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Imperiale Lebensweise

Zur Ausbeutung von Mensch und Natur in Zeiten des globalen Kapitalismus

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Imperialismus? Haben wir den nicht längst hinter uns gelassen? Bedenkt man, in welchem Maße sich der globale Norden nach wie vor an den sozialen und ökologischen Ressourcen des globalen Südens bedient, rücken die Begriffe »globaler Kapitalismus« und »Imperialismus« immer näher zusammen. Unsere Produktions- und Konsumweise setzt einen überproportionalen Zugriff auf Ressourcen, Arbeitskraft und biologische Senken im globalen Maßstab voraus. Mit anderen Worten: Die Ausbeutung von Mensch und Natur hält nach wie vor an - und vertieft sich sogar. Die Autoren legen eine umfassende Krisenbeschreibung vor, die zeigt, wie inadäquat die aktuellen, oft technischen und markt-förmigen Problemlösungsstrategien sind. Das Buch erinnert eindringlich daran, wie notwendig eine umfassende »sozial-öko-logische Transformation« hin zu einer solidarischen Lebensweise ist und wie man ihr den Weg ebnen kann.
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Beschreibung

Produktdetails


Format PDF i
Kopierschutz Nein i
Seitenzahl 208 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 20.03.2017
Sprache Deutsch
EAN 9783960061908
Verlag Oekom
Dateigröße 1190 KB
Verkaufsrang 35.646
eBook
11,99
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Leben auf Kosten anderer: Die imperiale Lebensweise
von einer Kundin/einem Kunden aus Wien am 16.10.2017
Bewertet: Paperback

In dem Buch imperiale Lebensweise beschreiben die Autoren Brand und Wissen ausführlich und eindrücklich wie unsere aktuelle Lebensweise Menschen und der Natur, vor allem anderso, schaden. Sie gehen dabei besonders auf Herrschaftsverhältnisse ein und beschreiben wie sich die imperiale Lebensweise mittlerweile so stark ausgebreitet und in unserem Alltag etabliert... In dem Buch imperiale Lebensweise beschreiben die Autoren Brand und Wissen ausführlich und eindrücklich wie unsere aktuelle Lebensweise Menschen und der Natur, vor allem anderso, schaden. Sie gehen dabei besonders auf Herrschaftsverhältnisse ein und beschreiben wie sich die imperiale Lebensweise mittlerweile so stark ausgebreitet und in unserem Alltag etabliert hat, dass wir sie als ganz natürlich und normal betrachten. Das ist nicht verwunderlich da die imperiale Lebensweise für Menschen des globalen Nordens ein bequemes und annehmliches Leben ermöglicht: Erdbeeren das ganze Jahr über, Flugreisen für viele wohin und wann man will, usw. Die Kehrseite davon - und unmittelbar zusammenhängend - ist Ausbeutung von Arbeitern im globalen Süden, die Verschmutzung und Zerstörung von Natur. Zusätzlich hierarchisiert die imperiale Lebensweise auch über Begriffe wie Race, Gender und Klasse und ordnet alles ihrer kapitalistischen Logik unter. Für Brand und Wissen ist eine sozial-ökologische Transformation nötig um diese tief verwurzelte und schädliche Lebensweise zu überkommen. Ihr Vorschlag, das thematisieren sie im letzten Kapitel, ist eine solidarische Lebensweise bei der alle Menschen global und dauerhaft ein gutes Lebens führen können. Brand und Wissens Buch ist ein eindringlicher Appell, dass unsere bisherigen Anstrengungen - die sie z.B. als Green Capitalism bezeichnen - nicht ausreichen werden die herrschenden Logiken und Herrschaftsverhältnisse aufzulösen. Aber nur dann ist es möglich auch wirklich die negativen Seiten unserer Konsum- und Produktionsformen zu überkommen. Die Imperiale Lebensweise ist der klare Schwerpunkt ihres Buches. Sie leiten sie historisch her, ordnen sie in unsere Gegenwart ein und beschreiben die vielschichtige und mächtige Verwurzelung der imperialen Lebensweise in unserer heutigen Welt: Eine globale Hegemonie. Ihre Ausführungen unterlegen sie u.a. mit Verweisen zu Theoretikern wie Gramsci, Bourdieu, Foucault und Poulantzas. Brand und Wissen beschäftigen sich auch abseits des Buches viel mit der sozial-ökologischen Transformation und das Buch darf nur als kleiner, recht bekömmlich zu lesender Ausschnitt angesehen werden. Gleichzeitig kann das Buch auch pessimistisch stimmen. Während sie über 7 Kapitel die imperiale Lebensweise eindrucksvoll darlegen und aufbauen, kommt das letzte Kapitel mit den Lösungen vergleichsweise schwachbrüstig daher. Einige Punkte möchte ich nochmal besonders hervorheben. Gut gefallen hat mir: + Wie eng sie den Begriff der imp. Lebensweise an Macht und Herrschaftsverhältnisse binden. Schon das Wort "imperial" deutet darauf hin. Ohne diese Darstellung wäre das ganze Konzept allerdings auch wenig sinnvoll gewesen so zentral sind Herrschaftsverhältnisse hierfür. + Die Fallstudie in Kapitel 6 zur Automobilindustrie ist eine schöne und anschauliche Diskussion die auf praktische und angewandte Art und Weise ihre Idee und Befürchtungen verdeutlicht. + Das sie insbesondere auch dem Staat eine wichtige Rolle zuschreiben und darlegen wie dieser hilft die imp. Lebensweise auf Dauer zu stellen. Weniger gut gefallen hat mir: - Das sie teilweise doch sehr einseitig argumentieren. Zum Beispiel des Aufstiegs Chinas in Kapitel 5 gehen sie beispielsweise ausschließlich auf negative Aspekte ein und vernachlässigen das es vielen Menschen dadurch auch ganz konkret besser geht. Insgesamt gehen sie wenig darauf ein dass der Fortschritt den die imp. Lebensweise ja erstmal wertneutral darstellt halt immer negative aber eben auch positive Apsekte beinhaltet (genau diese Dialektik erklärt ja auch die Attraktivität der imp. Lebensweise). - Brand und Wissen erwecken teils den Eindruck, dass alles schleche urch die imp. Lebensweise hervorgerufen wird und mit der solid. Lebensweise gelöst werden kann. Bei vielen Dingen wie Rassismus, Sexismus usw. kann man aber davon ausgehen das sie auch vor dem Kapitalismus existiert haben und auch nach dessen Ende existieren werden. Sich hier auf die imp. Lebensweise zu fokusieren, wie ich den Eindruck gewonnen habe, ist meiner Meinung nach verkürzt. - Die Perspektive der Menschen im globalen Süden, also derer die aktuell unter der imp. Lebensweise besonders leiden, hätte man nochmal expliziter thematisieren können. Diese gewinnen zwar z.B. eine saubere Umwelt und werden ggf. weniger unterdrückt. Aber ihnen wird auch Konsum vorenthalten der für uns die letzten 60-70 Jahre ganz natürlich war. Ich könnte mir vorstellen das auch solche Leute das Recht einfordern nach Australien fliegen zu wollen. Oder etwas bodenständiger: Das sie einen Kühlschrank haben oder andere Sachen die ihr Leben konkret verbessern. Mir ist nicht ganz klar wie man diesen Konflikt auflöst, und ich hätte mich gefreut Brand und Wissen wären hierauf noch etwas eingegangen. Ich habe das Buch in einem Vergleich auch der "Kritik von Lebensformen" von Rahel Jaeggi gegenübergestellt. Eine sehr spannende, kontrastreiche Lektüre. Wenn jemand an dem Vergleich, oder einer ausführlicheren Besprechung interessiert ist, dann möchte ich auf meine Besprechung verweisen: https://www.youtube.com/watch?v=3pEI-8y8evY