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Ungleiche Brüder

Russen und Ukrainer vom Mittelalter bis zur Gegenwart

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Russen und Ukrainer bezeichnen sich seit Jahrhunderten als Brudervölker, wobei sich die Russen in der Rolle des großen Bruders sehen. Dieses Buch erzählt die Geschichte dieser ungleichen Brüder als Wechselspiel von Verflechtungen und Entflechtungen. Nicht zuletzt trägt es zum Verständnis des aktuellen russisch-ukrainischen Konflikts bei.

Die russische Annexion der Krim und die darauf folgende Besetzung der Industrieregion im Südosten der Ukraine durch von Russland gesteuerte Milizen im Frühjahr 2014 haben einen militärische n Konflikt zwischen diesen Staaten ausgelöst, der bis heute andauert. Seit dem 18. Jahrhundert zeigte sich im Verhältnis dieser eng miteinander verbundenen Völker zunehmend eine Asymmetrie. Sie gipfelte darin, dass Russland im 19. Jahrhundert die "Kleinrussen", wie die Ukrainer damals offiziell hießen, nicht als eigenständige Nation mit einer von Russland getrennten Geschichte anerkannte. Diese Sicht hat sich in Russland bis heute erhalten und ist auch im Westen verbreitet.

Portrait

Andreas Kappeler ist em. Professor für Osteuropäische Geschichte an der Universität Wien und Mitglied der Österreichischen und der Ukrainischen Akademie der Wissenschaften.

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  • Vorwort

    1. Eintracht und Streit in der Familie

    Der große und der kleine Bruder

    Die Großrussen und die Kleinrussen

    2. Die gemeinsame Wiege der Kiewer Rus’

    Der Erbstreit der Historiker

    Der Erbstreit der Politiker

    3. Mongolen und Polen – Asien und Europa: Die Geschwister gehen getrennte Wege (14. bis 17. Jahrhundert)

    Danylo von Galizien-Wolhynien und Alexander Nevskij

    Der Aufstieg Moskaus und die Herausbildung des Zarenreichs

    Die Ukraine unter litauischer und polnischer Herrschaft

    Die ukrainischen Kosaken und die Revolution von 1648

    Starker Staat – libertäre Gesellschaft, belagerte Festung – Orientierung nach Europa

    4. Die Annäherung der Ukraine an Russland und die Integration der «Kleinrussen» in das Imperium der Zaren (17. bis frühes 19. Jahrhundert)

    Die Vereinbarung von Perejaslav und der Beginn der Herrschaft Russlands über die Ukraine

    Peter der Große, Mazepa und das Ende des ukrainischen Kosakentums

    Die Ukrainisierung der russischen Kultur

    Feofan Prokopovyc

    Die Expansion Russlands ans Schwarze Meer und in die rechtsufrige Ukraine

    Die Entdeckung Kleinrusslands durch die Russen um 1800

    5. Zwei verspätete Nationen

    Prozesse der Nationsbildung in der Vormoderne

    Varianten eines russischen Nationalbewusstseins in der ersten Hälfte des 19.Jahrhunderts

    Die ukrainische Herausforderung und die russische Antwort

    Der russische imperiale Nationalismus und die Krise der ukrainischen Nationsbildung

    6. Ein asymmetrisches Verhältnis: Russen und Ukrainer im Russländischen Reich im 19. und frühen 20. Jahrhundert

    Russische Stadt – ukrainisches Dorf

    Hierarchie der Kulturen

    Wechselseitige Perzeptionen

    Akkulturation und doppelte Identität

    War die Ukraine eine Kolonie Russlands?

    7. Die Russische und die Ukrainische Revolution

    Die Russische Revolution (Februar 1917 bis März 1918)

    Die Ukrainische Zentralrada und ihr Verhältnis zu Petrograd

    Die Ukrainische Volksrepublik zwischen den «roten» und den «weißen» Russen im Bürgerkrieg

    Weshalb gelang es den Bolschewiki, den Bürgerkrieg zu gewinnen und die Herrschaft über den größten Teil der Ukraine zu erringen?

    8. Russen und Ukrainer in der sowjetischen «Völkerfamilie»

    Die Gründung der Ukrainischen und der Russländischen Sowjetrepublik

    Korenizacija und Ukrainisierung

    Der ukrainische Nationalkommunismus

    Industrialisierung, Zwangskollektivierung und Hungersnot

    Sowjetpatriotismus, Völkerfreundschaft und die Rückkehr des «Großen Bruders»

    Großer Vaterländischer Krieg oder antisowjetischer Befreiungskampf

    Von der Völkerfamilie zum Sowjetvolk

    Russland und die Ukraine als Totengräber der Sowjetunion

    9. Feindliche Brüder? Die Konfrontation der beiden postsowjetischen Staaten

    Die Unabhängigkeit der Ukraine und die Reaktion Russlands

    Kontroversen und Kompromisse

    Die Orange Revolution von 2004: Jušcenko, Janukovyc und Putin

    Die Revolution des Euro-Majdan

    Das militärische Eingreifen Russlands – Versuch einer Deutung

    Putins Begründungen zur Rechtfertigung des Anschlusses der Krim

    10. Russland, die Ukraine und Europa

    Anmerkungen

    Literaturverzeichnis

    Abbildungsnachweis

    Personenregister

    Karten

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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 267
Erscheinungsdatum 29.08.2017
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-406-71410-8
Verlag C. H. Beck
Maße (L/B/H) 19,3/12,5/2 cm
Gewicht 274 g
Abbildungen mit 10 Abbildungen und 4 Karten
Auflage 1
Verkaufsrang 137931
Buch (Taschenbuch)
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16,95
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