Bambiland

Zwei Theatertexte. Originalausgabe. Vorw. v. Christoph Schlingensief

(1)
Bambiland und Babel, zwei Theatertexte über den Irakkrieg, genauer: wie er sich in den Medien spiegelte. Bambiland entstand parallel zum Krieg, als Mitschrift eines "embedded writer". In Babel wird das Gesehene dann reflektiert und wie in einer Bach'schen Fuge durchgeführt. "Aktueller kann Literatur, kann literarische Transformation des Rohstoffes Welt kaum sein ... Als Therapeutikum ist dieser eigensinnige Jelinek-Mix aus Sprachanalyse, Aneignung und Demontage falschen Denkens im nicht vorhandenen, aus Kolportage, Scherz, Satire und Idolatrie, aus Wiener Schmäh, Autoreflexion und Selbstentblößung während des Schreibens brisant, erhellend und, ja, unterhaltsam ... Man lauscht einem Ich, das vor sich hin spricht, vollgesogen von den Geschehnissen der Innenwelt der Außenwelt, das räsoniert über die vielen Toten und die Lebenden, über mediale Berieselung, Abhärtung und Ignoranz, Arabien und Dick Cheney ... Ungerecht, polemisch und klarsichtig ist Bambiland, einseitig, tiefgründig, ganz Ohr, ein musikalisches Kunstwerk - vielleicht das erste, das einzige sprachliche Ereignis des Krieges." (Alexander Kluy, Frankfurter Rundschau)
Portrait
Elfriede Jelinek, 1946 geboren, hat für ihr literarisches Werk zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter den Georg-Büchner-Preis und den Franz-Kafka-Literaturpreis. 2004 wurde ihr der Nobelpreis für Literatur verliehen.

Ihr Theaterstück „Winterreise“ (2011) zählt mit bisher über 20 Inszenierungen zu den meistgespielten deutschsprachigen Stücken der letzten Jahre.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 272
Erscheinungsdatum 11.12.2004
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-498-03225-8
Verlag Rowohlt Verlag
Maße (L/B/H) 19,8/12,5/2,6 cm
Gewicht 322 g
Abbildungen mit Farbfotos von Karin Rocholl und Christian Brachwitz. 19,5 cm
Auflage 1. Auflage
Illustrator Karin Rocholl, Christian Brachwitz
Fotografen Karin Rocholl
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Bambiland Babel – Turmbau aus Bildern zur Macht.
von Buechermaxe aus München am 25.10.2005

Bambiland. Babel. Claus Peymann bekannte irgendwann, dass Elfriede Jelinek mit ihren Texten die Möglichkeiten des deutschsprachigen Theaters vor eine große Herausforderung gestellt hat, im Sinne, sie seien praktisch unspielbar: szenisch, sprachlich, und sonst. Oder sogar unverstehbar. Aber gerade darin liegt vermutlich ihr Reiz: Drastig, Direktheit, Banalheit, und all das... Bambiland. Babel. Claus Peymann bekannte irgendwann, dass Elfriede Jelinek mit ihren Texten die Möglichkeiten des deutschsprachigen Theaters vor eine große Herausforderung gestellt hat, im Sinne, sie seien praktisch unspielbar: szenisch, sprachlich, und sonst. Oder sogar unverstehbar. Aber gerade darin liegt vermutlich ihr Reiz: Drastig, Direktheit, Banalheit, und all das gemischt zur Provokation, immer bei einfachster Sprache, scheinbar leicht lesbaren Sätzen, intuitivem Wortgebrauch. Und die Bedeutung? Gesagtes, das in Fetzen wie Reportagesequenzen voraneilt, geht in all seiner geschilderten brutalen Banalisiertheit unter die Haut und macht im Wechsel der Perspektiven die Autorin zum Staatsfeind, zum Störenfried eines bequem umfriedeten, aber totalen TV-Kriegs, Bilderbuchkriegs der Bilder, irgendwo jenseits des Sofas. So gings vielleicht auch Christoph Schlingensief, der diese Stücke aufs Theater gebracht hat. Bambiland ist ein Krieg im Irak, um Weltbilder, um Überzeugungen, um Ölfelder, den andere für uns führen, auch wenn wir nicht mitmachen, nur zusehen. Geschildert wie eine TV-Berichterstattung vom abstrakten Schlachtfeld, wo keiner mehr stirbt, nur noch einer siegt – anscheinend einfach so: als Wille zur Omnipotenz. Babel: Irm sagt – Margit sagt – Peter sagt. Die Genitale, die Mutter mit ungeborenem Sohn, der Kriegsimmunspender und -leichensezierer. Verschränkung, Vermischung, Assoziativerkenntnis aus psychotischen Formen des Lebens, die Macht, Gewalt, Sexismus, all die psychotische Omnipotenz im Wahn vom Bessersein, Schönersein, Edlersein vorspielen. Eine Ideologie? Schöne Oberfläche mit bösem Kern? Oder nur unsere Zeit? Jedenfalls Buch. Zwei Stücke. Schwer lesbar. Schwerlich verdaubar. Aber irgendwie gut.