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Der Sog – ein tödliches Ultimatum

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Nie gehörte Karl Bennewitz zu den Erfolgreichen, denen irgendetwas in den Schoß fällt. Bis er eines Tages seinen alten Freund Röbel wieder trifft und der ihm einen Job als Abteilungsleiter in »seinem« Maschinenbaubetrieb verschafft, wo noch ein »zuverlässiger« Mann fehle. Was Röbel damit meinte, begreift Bennewitz bald. Die staatlichen Subventionen für Rationalisierungsprogramme, in der DDR »Neuererwesen« genannt, erweisen sich als unerschöpfliche Quelle für den privaten Wohlstand einiger Betriebsangehöriger.
Lange Zeit läuft alles gut, doch dann lernt Bennewitz die junge Karin März kennen und will sich von seiner Frau trennen. Franziska denkt nicht daran, ihn aufzugeben - und mit ihm das angenehme Leben im Wohlstand. Sie stellt ihm ein Ultimatum: Entweder du bleibst bei mir - oder ich lasse dich »hochgehen«.
In Bennewitz reift ein verzweifelter Mordplan ...

Das Buch wurde in der Reihe „Der Staatsanwalt hat das Wort“ unter dem Titel „Alles umsonst“ verfilmt.
Portrait
Jan Fliegers (*1941) Krimis waren in der DDR alle Bestseller, und in Krimi-Anthologien steht er neben Stanley Ellin, Dorothy Sayers und Patricia Highsmith. Sein Krimi "Tatort Teufelsauge" ist Lehrstoff an der Universität Toronto. Seine Kinderbücher erscheinen in vielen Ländern, so auch in China. Der Autor lebt in Leipzig.
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Beschreibung

Produktdetails


Format PDF i
Kopierschutz Nein i
Seitenzahl 147 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 21.03.2017
Sprache Deutsch
EAN 9783956557989
Verlag EDITION digital
Dateigröße 1785 KB
eBook
7,99
inkl. gesetzl. MwSt.
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Kundenbewertungen

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Der Sog
von leseratte1310 am 03.12.2014
Bewertet: Taschenbuch

Bennewitz und seine Kollegen haben Subventionen durch das „Neuererwesen“ abgeschöpft. Als in einem anderen Betrieb ermittelt wird, will Bennewitz aufhören. Aber man lässt ihn nicht, denn das System funktioniert nur, wenn alle mitspielen. Die Liebe zu Marion bringt ihn dazu, Pläne zu schmieden für den Mord an seiner Frau.... Bennewitz und seine Kollegen haben Subventionen durch das „Neuererwesen“ abgeschöpft. Als in einem anderen Betrieb ermittelt wird, will Bennewitz aufhören. Aber man lässt ihn nicht, denn das System funktioniert nur, wenn alle mitspielen. Die Liebe zu Marion bringt ihn dazu, Pläne zu schmieden für den Mord an seiner Frau. Dann will er seine Pläne umsetzen. Während der Erzählung gibt es immer wieder Rückblenden, so dass wir die Lebensgeschichte von Bennewitz sowie Menschen, denen er im Laufe seines Lebens begegnete, kennenlernen. Die Gedanken von Bennewitz wurden kursiv dargestellt. Je mehr ich über den Menschen Bennewitz erfahre, umso weniger kann ich ihn verstehen. Er wird sein Leben lang getrieben, zu ängstlich um sich zur Wehr zu setzen. Erst zeigte ihm seine ehrgeizige Mutter den Weg, nun stellt seine Frau Forderungen. Dass das Buch bereits vor mehr als 20 Jahren geschrieben wurde, merkt man ihm nicht an. Der Schreibstil ist zeitlos und ruhig. Die Missstände in der DDR werden gut aufgezeigt und man kann nachvollziehen, wie es zu derartigen kriminellen Machenschaften kommen konnte. Die Erklärungen im Nachwort tragen ihren Teil dazu bei. Die vielen Rückblenden erschweren allerdings etwas das Lesen. Ein überzeugender Krimi.

Knapp 30 Jahre alt und dennoch aktuell. Korruption ist immer noch modern.
von einer Kundin/einem Kunden aus Dresden am 01.12.2014
Bewertet: Taschenbuch

Das Neuererwesen in sozialistischen Betrieben ist für Karl Bennewitz und seine Kumpane wie ein Selbstbedienungsladen. Hemmungslos werden Gelder abgegriffen und die Gefahr, bei Entdeckung zehn Jahre auf Staatskosten zu logieren, wird verdrängt. Obwohl Bennewitz eher der ängstliche Typ ist, macht er mit – bis zum bitteren Ende. Einmal in... Das Neuererwesen in sozialistischen Betrieben ist für Karl Bennewitz und seine Kumpane wie ein Selbstbedienungsladen. Hemmungslos werden Gelder abgegriffen und die Gefahr, bei Entdeckung zehn Jahre auf Staatskosten zu logieren, wird verdrängt. Obwohl Bennewitz eher der ängstliche Typ ist, macht er mit – bis zum bitteren Ende. Einmal in den Sog geraten, gibt es kein Entkommen. Als seine Frau ihn vor die Wahl stellt: Trennung von der Geliebten oder Anzeige, kommt es zur Verzweiflungstat. Dass das Buch bereits 1985 zum ersten Mal erschienen ist, spürt man beim Lesen nicht. Aktuell ist die Sprache und aktuell sind die Bezüge, die mühelos zu unserer heutigen Gesellschaft geknüpft werden können. Charaktere, wie die der agierenden Personen, die gewissenlos nur ihren eigenen Vorteil suchen und dabei über Leichen gehen, begegnen uns auch jetzt an allen Ecken. "Der Sog" ist ein eindringlich und spannend geschriebenes Buch, welches nicht nur durch seine Zeitreise in die ehemalige DDR lesenswert ist.

Unfall oder Mord?
von mabuerele am 21.11.2014
Bewertet: Taschenbuch

„…Wer ein Boot zu schwer belädt, bringt es zum Sinken…“ Ein Mann schwimmt im Meer. Er liebt die Kraftprobe. Doch eine Umkehr ist nicht mehr möglich. Ein Sog zieht ihn nach draußen. Jetzt kommt die Angst. Schon der Prolog ist ein Beispiel für den exzellenten Schriftstil des Autors. Seine Worte haben... „…Wer ein Boot zu schwer belädt, bringt es zum Sinken…“ Ein Mann schwimmt im Meer. Er liebt die Kraftprobe. Doch eine Umkehr ist nicht mehr möglich. Ein Sog zieht ihn nach draußen. Jetzt kommt die Angst. Schon der Prolog ist ein Beispiel für den exzellenten Schriftstil des Autors. Seine Worte haben mich als Leser mit in den Sog gezogen. Ich spürte die Kraft Anstrengung und konnte die Angst mitempfinden. Im Mittelpunkt des Buches steht Bennewitz. Zusammen mit anderen lenkt er staatliche Subventionen in die eigene Tasche. In einer anderen Fabrik ist diese Methode gerade aufgeflogen. Bennewitz will aufhören, doch er kann und darf es nicht. Zu viel steht für andere auf dem Spiel. Dabei ist Bennewitz eher ein schwacher Mensch, ein Getriebener, statt ein selbständig Handelnder. Zuerst lenkte ihn eine ehrgeizige und bestimmende Mutter, später eine Frau, die nicht genug materielle Werte anhäufen konnte. Nicht umsonst gibt es eine Anspielung auf das Märchen vom Fischer und seiner Frau. Die Geschichte ist spannend geschrieben. Während auf der einen Seite die Gier wächst, häufen sich andererseits die Anzeichen der Angst. Der Autor hat sich für einen besonderen Aufbau der Handlung entschieden. Bennewitz sieht nur noch einen Ausweg. Während er sein weiteres Vorgehen plant und die Furcht ins Unermessliche steigt, blendet der Autor immer wieder zurück in die Vergangenheit. So wird das Leben von Bennewitz und den Menschen, denen er begegnete und die Spuren in seinem Leben hinterließen, Episode um Episode vor meinen Augen aufgeblättert. Auch hier bilden Schriftstil und Inhalt eine Einheit. Bennewitz` Gedanken werden kursiv hervorgehoben. Damit wird die Psyche des Protagonisten, sein Getriebensein, verständlich. Ausgefeilte Dialoge und exakte Beschreibung von Orten und Vorgängen zeichnen das Buch aus. Wie obiges Zitat zeigt, beherrscht der Autor den Umgang mit Metaphern und Vergleichen. Das Besondere der Geschichte aber liegt darin, dass sie in der DDR spielt. Es wird deutlich, dass Mangelwirtschaft und der unbedingte Zwang zur Planerfüllung die Räume für kriminelle Energie schufen. Das Buch wiederspiegelt somit ein Stück DDR-Alltag. Nicht nur das Neuererwesen, was der Autor allgemeinverständlich erklärt, auch der Wartburgkauf sind typische Situationen aus dieser Zeit. Im Nachwort weist der Autor auf die Entstehungsgeschichte des Romans hin. Das Cover mit der Straße, die in den Nebel führt, passt zum Thema. Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Dazu haben die fesselnde Handlung, die realistische Schilderung der Zeitverhältnisse und der gekonnte Schriftstil des Autors beigetragen.