter Dritter für Christin etwas Anderes wünscht, dass man aber auch einsieht, dass es im Leben nur dann vorwärts geht, wenn man selbst die Initiative ergreift und sich nicht in ein von außen vorgefertigtes Schema pressen lässt. Was für den einen die Erfüllung ist, grenzt für den anderen an absolute Sinnlosigkeit. Fazit Ich vergebe gute 4 Lesesterne für diesen Debütroman mit einer ungewöhnlichen, wenn auch nicht absonderlichen Thematik, der nicht nur das Landleben kritisiert, sondern den Leser sehr einfühlsam in das Innere seiner Protagonisten schauen lässt. Wer bereit ist, etwas über den Tellerrand zu schauen und sich von der Gutbürgerlichkeit zumindest während des Lesens trennen kann, erlebt interessante Ausflüge in ein Leben, welches man dennoch nicht geschenkt haben möchte.

fesselndes Leseerlebnis
von einer Kundin/einem Kunden am 17.02.2017
Bewertet: gebundene Ausgabe

"Ein Heimatroman aus einem unbekannten Deutschland. Dort leben? Nein danke. Darüber lesen? Ja bitte. UNBEDINGT! ( David Wagner) Christin ist Mitte 20 und lebt seit einigen Wochen bei Jan auf dem Hof. Jan kennt sie seit Jugendtagen. Für Jans Vater ist Christin als Freundin seines Sohnes eine Fehlbesetzung. Manchmal denkt... "Ein Heimatroman aus einem unbekannten Deutschland. Dort leben? Nein danke. Darüber lesen? Ja bitte. UNBEDINGT! ( David Wagner) Christin ist Mitte 20 und lebt seit einigen Wochen bei Jan auf dem Hof. Jan kennt sie seit Jugendtagen. Für Jans Vater ist Christin als Freundin seines Sohnes eine Fehlbesetzung. Manchmal denkt Christin das auch. Sie träumt davon, die dreckverschmierten Gummistiefel und Arbeitskittel einzutauschen. Gegen Kleidung wie man sie in der Stadt trägt.. Träumt von Haaren die nach Pfirsich riechen. Träumt von einem Job in der Stadt. Mit ihrer Freundin Caro fantasiert sie sich weg aus der Enge des Dorfes, den immer gleichen Dorffesten, ihrem schwer alkoholabhängigen Vater. "Niemand ist bei den Kälbern" von Alina Herbing ist fesselndes Leseerlebnis

Landleben ohne Idylle
von Forti am 15.02.2017
Bewertet: gebundene Ausgabe

Alina Herbing nimmt den Leser in ihrem Debut "Niemand ist bei den Kälbern" mit in die mecklenburgische Provinz, genauer gesagt in das Dorf Schattin in Nordwestmecklenburg. Hamburg ist in Reichweite, Lübeck sogar in Sichtweite, dennoch ist das Dorf ganz weit weg vom Stadtleben und der weiten Welt. Alina Herbing... Alina Herbing nimmt den Leser in ihrem Debut "Niemand ist bei den Kälbern" mit in die mecklenburgische Provinz, genauer gesagt in das Dorf Schattin in Nordwestmecklenburg. Hamburg ist in Reichweite, Lübeck sogar in Sichtweite, dennoch ist das Dorf ganz weit weg vom Stadtleben und der weiten Welt. Alina Herbing beschreibt ein düsteres Landleben. Das hochsommerliche Wetter und die landschaftliche Idylle stehen im Kontrast zum Alltag und Lebensgefühl der Ich-Erzählerin Christin, die in einer nicht gerade glücklichen Beziehung und ohne Perspektive auf einem Milchhof lebt und arbeitet. Die Autorin wartet alles auf, das man in einem ostdeutschen Dorf erwarten kann: Milchbauern am Ende der Existenz, Tristesse, ein Dorffest, Nazis, Alkohol und noch einiges mehr. Mit der ländlichen Idylle aus Heimatfilmen (früher) und Hochglanzzeitschriften (heute) hat das nichts gemein. Es mag sich um literarische Verdichtung handeln, dennoch wirkt das Szenario auf mich zwar fern ab meiner eigenen Realität, aber dennoch nicht komplett unrealistisch. Sprachlich setzt Alina Herbing das sehr präzise um. Oft an der Grenze zu Andeutung beschreibt sie ohne viele Umschweife Christins Leben, ihre Vergangenheit, ihre Träume. Dabei hat Christin ihre eigene, authentische Sprache, die die Grenze zum Klischee nie überschreitet. Ein ungewöhnliches Buch, das das Leben in der ostdeutschen Provinz beschreibt, wie man es noch nie gelesen hat.