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Auf der Suche nach der verlorenen Zeit. Frankfurter Ausgabe

Band 5: Die Gefangene

Marcel, der am Ende von "Sodom und Gomorrha" beschlossen hat, Albertine zu heiraten, nimmt sie nun zu sich nach Hause und hält sie vor den Augen der Welt versteckt. Sehr bald stellt er jedoch fest, dass mit dieser Gefangennahme die Liebe einer Eifersucht weicht, die ihn zum eigentlichen Gefangenen macht. Anders als Swann erkennt Marcel zwar die Mechanismen dieser Eifersucht, kann sich aber nicht von ihr befreien. Statt dessen werden Sehnsüchte nach anderen Frauen wach, nach neuen Reisen.
"Der Gefangene" ist der erste Band der "Recherche", der nach dem Tod Prousts 1923 vom Bruder des Autors herausgegeben wurde.
Portrait
Marcel Proust wurde am 10. Juli 1871 in Auteuil geboren und starb am 18. November 1922 in Paris. Sein siebenbändiges Romanwerk Auf der Suche nach der verlorenen Zeit ist zu einem Mythos der Moderne geworden.

Eine Asthmaerkrankung beeinträchtigte schon früh Prousts Gesundheit. Noch während des Studiums und einer kurzen Tätigkeit an der Bibliothek Mazarine widmete er sich seinen schriftstellerischen Arbeiten und einem – nur vermeintlich müßigen – Salonleben. Es erschienen Beiträge für Zeitschriften und die Übersetzungen zweier Bücher von John Ruskin. Nach dem Tod der über alles geliebten Mutter 1905, der ihn in eine tiefe Krise stürzte, machte Proust die Arbeit an seinem Roman zum einzigen Inhalt seiner Existenz. Sein hermetisch abgeschlossenes, mit Korkplatten ausgelegtes Arbeits- und Schlafzimmer ist legendär. In Swanns Welt, der erste Band von Prousts opus magnum, erschien 1913 auf Kosten des Autors im Verlag Grasset. Für den zweiten Band, Im Schatten junger Mädchenblüte, wurde Proust 1919 mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet. Die letzten Bände der Suche nach der verlorenen Zeit wurden nach dem Tod des Autors von seinem Bruder herausgegeben.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Herausgeber Luzius Keller
Seitenzahl 695
Erscheinungsdatum 29.11.2004
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-518-45645-3
Verlag Suhrkamp
Maße (L/B/H) 17,5/10,8/2,5 cm
Gewicht 353 g
Originaltitel A la recherche du temps perdu
Auflage 1
Übersetzer Eva Rechel-Mertens
Verkaufsrang 70857
Buch (Taschenbuch)
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Kundenbewertungen

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In Swanns Welt
von Zitronenblau am 21.07.2009
Bewertet: Einband: Taschenbuch

"Lange Zeit bin ich früh schlafen gegangen." So beginnt eines der gewaltigsten Werke der Literaturgeschichte. Die drei Teile (Combray, Eine Liebe von Swann,Ortsnamen - Namen überhaupt) wechseln von autobiographischer zu narrativer zu (wieder) autobiographischer Erzählweise. Der Leser wird vor allem in die Welt des Ichs eingeführ... "Lange Zeit bin ich früh schlafen gegangen." So beginnt eines der gewaltigsten Werke der Literaturgeschichte. Die drei Teile (Combray, Eine Liebe von Swann,Ortsnamen - Namen überhaupt) wechseln von autobiographischer zu narrativer zu (wieder) autobiographischer Erzählweise. Der Leser wird vor allem in die Welt des Ichs eingeführt, die unmittelbar mit der der Swanns verbunden ist zum Fin de siècle. Ob nun vom erwünschten Abendkuss erzählt wird, oder von den Türmen von Combray, von der Beziehung zwischen Charles Swann und Odette, oder der Liebe des Autors zu Gilberte - der Leser findet wundervolle Prosa und Kurzessays zum bürgerlichen Milieu, zur Natur, zu Orten und Menschen, zu Musik, Malerei und Literatur. Wer sich hierauf einlässt, wird in einen unwiderstehlichen proustschen Bann gezogen, der einmalig ist. Uneingeschränkt empfehlenswert!

Belle Époque
von Polar aus Aachen am 18.02.2008
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Nur wenige Leser schaffen es, die zehn Bände von Marcel Proust Meisterwerk Auf der Suche nach der verlorenen Zeit wirklich zu lesen. Wer es bis zur Hälfte schafft, nimmt sich vor, die zweite Hälfte irgendwann in Angriff zu nehmen. So kommt es, dass der Band in Swanns Welt unser Bild von Marcel Proust prägt, weil der zumeist wirk... Nur wenige Leser schaffen es, die zehn Bände von Marcel Proust Meisterwerk Auf der Suche nach der verlorenen Zeit wirklich zu lesen. Wer es bis zur Hälfte schafft, nimmt sich vor, die zweite Hälfte irgendwann in Angriff zu nehmen. So kommt es, dass der Band in Swanns Welt unser Bild von Marcel Proust prägt, weil der zumeist wirklich gelesen wird. In ihm wird die Kindheit des Helden, seine Familie, deren Freunde und Bekannte beschrieben. Proust überschüttet uns mit Landschaftsbeschreibungen und Details, als gebe es nur das Jetzt, kein Morgen mehr. Eine Oase, eine Idylle, die einen Korb von kindlichen Beobachtungen ausschüttet, und einem sofort einen behäbigeren Rhythmus beim Lesen als gewohnt auferlegt. Proust schafft es, einem nicht nur die Zeit nahe zu bringen, in der seine Geschichte spielt, es gelingt ihm auch, dem Leser die Frage nach der Zeit selbst zu stellen. Was haben wir verloren? Wie hektisch sind die Zeiten jetzt? Natürlich liest sich dies alles aus einer großbürgerlichen Sicht heraus. Zola hätte Proust Geschichte vollkommen anders dargestellt Trotzdem zieht sie einen in seine Sicht der verlorenen Dinge hinein, in der Umstürze sich höchstens in kleineren oder größeren Skandalen äußert. Es scheint am Vorabend jeden Krieges, Umbruchs so, als könne der eigenen Welt nicht Schlimmeres geschehen, als dass man sich für die falsche Garderobe entscheidet, als nicht kultiviert genug erscheint.