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Wind in den Weiden

Klassiker der Kinderliteratur Band 19


Ein Klassiker der englischen Kinderliteratur

Wind in den Weiden ist ein Klassiker der englischen Kinderliteratur. Seine Hauptpersonen, vier liebenswerte vierfüßige Gentlemen, haben schon Generationen von jungen und älteren Leserinnen und Lesern zum Schmunzeln, aber auch zum Nachdenken gebracht - denn das, was Ratte, Maulwurf, Kröterich und Dachs so alles widerfährt, trägt oft sehr menschliche Züge. Und dennoch, auch wenn Dachs und Maulwurf in Höhlen hausen, die mit Mini-Menschenmöbeln ausgestattet sind, entspricht ihr Leben der Natur der Tiere. Sie leben in Freiheit, folgen dem Lauf des Jahres, vernehmen den Ruf der Heimat und sind glücklich, wenn sie beides haben: die Sicherheit des angestammten Baus und die unerschütterliche Treue ihrer Freunde. Mit wunderschönen Illustrationen von Eric Kincaid.

Ausstattung: durchgehend farbig illustriert

Portrait
Kenneth Grahame wurde 1859 im schottischen Edinburgh geboren. Nach einer Ausbildung in Oxford war er von 1879 bis 1908 Angesteller der Bank von England. Er schrieb in verschiedenen Zeitschriften satirische Beiträge und 1908 erschien sein Buch »The Wind in the Willows«, das ihn weltberühmt machte und das zu den unvergänglichen Klassikern der Kinderliteratur zählt.
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  • Der Maulwurf hatte den ganzen Morgen schwer geschuftet und in seinem kleinen Heim Frühjahrsputz gehalten. Zuerst mit Besen, dann mit Staubwedeln, dann, mit einer Quaste und einem Eimer weißer Tünche, auf Leitern und Tritten und Stühlen. Ihm klebte noch der Staub in Kehle und Augenwinkeln, sein schwarzes Fell war über und über weiß bekleckert, der Rücken tat ihm weh und die Arme konnte er kaum noch bewegen. Der Lenz rumorte oben in den Lüften und unten in der Erde und rings um ihn her und drang selbst in sein dunkles und bescheidenes kleines Haus ein.
    Es war also kein Wunder, dass er plötzlich die Quaste auf den Boden schmiss, "Verflucht!" und "Verdammt!" knurrte und auch noch "Zum Teufel mit dem Frühjahrsputz!", und aus dem Hause schoss, ohne an eine warme Jacke zu denken. Etwas da oben schien ihn zu rufen und er musste ihm durch seinen steilen, engen Tunnel folgen. Er scharrte und scharrte und kratzte und krabbelte und drehte und wendete sich und schob und zwängte sich nach oben und scharrte dabei ununterbrochen mit seinen kleinen, festen Pfoten, wobei er sich immer wieder anfeuerte: "Rauf geht's, nach oben! Rauf geht's, nach oben!", bis schließlich, plopp, seine Schnauze ins Sonnenlicht durchbrach und er merkte, dass er sich im warmen Gras einer großen Wiese wälzte.

    "Das ist schön!", dachte er. "Das ist besser, als die Wände zu tünchen!" Der Sonnenschein legte sich warm auf sein Fell, linde Lüfte fächelten um seine heiße Stirn und nach dem tiefen Schweigen seines unterirdischen Heimes, in dem er so lange Zeit zugebracht hatte, gellte ihm das fröhliche Gezwitscher der Vögel wie ein Geschrei in den schwachen Ohren. Er sprang aus reiner Lebenslust und weil der Frühling ohne Hausputz noch viel angenehmer war mit allen vieren auf einmal in die Luft. Dann trollte er sich und lief quer über die Wiese, bis er die Hecke an ihrem anderen Ende erreicht hatte.
    "Halt und stillgestanden!", sagte ein ältliches Karnickel an der Heckenlücke. "Sechs Pfennig für das Privileg, eine Privatstraße passieren zu dürfen!" Doch da war es schon vom ungeduldigen Maulwurf über den Haufen gerannt, der einfach an der Hecke entlang lief und alle anderen Karnickel, die den Grund der Aufregung wissen wollten, wieder in ihre Löcher scheuchte.
    "Quackel-Kram! Quackel-Kram!", bemerkte er vergnügt und war vorbei, ehe ihnen auch nur eine einigermaßen befriedigende Antwort eingefallen war. Darum fingen sie an miteinander zu streiten. "Wie blöde du bist! Warum hast du ihm denn nicht gleich gesagt..."
    "Na und du? Warum hast du denn nicht..."
    "Du hättest ihm aber wirklich vorhalten können ..." und so weiter, wie es eben üblich ist. Es war aber natürlich viel zu spät und das ist in diesen Fällen auch immer so.
    Dem Maulwurf kam alles unglaublich gut und herrlich vor und er sprang und kobolzte vor Wonne über die Wiesen, die Hecken entlang und die Hügelhänge hinunter und sah überall die Vögel ihre Nester bauen, die Blumen ihre Blüten treiben und die Büsche ihre Blätter wedeln - alle miteinander froh und fleißig und auf Fortschritt bedacht. Doch statt dass ihn jetzt sein Gewissen gezwickt und gezwackt und ihm "Wändewitschern!" zugeflüstert hätte, genoss er es nur aus ganzem Herzen, der einzige Faulpelz zwischen lauter fleißigen Lieschen zu sein. Der höchste Spaß an einem freien Tag hat vermutlich nichts mit der eigenen Muße zu tun, sondern damit, dass man die anderen Burschen schuften sehen kann.
    Den Gipfel seines Glücks glaubte er erreicht zu haben, als er, nachdem er eine Weile ohne bestimmtes Ziel durch die Gegend gestreift war, plötzlich vor einem Fluss stand, der reichlich Wasser führte. Er hatte noch nie in seinem Leben einen Fluss gesehen - so ein glattes, geschmeidiges, machtvolles Geschöpf, das wisperte und flüsterte, sich mit einem Kichern Dinge griff und gleich wieder mit einem Lachen entließ, um sich auf neue Spielgesellen zu stürzen, die sich nur freischüttelten, um abermals gefangen zu werden. Alles rieselte und rann,
    funkelte und blendete, sprühte und schäumte, plätscherte und gurgelte . Der Maulwurf war verzaubert und verzückt, wie in einen Bann geschlagen. Er trottete am Ufer des Flusses entlang, und als er schließlich müde wurde, ließ er sich dort nieder, während der Fluss weitermurmelte.
    Als er nun im Grase saß und über den Fluss blickte, wurde sein Auge von einem dunklen Loch im anderen Ufer gefangen, gerade oberhalb der Wasserfläche, und er stellte sich träumerisch vor, was das für ein gemütliches, nettes Plätzchen für ein Tier mit bescheidenen Ansprüchen und einem Hang zum Haus am Fluss wäre, gerade oberhalb der Hochwassergrenze und fern von Lärm und Staub. Während er noch schaute, schien dort drüben, genau im Herzen des Loches, etwas Helles und Kleines aufzublinken, verschwand und funkelte dann wieder wie ein kleiner Stern. An so einem unwahrscheinlichen Ort konnte es jedoch kein Stern sein und für ein Glühwürmchen war es zu klein und auch zu glänzend. Als er wieder hinüberschaute, zwinkerte es ihm zu, und er kam mit sich überein, dass es ein Auge sein müsse, und da begann sich auch ein Gesicht drumherum zu runden, wie ein Rahmen um ein Bild.
    Ein braunes, kleines Gesicht, mit einem Schnurrbart. Ein ernsthaftes, rundes Gesicht, mit demselben Zwinkern in den Augen, das seine Aufmerksamkeit zuerst erregt hatte. Kleine, hübsche Ohren und ein dichtes Seidenfell. Es war die Wasserratte!
    Die beiden Tiere standen da und beäugten sich vorsichtig.
    "Hallo, Maulwurf!", sagte die Wasserratte.
    "Hallo, Ratz", sagte der Maulwurf.
    "Willst du nicht rüberkommen?", fragte die Ratte nach einer Weile.
    "Ach, reden ist auch ganz gut", erwiderte der Maulwurf etwas ärgerlich, schließlich war ihm alles neu: ein Fluss, das Leben am Fluss mit all seinen Sitten und Gebräuchen.
    Der Ratz sagte nichts, aber er beugte sich vor und machte eine Leine los und holte sie ein. Dann stieg er leichtfüßig in ein kleines Boot, das der Maulwurf gar nicht bemerkt hatte. Es war außen blau und innen weiß angestrichen und gerade groß genug für zwei Tiere; des Maulwurfs ganzes Herz flog ihm sofort entgegen, obgleich er noch gar nicht recht begriffen hatte, wozu es diente.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Herausgeber Herta Winkler
Seitenzahl 160
Altersempfehlung 8 - 11
Erscheinungsdatum 08.06.2004
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-8094-1669-2
Verlag Bassermann
Maße (L/B/H) 27,1/22/2 cm
Gewicht 862 g
Originaltitel The Wind in the Willows
Abbildungen mit zahlreichen farbigen Illustrationen von Eric Kincaid. 27,5 cm
Auflage 10. Auflage
Illustrator Eric Kincaid
Übersetzer Sybil Gräfin Schönfeldt
Verkaufsrang 7342
Buch (gebundene Ausgabe)
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Von Harry Rowohlt wunderbar vorgelesen taucht man ein in die Welt der tierischen Freunde! Nehmt Platz! Lasst uns eine Flußfahrt machen! Hören!

liebenswerter Vorlese-Klassiker über tierische Freunde

Kerstin Hahne, Thalia-Buchhandlung Bielefeld

Diesen englischen Kinderbuchklassiker sollten Sie immer in einer illustrierten Ausgabe (vor-)lesen, denn das gibt der Geschichte sozusagen das i-Tüpfelchen und diverse großartige Illustratoren haben ihr ihren Stempel aufgedrückt :-) Es ist ein entschleunigtes Buch über die Tiere, die alle in der Nähe des Flusses leben und sich um einander kümmern.Hauptperson ist der Maulwurf, der eines Tages im Frühling den Flussratterich kennenlernt und mit ihm viele neue Dinge entdeckt: Bootsfahren(+Picknick), den gefährlichen, wilden Wald, den alten Dachs und natürlich auch den (etwas hyperaktiven, leicht durchgeknallten) Kröterich.Der bringt die Freunde mit seinen unüberlegten Aktionen immer wieder in Bedrängnis, aber sie halten zu ihm und helfen ihm sogar, sein von den Wieseln okkupiertes Zuhause zurück zu erobern. Der Thienemann Verlag hat mit David Roberts einen Illustrator gefunden, der uns ganz wunderbar Umgebung und Interieur der Flußbewohner nahebringt.Auf jeder Seite gibt es etwas zu sehen und seine liebenswürdigen Tierprotagonisten sollte jedes Kind schnell ins Herz schließen - eine gelungene Geschenk-Ausgabe für Kinder (und Eltern :-) )

Kundenbewertungen

Durchschnitt
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Spannende Abenteuer von Ratte, Maulwurf, Dachs und Kröterich
von Vielgood aus Hamburg am 28.12.2017
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Eine lustige Tiererzählung mit Grips für Kinder zwischen 7 und 11 Jahren. Ideal für Abends vor dem Schlafen für kleine Zuhörer und für Selberleser. Witzige Wortschöpfungen machen ( auch den "ganz Großen" ) viel Spaß.

Für Groß und Klein
von einer Kundin/einem Kunden am 26.10.2010
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Der Wind in den Weiden mit den Abenteuern des Maulwurfs und der Wasserratte ist ein sehr schönes Buch für Groß und Klein, zum vorlesen oder selbst lesen. Die sehr schönen Bilder machen dieses Buch noch perfekt.

Herrlich!
von einer Kundin/einem Kunden aus Paderborn am 19.12.2009
Bewertet: Medium: H?rbuch (CD)

Dieses Hörbuch ist einfach nur schön! Harry Rowohlt schafft es wieder mal aus einem englischen Klassiker einen witzigen und unterhaltsamen Zeitvertreib zu machen! Obwohl die Geschichten einfach gestrickt sind, entdeckt man doch immer wieder eine gewisse Lebensnähe zum eigenen Alltag. Wunderbar witzig! Nicht nur für Kinder, sonde... Dieses Hörbuch ist einfach nur schön! Harry Rowohlt schafft es wieder mal aus einem englischen Klassiker einen witzigen und unterhaltsamen Zeitvertreib zu machen! Obwohl die Geschichten einfach gestrickt sind, entdeckt man doch immer wieder eine gewisse Lebensnähe zum eigenen Alltag. Wunderbar witzig! Nicht nur für Kinder, sondern auch ganz besonders für die Eltern.